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Kult-Ur-kritische Texte.

Wahre Wonne.

Wahre Wonne.

Eine wahre Wonne ist die Frühlingssonne

und die Kreatur lebt auf, immer wieder im Verlauf,

wenn die warme Sonne scheint, die es gut zu meinen scheint,

mit den menschlichen Gefühlen. Anders als im Herbst, dem kühlen,

hat manches Mädel nun vermehrt in der Lust danach begehrt

den Gefährten auszusuchen. Die Hochzeitsreise lässt sich buchen

sehr viel leichter an der Sonne und es ist eine wahre Wonne,

die Flitterwochen im Bestreben an der Sonne zu erleben.

Der Winter geht einmal zu Ende und die Sonne bringt die Wende,

wenn sie hoch am Himmel strahlt, während manches Männchen prahlt,

in den frühlingshaften Lüsten, um sich dabei sehr zu brüsten,

vor den vielen Weibchen allen. Denen will er wohl gefallen.

Der Paarungstrieb ist neu geweckt, der in allen Tieren steckt

und der Hund der zelebriert, als er das Revier markiert,

dass er gerne, dann und wann, ein Weibchen stark beschnüffeln kann.

Bespringen kann er meistens nicht wegen all der Leinenpflicht.

Es zieht der Rüde an der Leine, denn die Spur, und nicht nur eine,

ist scheinbar eine heiße Fährte. Die Schnüffelnase, die bewährte,

wäre gerne dabei lange bis zum heißen Ziel zugange.

Es denkt der Hund nun heimlich still, ach könnte er nur wie er will,

dann wär ihm manches an der Sonne eine wirklich wahre Wonne.

Gerne möchte er entfliehen. Sein Chef tut an der Leine ziehen,

reißt ihn weg von manchem Graben und tut kein Verständnis haben,

für die Gelüste von dem Hund und er schimpft mit lautem Mund.

Der Hund der pinkelt an die Tonne. Voller Freude und voll Wonne

läuft die Hündin heiß vorüber und sie schaut zum Hund hinüber,

den sie eigentlich gut kennt, wobei die Leine beide trennt.

Es schwelgt auch mancher Ehemann, hin und wieder, wenn er kann,

in den frühlingshaften Trieben, ausschweifend und nach Belieben,

voller Wonne in Gedanken, die als Frühlingstriebe ranken.

Ein Ehemann ist nicht alleine und manchmal an der kurzen Leine,

scheint der Herr vom Hund zu denken und tut die Schritte heimwärts lenken,

zu seinem angetrautem Weib, angesichts vom Zeitvertreib,

den manches Wesen wie verflucht heimlich unter Wonnen sucht.

Wenn die Gattin irgendwann den allzu flinken Ehemann

einmal nicht an die Leine nimmt, dann entläuft er ganz bestimmt.

Dieses tut im allgemeinen manche Gattin innigst meinen,

selbst bei Laune, in der Wonne, angesichts der Frühlingssonne.

Die güldne Sonne, voll Freud und Wonne,

die weckt immer wieder nur die frühlingshafte Frohnatur,

wenn die Vögel lustig trillern und die jungen Mädchen schillern.

H. Feisel

Mückenplage.

Stechmücke.

Bei dem ziemlich schwülen Wetter wär es vielleicht etwas netter,

wenn ein laues Lüftchen weht, weil sonst kaum das Schlafen geht,

im Zimmer, im zerwühlten Bett. Zerknautscht, zerknirscht und nicht adrett

sieht auch der Beamte aus, in der Nacht, in seinem Haus,

nebst seiner ehrenwerten Frau, im angestauten Hitzestau.

Wie ist das denn auszuhalten, wie kann man diese Nacht gestalten,

in dem allzu schwülen Klima? Die Mücken finden das nur prima,

die freiweg um das Häuschen schwirren und sich gern ins Haus verirren.

Der Hausherr kann nun sozusagen im Bett die Hitze nicht ertragen

und tut die Gattin aktivieren. Die soll keine Zeit verlieren

und das Fenster offen halten, für den missgestimmten Alten.

Der Olle geht ihr auf den Wecker, mit dem ständigen Gemecker,

scheint die Gemahlin still zu denken. Doch sie tut die Schritte lenken,

vom Bett hinüber zu der Stores, denn es nervt sie längst der Zores.

Es kennt sich der Mann im Haus selbst nicht mit Gardinen aus,

die seine Hausfrau besser kennt und darum Raffgardinen nennt.

Die blickt am Fenster in die Weite, rafft die Gardine dort zur Seite

und sie macht, in dem Verlauf, nachts den Fensterflügel auf,

damit der Gatte, irgendwann, halbwegs etwas schlafen kann,

ausgeruht noch eben so, vor dem Gang in das Büro,

wo er immer gerne hockt, weil der Gehalt ihn da hin lockt.

Das Fenster steht nun im Verlauf zwecks dem lauen Lüftchen auf,

sofern ein Lüftchen existiert und sich nicht total verliert,

in der ziemlich schwülen Hitze. Weit entfernt da zucken Blitze,

als die Frau am Fenster steht und wieder in die Falle geht.

Doch keinem fallen hier im Nu so schnell die beiden Augen zu,

denn man muss die Schwüle fühlen und weiter in dem Laken wühlen.

Allmählich schläft dabei zum Schein der Beamte schnarchend ein

und vom Amt hat er geträumt, als er sich im Bett aufbäumt,

vom Schlaf geweckt und eins, zwei, drei, bei der enormen Stichelei.

An ihm sticheln die Kollegen und der Chef tut ihn erregen,

träumte er, als er so lag, in der Nacht, noch vor dem Tag.

So bemerkt er nebenbei an sich selbst die Stichelei.

Irgendwas hat ihn zerstochen, hat er tags darauf gesprochen,

weshalb er, nach der schwülen Nacht, der Gattin einen Vorwurf macht.

Die hat das Fenster nicht geschlossen. Es fanden sich die Bettgenossen

in dem Raum ganz allgemein durch das offne Fenster ein.

An der Nase stach ihn eine. Am Arm und auch an seinem Beine

kam der Mückenstich zustande, wie in den Tropen, hierzulande.

Ein Moskitonetz muss her, sonst quälen Mücken um so mehr,

je mehr der Mann, damit vertraut, in seinem Bette um sich haut,

hoffentlich dabei nicht schlicht der Gemahlin ins Gesicht.

H. Feisel

Betrübt und Heiter.

Betrübt und Heiter.

Der Mensch ist häufig wenderwendig. In dem Stil bleibt er noch lebendig,

solang er vom Gefühl bedrängt, an dem Wetterwechsel hängt.

Hat sich sich der Himmel eingetrübt, dann ist der Mensch darin geübt

mit ernster Miene, auch beim Kaufen, abgeschirmt umher zu laufen.

Zieh'ndie Regenwolken weiter, wird der Mensch allmählich heiter

und macht, aus aufgeklärter Sicht, ein mehr freundliches Gesicht,

mitunter auch beim Zeitungsstand, mit dem Playboy in der Hand.

Beim Sonnenschein und milder Wärme, ziehen nicht nur Mückenschwärme

über Feld und Wald und Flur, innerhalb von der Natur,

sondern Menschen schwärmen aus, denn manchen hält es nicht im Haus.

Manchmal ist es dort gemein, denn der Himmel trübt sich ein

und die Luft ist schwül erhitzt, wo mancher gern im Grünen sitzt,

vielleicht beim Grillen und beim Bier, gemütlich an dem Plätzchen hier,

wo er gern verweilen will. Insgeheim denkt mancher still,

wenn er die schwüle Hitze fühlt, dass er sich gerne einmal kühlt,

nicht nur mit kaltem Bier von innen. Das tut zwar kühl hinunter rinnen,

doch der Körper bleibt erhitzt, der weiter in der Hitze schwitzt.

Es stöhnt der Mensch, mit reichlich Schweiß, denn ihm wird es viel zu heiß,

mit betretenem Gesicht, denn die Schwüle mag er nicht,

an unerträglich schwülen Tagen, als Dauerzustand lang ertragen.

Darum sitzt der Mensch gern draußen und sieht sein Häuschen mehr von außen.

Folgt draußen ein Gewitterregen, tut er sich ziemlich schnell bewegen,

von der Liege in dem Garten. Im Park tut er zum Aufbruch starten,

bei etwas Hektik im Geschehen, denn dunkle Wolken sind zu sehen,

aus denen plötzlich heftig prompt ein starker Regenschauer kommt.

Mit erschrockenem Gesicht räumt der Mensch nun ziemlich schlicht,

alles das, worauf er schwört, wenn er den zweiten Donner hört,

irgendwie, mit Weh und Ach, schnellstens unter Dach und Fach.

Mitunter hat er unterdessen höchstens seinen Müll vergessen,

der an dem Plätzchen liegen bleibt, wo es ihn von dannen treibt.

Etwas betrübt zieht er davon. Im Müll liegt noch der Kassenbon,

der noch danach zu lesen geht, auf dem jedoch kein Name steht.

Die Oma bleibt vermehrt im Haus und sie zieht sich nicht gern aus,

bei ihrer Wetterfühligkeit. Das Wetter fühlt sie jederzeit,

in der Migräne die sie fühlt, schon längst bevor ein Regen kühlt.

Darum weiß man aus der Sicht, wenn sie betrübt in dem Gesicht,

über die Migräne klagt, als noch die Hitze überragt,

dass sich am Himmel, so der Schluss, im Wetter was ergeben muss.

Dann ist die Oma nicht so heiter. Im Alter wird der Mensch gescheiter,

wenn er das Wetter, irgendwann, schon im Voraus fühlen kann.

H. Feisel

Glühweinparty.

Glühweinparty.

Wenn der Wein im Becher glüht, ist der Geist darum bemüht

in dem Menschen aufzuwachen, denn Glühwein kann auch Freude machen.

Es wird der Glühwein heiß getrunken. Wer keinen trinkt hat abgewunken,

denn der trinkt vielleicht mit Fleiß, leider nicht auf Glühwein heiß,

lieber doch ein kaltes Bier. Zuletzt sind es vielleicht auch vier

und dazu noch einen Schnaps. Auf einem Bein kriegt der den Klaps,

darum muss er den zweiten trinken, sonst müsste er nach Hause hinken.

Ansonsten wird, ganz ungelogen, der Glühwein einmal vorgezogen,

beim so genannten Glühweinfest. Der wird getrunken bis zum Rest

und den Rest trinkt man auf Ex. In dem laufenden Reflex

hat die Christel fest verbunden mit dem Konrad heim gefunden,

etwas stolpernd im Verlauf auf den Hügel hoch hinauf.

Wohnend droben auf dem Tal schläft der Konrad wieder mal

schnarchend bei der Christel ein und noch immer glüht der Wein

der Christel oben bis zum Kopf. Vielleicht ist noch ein Rest im Topf.

Die Helga und der Günther trinken, bevor sie tief im Schlaf versinken,

das allerletzte Restchen aus und verschwinden dann im Haus

und im Bett dann irgendwie. Herunter fällt die Jalousie,

genau so wie die Augenlider und der Günther schnarcht schon wieder.

Die Erna und der Christian die kommen auch zu Hause an,

in molliger Behaglichkeit, nach längerer, geraumer Zeit,

wo sie in dem Wohlbefinden danach in das Bett verschwinden,

wahrscheinlich ohne viel Gegröle, hinten in der alten Höhle.

Der Christian, das alte Haus, kennt sich in alter Höhle aus.

Der Rolladen fällt auch herunter. Am Morgen sind sie wieder munter,

etwas früher oder später und die Erna steht am Bräter.

Die Balzers finden auch nach Haus. Die Lichter gehen ein und aus.

Der Balzer Hein samt Erika sind beizeiten wieder da,

bevor der Opa sie vermisst der in der Nacht aktiver ist

als in der frühen Morgenstunde. Das Schnarchen tönt auch aus dem Munde

vom Opa Jeide der gelöst den ganzen Vormittag verdöst.

Der Hermann und die Lisa babbeln, während sie nach Hause trappeln,

weil sie noch etwas debattieren und sie tun sich orientieren,

ihrem Heimweg zugeneigt, wo es zu der Burg hin steigt,

die sie aber dann umlaufen, während sie wohl etwas schnaufen.

Dann sind die Beiden auch daheim. Der Heinrich macht sich seinen Reim.

Die Doris die kann, so gesehen, bergab im Laufschritt schneller gehen.

Das fällt ihr sicher nicht sehr schwer. Ihr Schatten folgt ihr hinterher.

Ansonsten folgt vielleicht ein Zecher, doch kein Sittlichkeitsverbrecher,

weil die im Dorf nicht tätig sind. Die Doris die ist ganz geschwind

an ihrer Haustür angelangt. Allein da hätt'' sie mehr gebangt,

wenn sie vielleicht nach hinten schaut und ihrem Schatten nicht mehr traut.

Daheim wo sie sich legen kann, zusammen mit dem Ehemann,

der schnarchend in dem Bett verweilt, hat sich die Doris dann geeilt

noch ein Quantum Schlaf zu kriegen. Sie tut sich in das Kissen schmiegen,

in viel Träumerei bemüht, als noch der Glühwein in ihr glüht.

Der Willi der bleibt ganz zuhaus, denn er fällt heute völlig aus.

Der Willi fährt noch nachts zur Schicht, drum trinkt er seinen Glühwein nicht.

Ein alter Seebär trinkt auch drum wahrscheinlich lieber Grog mit Rum.

Der Heinrich macht sich bald daheim am nächsten Morgen seinen Reim.

H. Feisel

Geisterstunde.

Geisterstunde.

Genau Punkt Zwölf ist Geisterstunde. Im engen Kreis und in der Runde

spendiert der Willi Kellergeister. Der Schorsch trinkt lieber Jägermeister

und zwar zu einem Fläschchen Bier. Inzwischen sind es aber vier.

Es war noch lange nicht zwölf Uhr, als der Teufel in ihn fuhr,

der ihm schwer zu schaffen machte, denn er griff heimlich und ganz sachte

der Inge unter ihren Rock und die sprach sie hat kein Bock.

Es verlautet nun die Kunde Punkt zwölf Uhr sei Geisterstunde.

Doch der Eckart hat zumeist weit vor Zwölf schon ziemlich Geist,

wenn er schnell einmal ganz prompt in Fahrt und gut in Stimmung kommt.

Der Heinrich hat nach Schnaps gestunken. Der Willi schimpft auf die Halunken

die ihm manches Schnäpschen stahlen, ohne dafür zu bezahlen

und der Himbeergeist ist leer. Der Flaschengeist liegt aber schwer

dem armen Heinrich in dem Magen, denn der kann nicht viel vertragen.

Dann ist es endlich mal so weit. Es wird zwölf Uhr und es wird Zeit.

Die Uhr schlägt Zwölf, es läuten Glocken. Der Alfred macht sich auf die Socken

und aktiviert die Leuchtraketen. Er hat den Erwin drum gebeten

dass der die Böllerschüsse zündet. Punkt zwölf Uhr wird laut verkündet,

bei Himbeergeist und Jägermeister, durch die lauten Poltergeister,

dass das alte Jahr vergeht und dass das neue Jahr besteht.

Dem Heinrich wird allmählich schlecht und das geschieht ihm dabei recht,

denn wer nicht richtig trinkfest ist und trotzdem weiter säuft und frisst,

dem kommen irgendwann Beschwerden und dann tut ihm übel werden.

Alles dreht sich ihm im Kopf. Die Weiber trinken aus dem Topf

den heißen Punsch im Nachhinein, nach der Bowle und dem Wein.

Die Erika tut förmlich glühen, die Ulrike Funken sprühen

und die liebe Gisela, die ist schon nicht mehr ganz da.

Zuletzt gibt's noch mal Kellergeister und nun wird auch der Willi dreister,

der sich den Weibern zugesellt und sich gern zur Verfügung stellt.

Die Doris ist ganz liebestoll. Der Heinrich hat den Hals längst voll.

Die letzte Flasche Kellergeister findet auch noch ihren Meister.

Der Schorsch der trinkt noch weiter Bier. Vor langer Zeit da waren's Vier.

Der Alfred macht allmählich Pause. Der Eckart möchte nun nach Hause,

im gewissen Stolperschritt und nimmt fast die Inge mit,

die ihm dort im Wege sitzt. Ansonsten ist er abgeblitzt,

als er sich auf den Heimweg macht, allein und mitten in der Nacht.

Beinah fällt er in den Graben. Daheim muss es gepoltert haben

wie bei einem Poltergeist. Die Gattin ist zum Glück verreist.

Der Heinz der hat es auch sehr schwer, denn wo nimmt er den Schlüssel her,

der in der Haustür innen steckt. Die Gemahlin wird geweckt

durch lautes Poltern an der Tür. Was kann der arme Heinz dafür,

wenn sie ihn ausgeschlossen hat. Die Gattin spricht nun in der Tat,

der Heinz der ging ihr auf den Geist. So enden Geisterstunden meist.

H. Feisel

Frostig.

Der Rasen draußen ist gereift, als der Blick durchs Fenster schweift,

aus dem zweiten Stock von oben. Der Mensch hat sich vom Bett erhoben

gegen Morgen um halb Acht, denn der Mensch ist aufgewacht,

nach noch etwas späten Träumen. Er kann am Sonntag nichts versäumen,

hat er sich wohl still gedacht, als er sich ans Frühstück macht.

Gegen Morgen um halb Neun tut er sich auf sein Frühstück freu'n

und auch auf das Frühstücksei. Vielleicht verzehrt er aber zwei,

weil ihm eines wohl vielleicht, bei seinem Hunger, nicht ganz reicht.

Das Zimmer ist nun etwas kühl, entsprechend wohl nach dem Gefühl,

denn es ist über Nacht, im Haus, der Kachelofen wieder aus

und die Heizung, die zwar geht, ist möglichst weit herab gedreht,

angesichts enormer Kosten, in dem ganz bestimmten Posten,

der noch viel mehr Geld verschlingt als es der Sicherheit gelingt,

in den Versicherungsverträgen, den mitunter etwas schrägen.

Der Junggeselle fröstelt leicht, weshalb er nun, sofort vielleicht,

das Holz im Ofen wieder zündet, was er durch den Frost begründet,

der scheinbar diesmal draußen herrscht. Der Hund ist auch noch eingepfercht

und kam noch nicht vor die Tür und darum kann er nichts dafür

wenn ihn heute, wie verrückt, schon die Blase ziemlich drückt.

Doch der Hund beherrscht sich immer, denn er macht nicht gern ins Zimmer.

Der Kachelofen tut nun brennen. Der Hund tut seinen Herrn erkennen,

den er froh begrüßen kann und dann geht es irgendwann

zur Tür hinaus und in den Frost. Und der Hund trägt seine Kost

frisch verdaut zu diesem Zwecke versteckt in irgend eine Ecke,

vorteilshalber auf dem Land, ins hohe Gras und in den Sand,

nach Möglichkeit in Wald und Feld, denn dort kostet es kein Geld.

Auch entdeckt man in dem Wald den Hundehaufen nicht so bald.

Der ist heute frisch am dampfen und der Hund kann wieder mampfen.

Das Häufchen ist im Frost erstarrt und gefroren ziemlich hart

und darum einfach zu entsorgen, in der Stadt vielleicht erst morgen,

von dem Bediensteten der Stadt, der ein Händchen dafür hat.

Macht der Hund vors Nachbarhaus, dann fordert er den Nachbarn raus,

der die Fassung ganz verliert und als Hitzkopf debattiert,

mit einem heftig lauten Mund, mit dem Besitzer von dem Hund,

der sich dafür revanchiert und sehr frostig reagiert

und der Kälte zugeneigt, ihm die kalte Schulter zeigt.

Diskutiert wird nun im Frost, die vom Hund verdaute Kost,

die das gute Tier am Schluss täglich neu entsorgen muss.

Frostig muss damit auf Erden, oft das kalte Klima werden,

nicht zuletzt durch manchen Hund. Der läuft täglich zweimal rund.

Der Nachbar mit dem großen Mund schimpft immer auf den blöden Hund,

wen immer er damit auch meint, als das Klima frostig scheint.

H. Feisel

Krank.

Krank.

Wird ein Mensch fast niemals krank, der Abhärtung dabei zum Dank,

dann ist der Mensch, aus diesem Grund, gewisserweise kerngesund.

Nach Möglichkeit ein Leben lang, in seinem lebenslangen Drang

die Abhärtung noch zu betreiben, will mancher viel gesünder bleiben,

als jene die sich viel beschweren und die Wehwehchen vermehren.

Manche kränkeln irgendwie und gesund sind sie wohl nie,

und beim ständig vielen Krauchen tun sie viel Medizin verbrauchen.

So spricht ein Mensch, ganz abgeklärt, in der Abhärtung bewährt,

angesichts der vielen Kranken, die es nur dem Arzt verdanken,

dass sie noch am leben sind. Mancher läuft oft ganz geschwind

beim Termin zum Warteraum. Ansonsten läuft er aber kaum,

abgesehen von dem Ziel, auch nur einen Schritt zu viel.

Der Doktor der, aus seiner Sicht, dazu seine Wort spricht,

der meint, laut der Diagnose, geht zu viel Sitzen in die Hose,

die sich ständig immer weitet, von dem Heißhunger begleitet

und der Mensch sei irgendwann, wie man deutlich sehen kann,

mangels der Bewegung krank. Der schiebt das auf die lange Bank,

auf der er gerne lange sitzt, damit er nicht unnötig schwitzt

und sagt, bei innerer Erregung, er sei zu krank für die Bewegung.

Er bräuchte auch, bei viel Bewegung, entsprechend viel mehr an Verpflegung,

gibt der Patient noch zu bedenken. Das Rezept lässt er sich schenken,

tut er in Gesellschaft prahlen. Auch muss er wohl nichts zu bezahlen,

als er zur Apotheke geht, wo er auch nicht gerne steht,

denn er kann in dem Geschehen nicht allzu lange dabei stehen.

Er lebt schon lang mit Krankenschein, kann nicht beruflich tätig sein

bei dem Gewicht das er so trägt, mit dem er sich durchs Leben schlägt.

Darum ist er lieber krank, als in Qualen allzu schlank,

so wie stets tagein, tagaus, der Nachbar in dem Nachbarhaus,

der sich täglich überwindet und der sich seine Knochen schindet,

im Beruf wahrscheinlich trabend und dazu nach Feierabend,

sowie an den Wochenenden. Der tut sehr viel Zeit verwenden,

um sich draußen abzuhärten. Doch er greift Pillen, die bewährten,

die sind für die Gesundheit gut. Der Nachbar rennt im Übermut

und meint das Laufen sei gesund. Doch er läuft sich die Schenkel wund,

schon beim laufen zur Toilette, zwischen Klo und seinem Bette,

als ihn im Darm die Grippe quält und er die Tabletten zählt.

Der Nachbar ist ein zäher Hund, läuft immer noch da draußen rund

und schlägt viel Tabletten aus. Er läuft tagtäglich rein und raus

und ist nicht kaputt zu kriegen. Das kann er nicht, er kann nur liegen.

Darum wird er auch nicht schlank. Stattdessen ist er viel zu krank.

H. Feisel

Guter Dinge.

Guter Dinge.

Das Leben ist gewöhnlich beim Sonnenschein versöhnlich,

mit dem natürlichen Verlauf. Der Mensch nimmt sehr viel Schnee in Kauf,

doch kann sich dafür wenig kaufen, muss häufig wie auf Schlittschuh laufen

und dabei lange, sozusagen, jede Menge Schnee beklagen.

Gibt es lange Zeit, oh Weh, massenweise tiefen Schnee,

dann müssen Menschen schaufeln, schieben, die den Winter nicht mehr lieben.

Tut viel auf dem Dachstuhl liegen, dann tun sich die Balken biegen

und die Latten bersten fast, unter einer schweren Last,

bedingt durch Schnee in großen Massen. Und wo soll man die Haufen lassen?

Die Haufen bleiben lange liegen und können dauernd Nachschub kriegen.

Darum wird, wer kann das loben, haufenweise Schnee geschoben,

wodurch der Nachschub, aus der Sicht, lange Zeit nicht unterbricht.

Manchen nervt das um so mehr, denn nachgeschoben wird noch mehr.

Doch der Schnee schmilzt immerhin haufenweise noch dahin,

überall und weit und breit. Doch der Winter lässt sich Zeit

und macht dem Frühling und dem Schatz lange Zeit noch keinen Platz.

So muss das Schätzchen sich gedulden. Die Natur tut das verschulden,

dass die Sonne sich versteckt und der Schnee das Land bedeckt,

lange Zeit im Übermaß. Weil man viel vor der Heizung saß,

entstehen diesbezüglich Posten überhöhter Heizungskosten.

Mancher neigt, bei den Beschwerden, allmählich dazu bös zu werden

und schimpft vergeblich auf das Wetter, denn dadurch wird es auch nicht netter,

bis er resignierend schweigt, wonach sich dann die Sonne zeigt.

Der Frühling hat noch nicht gewonnen. Das Frühjahr hat zwar längst begonnen,

doch die Sonne will nicht prahlen, mit dauerhaften Sonnenstrahlen,

weil der Winter widerstrebt. Die Gattin ist schon aufgelebt

und zieht sich dann ein ganzes Stück, widerstrebend schnell zurück,

vom Spaziergang auf der Gasse, in der ziemlich schmalen Trasse,

zwischen Berge weise Schnee, denn der Schauer kommt, Oh weh,

mit Schneegestöber in der Luft und sie nennt den Petrus Schuft.

Irgendwann kommt doch die Sonne und das ist eine wahre Wonne,

wenn sich der Schneematsch, der nun taut, nicht zur Überflutung staut.

Irgendwann ist dann indessen, der letzte Schnee total vergessen,

damit der Frühling noch gelingt und gute Dinge mit sich bringt.

Und der Mensch ist „Guter Dinge“, damit die Lebenslust gelinge,

während manche Knospe treibt, wenn sie ohne Nachtfrost bleibt;

und die Bäume schlagen aus, ringsherum und um das Haus.

Die Katzen jammern und die Hunde, drehen lustvoll ihre Runde.

Die Vögel zwitschern in den Bäumen, die Jungfrau die beginnt zu träumen.

So ist beim Trällern und Gesinge alles wieder guter Dinge.

H. Feisel

Konzentriertes.

Konzentriertes.

Ein Dichter ist stark konzentriert. Wenn er den Faden ganz nicht verliert,

dann wär das diesem augenscheinlich vor sich selber ziemlich peinlich.,

was er aber, im Entschluss, nicht im Text erwähnen muss,

es sei denn einmal aus Versehen, wie in diesem Reim geschehen.

Öffentlich, vor den Personen, die sich nicht beim Lesen schonen,

wenn möglich etwas zu begreifen, versucht der Dichter auszuschweifen,

in all seinen Gedankengängen. Doch zwischenzeitlich bleibt er hängen,

als er hängt mit seinem Haupt, als er fast zu schlafen glaubt,

vielleicht nach einem harten Tag. Dann springt er auf, mit einem Schlag,

und bemüht sich um Kaffee, oder um die Tasse Tee,

beziehungsweise, eben drum, im Winter um den Grog mit Rum,

oder um den Glühwein auch, in dem altbekannten Brauch.

Trinkt er, an den Tasten hier, dagegen eine Flasche Bier,

dann schläft er um so schneller ein. Der Sinn der Sache soll wohl sein,

dass er eher munter bleibt, damit er noch paar Sätze schreibt.

Darum tut er sich entschließen das Bier erst später zu genießen,

wenn möglich vor der Flucht ins Bett, denn dann schläft er später nett.

Darum tut er den Kaffee kochen. Nach Glühwein hat es auch gerochen.

Doch will er hier kein Kochbuch schreiben, darum muss er beim Thema bleiben,

das den Dichter hier beschreibt, sofern er an dem Thema bleibt.

Er weiß sich jedoch keinen Rat, bei diesem Thema im Format,

weiß nicht wie er sich irgend toll halbwegs gut beschreiben soll,

denn es fällt ihm allgemein scheinbar nicht viel Gutes ein.

Irgendwie meint er zu Recht, bei diesem Thema wird ihm schlecht.

Soll er sich als Autor beschreiben und am Makel kleben bleiben,

dass er ein Versager ist, oder soll er sich, mit List,

gegen alle Toren wenden und denselben Stoff verwenden,

den die Toren alle meiden, weil sie wohl darunter leiden?

Er wendet sich dann doch im Nu wieder diesem Thema zu,

das die halbe Welt beschreibt, weil er nicht an sich kleben bleibt.

Memoiren können schreiben die ansonsten nichts betreiben.

Denen fällt auch allgemein wahrscheinlich gar nichts andres ein,

als sich selber einzulullen mit Hilfe so genannter Nullen,

die man auch in Zahlen sieht, wo der Reibach neu geschieht.

Es will die Menge allgemein für dämlich angesehen sein,

sonst würde sie nicht emsig laufen um blöde Bücher einzukaufen.

Darum schreibt, an dieser Stätte, ein Mensch den mancher gern dort hätte

wo vielleicht der Pfeffer wächst. Doch der bleibt jedoch zunächst,

mit viel Pfeffer in der Prise und ein mancher kriegt die Krise.

Stark gepfeffert, konzentriert, schreibt er weiter ungeniert.

H. Feisel

Atmosphäre

Atmosphäre.

Ein jeder Mensch benötigt Luft. Erst am Ende, in der Gruft,

hat er weder Luft noch Leben und es hat sich dann ergeben,

dass er keine Luft mehr braucht. Er hat sein Leben ausgehaucht,

wie man so zu sagen pflegt, wenn sich kein Leben in ihm regt.

Doch davor ist er am leben und er tut sein Bestes geben,

um das Leben zu gestalten und recht lange zu erhalten.

Dazu braucht er die Luft auf Erden. Ohne die gäb'' es Beschwerden,

denn ohne Sauerstoff kann eben kein Mensch länger überleben.

Es ist der Mensch darum bemüht, dass er, wenn möglich, lange blüht.

Man lässt den Kopf nicht einfach hängen, unter irgend welchen Zwängen,

wie eine Pflanze an dem Ort, die allmählich ganz verdorrt.

Solang der Mensch noch Atem zieht und der Puls im Takt geschieht,

solang gibt er im Lebenslauf, vorerst seinen Geist nicht auf,

innerhalb der Atmosphäre, in der er gerne ewig wäre,

solange ihn der Schmerz nicht quält. Die Atemluft im Leben zählt.

Das merkt der Mensch, wenn es ihn treibt, wenn ihm mal die Luft weg bleibt.

Ist die Atmosphäre rein, dann kann der Mensch zufrieden sein,

ohne irgend eine Krise, in der angenehmen Prise,

die er an der Luft empfängt, wenn es ihn ins Freie drängt.

Wenn die Luft verpestet ist, durch irgend eine Art von Mist,

dann hält sich mancher Mensch im Nu, beim Gestank, die Nase zu

und schimpft womöglich auf den Bauer. Das kann er aber nicht auf Dauer,

weil ihm sonst die Luft weg bleibt, wenn er die Atemnot betreibt,

mit der Hand an seiner Nase, wegen dieser schweren Gase.

Die dicke Luft bewegt sich schwer in der Lunge hin und her,

weil sie ganz erbärmlich riecht, wenn sie durch die Nase kriecht.

Doch das Schlimmste, aus der Sicht, ist diese Atmosphäre nicht,

weil jeder Mief sich auch verzieht, wenn ein solcher Muff geschieht.

Schlimmer ist die dicke Luft, die vielleicht nicht mehr verpufft.

Die Atmosphäre ist vergiftet, wenn manches auseinander triftet,

wenn die Nachbarn sich nicht kennen und ein manches Schimpfwort nennen,

oder sich nicht kennen wollen und bei ihrem Anblick grollen.

Wenn einmal, an manchen Plätzen, sich die Nachbarn nicht mehr schätzen,

dann ist die Atmosphäre übel, jeweils durch den alten Rüpel,

gegenüber in dem Haus. Die dicke Luft quillt dort heraus,

mit Schimpf und Schande und Gemecker und geht ständig auf den Wecker.

Es steigert sich die Wut im Trieb und sie sind sich gar nicht lieb,

innerhalb der Atmosphäre, die anders zu ertragen wäre.

H. Feisel