Blog powered by TypePad

Letzte Kommentare

http://heinrichfeisel.typepad.com/Nachdenkliches

Kult-Ur-kritische Texte.

Stechmücke.

Stechmücke.

Das Klima ist mitunter schwül und der Mensch macht, im Kalkül,

seine Fensterläden auf und dem folgt, in dem Verlauf,

in dem Zimmer, irgendwann, dass er das Fenster öffnen kann,

weil er ein frisches Windchen will. Die Stechmücken die schleichen still

und heimlich durch den Fensterrahmen, weshalb schon viele Netze nahmen,

um dieselben auszuschließen. Die Mücken sind nicht zu genießen

und mancherorts schlüpft allgemein die Mücke in das Zimmer rein.

Sie bevorzugt dabei immer dafür das bestimmte Zimmer,

in das sich jeder Mensch bewegt, der darin zu schlafen pflegt.

Manche Mücke ist ein Biest, über die man vieles liest,

während sie ganz ungeniert manchen Menschen schikaniert,

in der steten Stichelei. Der Mensch liegt in der Schwüle frei

und schwitzend auf der Bettmatratze. Viel Angriffsfläche bringt die Glatze,

Hals und Brust und Arm und Beine. Die Stechmücke, die ganz gemeine,

rüstet sich für ihre Zwecke und versteckt sich in der Ecke,

wo man sie schlecht sehen kann. In der Nacht beginnt sie dann

die Attacken, nach dem Warten, auf den Menschen nun zu starten.

Sie starten dann, in dem Versuch, und dem Mensch entweicht ein Fluch.

Sie schwirrt dem Menschen um den Kopf. Die Gattin schützt der lange Schopf,

doch der Gatte mit der Glatze dreht sich schon auf der Matratze

um die Mücke, im Begehren, von der Glatze abzuwehren.

Die Mücke geht zum Angriff über und wechselt zu der Gattin rüber,

an der sie etwas finden will. Im Anflug ist sie nicht sehr still,

während sie recht deutlich summt und der Gatte etwas brummt.

Auch der Gattin ist es warm. Die Mücke fliegt zu ihrem Arm,

der sich dagegen deutlich wehrt, dass die Mücke dort vermehrt,

nun vielleicht die Ader sucht, weshalb nun auch die Gattin flucht.

Die tut hierbei, sozusagen, hektisch mit den Armen schlagen,

obwohl es ihr dabei nicht glückt, als die Mücke sich verdrückt,

den Quälgeist tödlich zu erwischen. Der Quälgeist ist noch nicht verblichen,

pirscht sich im Anflug an den Gatten und tut längst noch nicht ermatten,

angetrieben irgendwie, mit sehr zäher Energie.

Die Ausdauer ist ziemlich groß. Wie bändigt man den Quälgeist bloß?

Wütend schimpft auch der Gemahl, angesichts der großen Zahl

von dem entsprechenden Versuchen. Die Mücke tut er laut verfluchen,

die, vor der Schlagkraft auf der Hut, zu der Gemahlin wechseln tut.

Kreuzweise im Flugverkehr wechselt die Mücke hin und her,

bis sie vielleicht, irgendwann, den Erfolg genießen kann

und sie genießt das frische Blut, denn das schmeckt ihr scheinbar gut.

Nachdem sie sich von dannen schlich bleibt dem Paar der Mückenstich.

H. Feisel

Der Hund.

Der Hund.

Es liegt der Hund an seinem Platz. Bewacht er irgend einen Schatz,

tut ein mancher vielleicht denken. Der Hund will ihm Beachtung schenken

und springt plötzlich und im Nu freudig bellend auf ihn zu.

Der Gast ist plötzlich arg geschockt. Der Hund, der in dem Garten hockt,

oder auf dem Hofgelände, beziehungsweise zwischen Wände,

begrüßt den Menschen ziemlich laut, der ängstlich und verlegen schaut,

ob der Hund, der vor ihm steht, ihm nicht an die Hose geht.

Der Besuch verläuft nach Plan. Der Hund der hat ihm nichts getan

und er hat sich stets erneut wieder in der Art gefreut,

oder aber gut gebellt, wenn jemand an der Haustür schellt.

Es liegt der Hund auch vor der Tür. Der Briefträger kann nichts dafür,

wenn er fast jedem Hund misstraut, der ihm auf die Beine schaut,

denn er wurde schon gebissen und die Hose war zerrissen.

Nicht jeder Hund will immer beißen und ständig an der Hose reißen.

Mancher Hund ist nicht nur niedlich, sondern auch im Wesen friedlich

und rührt sich nicht von seiner Stelle, ohne irgend ein Gebelle,

wenn ein gelbes Auto kommt, denn er weiß spontan und prompt

und ausgeglichen und ganz still, wer Brief und Päckchen bringen will.

Den Zeitungsträger, den er kennt, hat er beinah ganz verpennt.

Den Einbrecher tut er nicht kennen und dann soll er nicht verpennen,

dann soll er seinen Dienst verrichten, denn das zählt zu seinen Pflichten.

Tut sich der Dieb im Haus empfehlen und den Wachhund auch noch stehlen,

dann war der Hund vielleicht wohl wach, unter dem vertrauten Dach,

aber wohl kein großer Held. Im Haus fehlt Schmuck und etwas Geld,

wenn der Hausherr wütend brüllt, weil der nicht seinen Zweck erfüllt,

der blöde Hund der gar nichts nützt und nicht vor einem Einbruch schützt.

Was kann der arme Hund dafür, schlecht geschützt durch eine Tür,

wenn der Einbruch dort gelingt, wo man die schlechte Tür bezwingt?

Nicht jeder wird trotz Hund beklaut und mancher Hund der meldet laut.

Der Hund der in dem Hause wohnt wird mit dem Fressnapf gut belohnt

und der beißt am Futternäpfchen leidenschaftlich in die Häppchen.

Ein Hund der aber nur entgleist und in möglichst alles beißt,

der, das ist dabei erwiesen, ist bestimmt nicht zu genießen.

Es muss der Hund in dem Geschehen täglich ins Gelände gehen,

sonst gäbe es wohl ein Problem. Es wär' bestimmt nicht angenehm,

wenn man auf den Schritt verzichtet und der dann sein Geschäft verrichtet,

innerhalb der Wohnungstür. Doch was kann der Hund dafür?

Ist der Hund ein gutes Tier dann hat er die Bedeutung hier,

die der Mensch ihm abverlangt. Wenn der Hund ums Leben bangt,

dann ist er darum, aus dem Grund, eigentlich ein feiger Hund.

Tut der sich hartgesotten zeigen und zu einer Bestie neigen,

dann ist der, im Zweckverbund, ein gemeiner, böser Hund.

H. Feisel

Große und kleine Tiere.

Große Tiere, kleine Tiere.

Große Tiere sind gewichtig, kleine eher null und nichtig,

in den Augen großer Tiere. Große teilen sich Reviere

und es ist manches große Tier auch groß in seiner Beutegier.

Große Tiere fressen viel, mit immer stets dem gleichen Ziel,

nämlich dem ausgedehnten Magen immer wieder zuzusagen,

der meistens unersättlich bleibt, in dem wozu der Hunger treibt.

Große Tiere fressen gern. Das Kleinvieh bleibt dem lieber fern

und hält sich lieber auf Distanz. Ohne jede Resonanz

ist das kleine Tier geblieben. Das große Tier kann nach Belieben

sich in der Größe wichtig machen, in Bezug auf viele Sachen,

die ihm wohl im, allgemeinen, beim Fressen angebracht erscheinen.

Es bleibt das große hohe Tier unersättlich in der Gier.

Das hohe Tier macht jedenfalls einen ziemlich langen Hals

und tut sich um so höher strecken, um für sich was zu entdecken,

was das kleine Tier, das flieht, aus seiner Sicht erst gar nicht sieht.

Das hohe Tier das kann indessen übermäßig Masse fressen,

was das Kleinvieh kaum verdaut, das nur ganz verlegen schaut,

aus seiner Sicht, in dem Verlauf, von ziemlich unten hoch hinauf.

Das kleine Tier muss manchmal siechen und ganz tief am Boden kriechen,

muss sich häufig überwinden, um sein Auskommen zu finden

und muss sich unterwürfig ducken. Das große Tier braucht nur zu schlucken,

bei dem Nahrungsüberschuss, den es bloß verdauen muss,

wenn es kaut und wenn es schlingt, wenn es die fette Beute bringt,

die es gerne an sich reißt und in die es sich verbeißt.

So ist der Große im gewissen immer wieder wie verbissen

auf immer neue Beute aus, in manchem ehrenwerten Haus,

wo er, als ehrenhafter Mann, Ehren an sich nehmen kann.

Die Großen kommen all zu Ehren, die sie sich nicht gern verwehren,

weil sich die Großen unterstützen, die sich und ihrer Herde nützen,

mit dem was mancher in sich schlingt. Der lange Hals, der vieles bringt,

macht so leicht vor gar nichts halt und die Größe der Gestalt

reckt sich hoch in seinem Leben, um nach Material zu streben.

Der Kleine kann nur unten bleiben und sich seine Zeit vertreiben,

in welcher Weise dabei immer und hat meistens keinen Schimmer,

von dem was Große so verschlingen, die sehr viel auf die Waage bringen,

wie dieselben sicher meinen, die allzu groß und wichtig scheinen.

Es schlingt der Große allemal mehr und mehr vom Kapital,

in seiner Gier in sich hinein und meint das müsste auch so sein,

bei seiner großen Wichtigkeit, angesichts der Nichtigkeit,

die Kleine wohl erkennen lassen, die nur nach den Krümeln fassen.

H. Feisel

Wacholderdrossel.

Wacholderdrossel.

Zwischen ziemlich scharfen Spitzen tut die Wacholderdrossel sitzen.

Sie brütet im Wacholderbusch. Wird sie gestört dann ist sie husch

aus dem Nest im hohen Bogen ziemlich schnell davon geflogen.

Nicht jeder tut den Vogel kennen und Wacholderdrossel nennen

sich auch jene die am meisten sich ein Wacholderschnäpschen leisten,

vielleicht an der Wacholderhecke. Mancher sitzt dort zu dem Zwecke

auf der Bank in einem Park und riecht womöglich ziemlich stark

nach einem Wacholderbrand. Den kennt man überall im Land,

auch wo Wacholderhecken blühen und sich zwei, drei Leute mühen

ihre Flasche auszutrinken, die dann zwei- und dreifach stinken.

Die Wacholderdrossel fliegt, wo einer auf der Parkbank liegt,

um die Fahne, eben drum, im weiten Umkreis drum herum

und sieht den nicht als Artgenossen. Der Wacholder ist geflossen,

aus der Flasche in den Mund dem entsprechend in den Schlund,

wo einer feste schnarchend liegt und danach den Rüffel kriegt,

durch den Polizist im Drang zum so genannten Streifengang.

Der Penner tut, nach seinem Zechen nun vom Streifenhörnchen sprechen,

beim Polizist auf Streifengang. Das Martinshorn tönt auch oft lang.

Der denkt ärgerlich ganz still, was er nicht laut sagen will

und hat an Schnapsdrossel gedacht, als der Penner schwer erwacht.

Die Wacholderflasche fliegt dahin wo sie noch immer liegt,

nämlich am Wacholderstrauch. Die Schnapsdrossel bewegt sich auch,

unfreiwillig von der Bank und meint der Bulle der sei krank,

der chronisch krank darauf besteht, dass er von der Parkbank geht,

jedoch nicht ohne seine Pulle, samt vielleicht der alten Stulle,

die noch halbwegs gut verdeckt in dem linken Beutel steckt.

Die Wacholderdrossel zeigt, dass sie immer dazu neigt,

in dem Nest was auszubrüten. Die leere Flasche zu vergüten,

kann jedoch wohl nicht gelingen, denn sie tut kein Pfandgeld bringen,

weil das wohl nicht möglich scheint, wie der Vogelkundler meint.

Die Wacholderdrossel fliegt, als sie ihre Jungen kriegt,

in der Hecke aus und ein. Die Schnapsdrossel ist allgemein

eine blöde Redewendung für solche die in der Verschwendung

von reichlich Schnaps ihr Dasein frönen und sich an das Wort gewöhnen,

vielleicht in einer Unterart. Wer murmelt sich was in den Bart,

wenn er etwas, wie betört, von Wacholderdrossel hört?

Der kleine Knirps, als das geschieht, der scheinbar einen Vogel sieht,

deutet zum Wacholderstrauch. Ein schräger Vogel sitzt dort auch

und ist wieder mal am zechen. Die Mutter scheint dabei zu sprechen,

als sie etwas ungeschickt zur Wacholderdrossel blickt

und auf ihre Töne lauscht und mancher Mensch ist viel berauscht,

wenn er niemals irgendwann den Wacholder drosseln kann. H. Feisel

Die Wasserratte.

Wasserratte.

Wem leidenschaftlich, wie es geht, das Wasser bis zum Halse steht,

der muss aus diesem Grund allein, eine Wasserratte sein.

Die Wasserratte steckt im Wasser. Aus dem Grund ist sie immer nasser,

als die Landratte im Sand. Die bevorzugt lieber Land

wo sie in der Erde wühlt, wo sie festen Boden fühlt

und wo sie sich, dann und wann, in manchem Haus verstecken kann.

Sie nimmt auch den Kanal in Kauf. Taucht eine Wasserratte auf,

dann womöglich einmal prompt, wenn sie vom Abort aufwärts kommt.

Der Abort wär' zu definieren. Man kann sie aus der Sicht verlieren,

wenn sie eifrig ganz bestimmt gern in den Kanälen schwimmt.

Die Wasserratte mag es krass, denn sie ist gerne ständig nass

und schwimmen kann sie auch recht gut. Das Schwimmen liegt ihr wohl im Blut,

wie man so vermuten kann. Wahrscheinlich stirbt sie irgendwann

im Wasser oder dicht daneben, nach dem wasserreichen Leben.

Manchmal wird sie fort gespült. Die Landratte dagegen wühlt

in vielen Ecken im Gerümpel und mag höchstens einen Tümpel.

Die Landratte ist oft verstaubt. Die Wasserratte, wie man glaubt,

ist ständig immer frisch gewaschen und man kann sie überraschen,

wo sie gern im Wasser schwimmt. Wenn sie einen Landgang nimmt,

dann darf das sicher allgemein nicht weit entfernt vom Wasser sein.

Manche Menschen schwimmen lang auf hoher See im Wellengang

ohne dabei zu ermatten, darum sind das Wasserratten.

Die Wasserratte steht an Land manchmal ziemlich steif im Sand,

nach dem Geschunkel auf dem Meer und tut sich an Land erst schwer.

Ein jeder der das Wasser scheut und sich nicht auf den Seegang freut,

das ist überall bekannt, wird die Landratte genannt.

Mit Wasser kann die wenig protzen. Sie findet Wellengang zum Kotzen.

Der Mensch der an der Reling steht, weil es dabei ums Kotzen geht,

der ist an dieser Stelle hier, ganz bestimmt kein Wassertier.

Er schwankt und fühlt sich sehr betroffen und er meint er sei besoffen,

weshalb er schließlich, zum Verdruss, in dem Sinn einmal kotzen muss.

Weil ein kleines Schiff viel schaukelt ist das hier nicht vorgegaukelt.

Wer auf dem größten Schiffsdeck liegt, der hat vom Meer nichts mitgekriegt

und fühlt sich beinah wie an Land. Am Swimmingpool fehlt nur der Sand.

Geht die Landratte mal baden, dann kommt sie dabei nicht zu Schaden.

Lief ein Kahn mal auf ein Riff, verließ ein jeder gern das Schiff,

ob Land- oder die Wasserratte, weil jeder Muffensausen hatte,

dann sind sie, wie man so befand, miteinander nah verwandt.

Die Wasserratte die beschwor: sie zieht das Seebegräbnis vor.

Die Landratte will allgemein lieber gern begraben sein.

H. Feisel

Der Esel.

Der Esel.

Der Esel tut als Schimpfwort gelten. Häufig tun sich Menschen schelten,

als dumme Esel, sozusagen, die mit Worten um sich schlagen.

Doch der Esel ist nicht dumm. Nur mancher Mensch ist, eben drum,

zwar nicht dem Esel gleichzusetzen, doch in seinem lauten Hetzen,

vielleicht ein Mensch der dabei zeigt, dass er selbst zur Dummheit neigt.

Der Esel ist auf Erden hier ein sanftmütiges liebes Tier

und nimmt nichts so leicht für krumm. Nur mancher Mensch ist viel zu dumm,

der in der Dummheit, die geschieht, die Dummheit in dem Esel sieht.

Er sieht die Dummheit leider schlicht in seinen dummen Worten nicht,

wenn er von dummer Esel spricht, aus seiner ziemlich dummen Sicht.

Es denkt der Mensch sich nichts dabei, in seiner dummen Eselei,

wenn er dem Esel in der Welt seine Dummheit unterstellt.

Der Mensch ist störrisch und oft stur. Der Esel ist in der Natur,

weder störrisch, stur, noch dumm. Er schaut sich sozusagen um,

wenn er in die Umgebung blickt und er verhält sich ganz geschickt

und Vorsicht ist sein Wegbegleiter. Der Mensch läuft unvorsichtig weiter

und ist oft nicht zu belehren und tut dümmlich fort begehren,

wo der Esel stehen bleibt, der den Gedankengang betreibt,

bevor er sich entscheiden will. Er ist anhänglich und still

und mancher Mensch ist zu gern laut, wenn er auf die Pauke haut.

Der Esel ist wohl eher klug. Nicht so der Mensch der auf ihn schlug,

in der dümmsten, gröbsten Weise, schimpfend und bestimmt nicht leise.

Dem Esel wird viel zugemutet. Mancher, dem das Herz fast blutet,

der hat das dabei, im Geschehen, vielleicht ehrlicher gesehen,

als der Esel mit zwei Beinen, so tut es in Wahrheit scheinen.

Ein kleiner Esel kann viel schleppen und man nennt ihn einen Deppen,

wenn er nicht mehr weiter kann. Auf ihm sitzt ein fetter Mann

und prügelt manchmal allgemein auf den armen Esel ein,

in seiner dummen Eselei und denkt sich nicht mal was dabei,

wenn er auf den Esel schlägt, der lange Zeit zu viel erträgt.

Und ist auch die Belastung arg, nervlich ist der Esel stark,

stärker als ein großer Gaul und ein Mensch mit großem Maul,

könnte viel vom Esel lernen und seine Arroganz entfernen,

in der er, aus sehr falscher Sicht, von dem „Dummen Esel“ spricht,

von dem er allzu wenig weiß. Der Mensch weiß nichts vom zähen Fleiß,

in dem sich oft ein Esel schindet, der sich täglich überwindet.

Wer den dummen Esel nennt, der zeigt dass er sich selbst nicht kennt.

Ein Esel ist der Mensch wohl nicht, doch dumm sehr wohl aus dieser Sicht,

aus der ein Esel jenen sieht, der an ihm zerrt und am ihm zieht.

Der Esel sehnt sich wohl dazu einmal mehr nach seiner Ruh.

H. Feisel

Das Walross.

Das Walross.

Behäbig wälzt es sich im Sand, denn es liegt sehr gern am Strand,

wo es seine Zeit verdöst. Wenn es sich aus der Gruppe löst,

dann will es vielleicht seine Ruh, dann strebt es dem Wasser zu.

Springt das Walross von der Klippe, es ist ja nicht nur ein Gerippe,

in seinem hohen Speckanteil, dann sucht dasselbe wohl sein Heil

in dem Wasser wo, bestimmt, sehr viel Fett leicht oben schwimmt.

Es plumpst beim Absprung in das Wasser und ist die Wassertiefe krasser,

dann schlägt das Walross große Wellen, an den Klippen, vor den Schellen.

Zerschellen will es aus der Sicht vom Meer heraus wohl lieber nicht,

weshalb es sich beim Schwimmen eilt, bis es dort wieder lange weilt.

An dem Strand tut es gediegen danach wieder länger liegen,

etwas schwerfällig vielleicht, weil es viel Gewicht erreicht.

Das Walross lebt nicht in Diät und es merkt erst ziemlich spät,

dass es schwer geworden ist, nachdem es reichlich gerne frisst.

Im Wasser fühlt es sich vielleicht im Oberwasser eher leicht,

weil das Fett mit ihm bestimmt eher weiter oben schwimmt.

Das Walross gleitet durch die Wellen und taucht ab an manchen Stellen,

doch weil es Luft zum Atmen braucht ist es wieder aufgetaucht.

Manchmal schnaubt es mit der Nase und im Wasser steigt die Blase

wieder zu der frischen Luft, wo sie wiederum verpufft.

Das Walross gleitet durch das Wasser. Kommt es an Land dann ist es nasser,

als alle jene die dort liegen und schon Langeweile kriegen.

Kommt es wieder auf das Land, dann quält es sich auf dem Strand,

wenn es sich bewegen muss. Mit der Leichtigkeit ist Schluss,

mit der es sich im Wasser regt, wenn es an Land zu gehen pflegt.

Offensichtlich ist es dort ein Schwergwicht am falschen Ort.

Es will das Walross schon beizeiten beim Landgang zu viel Stress vermeiden,

weil es sich nur schwer bewegt. Ein Walrossbulle ist erregt,

in den sexuellen Lüsten, wenn sich die Weiber vor ihm brüsten.

Ein alter Bulle, das ist richtig, ist meistens etwas schwergewichtig.

Der alte Walrossbulle keucht, wenn er die Kleinen von sich scheucht,

die ihm oft zu nahe kommen. Er hat dazwischen Platz genommen,

im Trubel und im Durcheinander. Seinen Aufenthalt verband er,

mit der Sitte im Geschehen rings herum sich umzusehen,

mitten auf dem weißen Sand. Beobachten kann er, an Land,

sehr viel besser als beim schwimmen. Am Strand da mehren sich die Stimmen

und der Nachwuchs schreit schon wieder. Er macht die platt und macht sie nieder,

die ihm, ziemlich ungebeten, in Dreistigkeit zu nahe treten.

So ist das mit dem Walrossbullen. Der beginnt sich einzulullen,

in sexueller Träumerei und Weibchen sieht er viel dabei.

H. Feisel

Zugvögel.

Zugvögel.

Ein großer Schwarm will scheinbar fliehen und tut in den Süden ziehen,

tut das jedes Jahr so pflegen, zieht der Sonne gern entgegen.

Den Norden lässt man nun ein Stück weit hinter sich im Raum zurück.

Die Sonne tut im Süden locken, wo viele Vögel lieber hocken.

Die Vögel tun zum Süden fliegen, wo sie ihre Sonne kriegen.

Der Flug ist wieder mal geglückt und der Flug war gut bestückt

und fortgetragen auf den Schwingen scheint das Fliegen zu gelingen,

so wie immer, das ist wahr, hin und her, wie jedes Jahr.

Der Flug ist lange routiniert. Der Vogel hat sich orientiert,

tut sich eilig fortbewegen und dabei zugrunde legen,

dass er wieder mal vielleicht, das Ziel des Südens schnell erreicht.

Der Vogel fliegt, wie er das kann, mit dem Schnabel vorne an,

gewisserweise, sozusagen, durch die Winde, die ihn tragen,

hoch am Himmel, im Geschehen und kann weit nach unten sehen.

Er denkt, was ist denn schon dabei, denn schließlich ist er, schwindelfrei,

in der hohen Luft, recht lange, ohne Pause, viel zugange.

Der Vogel fliegt das letzte Stück. Beim Rückweg fliegt er dann zurück,

nachdem er länger Pause macht. Der Flug hat ihm schon was gebracht,

scheint er dabei still zu denken. Die Flügel tun ihn wieder lenken

in den Norden wo er lebt, wenn er in die Heimat strebt.

Der Zugvogel der weiß, zum Glück: es gibt immer ein Zurück,

wenn er Richtung Norden zieht, wo man ihn bald wieder sieht.

So vertraut er auf die Schwingen, die ihn ans Ziel der Wünsche bringen,

jedes Jahr und das erneut, wenn er sich auf den Süden freut.

Im Süden lernt er, an viel Plätzen, den Norden wiederum zu schätzen

und er bewegt dabei den Schnabel, als erzählt er eine Fabel.

Im Norden tut er jubilieren und er will keine Zeit verlieren,

um wiederum, in dem Geschehen, der Gewohnheit nachzugehen.

Der Vogel zeigt im Tageslauf wieder seinen Rhythmus auf,

in dem sein Tagewerk geschieht. Die Gattin die das Nest bezieht,

verlangt vom angetrauten Mann, der für den Nachwuchs sorgen kann,

dass der sich recht viel Mühe macht. Der Alltag hat es so gebracht.

Man kann hier zugrunde legen, wie die Vögel sich bewegen,

so bewegt sich, in dem Brauch, der Mensch in seinem Vogel auch.

Der fliegt auch stets hin und her und er freut sich ständig sehr,

wenn er schon vergnüglich lacht, weil er im Süden Urlaub macht.

Den Nachwuchs tut er viel verhüten, doch tut er in der Hitze brüten.

Kommt er wieder gut nach Hause, nach der angestrengten Pause,

dann muss er sich erst mal erholen und es wird ihm dann empfohlen,

dass er sich, wie stets erneut, auf das Pflichtbewusstsein freut.

H. Feisel

Wildgans.

Wildgans.

Die Wildgans ist nicht allzu zahm, doch auch nicht so Flügellahm,

wie die vollgestopften Gänse. Die packt man später an die Schwänze

und sie werden dann gerupft. Die Daunen werden raus gezupft.

Das bleibt der wilden Gans erspart. Die ist frei in ihrer Art

und sie tut die Freiheit lieben und ist gerne frei geblieben.

Was soll ihr das Gefängnis bringen? Frei bewegt sie ihre Schwingen.

Die Hausgans kann zwar auch viel schnattern und mit ihren Flügeln flattern,

doch sehr weit fliegen kann sie nicht und aus der eingeengten Sicht,

sieht sie, das sei unterstellt, ziemlich wenig von der Welt.

Die wilde Gans bleibt lieber frei. Die Fresssucht ist ihr einerlei,

denn sie muss ja sozusagen ihr Gewicht auf Flügeln tragen.

Die Hausgans die kommt nicht vom Fleck und frisst für einen fremden Zweck.

Die frisst und frisst, mit viel Beschwerden, und tut immer fetter werden,

solange es ihr weiter schmeckt, bis sie in dem Bräter steckt.

Die Wildgans wird aus den Genossen, zwar hin und wieder abgeschossen,

doch bleibt bei ihrer Himmelfahrt die Chance immerhin bewahrt,

dass sie noch gewisse Zeit sich von diesem Zwang befreit,

ständig auf den Tod zu warten. Darum tut sie wieder starten

und sich in den Himmel schwingen und es kann erneut gelingen,

dass sie frische Luft genießt, wenn sie freies Land erschließt.

Die Hausgans sitzt im Käfig innen, im Mief der dicken Luft da drinnen,

vielleicht noch bis zum Weihnachtsfest, ständig unter Hausarrest,

in Anbetracht der Vogelgrippe. Von ihr bleibt nur das Gerippe,

und das kommt in die grüne Tonne. Die Wildgans sieht noch immer Sonne.

In dem vorweihnachtlichen Glanz liegt rechtzeitig die Weihnachtsgans

dabei nicht mehr allzu heil, als ein ausgehöhltes Teil,

vielen Menschen nun zum Segen und wird sich niemals mehr bewegen.

Am Himmel gibt es ein Geschrei. Die Wildgans ist noch immer frei,

fliegt in der Clique der Genossen, hat sich denen angeschlossen

und sie tut sich fortbewegen, der Sonne wieder mal entgegen.

Sie ist dazu noch gut geschützt. Weil Vogelgrippe keinem nützt,

will sie keiner gern als Braten und man hat dazu geraten,

keine Wildgans zu verzehren. Die tut dabei nichts entbehren

und kann unbesorgt daneben ihren Freiheitsdrang erleben.

Die stirbt vielleicht, tut jemand sprechen, an Altersschwäche im Gebrechen,

einer alten Kreatur, als freie Wildgans der Natur.

Der Hausgans wär' das nicht zu raten. Die taugt nur für den Gänsebraten.

Sie würde auch in dem Bestreben in Freiheit nicht sehr lange leben.

Die Hausgans kriegt den Hals gestopft und dann wird sie eingetopft,

denn sie dient, in manchem Haus, dem delikaten Gänseschmaus.

H. Feisel

Naturschützer

Naturschützer?

Die Taube konfrontiert oft sehr. Es nimmt ein Mensch sein Luftgewehr
und schießt mehrfach in die Luft. Die Taube sitzt in ihrer Gruft
und die kümmert das nicht sehr. Der Mensch beschließt die Gegenwehr
und schießt scharf und trifft die Taube. Die schlägt vor der Gartenlaube,
in der Nähe von dem Flieder, heftig auf den Boden nieder.
Sie zappelt noch in ihrer Qual, doch sterben tut sie allemal
und darum hat sie ausgebrütet und das Nest umsonst gehütet.
Der Nachwuchs steckt noch in dem Ei und kommt danach nicht mehr herbei.

Kann man die Natur anklagen? Vor Gericht da stellt man Fragen.
Ein Tierschützer hat dort geklagt, weil ein Mensch die Taube jagt,
die auf seinem Grundstück haust. Die liegt getroffen und zerzaust,
in ihrem Schmerz, in ihrem Leid, am Boden in dem Federnkleid
kann sich wohl nicht mehr erheben und ist am zittern und am beben,
bevor sie endgültig verdirbt, bevor das arme Tier verstirbt.
Der schoss sieht wie ein Killer aus, aus der Sicht vom Nachbarhaus
und man muss wohl sozusagen den Mörder von dem Tier verklagen.

Bei Gericht kommt es zur Klage. Der Scharfschütze spricht von der Plage,
in seinem Garten, in dem Nest und gab dabei dem Tier den Rest,
nachdem er das schon länger jagte, jedoch bisher nur versagte,
mit dem Gewehr in seiner Hand, weil er nicht zum Fangschuss fand.
Die Taube hat im Nest gebrütet und hätte sie das Nest gehütet,
dann wären längst schon zwei und drei neue Plagen nebenbei,
nebst erneuter Taubenkacke. Der gute Mensch droht mit der Hacke,
doch das tat ihm wenig nützen. Die Höhe tut den Nistplatz schützen.

Es haben sich auch manchmal Toren den Schutz von der Natur geschworen
und man will dabei das Leiden von der Kreatur vermeiden.
Was der Naturschützer vergisst, der, der Natur entwachsen ist,
zwischen Stahlbeton und Glas, wo er zwischen Wänden saß
und bei seinem Aufenthalt, auf viel Pflaster und Asphalt,
das ist wie wirklich die Natur, ganz nah gesehen und in pur,
sich im Alltag präsentiert. Die Kreatur die dort verliert,
muss sich unter Schmerzen winden und tut auch ihr Ende finden.

Dort lässt die Qual sich nicht vermeiden. Jedes Opfer muss dort leiden,
in den Überlebenskriegen von den Käfern und den Fliegen
über Mäuse, Vögel, Kröten, in dem tagtäglichen Töten,
bis zum Kaninchen und dem Hasen, die seit jeher Füchse fraßen.
Jeden trifft einmal der Schmerz, manchmal mitten in das Herz
und jeder Kreatur der Welt hat sich der Schmerz hinzu gesellt,
von Urbeginn und Anfang an. Was man nicht vermeiden kann,
das ist der Schmerz, auch wenn er quält, der auch in der Entwicklung zählt.

H. Feisel