Der Hausdrachen.
Der Hausdrachen.
Manches Weib gleicht einem Drachen und tut allen Beine machen
und ist wütend und erbost. Da sucht mancher seinen Trost,
mit Schnaps und Bier und auch mit Wein, denn er fühlt sich dort allein,
wo ihn das Schicksal überfährt. Die Gattin ist darin bewährt
sich wie ein Drache aufzuspielen und tut viel Respekt erzielen,
in dem Haus wo sie hantiert und die Beherrschung schnell verliert,
weil sie fest darauf besteht, dass es nach ihrer Hutschnur geht.
Es müssen wohl, im Großen, Ganzen, die nach ihrer Pfeife tanzen,
die nicht viel zu sagen haben. Sie tut mit dem Finger traben
und mit lauten Worten sprechen. Den Widerstand den will sie brechen
und darum tut sie manchmal schreien. Wer kann will sich von ihr befreien,
doch nicht jeder tut es wagen, gewisserweise, sozusagen,
in verzwickten Lebenslagen, eine Trennung vorzuschlagen.
Kommt die Trennung noch in Frage, angesichts der großen Klage,
die ein Häufchen Elend führt? Zeigt der Richter sich gerührt,
bei der Scheidung vor Gericht, angesichts von dem Bericht?
Manches was der Schreiber dichtet, wird in dem Sinn nicht berichtet
und ist schwierig vorzutragen, unter ganz immensen Klagen,
die der schwache Mann am Schluss, weinerlich empfinden muss.
Der hat die junge Frau geschwängert, doch der Vertrag wird nicht verlängert,
bei der Scheidung vor Gericht. Der arme Mensch sieht aus der Sicht,
nach ein paar Jahren ziemlich klar, dass dies ein schwerer Fehler war.
Am Ende spricht er nur vom Weib und sie hält ihn sich vom Leib,
mit Geplärre und Gezeter. Er zog im Spiel den Schwarzen Peter
und hat nunmehr schlechte Karten. Er kann nur auf die Scheidung warten,
mit den Nerven ganz am Ende und hofft im Schicksal auf die Wende.
Nicht jeder kann es sich verkneifen auf ein Wort zurück zu greifen,
aus der urzeitlichen Sicht, wenn er von dem Drachen spricht.
Es tobt der Drache sich im Haus alles niederstampfend aus
und darum fühlt sich allgemein mancher Mensch dabei ganz klein.
Kleinlaut ist der Kleingemachte, der versehentlich dran dachte,
sich ein flottes Weib zu nehmen, samt den Folgen, den extremen.
Der Hausdrache rumort im Hause und der Flüchtling sucht die Pause,
arg gequält dabei indes, in dem so genannten Stress.
Der Drachen, der die Beute jagt, ist inzwischen mehr betagt
und der Gejagte ringt nach Luft und sehnt sich beinah nach der Gruft,
in der er vielleicht, irgendwann, Ruh und Frieden finden kann.
Der Priester, der den Segen nennt, sprach: „Bis dass der Tod euch trennt!“
Verschweigt ein frommer Katholik mitunter nur sein Missgeschick?
Der Protestant fragt sich da bloß: „Warum sind Priester ehelos
und es spricht mancher Schwerenöter von Michael dem Drachentöter.
H. Feisel
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