Jahrgangstreffen Ergänzung (2.)
Das Schuljahr hat sich mal getroffen. Das gibt zu denken und zu hoffen,
dass sich, im alten Übermut, in der Stimmung etwas tut.
Unvollständig ist die Klasse, mangels ursprünglicher Masse.
Von zehn sind nur noch sechs erschienen. Die sitzen, in gereiften Mienen,
rund herum am Tisch versammelt und haben dummes Zeug gestammelt,
je mehr der Abend, anfangs trist, später fortgeschritten ist.
Zwei sind leider nicht dabei, die bekamen wohl nicht frei.
Die Inge B und die Renate zieht man darum nicht zu Rate,
denn die kommen nicht geschwind, weil sie wohl zu vornehm sind.
Darum sind es sechs statt acht. Zwei haben sich davon gemacht.
Alles muss vorüber geh'n. Zusammen waren es mal zehn.
Der Jahrgang Neunzehnhundertfünfzig ist inzwischen doch vernünftig,
macht man sich beim Treffpunkt klar. Ob das zu erwarten war,
aus der damaligen Sicht, das wusste man vor Jahren nicht,
als man noch in die Schule ging, obwohl man nicht am Schulhaus hingt.
Manch einer tat im Schulhaus leiden. Lässt es sich irgendwie vermeiden,
dass er in die Klasse geht, wo der Lehrer wartend steht,
hat sich einer oft gefragt, der die Ohrfeige beklagt,
die er oft entgegen nimmt, auf den Zeitpunkt abgestimmt,
an dem er diese Schule schwänzt und die Klasse nicht ergänzt.
Man kann nicht darauf verzichten viel von Früher zu berichten.
Manche Themen neu enthüllend, ist das Wissen Abendfüllend.
Es dreht sich erstens um den Lehrer und etwas später um Verehrer,
die alle Weiber, an viel Stätten, ziemlich frühreif gerne hätten.
Er beißt nicht an, die alte Lusche, und jemand kriegt die kalte Dusche.
Der Lehrer und die Lehrerin sind thematisch ohnehin
eigentlich kein Thema mehr; doch damals vielleicht um so mehr,
als schon mal der Lehrer grollt. Der hat auch Themen aufgerollt,
die nicht immer jedem passen und mancher tut die Schule hassen
und ist mitunter fern geblieben, und hat kein Diktat geschrieben.
Der Schuljahrgang hat sich getroffen und noch ist die Entwicklung offen,
die es abzuwarten gilt. Das Gretchen äußert sich und schilt
auf den werten Ehemann, der nur das Haus versauen kann.
Der wird aktiv, als er das muss, angesichts vom schwarzen Russ.
und hat die Wand neu tapeziert. Der Staubbeutel ist explodiert,
als der Sauger, das wird klar, aktiv saugend tätig war,
am Kamin, am Ofenrohr. Das kommt dem Gretchen nun zu Ohr
und das ist danach sehr bitter und entlädt sich im Gewitter.
Der Ehemann hat zu der Zeit in das Höfchen beigefreit
und ist danach ein Gefreiter. Nicht selten auch ein Blitzableiter.
Das Gretchen ist der Hauptfeldwebel und sitzt an dem langen Hebel,
zählt daheim sehr gern das Geld und schickt den armen Mann ins Feld.
Die Grundausbildung ist vorbei und der Heinz ist nicht mehr frei.
Die Inge G hat sozusagen die Argumente vorgetragen,
die für die frühe Rente sprechen und ist schwer zu unterbrechen,
in ihrem Vortrag, den sie hält, bezüglich dem was ihr gefällt.
Ihr gefällt nun die Pension, nach jahrelangem Arbeitslohn,
wie sie die Gehälter nennt. Wenn der Beamte Arbeit kennt,
dann tut er sich am Schreibtisch quälen, tut man sich im Amt erzählen,
was mancher Mensch, wenn überhaupt, nur in Maßen gerne glaubt.
Die Inge sieht das, im Gesamten, aus dem Status des Beamten
und will sich nun nicht mehr beklagen. Die Pension ist sozusagen
ihr so genanntes Gnadenbrot. Sie wirkt bei weitem nicht halb tot
und ist nicht auf den Mund gefallen und das demonstriert sie allen,
die dabei, genau genommen, kaum einmal zu Worte kommen.
Es hat die Inge nun viel Zeit. Das wäre die Gelegenheit,
im der Kommune, so gesehen, in die Politik zu gehen.
Die Hannelore ist zumeist, stark engagiert, was sie beweist,
in der Gesellschaft nebentätig. Nicht immer ist sie dabei gnädig,
gegenüber manchen Fakten, den geplanten und vertrackten.
Als so genannter Aktivist, wird sie bei Grean pace noch vermisst.
Was nicht ist das kann auf Erden auch noch zum grauen Panther werden,
der mit Krallen gut vertraut, mit Prankenschlägen um sich haut.
Die Weiber sind ja nicht komplett. Zwei liegen sicher längst im Bett,
zur fortgeschritten späten Stunde, in nunmehr der Sechserrunde.
Der Kurt hat dabei angenommen, man wäre nie zu Wort gekommen,
wären die dieselben, diese zwei, ziemlich lautstark auch dabei.
Es sind die Männer in der Runde anteilig mit drei im Bunde,
trotzdem viel zu kurz gekommen, denn die sind genau genommen,
in ihren Stimmen, ohne Wahl, trotzdem in der Unterzahl.
Weil sie nicht viel zu sagen haben, tun sie sich an der Mahlzeit laben.
Der Herbert schweigt dabei am besten. Der Heinrich will das Essen testen,
angesichts der neuen Küche und er wittert die Gerüche,
die wohl aus der Küche dringen. Er lässt sich gern ein Schnitzel bringen,
von der Bedienung, die ist jung und ist daher noch gut in Schwung.
Der Kurt isst den Seniorenteller und ist dabei auch nicht schneller,
als der Heinrich an dem Schnitzel. Der Herbert sitzt im Nervenkitzel
und er hört den Weibern zu. Daheim da hat er wieder Ruh.
Der Abend wird nicht ganz so teuer; der Herbert lebt von Kirchensteuer.
Zwei ganze Kerle sind am kauen, um die Mahlzeit zu verdauen.
Es hat jeder was im Munde. Die Weiber schwätzen in der Runde
und können wohl, in dem Gestalten, den vollen Mund nur selten halten. H. Feisel
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