Blog powered by TypePad

Letzte Kommentare

http://heinrichfeisel.typepad.com/Nachdenkliches

Kult-Ur-kritische Texte.

Aggregat.

 

Aggregat.

Die Urzeit ist schon lang zerronnen. Der Fortschritt der hat einst begonnen

und der Urmensch nahm ein Bad und erfand als Mensch das Rad,

das ihm, dieses wurde klar, im Fortschritt eine Hilfe war.

Er musste nicht mehr mühsam schreitet und ließ sich von dem Rad begleiten,

auf dem er dann das Fahren lernte, als er sich mobil entfernte,

von seiner Zuflucht, seinem Heim, so erzählt es dieser Reim.

Der Urmensch hat noch sehr gestunken und hat beim Wasser abgewunken,

das sollte keinen überraschen, denn Affen tun sich auch nicht waschen.

Mit Feuer konnte er sich schützen und Speer und Keule tat er nützen,

doch Wasser kam ihm auf den Wegen meistens sicher ungelegen.

Er hielt nicht viel von einem Bad und wusste nichts von einem Rad.

Das Stinken hat ihn nicht geniert und der Fortschritt hat stagniert.

Der Feind der rückt ihm auf die Pelle und er trat lange auf der Stelle.

Dann ist er sicher unbestritten plötzlich schneller fortgeschritten,

als der Urmensch der Natur, zu dem Menschen der Kultur

und das schafft er mit dem Rad. Zudem nimmt er nun sein Bad.

Daher hat er in dem Maße schließlich eine feine Nase,

weil das Weib und auch der Mann den alten Muff nicht riechen kann.

Mit dem Rad an seinem Ort schreitet dieser Mensch nun fort,

ohne dass er, so der Schluss, auf den Beinen schreiten muss.

Er sitzt ganz stolz im Ochsenkarren, bewegt sich und kann doch verharren

und er bewegt sich mit der Zeit vielmehr in Bequemlichkeit.

Nur die Ochsen treibt er dort vor sich ziehend weiter fort,

oder Esel sozusagen Vorwärts treibend vor dem Wagen.

Er lässt sich ziehen von den Tieren. Im Sitzen kann er simulieren

und er hat weiter überlegt, als er sich so fort bewegt

und tut am Mechanismus sinnen, denn er will noch mehr Zeit gewinnen.

Er bastelt danach, in der Tat, bald am ersten Apparat

und konzentriert, mit ernster Miene, schließlich auch an der Maschine.

Das Rad läuft danach viel rasanter und er ist dadurch viel gewandter

als im Umgang mit dem Vieh, das störrisch war und bockt und schrie.

Dann kommt es, in dem klugen Rat, mehr und mehr zum Aggregat.

Das Aggregat das schreitet dort zum Mechanismus weiter fort,

was manchmal schon gigantisch ist und der Mensch wird zum Statist

und spielt schon längst nicht mehr die volle-, sondern nur die Nebenrolle.

Die Tiere taten einst die vielen Nebenrollen früher spielen

und waren, das ist wohl bekannt, beim frühen Fortschritt vorgespannt,

vor den Karren, zu dem Zweck und zogen den von seinem Fleck.

Nun ist der Mensch, fasst wie gebannt, bei dem Fortschritt eingespannt,

in die Karriere, die geschieht, weil er den Fortschritt nach sich zieht.

Mancher muss sich in dem Wühlen daher wie ein Esel fühlen!“ H. Feisel

Zahnräder.

Zahnräder.

Zunächst muss man das Rad erfinden, um den Weg zu überwinden,

den der Urmensch bis zum Schluss seines Daseins laufen muss.

Der lief wie auf heißen Kohlen und ihm brannten oft die Sohlen,

wenn auch damals ohne Schuh, denn er lief ja immerzu,

ohne Auto, ohne Krad, und ihm fehlte noch das Rad.

In der Steinzeit irgendwann, als man mit dem Bau begann,

konnte kein Mensch, sozusagen, allzu schwere Steine tragen.

Wie kann man große Steine schieben, wenn auch nicht nur nach Belieben,

müssen sich, an manchen Tagen, all die Steinzeitmenschen fragen,

welche Hünengräber bauen, wo sie die im Tod verstauen,

die sich schon damals viel mehr leisten, als es sich die aller meisten,

wohl dabei erlauben können. Wer Macht hat kann sich viel mehr gönnen.

Der Steinzeitadel war schon lange vor der Monarchie zugange,

um die Dummen anzutreiben, damit die am schaffen bleiben.

Die Steine zu beschaffen pflegen müssen diese fortbewegen.

Man muss im Leben nur was wollen. Aus dem Baumstamm schlägt man Rollen,

auf dem man den Stein bewegt, der sich ohne wenig regt.

Irgendwann, in diesem Dreh, kommt einer wohl auf die Idee,

wie man sich ein Rad erbaut, auf dem man dann den Stein verstaut.

Den dicken Stamm hackt man in Scheiben. Doch die können so nicht bleiben.

Schließlich überlegt man noch. In die Mitte muss ein Loch

und durch die Löcher muss ein Pfahl, wenn auch vorerst nicht aus Stahl.

Nach sehr mühevollen Stunden ist die Achse nun erfunden,

auf die man schließlich, dann und wann, große Steine binden kann.

Auf zwei Achsen die bestehen, kann nun der Transport geschehen,

unter Hängen und viel Würgen. Nun kann man sich dafür verbürgen,

dass es nicht mehr lange dauert, bis einer auf dem Wagen kauert,

den man bald, nach viel Verdruss, sinngemäß erfinden muss.

Der Rest der lässt sich vielleicht denken. Die den Ochsenkarren lenken,

fahren später sozusagen gerne einen dicken Wagen

und sie denken an die Ehre, angestrebt in der Karriere.

Die Räder die sind nun vollkommen in dem Fortschritt angenommen

und rollen fleißig und sehr rege überall und aller Wege.

Die Räder tun dann dazu neigen, dass sie ihre Zähne zeigen

und manches Rad ist, wie man ahnt, miteinander fest verzahnt,

bei dem Fortschritt im Getriebe. Das stößt nicht nur auf Gegenliebe

und mancher fordert viel heraus und beißt sich die Zähne aus.

Das Zahnrad läuft nun engagiert und manches Rädchen wird geschmiert,

das in dem Getriebe läuft. Steinreich wird das Geld gehäuft,

bei denen die noch immer treiben damit die am schaffen bleiben,

welche nicht nur nach Belieben am Karren ziehen oder schieben.

Wer zieht den Karren zu dem Zweck immer wieder aus dem Dreck?

H. Feisel

Sozusagen.

Sozusagen.

Mancher kann ja sozusagen nicht immer allem so zusagen,

in der Rechtschreibungsreform, bei dieser oder jener Norm,

die unterschiedlich und verdeckt verschieden in den Köpfen steckt.

Mancher gibt auf den Duden acht. Der ist neu in Form gebracht

und man muss ihn formulieren. Tut sich das Format verlieren,

dann ergibt sich, in der Tat, sinngemäß das Re Format,

oder vielleicht eher nicht, aus der informierten Sicht?

Über Formen lässt sich streiten und Reformen sind beizeiten

irgendwie zu formulieren. Die Worte nützen beim Verzieren,

von so mancher Redewendung, hoffentlich in der Vollendung.

Vollendet ist die Form wohl nie, doch unvollendet irgendwie

die Reform von der Reform, in der komplizierten Norm.

Was ist nun normgemäß normal und wie erläutert man formal,

die alte Form die sich verliert und wer ist letztlich informiert?

Die Reformer sind recht lange in und aus der Form zugange,

um allerlei zu formatieren. Die alte Form soll sich verlieren,

die neue Form wird formuliert. Die sei gänzlich deformiert

und aus aller Form gebracht und sinngemäß kaputt gemacht,

im verformten Missgeschick, lautet schließlich die Kritik.

Die Fehlerquote ist enorm. Ist das vielleicht die Rereform?

Die Formsache das ist wohl die, im Intellekt, in dem Genie,

dass, was zu formulieren geht, im Format ganz neu entsteht.

Im Amt ist manches Formular, formstreng wie es immer war,

nach langer Formbeständigkeit aus der alten Form befreit,

theoretisch jedenfalls. Doch mancher kriegt den dicken Hals,

wenn der Chef nach Hilfe schreit, denn er ist nicht gut eingeweiht,

in Bezug auf das Formelle. Die Sekretärin ist zur Stelle

und muss in dem Duden lesen. Der ist mal alt mal neu gewesen

und aktuell ist aus der Sicht, von den beiden keiner nicht.

Der Chef sucht in der Redewendung förmlich alle Formvollendung.

Reformbedürftig ist die Norm der alten wie der neuen Form.

Wer kennt sich nun, im hohen Haus, mit dem Reformbedürfnis aus,

um alle hilfreich aufzuklären, solange die Reformen währen?

Die Re-Re-Form kommt auf den Tisch, ist eine Wissenschaft für sich

und jeder macht nun, in der Tat, die Fehler je in seiner Art

und alles ist recht gut beschrieben und in der Form vorangetrieben.

Im Duden steht was üblich ist. Schreibt man nun eher Reformmist,

in dem was immer neu geschieht, wie immer man dasselbe sieht?

Mancher spricht, man ahnt es schon, verwirrt von der Reformation,

formell vielleicht, vielleicht formal, wenn es sein muss auch sakral.

H. Feisel

Konzept.

Konzept.

Jemand bringt Akten angeschleppt. Darin steckt diesmal ein Konzept.

Das Konzept ist vorbereitet und wird ausführlich eingeleitet,

bei der Sitzung, in der Runde, in der ganz speziellen Kunde.

Jemand blättert in den Akten, den mitunter ganz vertrackten

und erläutert irgendwie beschäftigt seine Strategie,

die er durchdacht und klassisch nennt. Als man die Tagesordnung kennt,

geht es einfühlsam und sachte allmählich an das Eingemachte

und die Tagung hat begonnen. Hat man die Übersicht gewonnen,

dann hat das Konzept geprunkt und es steht im Mittelpunkt,

innerhalb von dem Geschehen und wird ganz zentral gesehen.

Das Konzept wird unterbreitet und der das in die Wege leitet,

der hat das Konzept gelobt und sich im Planspiel ausgetobt,

am Computer wo er saß und alles drum herum vergaß,

als er sich lange konzentrierte und sich logisch orientierte,

um das Konzept herbeizuführen. Daher tut es sich gebühren,

dass man ihm Beachtung schenkt, damit er nicht womöglich denkt,

die Anerkennung, die man ehrt, bliebe ihm dabei verwehrt.

Aus dem Grund gibt es nun Applaus, wenn's sein muss auch im höchsten Haus,

wo der Chef ganz oben wohnt, den man mit Applaus belohnt,

obwohl, wie es schon immer hieß, er alle Arbeit machen ließ.

Das Konzept sei ausgereift, spricht einer der noch nicht begreift,

wie das wohl zusammen hängt, was ihn im Konzept bedrängt,

fortlaufend und irgendwie, im umfangreicher Theorie.

Der Chef nimmt an dass alles stimmt, als er die Fakten übernimmt,

im Konzept, an einem Stück, gewisserweise auf gut Glück,

denn er hat nicht viel verstanden. Die Logik kam ihm wohl abhanden,

die er seit langer Zeit verlor. Er steht dem Unternehmen vor

und ist davon ausgegangen, eigentlich ganz unbefangen,

dass das Projekt im Plan nun steht, als der Applaus zu Ende geht,

den er, in allem was geschieht, fast immer auf sich selbst bezieht.

Optimistisch spricht der Boss, aus dem obersten Geschoss,

zielstrebig den Erfolg gewohnt, dass sein Konzept sich sicher lohnt.

Das Konzept wird angewendet. Als die Entwicklung kläglich endet,

da ist der Chef nicht mehr erheitert, denn das Konzept ist dann gescheitert,

das er ja gleich ganz kritisch sah, als noch viel Theorie geschah,

wie er diesbezüglich meint, auch wenn vieles anders scheint.

Er kritisiert nun jenen Mann der kein Konzept entwickeln kann.

Der Misserfolg ist diesmal groß. Was macht der große Boss nun bloß?

Es zieht der Chef sich nun ein Stück im obersten Bereich zurück,

in konzentrierter Tätigkeit und er hat nur wenig Zeit,

weil die Presse vielleicht prompt in der Wissbegierde kommt. H. Feisel

Studie

Studie. Eingehend wird das studiert, in vielen Fakten konzentriert, was ausgehend von viel Gedanken, dennoch in bewussten Schranken, damit die nicht total entgleisen, zu der Studie in den Kreisen mancherlei Gelehrten führt, wie es sich dabei gebührt. Damit genügen dann die Fakten, innerhalb der dicken Akten, die so vieles registrieren. Der Ordner darf sich nicht verlieren, denn wenn der sich im Müll verliert, wird er schlecht herbei zitiert. Zittert jemand beim Zitieren, dann fürchtet er was zu verlieren, und sei es nur, nach langer Zeit, die ehrenwerte Tätigkeit, oben in der Chefetage, nach erfolgter Sabotage. Der Manager, in der Blamage, bezeichnet das als Sabotage, was die Presse nun zitiert. Wenn die Akte sich verliert, durch den Fleiß der Angestellten, dann kann sie als verloren gelten, durch den Reißwolf mit den Zähnen. Die Studie kann nicht mehr erwähnen, dass ein Wolf, der gierig frisst, im Zerreißen fleißig ist, bei der Beute die er macht. Der Reißwolf hat sich voll gemacht und sein ziemlich voller Bauch enthält dann das Geheimnis auch, wie sich manche Zahlenreihen ständig noch mehr Summen leihen. Rote Zahlen, schwarze Zahlen, vor und dann auch nach den Wahlen, sind in der Studie heiß begehrt, auch wenn der Reißwolf sie verzehrt. Die Studie, die viel begehrten, entstand im Studium der Gelehrten, die endlos lange Zahlenreihen in der Studie prophezeien. Die Studierten wissen viel, mit dem formulierten Ziel, die Wirklichkeit in viel Verträgen nach Möglichkeit damit zu prägen, sofern darin zu lesen steht, dass das so zu machen geht. So füllt die Studie viele Seiten, die diese Studie nun begleiten, mit Argumenten die viel zählen, in den Zahlen die sie wählen. Es verlieren sich die Akten, in den Zahlen, den vertrackten und die Fakten machen klar, vieles ist nicht regelbar. Übersichtlich ist sie nicht, die Studie in dem Bericht. Die Akten werden nun geschlossen, denn man hat zuletzt beschlossen, als die Fakten schwer misslingen, der Studie sei nichts abzuringen und die Studie sei zu schließen. Die Zahlen kann man nicht genießen, die sich aus der Studie eben in keiner Weise je ergeben. Die Ernüchterung kommt prompt, als die neue Studie kommt, die das Gegenteil beweist, die alte Studie ganz zerreißt und aus eigens ihrer Sicht von viel neuen Zahlen spricht, wahrscheinlich bis man irgendwann dieselbe auch zerreißen kann. Die Studie kommt, die Studie geht, weil die Forschung drauf besteht, dies und jenes zu beweisen. Forsch tut auch ein mancher reisen. H. Feisel

Einstein

Einstein. Einstein, als er feste schlief, träumte dabei relativ vom relativen bedingten Raum. Doch an die Grenze kam er kaum, denn sein Traum fand seine Grenzen, bedingt durch starke Herzfrequenzen, als er träumend lag und schlief und ins bodenlose Tief wie ein Stein zu fallen scheint, wie er in dem Alptraum meint. Träumend fiel er immer noch in ein grenzenloses Loch. Oder flog er im Verlauf irgendwie und wo hinauf? Wie und was hat er empfunden, was ist oben, was ist unten? Was ist in seinem Raum die Mitte? Einstein träumt nach alter Sitte. Ist die Mitte vielleicht unten, dann hat er keinen Grund gefunden. Oder ist die Mitte oben, dann wäre er vielleicht erhoben, von seinem Standpunkt auf der Erde, in dem Alptraum mit Beschwerde. Die Mitte könnte allgemein auch rechts und links vom Standort sein. Einstein kommt nun irgendwann träumend in der Mitte an, wenn’s sein muss hinter seinem Rücken, oder muss sich vorwärts bücken. Als er in der Mitte war, war ihm manches noch nicht klar. Das Universum ist inmitten, das erscheint ihm unbestritten, ganz bestimmt in seinem Traum nicht der Mittelpunkt im Raum. Der Kosmos, wie er spekuliert, der sich fast im Raum verliert, als winzig kleines Pünktchen nur, als er aus dem Kosmos fuhr, wie er das im Traum erlebte, als er zittert, als er bebte, den lässt er ein großes Stück als winzig kleinen Raum zurück. Er fährt in relativer Zeit hinaus in die Unendlichkeit. Oder fährt er nur zum Schein in die Ewigkeit hinein? Bei seiner Fahrt tut er erschauern. Es scheint als muss die ewig dauern und er sucht, weil niemand funkt, irgendwie den Mittelpunkt. Der Mittelpunkt kann “All - gemein” relativ nicht wirklich sein, denn die Unendlichkeit belehrt, dass keine Grenze wieder kehrt. Einstein fällt das ganze Stück lieber auf dem Weg zurück, stürzt im Sturzflug wie im Nu wieder auf die Erde zu und hat dabei ungelogen seinen Kopf schon eingezogen, fällt herunter wie ein Stein und schläft so schnell nicht wieder ein. H. Feisel