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Kult-Ur-kritische Texte.

Jahrgangstreffen(2.)

Jahrgangstreffen Ergänzung (2.)

Das Schuljahr hat sich mal getroffen. Das gibt zu denken und zu hoffen,

dass sich, im alten Übermut, in der Stimmung etwas tut.

Unvollständig ist die Klasse, mangels ursprünglicher Masse.

Von zehn sind nur noch sechs erschienen. Die sitzen, in gereiften Mienen,

rund herum am Tisch versammelt und haben dummes Zeug gestammelt,

je mehr der Abend, anfangs trist, später fortgeschritten ist.

Zwei sind leider nicht dabei, die bekamen wohl nicht frei.

Die Inge B und die Renate zieht man darum nicht zu Rate,

denn die kommen nicht geschwind, weil sie wohl zu vornehm sind.

Darum sind es sechs statt acht. Zwei haben sich davon gemacht.

Alles muss vorüber geh'n. Zusammen waren es mal zehn.

Der Jahrgang Neunzehnhundertfünfzig ist inzwischen doch vernünftig,

macht man sich beim Treffpunkt klar. Ob das zu erwarten war,

aus der damaligen Sicht, das wusste man vor Jahren nicht,

als man noch in die Schule ging, obwohl man nicht am Schulhaus hingt.

Manch einer tat im Schulhaus leiden. Lässt es sich irgendwie vermeiden,

dass er in die Klasse geht, wo der Lehrer wartend steht,

hat sich einer oft gefragt, der die Ohrfeige beklagt,

die er oft entgegen nimmt, auf den Zeitpunkt abgestimmt,

an dem er diese Schule schwänzt und die Klasse nicht ergänzt.

Man kann nicht darauf verzichten viel von Früher zu berichten.

Manche Themen neu enthüllend, ist das Wissen Abendfüllend.

Es dreht sich erstens um den Lehrer und etwas später um Verehrer,

die alle Weiber, an viel Stätten, ziemlich frühreif gerne hätten.

Er beißt nicht an, die alte Lusche, und jemand kriegt die kalte Dusche.

Der Lehrer und die Lehrerin sind thematisch ohnehin

eigentlich kein Thema mehr; doch damals vielleicht um so mehr,

als schon mal der Lehrer grollt. Der hat auch Themen aufgerollt,

die nicht immer jedem passen und mancher tut die Schule hassen

und ist mitunter fern geblieben, und hat kein Diktat geschrieben.

Der Schuljahrgang hat sich getroffen und noch ist die Entwicklung offen,

die es abzuwarten gilt. Das Gretchen äußert sich und schilt

auf den werten Ehemann, der nur das Haus versauen kann.

Der wird aktiv, als er das muss, angesichts vom schwarzen Russ.

und hat die Wand neu tapeziert. Der Staubbeutel ist explodiert,

als der Sauger, das wird klar, aktiv saugend tätig war,

am Kamin, am Ofenrohr. Das kommt dem Gretchen nun zu Ohr

und das ist danach sehr bitter und entlädt sich im Gewitter.

Der Ehemann hat zu der Zeit in das Höfchen beigefreit

und ist danach ein Gefreiter. Nicht selten auch ein Blitzableiter.

Das Gretchen ist der Hauptfeldwebel und sitzt an dem langen Hebel,

zählt daheim sehr gern das Geld und schickt den armen Mann ins Feld.

Die Grundausbildung ist vorbei und der Heinz ist nicht mehr frei.

Die Inge G hat sozusagen die Argumente vorgetragen,

die für die frühe Rente sprechen und ist schwer zu unterbrechen,

in ihrem Vortrag, den sie hält, bezüglich dem was ihr gefällt.

Ihr gefällt nun die Pension, nach jahrelangem Arbeitslohn,

wie sie die Gehälter nennt. Wenn der Beamte Arbeit kennt,

dann tut er sich am Schreibtisch quälen, tut man sich im Amt erzählen,

was mancher Mensch, wenn überhaupt, nur in Maßen gerne glaubt.

Die Inge sieht das, im Gesamten, aus dem Status des Beamten

und will sich nun nicht mehr beklagen. Die Pension ist sozusagen

ihr so genanntes Gnadenbrot. Sie wirkt bei weitem nicht halb tot

und ist nicht auf den Mund gefallen und das demonstriert sie allen,

die dabei, genau genommen, kaum einmal zu Worte kommen.

Es hat die Inge nun viel Zeit. Das wäre die Gelegenheit,

im der Kommune, so gesehen, in die Politik zu gehen.

Die Hannelore ist zumeist, stark engagiert, was sie beweist,

in der Gesellschaft nebentätig. Nicht immer ist sie dabei gnädig,

gegenüber manchen Fakten, den geplanten und vertrackten.

Als so genannter Aktivist, wird sie bei Grean pace noch vermisst.

Was nicht ist das kann auf Erden auch noch zum grauen Panther werden,

der mit Krallen gut vertraut, mit Prankenschlägen um sich haut.

Die Weiber sind ja nicht komplett. Zwei liegen sicher längst im Bett,

zur fortgeschritten späten Stunde, in nunmehr der Sechserrunde.

Der Kurt hat dabei angenommen, man wäre nie zu Wort gekommen,

wären die dieselben, diese zwei, ziemlich lautstark auch dabei.

Es sind die Männer in der Runde anteilig mit drei im Bunde,

trotzdem viel zu kurz gekommen, denn die sind genau genommen,

in ihren Stimmen, ohne Wahl, trotzdem in der Unterzahl.

Weil sie nicht viel zu sagen haben, tun sie sich an der Mahlzeit laben.

Der Herbert schweigt dabei am besten. Der Heinrich will das Essen testen,

angesichts der neuen Küche und er wittert die Gerüche,

die wohl aus der Küche dringen. Er lässt sich gern ein Schnitzel bringen,

von der Bedienung, die ist jung und ist daher noch gut in Schwung.

Der Kurt isst den Seniorenteller und ist dabei auch nicht schneller,

als der Heinrich an dem Schnitzel. Der Herbert sitzt im Nervenkitzel

und er hört den Weibern zu. Daheim da hat er wieder Ruh.

Der Abend wird nicht ganz so teuer; der Herbert lebt von Kirchensteuer.

Zwei ganze Kerle sind am kauen, um die Mahlzeit zu verdauen.

Es hat jeder was im Munde. Die Weiber schwätzen in der Runde

und können wohl, in dem Gestalten, den vollen Mund nur selten halten. H. Feisel

Jahrgangstreffen.

Protokoll Jahrgangstreffen (1.) Der Jahrgang will zusammen kommen und hat sich das vorgenommen, damit man sich mal was erzählt und manches Thema wird gewählt, als man im Beschluss, ganz prompt, an einem Tisch zusammen kommt. Die Weiber sind an diesem Ort, wie immer als die ersten dort, weil man sie als erste sieht, wo die Neuigkeit geschieht. Damit der Abend wohl gelinge sind Gretchen, Hannelore, Inge, schon auf das Thema eingestimmt, weil man sie schon laut vernimmt. Der Herbert sitzt schon in der Ecke und er lauscht zu diesem Zwecke, dem was die Frauen von sich geben, von dem was sie so all erleben. Der Herbert ist tatsächlich frühe und gemolken sind die Kühe. Es kommt der Heinrich durch die Tür und der Kurt kann nichts dafür, in der Gangart, wie er meint, dass er nun zuletzt erscheint. Doch den Stock ließ er zu Haus und er ging so zur Tür hinaus, auch tat er dabei dazu neigen an dem Berg empor zu steigen, weshalb er außer Atem ist. Was der Heinrich ganz vergisst, das ist sicher auch wohl klar, das wär' dass sein Weg eben war, den er von zu Hause schreitet, von keinem lieben Weib begleitet. Doch ist der Heinrich, an der Stelle, nicht alleine Junggeselle, denn auch der Herbert lebt allein und lässt kein Weib zum Bett hinein. Mit den Jahren tut viel welken und welche Frau will Kühe melken. Der Kurt ist am Computer fleißig. Bis zweiundzwanzig Uhr und dreißig, hat ihn die Gattin freigestellt und wehe wenn er später schellt. Die Frauen sind emanzipiert, wodurch sich keine groß geniert, den Abend lange zu gestalten. Die tun den Heimweg offen halten. Die Junggesellen sind allein, den redet dabei keiner drein. Soweit ist dieses längst geklärt, egal wie lang die Sitzung währt. Der Kurt tut etwas länger zechen und daheim von Sitzung sprechen, als er das seiner Frau erklärt, falls es etwas länger währt. Die Renate fällt heut aus und bleibt lieber gern zuhaus und die Inge Nummer Zwei, macht sich auch daheim nicht frei. Die Sitzung kann jedoch beginnen, im Wirtshaus, an dem Tisch dadrinnen, wo nun sechs Personen sitzen, mit vielfältigen Geistesblitzen. Soweit man sich noch, irgendwann, an allerlei erinnern kann, kommt manches Thema auf den Tisch. Davon ist vieles nicht ganz frisch und aufgewärmt muss manches werden. Auch von mancherlei Beschwerden wird nun an dem Tisch berichtet, als sich der Verdacht verdichtet, dass man sich, so dann und wann, an ständig mehr erinnern kann, aus der fernen Jugendzeit. Es steigert sich die Heiterkeit und ein paar Gläschen stehen da, mit Pilsbier und et cetera. Der Jahrgang wird allmählich reifer, doch er steigert sich im Eifer, angetrieben im Bestreben, das historische Erleben in den Mittelpunkt zu rücken. Die Stühle tun zusammen rücken und man kommt, in dem Erlebnis, nach und nach zu dem Ergebnis, als die Erinnerung gelingt, dass der Abend etwas bringt, im Wühlen der Vergangenheit, nach nunmehr schon geraumer Zeit. Einiges wär' unterdessen beinah schon total vergessen, wenn die Erinnerung nicht käme und man die zum Anlass nähme, dass man sich sehr viel berichtet, von dem was sich am Tisch verdichtet, beim Miteinander im Vergleich. Die Zeit war wohl ereignisreich. Die Schulzeit ist, zurück datiert, was man schon aus dem Sinn verliert, Der Abend lässt sich klug gestalten, konzentriert in dem Verhalten, manche Weisheit auszusprechen. Den Widerstand vom Lehrer brechen, das erwies sich als sehr schwer und manches weiß man hinterher, sehr viel besser, aus der Sicht, wenn man heut darüber spricht. Das Problem mit manchem Flegel, das war oft in aller Regel, wie der Lehrer einmal sprach, ein Widerstand den dieser brach. Manchmal gab es heiße Ohren und der Lehrer hat geschworen, dass manche Ohren, trotz Beschwerden, allmählich immer heißer werden. Doch die Schulzeit ist vorbei und eigentlich schon einerlei. Man kann noch mancherlei von Themen in dem Kreis zur Kenntnis nehmen, im weisen Rat, im Intellekt, der so in den Köpfen steckt Die Weisheit wächst in manchem Kopf. Das sieht man schon an jedem Schopf, wo sich viel weiße Haare mehren oder zu der Glatze kehren. Mancher muss wohl Federn lassen und mancher kann es noch nicht fassen, dass in der Weisheit, hier auf Erden, die Haare immer weißer werden. So ergibt sich, in der Tat, im so genannten weisen Rat, mit einer Stimme, der Beschluss, dass die Sitzung enden muss. Es tritt der Kurt zur Tür hinaus, denn nun will er schnell nach Haus, mit viel Verspätung, nach der Runde, mit mehr als einer guten Stunde. Doch läuft er diesmal schnell bergab; beim Rückweg geht es steil hinab. Die kommunale Politik endet oft im Missgeschick, hat er zu Hause formuliert, als er heftig debattiert. Es schwingt die Inge ihre Beine und läuft nächtlings ganz alleine ihrem trauten Heim entgegen. Das Gretchen tut sich auch bewegen das durch die Autoscheibe guckt. Der Gatte hat sich nicht gemuckt. Die Hannelore fährt Nachheim, der Heinrich macht sich seinen Reim, was vielleicht, noch all geschieht, was er jedoch dabei nicht sieht. Es fährt der Herbert um die Ecke, rechtzeitig und zu dem Zwecke, dass er am Morgen, im Entschluss, wieder Kühe melken muss. „Das letzte Wort ist schon verwendet, die Sitzung ist damit beendet!“ H. Feisel

Reitverein

Reitverein. Hört man irgendwo Getrappel und Kommandos und Gebabbel, dann muss dabei allgemein irgendwer beim Reiten sein, außerhalb in dem Gelände, oder innerhalb der Wände. Mancher lernt auch dann und wann, so gut wie er das nur kann, den Kindern auf dem Gaul das Reiten und tut das Pferd am Zügel leiten. Es gibt die Ulla die Befehle, ist schon heißer in der Kehle und sie steht mit Rat und Tat couragiert am Platz parat, während sich der Nachwuchs müht. Dieselbe ist wie aufgeblüht, wenn sie bei den Pferden steht, solange wie es irgend geht und wenn sie mit ihrem Mann leidenschaftlich reiten kann. Sie reitet selbstverständlich gern und es liegt ihr dabei fern, über Rückenschmerz zu klagen, denn das wäre, sozusagen, in Anbetracht von ihrem Pep, ein Manko und ein Handikap. Die Ulla reitet nicht allein, denn sie ist im Reitverein. Den Reitverein den gibt es oft, wo sich mancher was erhofft. Der Reiter reitet oft im Kreis. Den Pokal und manchen Preis möchten Reiter gern erringen. Das tun die Punkte mit sich bringen, manchmal aber eher keine. Ein junges Pferd trabt an der Leine, weil es manchmal, zum Verdruss, noch vieles dabei lernen muss. Den Sattel trägt es zunächst nicht, der wird später erst zur Pflicht. Ein junges Pferd tut gerne buckeln. Das Fohlen tut zunächst mehr nuckeln, an seiner Mutter, an der Stute, und man wünscht ihm alles Gute. Das rennt und springt und ist gesund und manchmal rennt vor ihm der Hund hinter den Elektrozaun und tut sich nicht mehr näher traun. Auch in der Halle geht es rund. Der Reitlehrer bewegt den Mund und spricht wie das Reiten geht und wie ein Pferd ganz ruhig steht. Die Jüngsten sollen reiten lernen. Wann das gelingt steht in den Sternen. Mancher lernt und ist Erwachsen, bewegt sich besser mittels Achsen und erntet eher wenig Lob. Dem hilft auch kein Horoskop, wenn ihn nichts mehr länger hält und wenn er von dem Sattel fällt. Wer das nicht lernt hat sich zuletzt beim Fahrradsattel drauf gesetzt. Ein Profi kann sich das erklären. Ein Pferd tut sich vom Gras ernähren und ist das Gras nicht mehr ganz neu, dann handelt es sich wohl um Heu. Hafer frisst ein Pferd sehr gern. Zuviel hält man von ihm fern, weil dann das Pferd die Hafer sticht, wie mancher aus Erfahrung spricht. Es gibt viele Pferderassen. Die aufzuzählen kann man lassen. Es genügt in dem Bericht wenn man von dem Warmblut spricht und vom Vollblut sowieso. Auf Sägespänen und auf Stroh tut ab und zu ein Kaltblut stehen. Es ist kaum zu übersehen, dass es sich um ein Kaltblut handelt, weil es sehr gemächlich wandelt. Das Kaltblut ist ein schwerer Gaul. Man kann nicht sagen er sei faul, doch springen tut er ganz gewiss bestimmt bei keinem Hindernis. Ein Hindernis das rennt er drum sehr viel eher einfach um. Ein schwerer Gaul hat sehr viel Kraft, weshalb er mehr als andre schafft, wie es manches mal geschieht, wenn er schwere Lasten zieht, vielleicht hinten auf dem Wagen, auf der Kutsche sozusagen. Das Warmblut kann man besser reiten. Das Vollblut sorgt für gute Zeiten, beim so genannten Pferdesport, ganz egal an welchem Ort. Das Heißblut, das hat sich erwiesen, ist mit Vorsicht zu genießen. Die Kandare dient gewiss als die Bremse im Gebiss. Die Reitgerte die hat man auch hin und wieder im Gebrauch, denn damit wird oft nach Belieben der Gaul von hinten angetrieben. Die Reitstiefel muss man benützen, um sich im Bügel abzustützen und damit kann man im Geschehen halbwegs fest im Bügel stehen. Wenn den Reiter nichts mehr hält, wenn er aus dem Bügel fällt, dann kann der Reithelm etwas nützen und vor einer Beule schützen, beziehungsweise vor dem Horn, oben an der Stirne vorn. Manches Pferd hat eine Blesse und der Reiter Interesse an der Reitkunst der Dressur. Der Anfänger hat die Blessur, als blauen Fleck am Hinterteil, denn das Pferd stieg vorne steil. Natürlich wird ein Pferd geputzt und die Mähne wird gestutzt und der Schweif wird auch gewaschen. Wer Trekking macht hat Satteltaschen rechts und links am Sattel hängen. Der Durst tut manchmal dazu drängen und der Hunger vielleicht auch, bei einem halbwegs leeren Bauch, Lebensmittel zu verstauen. Dann kann man trinken mal kauen, bei dem Ritt der lange dauert, wenn man in dem Sattel kauert. Ein Esel kann vielleicht viel schleppen, doch trägt er nicht gern einen Deppen, der ihm schwer zu schaffen macht, weil er fast zusammenkracht. Darum ist ein Esel schlau, denn der weiß wohl ganz genau, wenn er streikt und alles steht, dass dann sein Quälgeist lieber geht. So ist das mit dem Reitverein. Den Esel lädt man selten ein, weil der manchmal, mit viel List, viel zu eigensinnig ist, denn der Esel, dieser Flegel, stellt sich gegen manche Regel. Der Esel macht nur große Augen und tut sonst zu wenig taugen und demonstriert, wobei er frisst, dass er strikt dagegen ist, gegen jeden harten Drill, weil er dieses so nicht will. Der Esel bleibt fast undressiert, weshalb ihm keiner applaudiert. Stören tut ihn das mitnichten. Er kann auf den Applaus verzichten und bleibt lieber neben bei, auf der Koppel halbwegs frei, anstatt dabei sozusagen schwere Menschen zu ertragen. H. Feisel

Kinderchor

Kinderchor. Das Piepsen kommt vom Vogelküken. Es will sich an die Mutter drücken. Darum sperrt es im Verlauf zunächst seinen Schnabel auf. Ein Vogel hält oft kaum den Schnabel und dieser Reim schafft die Parabel, die als Gleichnis, was sich zeigt, irgendwo zum Gleichklang neigt. Der Piepmatzchor will sich gestalten. Die Vöglein tun den Schnabel halten und müssen erst einmal still lauschen, um die Stimmen auszutauschen. Die Dirigentin ist ganz Ohr, denn sie lauscht zum Kinderchor, aus dem helle Stimmen klingen, um den Chor zurecht zu bringen. Die Kinder singen ganz beherzt, auch wenn schon mal ein mancher scherzt und dabei vom Gezwitscher spricht. Das stört die Kinder aber nicht und es geht wie im Schwalbennest, wo die Schwalbe wie gestresst beim Zwitschern mit den Flügeln schlägt und alle Mühe doch erträgt. Das Kuckucksnest ist auch bekannt, doch das wird hier nicht genannt. Doch Singvögel die zwitschern gern und man hört dabei von fern, laut die hellen, klaren Stimmen. Die muss man noch entsprechend trimmen, damit später, wenn es geht, vielleicht ein Kirchenchor entsteht. Womöglich kann es auch daneben ein Liedchen von dem Kuckuck geben. Vielleicht gibt es ein Kuckuckslied, weil man so manchen Kuckuck sieht. Junge Vögel lernen schnell, klingen laut und manchmal grell. Sie trällern und sie jubilieren. Es kann der Ton mal variieren, wenn man sich dann wieder fängt und nicht die Dirigentin kränkt. Der Leiterin vom Kinderchor, der dringen Stimmen in das Ohr, die sie erst sortieren muss. Die Harmonie bringt den Genuss, wenn die jungen Vögel singen und es zu der Höchstform bringen. Dann singen sie in höchsten Tönen. Nun kann man sich daran gewöhnen, an Tirili und Trallala, weil inzwischen viel geschah und weil, was Übung mit sich bringt, danach die Harmonie gelingt. Das Jubilieren der Gesänge zieht sich dann noch in die Länge, beim Interesse, in dem Fall, im Echo und im Wiederhall, wenn sich viele Stimmen mehren, die das Trällern dann begehren. Der Dompfaff, auch genannt der Gimbel, gibt sich einfach und ganz simpel seinen Flötentönen hin. Das Flöten kann er immerhin und er bringt der Welt dabei vielleicht die Flötentöne bei. H. Feisel

Vereinsleben

Vereinsleben. Der Verein versucht im Streben, in dem öffentlichen Leben, mitunter auch bei ein paar Bieren, die Mitglieder zu animieren, bei dem Treff, im allgemeinen, die Interessen zu vereinen. So kommt es dabei indessen zum Austausch mancher Interessen. Die Interessen sind verschieden. Der Swingerclub wird oft gemieden, von denen die es lieber lassen sich mit Swingen zu befassen und, angesichts der Toleranzen, lieber heftig Tango tanzen. Im schwarzen Leder trifft ein Trupp sich lieber im Motorradclub. Mancher hat sich auch vereint, in der Ehe, wie es scheint. Der Clubsessel steht dann zu Hause. Der Hausherr gönnt sich seine Pause, nach der Arbeit voller Mühe, wie immer schon seit aller Frühe, denn es ist der Feierabend vorerst noch erquickend, labend, solange wie es noch so gut, solange man sich noch versteht. Wird die Beziehung sehr gemein, dann zieht es manchen zum Verein. Ist das Verhältnis unterkühlt, weil man keine Liebe fühlt, dann tut der Mensch in seinem Leben vermehrt zu den Vereinen streben. Auf Freizeit tut der Mensch bestehen. Dann tut er zu dem Stammtisch gehen, oder auch, ganz allgemein, zu irgend einer Art Verein, beziehungsweise in die Truppe, einer Interessengruppe. Interessen gibt es viel, in Bezug auf Sport und Spiel, in der Freizeit, im Vergnügen. Kein Mensch muss sich damit begnügen, dass er nur zu Hause hockt, wenn der Weg zur Gruppe lockt. Auf Freizeit, tut man sich berichten, will man lieber nicht verzichten. In der Gruppe ist man frei, daran führt kein Weg vorbei. Mancher Mensch fühlt sich famos, er ist den Ehegatten los, der zu Hause ungeniert am nörgeln ist und lamentiert, weil er hin und wieder bockt, wenn er in der Stube hockt. Bockig ist ein Ehemann, wenn er nicht dominieren kann, wenn er in Hochdeutsch und auf Platt zu Hause nichts zu sagen hat. Dann spricht der Ehemann im Groll: er hat den Hals schon lange voll. Die Ehefrau die weicht kein Stück und schlägt ganz spontan zurück und bemerkt dabei sehr klug: er kriegt den Hals nicht voll genug. Der Ehemann hat jedenfalls manchmal einen dicken Hals und verlässt schon mal die Bleibe und bewegt sich in die Kneipe, wo er oft länger an der Bar oder bei dem Stammtisch war. Die Gattin ist allein im Haus. Bleibt er daheim, dann geht sie aus, zum Damenclub, zum Tanzverein. Dort tanzt sie und sie schwingt das Bein, im Takt mit aller Harmonie. Sie bewegt sich irgendwie, schwungvoll innerhalb vom Kreis und dabei sucht sie den Beweis, dass sie sich, besser als ihr Mann, im Kreis herum bewegen kann. Es hat alles seinen Preis und manche geht zum Kirchenkreis, wo es sich um den Pfarrer dreht, der als Mittelpunkt besteht. Die Frauen drehen sich geschmeidig, die Männer wirken eher leidig. Die Frauen halten häufig Katzen, vielleicht weil die genauso kratzen; und sie treten aus und ein, in dem Katzenzuchtverein. Die Männer wirken in viel Stunden bei Kaninchen, Tauben, Hunden. Der Mann, mit Leine in der Hand, geht zum Hundezuchtverband. Ohne Gattin und allein geht er zum Schäferhundverein. Es trifft sich auch ein mancher Trupp wenn's sein muss in dem Dackelclub. Den Verein vom Fussballsport gibt es fast an jedem Ort, wohin gern viel Männer laufen, die dabei viel Biere saufen, ob man gewinnt, ob man verliert, wie es die Gattin formuliert. Beschäftigt ist ein mancher sehr, beim Üben in der Feuerwehr. Und gelöscht muss manches werden, trotz der häuslichen Beschwerden, denn der Löschzug ist aktiv, während schon die Gattin schlief, die erst am nächsten Morgen schmollt. Das ist von keinem so gewollt. Der Ton der ist danach nicht immer der allerbeste in dem Zimmer. Mit dem Ton hat mancher nun auch im Gesangverein zu tun und vielleicht an mancher Stelle innerhalb der Stadtkapelle, oder im Posaunenchor, den man mancherorts beschwor. Wenn der Gesangverein was bringt, wo man bestimmte Lieder singt, dann hat der Dirigent beim Ständchen sicherlich dafür ein Händchen. Der Ton wird dabei angestimmt, den der Chor dann übernimmt. Der Chorleiter geht eben drum mit Gestik und Gebärden um. Dann gibt es noch den Reitverein. Das Mitglied kann ein Esel sein. Der Verein mit Stock und Hut, der durch die Landschaft wandern tut, ist in der Gruppe viel am wandern, von dem einen Ort zum andern. Und so gibt es viel Vereine. Nur der Dichter ist alleine, weil er gern alleine bleibt, während er viel denkt und schreibt, damit ihn nicht ein jedermann ständig immer stören kann. Der Schreiberling hat kein Verein und will vielmehr alleine sein. Wenn er konzentrierter denkt, ist er nicht gern abgelenkt. H. Feisel

Reit- und Fahrverein

Reit- und Fahrverein / Dorfgeschichten. Der Reitverein hat auf dem Land manches Reitpferd im Bestand und manches Kutschpferd nebenbei, als Einspänner und auch als zwei Zugpferde in dem Gespann, was man öfters sehen kann. Wer gut betucht ist kann am meisten sich die teuren Pferde leisten, aus edler Zucht und gutem Stamm, ein gutes Pferd und dabei stramm, ein Vollblut bis ins hohe Alter, meint hierbei der stolze Halter. Der besitzt das Pferd indessen, doch war er nie darauf versessen sich mit dem Reiten zu befassen und tut das Kunststück lieber lassen, auf das Pferd hinauf zu steigen und Haltung in dem Stil zu zeigen. Das Problem beginnt beim Bügel und steigert sich danach am Zügel, wenn das Heißblut, wie es geht, nicht still und völlig reglos steht und dann auch noch galoppiert und hierbei seinen Chef verliert. Doch gibt es neben dieser Rasse auch das Pferd in zweiter Klasse, das keinen Leistungssport betreibt und darum sehr bescheiden bleibt, das sich nicht in der Art quält und das nur seine Gangart wählt. Dieses Pferd das zeigt schon bald Gefräßigkeit in Feld und Wald und denkt häufig, unterdessen, schon vor der Arbeit an das Fressen. Das Arbeitspferd, als Ackergaul, war dagegen selten faul. Der Ackergaul war frisch und wacker mit dem Bauern auf dem Acker, zog die Egge und den Pflug und war immer fest im Zug, freute sich, mit Hafer labend, dabei auf den Feierabend. Wenn das Pferd die Hafer sticht, wie der Bauer früher spricht, dann war die Ration zu groß, dann war meistens etwas los, dann wechselt der in schnelle Gänge, dann schlug er über alle Stränge. Dann fand der Gaul auch sozusagen allein den Hof, mit seinem Wagen, ohne seinen Bauersmann, der selber einmal laufen kann. So geht es, nach altem Brauch, manchmal mit der Kutsche auch, denn das Kutschpferd, das nicht stand, brauchte eine feste Hand. Mancher Mann, im Reitturnier, besitzt an Pferden drei und vier, von denen aber dieser Mann nicht mal eines reiten kann. Wer reiten kann gewinnt Pokale oder die verchromte Schale und sein Pferd kriegt einen Kranz. Und er holt vom Fuchs den Schwanz, ergreift den mittels seiner Hände, nach der Fuchsjagd im Gelände. Den hat er, will der Spötter wissen, dem Fuchs vom Hinterteil gerissen. Doch der ist gerissen – schlau und kam dabei nicht aus dem Bau, ließ sich nie an solchen Tagen von der Reiterhorde jagen. Beim Reitsport hat ein Pferd oft Schiss vor einem hohen Hindernis, erleichtert sich, lässt Äpfel fallen und zeigt es danach trotzdem allen, ist danach, im hohen Bogen, erleichtert drüber weg geflogen. Mancher Reiter kann auch fliegen und danach auf dem Boden liegen und flog hierbei, nicht gelogen, selber in dem hohen Bogen, wenn das Pferd den Reiter foppt und abrupt am Balken stoppt. Mancher der fällt jedenfalls seinem Pferde um den Hals, bei Vollbremsung und ohne Gurt, wenn er an dem Zügel zurrt. Gut beraten ist der Mann, der fest im Sattel sitzen kann, wenn er in den Sattel steigt und dem Pferd die Sporen zeigt. Ein starkes Pferd, vor seiner Karre, das wird gelenkt mit der Kandare, wenn es, wie es auch geschieht, am Reitplatz seine Kutsche zieht. Bevor ein Mensch sein Pferdchen reitet, wird er im Reiterkurs begleitet. Der Reitlehrer steht in der Mitte und beäugt dann diese Ritte, denn mancher hat sich vorgegaukelt, wobei er auf dem Pferde schaukelt, sein Pferd sei willig und von Adel und er sei ohne Furcht und Tadel. Der Gaul wird später noch geadelt und der Reiter wird getadelt, als der Gaul verkehrt rum ging und er zu schlaff im Sattel hing. Wenn sich mancher Fehler häuft und der Ritt ganz anders läuft, als der Reiter es sich denkt, wobei er an dem Zügel lenkt, dann hat der Reitlehrer befunden: dem Reiter fehlen ein paar Stunden. Wenn man nicht zu springen wagt, ist die Dressur erst angesagt. Das ist dem Pferd sein letzter Wille. Es verweigert die Quadrille, es hebt den Schwanz und denkt paarweise sei der Drill die Pferdescheiße. Ein Hengst will immer alles Gute für so manche Pferdestute, erst recht wenn die den Hengst vermisst und daher ziemlich rossig ist. Der Wallach bleibt jedoch gefasst und hat damit keine Last, bleibt bei Rossigkeit im Bau zuverlässig und getrau. Pferde gibt es, in der Masse, unterschiedlich in der Rasse, darüber lässt sich gar nicht streiten. Ein Belgier ist zu dick zum Reiten. Der Trakehner schreitet gut. Der Araber ist voll im Blut, das Shetlandpony klein gewachsen, der Haflinger für Kutscherachsen, das Islandpony, passgenau, trölt gern in dem Unterbau, vom Pinto, Sattel los im Rücken, spricht der Indianer mit Entzücken. Dagegen hält der Lipizzaner nicht allzu viel von dem Indianer. Der Holsteiner ist gut gewachsen und es kommt aus Niedersachsen der Oldenburger den man nennt. Das Englisch Vollblut das man kennt, kam einstmals über den Kanal und den Berber trifft die Wahl; - und so weiter und so fort beratschlagt man im Pferdesport. H. Feisel

Seniorentanz

Seniorentanz / Dorfgeschichten. Im Dorf wird auch der Tanz gepflegt, zu dem man sich dort hin bewegt. Die Senioren gehen tanzen, doch scheinbar gehen nur Emanzen, denn man sieht hier keinen Mann, der sich mitbewegen kann. Ob kein Mann geduldet ist, ob man Männer dort vermisst, ob sich Männer sozusagen nicht mit dem Konzept vertragen und lieber nicht den Tanz betreiben, das soll zunächst noch offen bleiben. Der Mann ist viel zu ungeschickt, weshalb man keinen hier erblickt, eignet sich nicht fürs Ballett, sondern allenfalls fürs Bett, wenn auch hierbei nur beschränkt und ist viel zu leicht gekränkt, wenn die Frau ihn kritisiert, wenn er schnell die Lust verliert, unter anderem am Tanz. Aus dem Grund bleibt er lieber ganz zu hause, doch er ist ja bloß die Gattin für ein Weilchen los. Die tut im Takt das Tanzbein schwingen. Der werte Gatte der soll singen, freilich lieber nicht allein, - besser im Gesangverein, soll zu seinem Kumpel gehen, soll lieber in die Röhre sehen, soll lieber machen was er will. „Der schläft daheim und ist ganz still, vor dem Fernsehapparat, oder schnarcht schon, in der Tat, und versteht dabei kein Wort, außer bei dem Fußballsport!“ Dort ist er bestens aufgehoben. Wenn er schläft muss man ihn loben, denn wer schläft macht nichts verkehrt, was immer er im Traum begehrt. Zum Tanz kann man ihn nicht gebrauchen. Er tut sich leicht den Fuß verstauchen, ist zu steif und ungeschickt, und allzu gerne umgeknickt; und war danach stets verletzt, wenn die Seniorengruppe hetzt, weshalb er keinen Tanz betreibt und lieber ganz Zuhause bleibt. So sind die Frauen ungestört. Der Ehemann hat nicht gehört, was die Frauen sich berichten, die gerne auf den Mann verzichten. Seniorentänzer sind schon reifer, doch wer nicht tanzt ist noch steifer, weshalb die Gruppe sich bewegt und den Formationstanz pflegt. In diesem Stil und mit Format, schreitet jede Frau zur Tat, die sich ohne ihren Mann völlig frei bewegen kann. Den Übungstanz hat man gewählt. Danach hat man noch was erzählt, von allem was die Frau voll Fleiß über faule Männer weiß. Sitzen Frauen unter sich, ohne Männer um den Tisch, dann reißt so mancher Männerwitz manche Frau von ihrem Sitz. H. Feisel

Gymnastikgruppe/Dorfgeschichten

Gymnastikgruppe / Dorfgeschichten.

Gymnastik treibt die Frauengruppe in einer bunt gemischten Truppe,

blond- und schwarzgelockter Frauen, nebst den so genannten „Grauen“.

Manche ist jedoch brünett und manche findet rötlich nett.

Manche sind in diesem Bund schmal und länglich, kurz und rund.

Sie kommen nicht gern aus dem Takt, sind auch gedrungen und kompakt,

bewegen sich in ihrem Reigen und tun viel Bewegung zeigen.

Frauen sind ja, „Gott sei Dank“, nicht nur immer dünn und schlank,

sondern mollig und auch rund miteinander im Verbund.

Die Frau ist mollig, mittels Pfunden, mit ihresgleichen fest verbunden,

weil sie die gleiche Absicht eint, in der man abzunehmen meint.

In Interessen und gemeinsam fühlt die Frau sich selten einsam.

Gemeinsamkeit der Interessen dreht sich auch ums gute Essen.

Man berät sich in der Kürze über Rezeptur und Würze; -

dann sind die Teller wie geleckt, wenn das gute Essen schmeckt.

Und man muss sich auch beraten, - was die Pfunde still verraten, -

wie man sein Gewicht verliert und die Pfunde abtrainiert.

Viel Gymnastik in der Gruppe schafft die wohlgeformte Puppe,

die sich sehen lassen kann, - hoffentlich beim Ehemann.

Die Frau die ihre Kurven zeigt, zu taktvoller Bewegung neigt,

im Rhythmus und in der Bewegung, kommt in Schwung bei der Begegnung.

Die Frauen sind nicht alle gleich, doch gleichsam ziemlich einfallsreich,

wenn sie am Treffpunkt dazu neigen sich sehr wenig zu verschweigen.

Es treffen sich im allgemeinen Frauen die das gleiche meinen .

Sie reißen sich im gleichen Schritt, im selben Takt, im Rhythmus mit.

Ist die Frau auch rund und klein, so schwingt sie trotzdem gern das Bein

und tut hüpfen und viel springen und dabei die Arme schwingen.

Im Taktgefühl, im Intervall, bleibt die flinke Frau am Ball,

geübt in ihren Sprunggelenken. Im Hüftschwung tut sie sich verrenken

und sie wackelt so und so, hin und her mit ihrem Po,

was die Übung die gelingt aus Erfahrung mit sich bringt.

Der Sprung nach vorn, der Schritt zurück, funktioniert dabei zum Glück.

Ob ein Seitensprung gelingt und irgend einen Vorteil bringt,

versucht man oft, an solchen Plätzen, diskutierend einzuschätzen.

Der Seitensprung wird nicht geübt, sonst wäre mancher Mann betrübt

und wär in Trauer und in Klage nicht mehr dazu in der Lage

das Pogewackel gut zu heißen und tät' sich mit der Gattin beißen. H.Feisel

.

Gesangverein in Not

Gesangverein in Nöten.

Die Männer treten aus und ein, beim Mellnauer Gesangverein

und die Sänger, das scheint klar, werden ganz allmählich rar,

denn die Alten sterben aus. Die Jungen machen sich nichts draus,

angesichts der alten Lieder. Sie hören lieber, immer wieder,

stattdessen Radio FFH und sind nicht zum Singen da.

Wenn sie mal ein Ständchen bringen, dann tun sie auf Englisch singen,

was der durchschnittliche Mann im Gesangverein nicht kann.

Das sind keine Philosophen. Die singen deutsche Liederstrophen,

weil man dort, was leichter geht, den deutschen Text dabei versteht

und Englisch ist, in dieser Form, bei weitem nicht die deutsche Norm.

Darum wird der Gesangverein ganz allmählich etwas klein

und die alten deutschen Sänger singen irgendwann nicht länger.

Manchmal kommt ein junger Mann, der eigentlich nicht singen kann,

weil er nur zu brummen scheint, wie ein alter Sänger meint,

will sich das Singen angewöhnen und verlässt nach ein paar Tönen,

wie könnte es auch anders sein, wieder den Gesangverein.

Die Stimme fehlt und er geht dort schleunigst lieber wieder fort.

Steht einer in der dritten Reih, dann summt er etwas nebenbei,

soweit wie er, dann und wann, den Tönen dabei folgen kann,

sofern er seinen Text noch weiß. Ansonsten übt er schon mit Fleiß.

Der Gesangverein der singt, weil er gern ein Ständchen bringt.

Dazu kommt, zu mancher Zeit, häufig die Gelegenheit,

sich beim Vortrag zu beweisen. Geht der Verein einmal auf Reisen,

dann fährt er zu dem Wettbewerb. Klingt eine Stimme ziemlich derb,

dann muss das Mitglied dazu neigen, möglichst bei dem Lied zu schweigen,

denn sonst gibt es danach Streit, wegen der Verlässlichkeit.

Dann hat das Mitglied keine Zeit, oder Husten, Heiserkeit,

oder es mimt dabei lang hin und wieder den Gesang

und öffnet nur zum Schein, na und, ganz verhalten seinen Mund.

Besser ist es, was sich zeigt, wenn einer manchmal lieber schweigt.

Es wird die Reihe immer lichter und älter werden die Gesichter

und mancher, wie es manchmal ist, steht in der Reihe als Statist,

wenn man den Gesang vernimmt, damit dann noch die Statik stimmt

und die Statistik nicht noch schlicht, mangels Zahl zusammenbricht.

Der Dirigent fällt auch schon aus, denn er liegt im Krankenhaus.

Einer darf sich nicht genieren und muss weiter dirigieren,

mehr oder weniger geschickt, wenn er zu dem Chor hin blickt,

freilich mutig und sehr kühne, bei dem Singen auf der Bühne.

Das Dirigieren bei dem Singen, muss halt irgendwie gelingen.

Singt einer schräg, tut man erröten und der Verein der kommt in Nöten.

H. Feisel

Heimat- und Verkehrsverein

Heimat- und Verkehrsverein / Dorfgeschichten.

Der Heimat- und Verkehrsverein lädt zur Blumenspende ein,

weil auf den Plätzen, wo verfrüht und falsch geplant, so gar nichts blüht,

wie ein jeder hierbei sieht, wenig oder nichts geschieht.

Das Unkraut nimmt dort überhand, wo vorher der Asphalt bestand,

bevor die neue Straße kam die man sich zu Herzen nahm,

die sehr sonderbar verläuft und wo sich mancher Ärger häuft.

Schlangenlinien in der Straße erweisen sich in diesem Maße

so als ob man aufgeregt sich im Zickzackkurs bewegt,

im Schlingerkurs mit viel Promille und mancher traut nicht seiner Brille

die ein Fremder ganz verdutzt vorsichtshalber vorher putzt.

Der Heimat- und Verkehrsverein lädt zum Verkehr im Dörfchen ein,

wo an der Kreuzung, der so tollen, die meisten Autofahrer schmollen.

Mancher fährt als sei er toll und steigert sich in seinem Groll,

wenn er viel am Lenkrad dreht, wenn ohne Kunstgriff kaum was geht

und wenn er mit viel Verdruss, nicht weiß wie er lenken muss,

wenn ein ungeschickter Mann nicht weiß wie er fahren kann.

Man schimpft auf die Bordsteinkante, die mancher ein Absurdum nannte,

wo im Engpass, wie es geht, der Lkw vorm Rätsel steht.

Der Omnibus erweckt kein Neid; - der Busfahrer tut jedem leid.

Der kann hier unmöglich wenden und muss den Versuch beenden,

während er am Lenker dreht und mit dem Rad im Unkraut steht.

Wie gut dass keine Blumen wachsen; die enden unter Autoachsen.

Es fehlt jedoch an dieser Stelle die grade Straße und die Schwelle,

wo manches Auto tiefgelegt sich nur im ersten Gang bewegt.

Der Fremdenverkehr in dem Ort bewegt sich lieber weiter fort,

bewegt sich an dem Dorf vorbei. Dem sind die Kurven einerlei

und die hohe Bordsteinkante, die mancher ein Verhängnis nannte.

Die Felge aus dem Leichtmetall verbiegt sich leicht in diesem Fall,

wenn sie auf die Kante rumpelt, wobei das Auto danach humpelt.

Der Bauer macht oft, ungelogen, im Traktor den speziellen Bogen.

Der Bürgersteig tut überragen, abgestimmt auf Zwillingswagen

und ist befahrbar trotz Geschrei. Der Zweierpack fährt leicht vorbei

und begegnet sozusagen der Konkurrenz im Kinderwagen,

fährt mühelos daran vorbei. Die Zwillinge sind auch dabei.

Wenn Fremdenverkehr wenig bringt und Straßenverkehr schlecht gelingt,

dann muss Geschlechtsverkehr gelingen und Zwillinge ins Dörfchen bringen.

Damit steht der Verkehrsverein im Verkehr nicht so allein

und besteht in diesem Sinn wortgemäß auch weiterhin.

Mancher hat nur abgewehrt und meint im Dorf sei viel verkehrt,

wo man grübelnd sinnt und hockt und ansatzweise viel verbockt.

Ist der Verkehr zwar unbegründet im Verkehrsverein verkündet,

so bleibt dann noch, so soll es sein, die Heimatformel im Verein.

Mancher macht sich seinen Reim auf ein neues Eigenheim,

findet dort den Bauplatz fein, baut sein Häuschen und zieht ein.

Die neue Heimat, die der fand, in dem Dorf, auf seinem Land,

richtet er sich allgemein lieber ganz alleine ein,

unabhängig, nach Belieben und von keinem vorgeschrieben.

Der Heimat- und Verkehrsverein der kann am Dorfplatz tätig sein.

Der kann sich mit der Burg befassen und es bei manchem Plan belassen,

kann am besten ganz verschieden nach und nach viel Pläne schmieden,

die im Konflikt, mit viel Beschwerden, niemals je verwirklicht werden.

Der Heimat- und Verkehrsverein kann nicht ohne Heimat sein,

wenn der Verkehr, um den es geht, dabei schon längst nicht mehr besteht.

Doch die Heimat muss sich lohnen, wo im Heim die Menschen wohnen.

Mancher macht sich seinen Reim und ist am liebsten ganz daheim,

wo ihn keiner mehr betört, wo er nur sich selbst gehört,

wo er aber mit Verdruss die Rechnung noch verkraften muss,

vor der sich wohl ein jeder scheut, wenn er sich auf die Straße freut

die, durch die Phantasie gestaltet, sich im Dorf ganz neu entfaltet,

hoffentlich zum wahren Zweck und nicht als ein Bürgerschreck.

Ein Bachlauf soll geschaffen werden, ohne Wasser, mit Beschwerden.

Der Springbrunnen, wie kann das sein, bleibt ohne Wasser nur zum Schein

was er einmal früher war. Früher war sein Wasser klar

und die Fontäne im Geschehen bunt und sehr schön anzusehen.

Der den Brunnen einst bezahlte, mit dem man früher im Ort prahlte,

der würde sich wohl so gesehen, aus dem Grund in dem Grab umdrehen.

Das Dorf, man kann es nicht verschweigen, tut verkehrt zur Heimat neigen.

Dem Heimat- und Verkehrsverein, so muss es demzufolge sein,

vergeht der allerletzte Mut und nichts im Dorf gelingt mehr gut.

Die Maßnahme muss kläglich enden, stets hat wer was einzuwenden,

was auch immer wer wie sieht, weshalb gar nichts mehr geschieht,

weshalb vieles nur vergammelt und mancher Schuppen bleibt verrammelt.

H. Feisel