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Kult-Ur-kritische Texte.

Winden Erfinden / Urmensch.

Winden – Erfinden.

Ist der Urmensch erst geboren, dann hat er auch zum Teil gefroren;

und dann hat er auch erhitzt manches mal dabei geschwitzt,

in dem urweltlichen Streben, lebendig weiter fortzuleben,

im so genannten Lebenslauf. Danach nimmt er viel in Kauf,

denn er muss sich sozusagen weiter durch das Leben schlagen.

Windeln sind dem Urmensch fremd und die Hose und das Hemd

hat der Urmensch nicht gekannt, denn er ist anfangs nackt gerannt,

zum Zwecke seines Überlebens. Nicht immer ist es ganz vergebens,

wenn er sich zu dem Weibchen beugt, denn manchmal wird ein Kind gezeugt.

Soll die Fortpflanzung gelingen, muss die Paarung etwas bringen.

Der Urmenschsäugling muss sich winden und sich an die Mutter binden,

im Erfinden und Ertasten, seinem Elternteil zu Lasten,

das den Säugling, bis zum Schluss, lange mit sich schleppen muss.

Das ist mitunter, das ist wahr, bei viel Angst, in viel Gefahr,

der erste Überlebenstest und die Mutter ist gestresst.

So wächst der Urmensch, im Verlauf, in allerlei von Ängsten auf.

Zum Zwecke seines Überlebens sind die Ängste nicht vergebens,

denn die Angst hat ihn belehrt, indem sie immer wieder kehrt,

er bräuchte selber den Entschluss, dass er was erfinden muss,

damit die Angst, die oft besteht, irgendwie zu zähmen geht.

Das versucht er in viel Stunden. Er hat viel Ängste überwunden

und schließlich fühlt er hinterher seine Ängste gar nicht mehr,

denn er hat sich daran gewöhnt und ist mit der Gefahr versöhnt.

Er nimmt das Leben wie es ist, als er seine Angst vergisst

sich entsprechend klarzumachen, in Verbindung mit viel Sachen,

die ihn allzu oft bedrängen. Doch tut er noch am Leben hängen.

Er nimmt die Angst nicht mehr für voll und findet die Gefahren toll,

denen er, mehr laut als still, im Kriegsgeschrei begegnen will.

Daraus entsteht der große Krieger, als ein Held und als ein Sieger,

der immer wieder, ganz erneut, jede Niederlage scheut.

Er schlägt gerne, immer wieder, alle seine Gegner nieder,

denn es bedrohen viele Feinde die urzeitliche Urgemeinde.

Denen muss der Kriegsheld wehren. Die Weiber tun sie auch begehren,

nebst der Beute, in viel Sachen, die sie allzu gerne machen.

Darum tut er das Beil erfinden, damit sich die vor Schmerzen winden,

denn er muss ja sozusagen denen auf die Köpfe schlagen.

Der Feind der imitiert das sehr. Darum erfindet er den Speer,

denn dadurch bleibt der Gegner ganz zunächst einmal auf der Distanz.

Frühzeitig zur Ruh gesetzt, ist der Krieger tief verletzt

und er muss sich überwinden, um im Tod sein Glück zu finden.

H. Feisel

Winden Befinden / Urmensch.

Winden im Befinden.

Wer muss die Ängste nieder kämpfen, manchmal auch in Schmerz und Krämpfen,

ohne Rücksicht auf Verlust, in dem urzeitlichen Frust?

Das kann nur, mit sich allein, der Urmensch in der Urzeit sein,

der lieber in Begleitung wär. Ihm hilft kein Staat, kein Militär,

und auch keine Polizei. Ein Priester ist noch nicht dabei

und kein Psychiater der ihn quält. Die Nerven hat er selbst gestählt,

in unzähligen Selbstversuchen und manchmal lernt er schon das Fluchen.

Die Angst tut er von selber finden. Dazu muss er sich überwinden,

denn er muss ja allgemein stärker als die Ängste sein,

die ihn laufend stark bedrängen und schwer auf seinen Schultern hängen.

Manchmal ist er flink und rege. Er malträtiert die Atemwege,

wenn er ziemlich ausgepumpt, halb zerfetzt und fast zerlumpt,

vielleicht sehr schnell ums Leben rennt, wenn er einen Fluchtweg kennt.

Wenn er mit Panik, im Affekt, nicht viel Heldentum bezweckt

und nur noch viel am rennen bleibt, wo es ihn zum Fluchtweg treibt,

hat er, zerknirscht und arg zerschunden, wenn möglich ein Versteck gefunden.

Er muss sich häufig überwinden, um die Strategie zu finden,

in der er, vielleicht irgendwann, besser überleben kann.

Dazu braucht er die Selbsterfahrung, hoffentlich in der Bewahrung,

seines noch sehr kurzen Lebens, sonst wär die Strategie vergebens.

Die Erfahrung muss er suchen, oftmals unter lautem Fluchen,

damit in das, was er erfährt, solange die Erfahrung währt,

seine Strategie einfließt, die er in sich selbst erschließt,

aus allerlei Gedankengängen, die ihn ab und zu bedrängen.

So dreht der Urmensch seine Runden und er hat sich überwunden,

in mancher nicht sehr leichten Übung, bei auch allerhand Betrübung,

in relativer Überwindung, innerhalb der Selbst – Erfindung

Der Urmensch hat dabei entdeckt, dass die Erfindung in ihm steckt

und er hat, in vielen Stunden, sein Ego in sich selbst gefunden.

Sein Ego muss er erst entdecken. Das tut sich in der Angst verstecken.

Das war im Ursprung nicht sehr groß, sondern schwach und nackend bloß

nur ein ganz abstraktes Ding, an dem er trotzdem nervlich hing,

in allen seinen Heldentaten, wie am dünnen seidnen Faden.

Die Nerven kommen ihm abhanden, hat er sich oft eingestanden.

Er tut dem Nervenbündel gleichen. Um starke Nerven zu erreichen,

zum Zwecke seiner Sicherheit, in der urtümlichen Zeit,

muss er vielleicht noch mehr bezwecken und die Strategie entdecken,

die hoffentlich in seiner List irgendwie zu finden ist.

Er muss sich immer wieder winden, zum Zwecke von dem Wohlbefinden,

das er braucht in seinem Streben, um irgendwann in Ruh zu leben.

H. Feisel

Selbstsicher / Urmensch.

Selbstsicher / Urmenschliches.

Die Weiber machen viel Gekicher. Der Urmensch ist sich nicht ganz sicher,

ob ihm das Gekicher gilt, als ihn laut der Häuptling schilt,

der ihm, eher laut als still, damit etwas sagen will.

Der Urmensch ist noch jung an Jahren und nicht allzu sehr erfahren

und hat einen Bock geschossen, denn er traf den Jagdgenossen

ganz gezielt ins Hinterteil, aus Versehen nur und weil

er eigentlich nur etwas schielte, als er auf den Springbock zielte,

den alten wilden Ziegenbock. Die Jagd die führte zu dem Schock,

den der Kumpel, etwas lahm, samt Pfeil, mit sich nach Hause nahm.

Übers Jagdglück lässt sich streiten, auch in urtümlichen Zeiten.

Der Medizinmann muss herbei und trotz dem ziemlich jähen Schrei

zieht der heftig an dem Pfeil. Vorher versteckt er dieses Beil,

das der Urmensch bei sich trägt, damit ihn dieser nicht erschlägt.

Die Wunde muss, trotz viel Beschwerden, auch noch nachbehandelt werden,

im „Ur o logischen“ Gestalten. Der Patient tut sich verhalten,

als wenn ihn die Tarantel sticht, denn ruhig liegen tut er nicht.

Die Wunde muss behandelt sein, sonst geht vielleicht der Urmensch ein,

was man jedoch vermeiden will. Der Schamane legt ihn still,

mit einer Droge aus dem Kraut, bevor er in die Wunde schaut.

Die klafft an dem Hinterteil und ist lange noch nicht heil.

Der Patient wird nun bewegt und hierbei auf den Bauch gelegt,

in einem etwas schrägen Winkel. Etwas Spucke und auch Pinkel'

soll die Wunde keimfrei machen. Der Schamane holt noch Sachen

die er gut verwenden kann und vielleicht tut, irgendwann,

im heilprozesslichen Geschehen, der Urmensch wieder aufrecht stehen.

Sitzen kann er vorerst nicht, wie der Medizinmann spricht,

unverständlich im Latein, denn manches will verstanden sein,

in dem urweltlichen Sprechen. Die Zunge muss man sich zerbrechen,

wenn man die Laute, nicht zu still, zu verstehen geben will.

Das Verständnis fällt oft schwer. Wo nimmt man neue Worte her?

Der Medizinmann ist ein Meister, im Beschwören vieler Geister,

die ihm vielleicht helfen können, wenn sie das dem Verletzten gönnen

und demselben helfen wollen. Vielleicht tun sie auch nur grollen.

Der Schamane tut was brummen und die Weiber tun verstummen,

die sich allmählich Sorgen machen. Die meisten hört man nicht mehr lachen,

die sich, mindesten bis morgen, um den beliebten Jäger sorgen.

Der Jäger ist ein wilder Treiber und es treibt ihn zu viel Weiber,

soweit er viele kennen lernt und danach sein eigen nennt.

Doch heute muss man sich gedulden. Der Halbstarke tat das verschulden,

der nicht den maskulinen Mann vom Springbock unterscheiden kann.

H. Feisel

Risiko / Urmensch.

Risiko.

Der Urmensch hat sehr viel verkraftet. Im Risiko, das an ihm haftet,

hat er sich schon mal verletzt, wenn er durch das Gelände hetzt.

Manchmal rennt er, wie im Wahn, vorm Tiger mit dem Säbelzahn,

wie im Wettlauf um sein Leben und er muss sein Bestes geben,

um dem Urvieh zu entkommen. Er hat einen Baum erklommen,

den er vielleicht, irgendwann, wieder bald verlassen kann,

wenn das Untier sich verzieht. Solang der Urmensch aber flieht

und als urwüchsiger Mann, der Chance halber, fliehen kann,

ist er, in dem Risiko, in dem er immer wieder floh,

immerhin, in dem Bestreben, zunächst weiterhin am leben.

Riskant ist all der Lebenswandel, in dem ursprünglichen Handel,

solang der urmenschliche Mann sehr sprunghaft reagieren kann

und sich mit einem Ursprung rettet. Sind die Maßnahmen verkettet,

in der Kettenreaktion, dann ahnt der Urmensch leider schon,

dass er, wenn er das nicht vergisst, das schwächste Glied der Kette ist.

Das Risiko, das wird ihm klar, ist ziemlich unberechenbar

und darum sucht er den Beweis, im engeren Kollegenkreis,

dass die Gemeinschaft etwas nützt, wenn er sich auf die Kumpels stützt.

In der Gemeinschaft ist er stärker. Das Risiko ist noch viel ärger,

wenn er alleine spähen geht und einsam in der Landschaft steht.

Das Risiko, bei wilden Tieren, ist nur schwer zu kalkulieren,

weshalb er lieber drauf besteht, dass er nicht ganz alleine geht,

angesichts von viel Gefahr. Der Urmensch meint es sei wohl wahr,

dass Rückendeckung viel verhindert und das Risiko vermindert.

Dann erkennt er irgendwie die Überlebensstrategie,

denn er hat in sich entdeckt, dass irgend etwas in ihm steckt,

mit dem ihm vielleicht mehr gelingt. Die Idee, die manches bringt,

die macht ihn im Einfall gleich, zu seinem Glück, erfindungsreich.

Nun kann der Urmensch viel erfinden und Risiken mit unterbinden.

Das Risiko, in dem Gestalten, kann er nun in Grenzen halten.

Das Risiko wird dadurch bloß für die Natur dabei zu groß,

denn es bleibt danach nichts beim alten. Es tut der Urmensch, im Verhalten,

das Risiko in den Recherchen, wie er meint, mit List beherrschen.

Der Urmensch wird zum Risiko, vor dem nunmehr ebenso

die ganze Fauna im Verdruss, allmählich weiter weichen muss.

Im Ur Kult hat er einst begonnen, die Kult Ur daraus gewonnen

und das Risiko vermindert, was ihn aber nicht dran hindert,

der Natur nun sozusagen das Risiko zu übertragen.

Diese war für ihn riskant. Das hat er Risiko genannt.

Der Mensch ist letztlich nunmehr so für die Natur ein Risiko.

H. Feisel

Lebenslauf / Urmensch.

Lebenslauf / Urmenschliches.

Wer wächst, in seinem Lebenslauf, ohne eine Schule auf

und weiß nichts vom Einmaleins? Worte lesen kann er keins

und er schafft kein Abitur, innerhalb von der Natur,

in der er sich befinden muss. Der Urmensch fasst nicht den Beschluss,

dass er in die Schule geht, weil kein Lehrer drauf besteht,

dass er in der Schule lernt. Der Urmensch hat noch nicht entfernt

an die Schule je gedacht und Hausaufgaben nie gemacht,

denn es hat, in seinem Leben, erstens noch kein Haus gegeben

und zweitens liegt ihm auch noch gern derartig die Begabung fern,

die Aufgaben, in dem Geschehen, vielfältig im Kopf zu sehen.

Darum muss er, auf Betreiben, keinen Lebenslauf beschreiben

und in der Urzeit braucht er hier weder Schreibstift noch Papier.

Der Lebenslauf bleibt unbeschrieben und darum kann er, nach Belieben,

ohne Stressviel sitzen bleiben, ohne Lesen, ohne Schreiben.

Er kann hingegen Fährten lesen. Im Naturell, in seinem Wesen,

bleibt er, in der speziellen Sicht, in seiner Weltanschauung schlicht,

denn er schaut ja immer nur auf den Rhythmus der Natur.

Er sieht, bei der Gelegenheit, den Wechsel in der Jahreszeit

und er weiß, bei Tag und Nacht, was er notgedrungen macht

und in der Not notwendig tut, ohne sehr viel Übermut.

Die Geburt ist, so gesehen, zwar im Lebenslauf geschehen,

doch schreibt man sicher, im Verlauf, Tag und Monat gar nicht auf

und auch keine Jahreszahl. Er hackt vielleicht am Totempfahl,

um sich einen Gott zu machen. Der Ur-Kult ist, in vielen Sachen,

schon mit der Kult-Ur verwandt und mit dem gewissen Stand,

indem er sich ein Standbild schafft. Von dem erhofft er sich die Kraft,

die hoffnungslos abhanden bleibt, wenn er „Nichts“ im Sinn betreibt.

Der Urmensch kann, auf weiten Strecken, im Lebenslauf nicht viel bezwecken,

wenn sich all sein Unglück häuft und wenn er um sein Leben läuft.

Er ist im Lebenslauf bestrebt, dass er laufend überlebt.

Der Lebenslauf bringt ihm das Weib und damit auch den Zeitvertreib,

mittels Weib und Kindersegen. Er muss sich nun noch mehr bewegen,

in vieler Hinsicht, wie es scheint, wie er ab dem Zeitpunkt meint.

Langeweile, aus der Sicht, kennt man beim Kinderkriegen nicht.

Dieselben müssen dann, auf Erden, mit irgendwas gefüttert werden.

Das ist die urmenschliche Pflicht. Die faule Haut die nützt da nicht,

angesichts vom Kindersegen. Der Urmensch muss sich viel bewegen,

um den Nachwuchs, heut und morgen, mit Lebensmitteln zu versorgen.

Der Lebenslauf geschieht alltäglich und er endet einmal kläglich,

wenn der Urmensch „Nichts“ beschreibt und nicht mehr am leben bleibt.

H. Feisel

Wildheit.

Wildheit.

Die Wildheit ist noch weit verbreitet, was ein Wilder gern bestreitet,

wenn er wild geworden tobt und eigens seine Wildheit lobt,

in der er sich, noch dann und wann, wie losgelassen zeigen kann.

Der Wilde ist nicht ausgestorben. Die Wildheit hat schon viel verdorben,

in der fortschrittlichen Welt, das sei einmal unterstellt,

denn der Wilde lebt noch immer und hat keinen blassen Schimmer,

was er tun und lassen muss. Der Wilde kommt zu dem Entschluss,

dass er viel zerstören will. Das verschweigt er aber still,

in seinem rückständigen Hirn. Es will der Wilde mit der Stirn

manchmal wie durch eine Wand, wenn ihm was im Wege stand.

Der wilde Mensch, in seinem Grolle, verliert dabei nun die Kontrolle,

innerhalb von seinem Hirn. Das sieht man schon an seiner Stirn,

die er in tiefe Falten zieht, bevor dann vielleicht mehr geschieht.

Er ist nun, in dem Format, ungezügelt in der Tat

und ist völlig aus dem Häuschen und nicht so still wie ein Mäuschen.

Er kann sich nicht mehr kontrollieren und tut den Verstand verlieren,

bedingt durch seine große Rage. Er denkt auch nicht an die Blamage

und kommt wütend in dem Maße, ziemlich heftig in Ekstase.

Er wird wild, wie man so sagt, wenn ein mancher sich beklagt,

dass er wild geworden ist und dabei die Vernunft vergisst.

Ungezügelt tobt er hier, wie ein ungezähmtes Tier,

in Panik und im Übermut. Das tut selten einmal gut.

Steht ein Wilder an der Spitze, dann macht keiner seine Witze,

jedenfalls nicht allzu laut, weil der schlägt und um sich haut.

Die Wilden nehmen auch im Nu immer wieder einmal zu.

Sie vermehren sich im Trieb. Das ist letztlich keinem lieb,

weil die Wildheit, irgendwann, immer wieder schaden kann.

Die Geschichte kennt die Wilden, die sich ungenügend bilden

und missgebildet Blödsinn nennen, wenn sie sich dazu bekennen,

dass die Dummheit ungeniert, das ganze Land kaputt regiert.

Die Wilden waren einstmals nackt und dann in Uniform verpackt

und entsprechend ganz enorm in der braunen Uniform.

Es stehen Wilde im Verlauf immer wieder einmal auf

um den Exzess zu demonstrieren, schlimmer als bei wilden Tieren.

Die Wilden werden wild gemacht. Das hat das Medium gebracht,

das im Ungeist wie verflucht, die dummen Hirne ständig sucht.

Die dümmsten Hirne, dem zum Dank, werden dabei ziemlich krank

und toben sich, bis zum Garaus, in ihrer Wildheit weiter aus.

Die Wildheit macht Vernunft kaputt. Nach viel Zerstörung bleibt der Schutt

und der Müll in der Geschichte. Der Verstand der wird zunichte.

H. Feisel

Angetrieben/Urmensch.

Angetrieben.

Wo ist die Sonne nur geblieben, wer hat das gute Licht vertrieben,

scheint der Urmensch still zu denken; und er tut seine Schritte lenken,

durch den grauen Nebelschleier, vorbei an einem kleinen Weiher.

Sein Weib hat ihm was aufgetragen, wie so oft an vielen Tagen.

Er wird häufig angetrieben, von dem guten Weib, dem lieben.

So tappt er durch die Nebelschwaden. Er hat sich etwas aufgeladen,

das auf seinen Schultern drückt, denn ihm ist ein Fang geglückt.

Die Wildziege, auf seinem Rücken, tut ihm auf die Schultern drücken.

Zwar ist die Ziege etwas alt und darum um so leichter kalt,

wenn sie sich nicht mehr bewegt, doch er hat sie leicht erlegt.

Dieselbe war, so tut es scheinen, nicht flink genug auf ihren Beinen

und sie war ein leichter Fang. Daran kaut man sicher lang.

Der Urmensch klettert seine Wege, anfangs noch recht schnell und rege,

denn er fühlt sich angetrieben. Sein Kumpel ist zurück geblieben.

Ist irgend etwas, so glaubt er, hinter seiner Beute her?

Sein Antrieb ist daher recht groß. Sein Kumpel ist mehr antriebslos.

Er ist noch halbwegs ausgeruht. Viel Bewegung tut ihm gut,

hat zu ihm sein Weib gesagt, die bei wenig Nahrung klagt.

Doch die Ziege, auf dem Rücken, tut ihn immer tiefer drücken

und aufrecht geht er längst nicht mehr, denn die Ziege ist zu schwer.

Die Beute will er sozusagen, wenn möglich, bis nach Hause tragen,

damit die Sippschaft, irgendwann, feste daran kauen kann,

an dem etwas zähen Tier, auf seiner rechten Schulter hier.

Die Ziege wechselt hin und her. Die rechte Schulter quält ihn sehr,

er muss sie auf der linken tragen. Doch er will sich nicht beklagen

und schleppt das Tier aus freien Stücken. Die baumelt hin und her am Rücken.

Es müssen urweltliche Deppen dazu noch die Geräte schleppen,

hat er still bei gedacht, als er sich auf den Heimweg macht.

Leider ist er ganz allein. Sein Kumpel kann nicht bei ihm sein,

der seine Vorsicht ganz vergaß und den ein großes Raubtier fraß.

Darum blieb er wohl ein Stück ziemlich antriebslos zurück,

was ihn jedoch animiert, dass er den Antrieb nicht verliert.

Die Ziege liegt auf seinem Rücken und er muss sich tiefer bücken,

denn die wird zu einer Last. Zuhause ist er ja schon fast.

Er schreitet ohne Rast und Ruh und die Last nimmt weiter zu.

Schließlich ist die Schwäche groß und er ist beinah antriebslos.

Doch er will, auf sein Betreiben, ein Jäger und ein Sammler bleiben.

Irgendwann, das weiß er nicht, aus der damaligen Sicht,

ist er einmal viel gescheiter. Die Antriebskraft die schwindet weiter,

doch irgendwann läuft, sozusagen, der Antrieb vom Geländewagen.

H. Feisel

Lebenslauf/Urmensch.

Lebenslauf.

Die Sonne geht im Osten auf und der Tag nimmt seinen Lauf.

Es ist der Urmensch, nach der Nacht, am frühen Morgen aufgewacht.

Er gähnt und fühlt sich kerngesund. Die Hand hält er nicht vor den Mund,

weil er diesen Brauch vermisst, weil das noch nicht üblich ist.

Er gähnt mit ziemlich weitem Rachen. Das würde manchen ängstlich machen,

doch manche kultivierten Leute leben erst danach und heute

hält sich jeder schnell im Nu beim gähnen seine Zähne zu.

Der Urmensch aber zeigt beim gähnen sich mit sonderbaren Zähnen.

Die sind manchmal furchterregend. Seine Zähne selten pflegend,

das muss man vielleicht erwähnen, hat er Haare auf den Zähnen,

nachdem er in die Beute beißt und mit den Zähnen Stücke reißt.

Der Weckdienst reißt ihn aus dem Schlaf, denn es blökt ein wildes Schaf

und die Affen, die nicht weichen, tun laut in den Bäumen kreischen.

Nun ist er also morgens wach. Die Dämmerung beginnt im Krach,

den auch viel Vögel dabei machen. Er hantiert an seinen Sachen,

weil ihn nun, im nächsten Akt, frühmorgens schon der Jagdtrieb packt.

Waschen muss er sich wohl nicht, aus seiner ganz speziellen Sicht,

wie er seinen Tag beginnt, der danach noch schnell zerrinnt.

Es gibt kein Frühstück, kein Kaffee, doch das tut ihm auch nicht weh,

weil er das sowieso nicht kennt und lieber in das Dickicht rennt.

Das zählt zu seinem Lebenslauf. Die Arbeit nimmt er mit in Kauf,

die ihm die Jagd im Leben macht, manchmal beinah bis zur Nacht.

Sein Weib das hat ihn fortgeschickt, weil sie, als sie zum Grillplatz blickt,

dort keinerlei von Grillfleisch sieht, weshalb er nun von dannen zieht.

Sein Wolfshund läuft ihm hinterher. Mit sich führt er seinen Speer,

nebst der Keule und dem Beil. Was ihm noch fehlt das ist ein Pfeil,

denn Pfeil und Bogen kennt er schlicht, zu diesem Zeitpunkt, längst noch nicht.

Heute kann man alles kaufen, doch er läuft und ist am laufen,

trotz Lebensmittelüberschuss, während er bedenken muss,

was er wirklich brauchen kann. Es dauert noch und irgendwann

scheint ihm das Jagdglück hold zu sein, denn er erlegt ein junges Schwein.

Daheim kann man die Sau verdrücken. Die Sau ist tot, er will sich bücken.

Er tut irgend etwas murren und hört hinter sich ein Knurren,

als sein Wolfshund sich verdrückt, als er sich zu dem Schweinchen bückt.

Er meint dass irgend etwas wär und sieht danach den Riesenbär.

Erst ist er ziemlich hart geschockt, als er so halb am Boden hockt.

Doch die Flucht ist ihm gelungen. Wie der Blitz ist er gesprungen

und dann tut er ums Leben laufen. Der Bär tut zu der Wildsau laufen.

So ist das mit dem Lebenslauf. Der Urmensch gibt das Schwein nun auf.

Darum hat er Schwein gehabt, meint er als er weiter trabt. H. Feisel

Intellekt/Urmensch.

Intellekt / Urmenschliches.

Der Urmensch gibt sich noch bescheiden und kann den Intellekt vermeiden,

der vielleicht noch unentdeckt ansatzweise in ihm steckt.

Das Denkvermögen liegt ihm fern und schlummert noch ganz tief im Kern

und die Erkenntnis, die geschieht, ergibt sich in dem was er sieht.

Er sieht jedoch nur mit den Augen. Aus seiner Sicht kann es nichts taugen,

innerhalb von dem Geschehen „Alles“ in dem Sinn zu sehen,

weshalb ihm der verborgen bleibt, in allem was er so betreibt,

vielleicht sein ganzes Leben lang. Er richtet sich, gebückt im Gang,

ganz allmählich im Verlauf zunehmend gerade auf.

Danach will er, so gesehen, aufrecht durch das Leben gehen.

Als er auf allen Vieren kroch suchte er sich oft ein Loch,

die Deckung suchend, in der Not. Er ist solange noch nicht tot,

wie er sich noch irgendwann, in seiner Angst, verkriechen kann.

Er hat, mangels Intellekt, zu dieser Zeit nicht viel bezweckt,

konnte auch nicht viel bezwecken, konnte sich oft nur verstecken,

musste, um zu überleben, im Schutzbedürfnis danach streben,

sich, wenn möglich, nicht zu zeigen. In seiner Schwäche muss er schweigen,

zurückgezogen und ganz still, weil er überleben will.

Im tiefen Schweigen und Verharren tat er wie im Schock erstarren,

war wie gelähmt und regungslos und sein Schrecken der war groß.

Er tut sich allzu oft erschrecken und muss sich im Gestrüpp verstecken

und allzu oft ist er erstarrt, wenn er regungslos verharrt,

um keinen Laut von sich zu geben, denn er will ja überleben.

Er tut, im häufig tiefen Schweigen, in aller Stille dazu neigen,

bewegungslos in den Gelenken, in dieser Weise was zu denken.

Sein Denken ist zwar sehr bescheiden und ohne Hilfe muss er leiden,

doch als der Denkprozess begann, in dem er weiter denken kann,

ist er sichtlich unbestritten in der Entwicklung fortgeschritten.

Er richtet sich im Lebenslauf, aus diesem Grund, allmählich auf,

denn er hat wohl nachgedacht, wie er sich denn stärker macht.

Die Stärke, die im Denken steckt, nennt er noch nicht Intellekt,

aber er hat sich bewiesen, der Sinn in sich sei zu erschließen.

Es ist der Zwang der harten Zeit, in zwingender Notwendigkeit,

der manch einen zum Denken treibt, der dann nicht auf der Strecke bleibt,

sondern irgendwann vielleicht, ein hoch gestecktes Ziel erreicht.

Der Sinn der sinnt noch nie vergebens, im hoch gesteckten Ziel des Lebens.

Die Entwicklung hat erreicht dass „Alles“ einem Ziellauf gleicht

und es ist das Ziel des Lebens insgeheim auch nicht vergebens

in dem Raum ganz hochgesteckt. Das „Nichts“ das hat den Intellekt

jedoch um den Sinn betrogen und in den Bann der Zeit gezogen.

Die Ewigkeit stellt sozusagen den Urmensch vor zu schwere Fragen!“ H. Feisel

Ein Fluss.

Ein Fluss.

Ein Fluss tut durch die Landschaft fließen. Ein Urmensch der tut dort beschließen,

und er macht sich vorher schlau, in der fruchtbar grünen Au,

sein Leben hiermit zu verbinden. Damit tut er die Heimat finden,

wo er vielleicht, irgendwann, einmal später sterben kann,

nach Möglichkeit in Ruh und Frieden. Bisher hat er es vermieden

sich mit Feinden anzulegen und er meint es sei ein Segen,

wenn er, als friedfertiger Mann, im Tal hier Fische fangen kann

und sich von Kraut und Früchten nährt, solange wie der Frieden währt,

wenn möglich mit der Nachbarsippe. Auch fängt er sich hier eine Hippe,

die eine wilde Ziege ist, in einer Grube, durch die List,

die er sich schon, irgendwann, früher in dem Kopf ersann.

Der Einfluss kommt schon mit der Zeit. Die Ziegenmilch macht ihn gescheit.

Die Ziege wird allmählich zahm und im späten Alter lahm,

wobei die Ziege, wie es geht, am Ende nur noch trocken steht.

Doch hat die Ziege sich vermehrt, beim Bock, von dem sie wiederkehrt.

Der Urmensch aber wird so gleich durch die Erfindung einflussreich.

Ein Fluss dient darum seinen Zwecken. Den Wohlstand kann er auch entdecken

und er ist, in dem Geschehen, bei allen ziemlich angesehen,

die durch seinen Einfluss lernen, die sich nicht vom Fluss entfernen

und sich nicht mehr entfernen lassen, um hier weiter Fuß zu fassen.

Es vermehrt sich nun der Clan. Die Nachbarsippe schließt sich an,

mit der man zunehmend verkehrt. Die fremden Weiber sind begehrt,

denn die mag man auch gern leiden. Die Innzucht lässt sich dann vermeiden.

Und man hat schon längst entdeckt dass Übles in der Innzucht steckt.

Ein Fluss, hat wohl dazu geführt, dass der Einfluss dem gebührt,

der eine Menge bieten kann, als ein einflussreicher Mann.

Der Einfluss ist in diesem Sinn für alle jene ein Gewinn,

die durch den Einfluss davon zehren, wenn sie einen Fluss begehren,

als so genannten Lebensraum. Man kennt den nächsten Fluss noch kaum,

während mancher langsam sieht, dass er besser weiter zieht,

angesichts von viel Gedränge. Es zieht der Fluss sich in die Länge,

doch irgendwann hat man beschlossen, bedingt durch viele Weggenossen,

dass man wohl laut dem Beschluss einen Einfluss nehmen muss,

auf das zögernde Verhalten. Die Gruppe wächst, sie muss sich spalten.

Diesmal sucht man, weil man muss, zielstrebig nach einem Fluss.

Ein Fluss ist irgendwo in Sicht und der Einfluss der zerbricht.

Der alte Einfluss setzt voraus es läuft aus Gegenteil hinaus

und die Clique dreht sich drum, im Gegeneinfluss schleunigst um

und wendet wieder, im Entschluss, zum altbekannten einen Fluss.

Dort zieht sich danach, im Gedränge, der Frieden nicht mehr in die Länge.

Die Gruppe die den Krieg verliert ist beizeiten dezimiert,

in der Fehde die geschieht, weshalb der Rest im Einfluss flieht. H. Feisel