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Kult-Ur-kritische Texte.

Der Hausdrachen.

Der Hausdrachen.

Manches Weib gleicht einem Drachen und tut allen Beine machen

und ist wütend und erbost. Da sucht mancher seinen Trost,

mit Schnaps und Bier und auch mit Wein, denn er fühlt sich dort allein,

wo ihn das Schicksal überfährt. Die Gattin ist darin bewährt

sich wie ein Drache aufzuspielen und tut viel Respekt erzielen,

in dem Haus wo sie hantiert und die Beherrschung schnell verliert,

weil sie fest darauf besteht, dass es nach ihrer Hutschnur geht.

Es müssen wohl, im Großen, Ganzen, die nach ihrer Pfeife tanzen,

die nicht viel zu sagen haben. Sie tut mit dem Finger traben

und mit lauten Worten sprechen. Den Widerstand den will sie brechen

und darum tut sie manchmal schreien. Wer kann will sich von ihr befreien,

doch nicht jeder tut es wagen, gewisserweise, sozusagen,

in verzwickten Lebenslagen, eine Trennung vorzuschlagen.

Kommt die Trennung noch in Frage, angesichts der großen Klage,

die ein Häufchen Elend führt? Zeigt der Richter sich gerührt,

bei der Scheidung vor Gericht, angesichts von dem Bericht?

Manches was der Schreiber dichtet, wird in dem Sinn nicht berichtet

und ist schwierig vorzutragen, unter ganz immensen Klagen,

die der schwache Mann am Schluss, weinerlich empfinden muss.

Der hat die junge Frau geschwängert, doch der Vertrag wird nicht verlängert,

bei der Scheidung vor Gericht. Der arme Mensch sieht aus der Sicht,

nach ein paar Jahren ziemlich klar, dass dies ein schwerer Fehler war.

Am Ende spricht er nur vom Weib und sie hält ihn sich vom Leib,

mit Geplärre und Gezeter. Er zog im Spiel den Schwarzen Peter

und hat nunmehr schlechte Karten. Er kann nur auf die Scheidung warten,

mit den Nerven ganz am Ende und hofft im Schicksal auf die Wende.

Nicht jeder kann es sich verkneifen auf ein Wort zurück zu greifen,

aus der urzeitlichen Sicht, wenn er von dem Drachen spricht.

Es tobt der Drache sich im Haus alles niederstampfend aus

und darum fühlt sich allgemein mancher Mensch dabei ganz klein.

Kleinlaut ist der Kleingemachte, der versehentlich dran dachte,

sich ein flottes Weib zu nehmen, samt den Folgen, den extremen.

Der Hausdrache rumort im Hause und der Flüchtling sucht die Pause,

arg gequält dabei indes, in dem so genannten Stress.

Der Drachen, der die Beute jagt, ist inzwischen mehr betagt

und der Gejagte ringt nach Luft und sehnt sich beinah nach der Gruft,

in der er vielleicht, irgendwann, Ruh und Frieden finden kann.

Der Priester, der den Segen nennt, sprach: „Bis dass der Tod euch trennt!“

Verschweigt ein frommer Katholik mitunter nur sein Missgeschick?

Der Protestant fragt sich da bloß: „Warum sind Priester ehelos

und es spricht mancher Schwerenöter von Michael dem Drachentöter.

H. Feisel

Raufbold.

Raufbold.

Der Wortwechsel wird manchmal laut, wenn man mit Worten gut vertraut,

in der Debatte, nicht sehr still, erfolgreich dominieren will.

Man fügt sich dabei schnell, im Nu, mancherlei Verletzung zu,

zunächst nur innen, in der Seele, in der folgenden Querele.

Die Handlung zieht sich in die Länge und es kommt zu viel Gedränge,

in der inneren Verletzung, bei der Auseinandersetzung.

Zusammen hat man einst gesessen und danach kam es indessen

zu dem laufenden Konflikt. Ein Raufbold ist wer wütend blickt

und sich ziemlich stark erregt auf den Gegner zu bewegt,

mit der Absicht, sozusagen, diesen gerne zu erschlagen.

Der Raufbold tut zum Standort laufen, denn er will mitunter raufen,

im so genannten Handgemenge. Zugespitzt, in sehr viel Enge,

will er nun Handgreiflich werden und das führt zu viel Beschwerden,

wie man sich wohl denken kann. Der Konflikt vollzieht sich dann,

gewisserweise im Affekt, der in dieser Handlung steckt

und der Effekt das ist wohl der, im Nachhinein und Hinterher,

dass man sich, mit der Faust vertraut, kräftig auf die Nase haut.

Der Raufbold möchte gerne raufen, manchmal innerhalb vom Haufen,

in der Massenschlägerei. Darum ist er dann dabei,

wenn es ums Gerangel geht, wo immer der Konflikt entsteht.

Will sich der Raufbold nicht mehr raufen, dann tut er schnell von dannen laufen,

vielleicht weil ihm die Nase blutet. Er hat sich zu viel zugemutet,

diesbezüglich in der Rage und fällt aus in der Blamage,

wenn das Ergebnis nicht gefällt und wenn er sich die Nase hält.

Das Resultat ist manchmal fad, im Jähzorn und im höchsten Grad,

nachdem das Blut im Schädel wallt. Ein kühler Kopf bleibt besser kalt,

ein kalter Krieger sicher auch, seit alters her, im alten Brauch.

Der Raufbold will sich, sozusagen, aber gern erfolgreich schlagen,

denn er fühlt sich gern als Held. Doch dann gibt er Fersengeld,

wenn er kläglich neu entdeckt, dass kein Held mehr in ihm steckt.

Ein Raufbold will ganz allgemein im Raufen gern erfolgreich sein

und es zieht ihn in die Schar. Vielleicht wird ihm zu spät klar,

wenn er sich in den Haaren rauft: er hat sich selbst für dumm verkauft,

in seiner Neigung sich zu raufen. Muss er vor dem Gegner laufen,

dann ist es mit der Rauferei zunächst einmal ganz schnell vorbei.

Dann findet er vielleicht die Zeit, derart bei Gelegenheit,

sich bezüglich mancher Sachen, manches einmal klar zu machen,

sofern er vielleicht, irgendwann, wirklich noch klar denken kann.

Hat er in seinem Schmerz gestöhnt, dann war er keinen Schmerz gewöhnt

und er kann nun, unter Klagen, das Desaster schlecht ertragen.

H. Feisel

Auseinander gesetzt.

Auseinander gesetzt.

Es gehört zu der Verletzung zuerst die Auseinandersetzung.

Wer sich auseinander setzt, der sitzt vielleicht einmal zuletzt,

lieber nicht an einem Tisch und zerrissen ist ein Wisch,

über den man streiten kann. Mancher ehrenwerte Mann

fühlt sich innerlich verletzt, hat sich ein Stück weit abgesetzt,

wegen innerer Verletzung, nach der Auseinandersetzung

und sieht, aus der Perspektive, die Chance in der Defensive.

Die Offensive sei gescheitert, meint sein Gegner dann erheitert.

Das Feindbild ist wohl das was bleibt und zu der Handlungsweise treibt,

in der man sich noch, bis zum Schluss, auseinandersetzen muss.

Wie und wann ein Schluss geschieht und wie man einen Schlussstrich zieht,

das bleibt sicher, viele Tage, eine ungelöste Frage.

Man sucht lange, im Verdruss, ganz vergeblich am Entschluss,

in dem man all dem, über Nacht, irgendwie ein Ende macht.

Die Stimmung hat sich aufgeheizt, die Kontrahenten sind gereizt

und wollen nun, in ihrem Hassen, nicht mehr voneinander lassen.

Die Auseinandersetzung läuft und hat sich mehr und mehr gehäuft,

in Angriff und Verteidigung, im Meineid der Vereidigung,

in der gewissen Sabotage, in wachsend der erneuten Rage

und in manchem schlimmen Wort, am jeweils ganz bestimmten Ort.

Immer wieder, aus Versehen, tun Gegner sich zu nahe stehen,

denn man tritt, im derben Gruß, sich allzu gerne auf den Fuß,

und das vermehrt, bedingt durch Zeit, in relativer Häufigkeit.

Der Nachbar bricht den Streit vom Zaun und will mit dem Spaten haun.

Sein Gegenüber weicht ein Stück vor dem Spaten schnell zurück

und nimmt den Hammer in die Hand, mit dem Rücken zu der Wand.

Die Gemahlin kommt dazu. Die Nachbarin gibt auch nicht Ruh.

Der Hund vom Nachbar jagt die Katze und die schlägt ihn mit der Tatze,

wie es sich im Streit gehört, wenn jeder auf das Seine schwört.

Jeder glaubt es geht zu weit und sinnt an Rache alle Zeit.

Wie lässt sich die Sache schlichten und nach Paragraphen richten,

die sehr undurchsichtig scheint? Irgendwann hat man gemeint,

dass man sich auseinander setzt, damit man sich nicht noch verletzt,

womöglich mit sehr ernsten Folgen. Am Himmel ziehen dunkle Wolken.

Man tut sich viel mehr Platz ersehnen. Das Grundstück lässt sich nur nicht dehnen

und die Grenze die bleibt dort auf engstem Raum, am gleichen Ort.

Wie will man so zusammen wohnen, in den heiß umkämpften Zonen?

Die Zonengrenze müsst herbei, meterhoch, so etwa drei;

oder besser wären vier, links und rechts von dem Revier.

Die Mauer muss nur allgemein erst einmal bewilligt sein.

H. Feisel

Auseinandersetzung.

Auseinandersetzung.

Die sonst am Tisch zusammen sitzen, tun sich manchmal stark erhitzen,

wenn sie sich auseinander setzen und sich dabei arg verletzen.

Grob verwendet, nach Bedarf, ist manche Formulierung scharf,

wie eine messerscharfe Klinge und mancher nicht mehr guter Dinge,

wenn er sich, in der Art verletzt, mitunter auseinander setzt.

Mancherorts, in großer Fülle, ertönen Worte im Gebrülle.

Die Auseinandersetzung läuft, wobei sich manches Schimpfwort häuft,

von sehr großem Zorn erfüllt, in die Welt hinaus gebrüllt.

Damit der Streit geregelt sei, folgt eine große Schreierei,

mit viel Elan und Energie, solange man beständig schrie.

Manche schreien vor dem Haus manches Wort aus sich heraus

und je mehr Personen schreien, je besser kann der Streit gedeihen.

Wird es in dem Dorf sehr laut, wenn mancher aus dem Fernster schaut,

dann ist schließlich in der Weise, die Dorfidylle nicht mehr leise.

Im Gedönse und Gekreische, befürchtet mancher eine Leiche,

wenn er, wie es sich so schickt, besorgt aus seinem Fenster blickt,

um den großen Lärm zu orten. Es scheint als will man sich ermorden,

und man kriegt nichts in die Reihe, angesichts von dem Geschreie.

Die Worte prasseln immer wieder in den höchsten Tönen nieder,

kreuz und quer in dem Geschrei; vermischen sich zum Einerlei,

in dem man, wie es halt so geht, nicht sein eignes Wort versteht.

Das Gekreische und Gezeter hört in der Umgebung jeder

und wird weit hinaus getragen, wenn sich die Leute heftig schlagen,

zunächst mit Worten in den Sätzen, die sie scheinbar ziemlich schätzen.

Der Wortschatz der Zusammenkunft bietet nicht mehr viel Vernunft

und die ganz konträre Handlung steigert sich bis in die Wandlung,

in der man sich nicht mehr verträgt und sich kratzt und zerrt und schlägt.

Wenn der Lärm weiterhin besteht und sich steigert, wie es geht,

dann tut man sich im Geschehen womöglich an die Hälse gehen.

Tut einer an dem Halse würgen, dann kann man sich für nichts verbürgen.

Ist der Krach in dieser Weise schließlich abgeebbt und leise,

hat einer an dem Handlungsort vielleicht doch das letzte Wort,

wenn er wütend und verroht, mit Morden und mit Totschlag droht.

H. Feisel

Rabauken.

Rabauken.

Es eignet sich ein mancher Platz für den entsprechenden Rabatz,

wenn Rabauken randalieren und den Verstand total verlieren,

vielleicht mit etwas Alkohol. Manchen geht es viel zu wohl.

Nur das Hirn hat eine Krise, wahrscheinlich wohl nach der Devise,

es sei immer sozusagen einiges kaputt zu schlagen.

Dass aller Unfug, der bedrängt, mit dem Hirn zusammenhängt,

das hat sich keiner klar gemacht. Das Hirn hat es zu nichts gebracht,

in eigens der bekannten Leere und gibt der Dunkelheit die Ehre,

im so genannten bloßen „Nichts“, ohne den Schimmer eines Lichts.

Mancher Mensch hat keinen Schimmer und Blödheit die bedrängt ihn immer,

weil er „Nichts“ statt „Alles“ weiß. Er randaliert mit großem Fleiß

und ist zum Denken viel zu faul. Doch hat er wohl ein großes Maul.

Mancher Mensch ist, an der Stelle, alles andere als helle

und gesellt sich dort im Nu gerne den Rabauken zu.

Der Volksmund nennt sie die Rabauken. Sie halten gar nicht viel vom Pauken

und um so mehr von der Randale. Der Kopf gleicht einer leeren Schale

und ähnelt einer harten Nuss, die der Schlagstock knacken muss,

oder aber knacken soll. Der Polizist verhilft im Groll,

beim so genannten Bandenkrieg, der Obrigkeit dabei zum Sieg.

Die Obrigkeit, die davor flüchtet, hat das Pöbel selbst gezüchtet,

das vom puren Unfug zeugt und das nur der Schlagstock beugt.

Der Rabauke will im Land mit dem Schädel durch die Wand

und bricht sich, im Missgeschick, dabei einmal das Genick.

Der Rabauke will „Nichts“ lernen und sich von der Vernunft entfernen.

Verbirgt sich, hinter mancher Stirn, ein mangelhaftes leeres Hirn

mit ungenügender Substanz, dann findet Blödheit Resonanz,

in den arg bornierten Köpfen, die sich im Verstand erschöpfen.

Mancher Kopf ist ausgelaugt, der zu keinem Sinn mehr taugt,

der ohne die Vernunft besteht und völlig sinnlos untergeht.

Ohne Sinn und ohne Zweck agiert der Mensch an manchem Fleck,

nur um der Randale willen und um seine Sucht zu stillen,

die in der Blödheit sehr bedrängt, die schwer auf jeder Seele hängt.

Der Mensch der die Vernunft verliert, der ist fälschlich programmiert,

in seinem inneren Verlangen zur Anerkennung zu gelangen.

Die Blödheit lässt sich hierbei nennen. Will man die Blödheit anerkennen,

dann hieße das, in dem Begehren, den Blödsinn öffentlich zu ehren.

Wer sich niemals, irgendwann, selber überwinden kann,

der muss sicherlich auf Erden im Blödsinn überwunden werden.

Mancher hat dabei die Wunden in dem Schlagabtausch gefunden.

Die hat er sich wohl ungelogen dabei selber zugezogen,

durch die Blödheit, die ihn drängt, während er am Unfug hängt.

H. Feisel

Wahlausschluss.

Wahlausschluss.

Die Wahl ist ziemlich unbequem, im periodischen System,

wenn all die, die sich wählen lassen, dem harten Wahlkampf überlassen,

gewisserweise, sozusagen, über die Belastung klagen,

die der Stress so mit sich bringt. Wenn der Wahlfeldzug gelingt,

dann ist der Sieger sehr zufrieden. Mancher hat es dann vermieden

die Wahlschlappe, nach viel Bestreben, offiziell ganz zuzugeben

und redet um den heißen Brei und am Thema mehr vorbei,

wenn die Niederlage prompt den Nerven nicht sehr gut bekommt.

Vorher muss der Wahlkampf toben und alle tun sich selber loben,

tun jedoch, nicht im Entfernten, sehr viel Lob vom Gegner ernten.

Der Wahlgegner ist hart und zähe und aus allernächster Nähe,

im Wahlkampf niemals zu genießen und tut Worte von sich schießen,

wie, und heftig um so mehr, vom automatischen Gewehr.

Der Wahlausschuss bemüht sich sehr, dem entsprechend um so mehr,

weil er insgesamt und still nicht von Ausschuss sprechen will,

in den ungültigen Stimmen. Darum muss man die Wähler trimmen,

dass die das Kreuzchen richtig machen. Die Oma zweifelt an viel Sachen

und sie spricht es sei ein Kreuz. Wählt sie trotzdem, manchen freud's,

dann mittels Brief, bei mancher Wahl, aus der großen Überzahl

all der Namen im gemeinen, insgesamt vielleicht nur Einen.

Die Propaganda ist recht lange vor der Wahl sehr laut zugange,

jeweils auf die Stimmen heiß. Mancher alte Mensch der weiß

was er als Tradition am Schluss, schon seit Jahrzehnten, wählen muss.

Wahlberechtigt, in dem Falle, sind jedoch noch längst nicht alle,

die sich im Wahlbezirk so tummeln und mancher tut die Wahl verbummeln,

im wunderbaren Sonnenschein. Sollte Regenwetter sein,

tut mancher trotz sehr viel Betreiben, lieber gern Zuhause bleiben,

während mancher aus der Sicht wahlfrei vom Verweigern spricht.

Den Wahlschein kriegen wohl die meisten, denn man kann es sich nicht leisten

auf die Stimmen zu verzichten, laut jener die sehr viel berichten.

Ob mit, ob ohne großen Drang, macht mancher wählend seinen Gang,

vielleicht zu einem Wahllokal seiner so genannten Wahl.

Dort tut er nun, in dem Geschehen, in die Wahlkabine gehen,

wo er im Geheimnis still seine Kreuzchen machen will,

beziehungsweise unter Groll, seine Kreuzchen machen soll.

Die Wahlurne steht in der Zeit der Zettelwirtschaft dort bereit

und mancher spendet seinen Zettel, nach dem politischen Gebettel.

Die Wahlordnung ist nicht bequem im Wahlgesetz mit viel System,

in dem Wahlkreis, bei der Schlacht. Die Wahlliste ist angebracht,

auf der man nicht, mit viel Verdruss, ganz vergeblich suchen muss.

Die Wahl ist aus und es ist Schluss, im so genannten Wahlausschluss.

H. Feisel

Selbstbehauptungstrieb.

Selbstbehauptungstrieb.

Der Selbstbehauptungstrieb ist jedem Platzhirsch immer lieb,

weil der fest darauf besteht, dass ohne ihn wohl gar nichts geht.

Irgendwann war der ein Spießer, vielleicht sogar ein ziemlich mieser,

doch dann hat der sich vorgenommen, aus der Ohnmacht raus zu kommen

und sein Gehörn tut langsam wachsen. Er treibt im Trieb und ist auf Achsen,

beziehungsweise schnell zu Fuß und er entbietet seinen Gruß,

in der Herde, unter Zwängen und tut an sich an die Spitze drängen.

Auch wenn viel böses Blut nun floss, so steigert er sich doch zum Boss,

der nun an der Spitze steht, wo es um sein Rudel geht.

Im Rudel ist er, im Geschehen, von nun ziemlich angesehen.

Der alte Platzhirsch ist vertrieben oder schweigend fortgeblieben,

weil er letztlich, als ein Tor, im Zweikampf das Geweih verlor

und vielleicht ist er verstorben und als solcher längst verdorben.

In der Gesellschaft lebt sich's weiter. Der Selbstbehauptungstrieb vom Leiter,

ist sicher nicht zu übersehen, denn der tut keinen Spaß verstehen,

wenn es um seine Krone geht, die nur ihm am besten steht,

wie er im Selbstbewusstsein glaubt, bis man ihm die Krone raubt.

Wenn er das Geweih verliert, dann ist er selber angeschmiert,

womöglich in der Führungspose. Das Horn das wackeln und ist lose.

So haben sich wohl alle Großen ihre Hörner abgestoßen.

Mancher der die Menge führt, hat die kräftig aufgerührt,

weshalb man ihn, im Argument, den Aufrührer im Rudel nennt,

freilich erst aus später Sicht, wenn man ungefährdet spricht.

Der Platzhirsch ist ein mancher Mann, über den man spotten kann,

allerdings erst sehr viel später, wenn der große Übeltäter

einmal nicht mehr existiert und quasi das Geweih verliert,

mit dem er sich behaupten kann. Es ist immer irgendwann

jeder Platzhirsch mal am Ende. Was bleibt ist „Nichts“ als die Legende,

nachdem er ziemlich „Alles“ wollte, aber vor dem Abgang schmollte,

als sein Grollen nichts mehr brachte, das er zur Gewohnheit machte.

So brach ein kleines Horn hervor, im kleinen Spießer, der sich schwor,

in seinem Selbstbehauptungstrieb, es wäre ihm die Macht sehr lieb.

Das kleine Horn wächst und gedeiht, bis der Zwölfender lauthals schreit

und aus vollem Halse röhrt, was man nicht mehr überhört

und zu diesem Zeitpunkt dann nicht mehr überhören kann.

Wer zu viel buhlt der ist auch künftig in der Brunftzeit unvernünftig

und im Fieber wie im Rausch, beim so genannten Schlagabtausch.

Der starke Selbstbehauptungstrieb ist vielen Großen derart lieb,

dass sie ziemlich arg erblinden und sich in dem Rausch befinden,

den man schließlich Machtrausch nennt, im Größenwahn den dieser kennt.

H. Feisel

Fette Jahre.

Fette Jahre.

Man sprach oft, an manchem Platz, von reichlich Speck und Fettansatz.

Den Wohlstand hat man so beschrieben. Reichlich Fett ist noch geblieben,

auf den Rippen vieler Dicken, die viel Geld aufs Konto schicken,

die mit ganz immensen Zahlen und mit Millionen prahlen.

Viele werden trotzdem mager. Der Fette nennt sie die Versager,

denn denen ist versagt geblieben, was die Dicken an sich lieben,

der Erfolg und die Karriere. Wer versagt an der Barriere,

die das Leben manchmal schuf, der hat nicht den besten Ruf,

wie die Fetten dazu meinen, die dazu beruflich scheinen,

als seien sie dazu berufen, dass sie sich den Reichtum schufen.

Fette Jahre bringen Speck. Doch der schmilzt an manchem Fleck

und was bleibt sind Haut und Knochen. Selbstbewusst hat man gesprochen,

vom Fett das alle reichlich nährt. Wie lange diese Fettsucht währt,

das kann aber kein Mensch sagen, angesichts der vielen Fragen,

die sich mehr und mehr im Leben nach und nach dabei ergeben.

Der Fette tut die Schwindsucht meiden, während mehr darunter leiden,

als es, wie in einem Bann, den Staatsfinanzen lieb sein kann.

Die fetten Jahre sind vorbei. Ist das den Fetten einerlei,

die in allerlei Bestreben von ihrer dicken Schwarte leben?

Der Magere verliert die Nerven, denn ihm fehlen die Reserven.

Mancher kennt sich aus im Spiel und fette Jahre bringen viel,

wenn er als ein ganzer Mann dieses Spiel beherrschen kann,

wenn er dabei ständig sinnt wie er immer mehr gewinnt.

Er hat im Spiel, bis ganz zuletzt, weiter auf Gewinn gesetzt.

Hat er alles nur verloren, dann nennt man ihn den großen Toren.

Doch wie groß der Tor auch ist, er sorgt immer mit viel List,

was immer er auch so betreibt, dass ihm viel zum Leben bleibt.

Doch wie kann es anders sein, im geheimen Kämmerlein,

am geheimnisvollen Ort, dahin schafft er vieles fort.

Darum muss er sich nichts borgen, denn er kann sich gut versorgen.

Es reicht ihm weit nach Übermorgen, darum hat er keine Sorgen,

weshalb er sich bei Tag und Nacht nicht wirklich ernsthaft Sorgen macht.

Darum hat er noch gut lachen. Sorgen kann sich sonst wer machen,

wer auch immer, wo und wann, nicht vom Fetten zehren kann.

H. Feisel

Plus und Minus.

Plus und Minus.

Im Plus gibt es den Überschuss, den man im Minus suchen muss.

Das Plus ist meistens mehr begehrt, weil dann der Mensch sein Geld vermehrt,

was er im Minus, wie es ist, ständig immer nur vermisst.

Beim Plus da spricht der Mensch “Na Klasse”, beim Minus fehlt jedoch die Masse.

Aus dem Pluspol kommt die Kraft. im Minuspol da fehlt der Saft,

wie man den Strom, wie man ihn kennt, in der Umgangssprache nennt.

Wer einmal am Pluspol klebt, der hat den Saft im Strom erlebt,

hat einen gewinkt bekommen und ist geschockt und halb benommen.

Wer mit dem Strom, bei seinem Fleiß, in Vorsicht umzugehen weiß,

der trinkt sein Schnäpschen und sein Bier, einmal dort und einmal hier,

ohne dass er Auto fährt, damit es möglichst lange währt,

mit dem Auto allgemein und auch mit dem Führerschein.

Wenn es mit Strom ganz anders lief, dann ist der Bluttest positiv

und wie man so sagen muss, ist die Ader in dem Plus

und, wie es sich dann erweist, somit durch den Strom gespeist.

Tut man das Volumen kennen, kann man das oft Starkstrom nennen.

Der Starkstrom hat ja noch mehr Volt. Das weiß so mancher Trunkenbold,

durch das was Hochprozentig ist, wenn er sich in die Hose pisst.

Der Pluspol steckt voll Energie, der Minuspol erfüllt sich nie,

mit Energie die er vermisst, wenn er ausgeschaltet ist.

Ausgeschaltet ist der Mann der nicht mehr wirklich denken kann,

der nur im Kurzschluss, wenn es raucht, mit einem Schlag zuviel verbraucht.

Ist Plus- und Minuspol vertauscht, war der Elektriker berauscht,

oder aber zu geschwind und dazu noch farbenblind.

Minus schließt man nicht an Plus, was ein jeder wissen muss,

im Winter mit dem Starterkabel, denn das wäre sehr blamabel,

besonders wenn ein kluger Mann der Blondine helfen kann.

Die hat beim Starten ein Problem. Dem Mann ist das nur angenehm,

weil er insgeheim und still seinen Pluspunkt sammeln will,

wie er immer wieder meint, wenn er technisch nützlich scheint.

Das Auto sprang dabei nicht an. Angesprungen ist der Mann,

der technisch doch nicht ausgereift, nicht nur an das Auto greift.

Es folgt der Kurzschluss, es schlägt Funken und sie nennt ihn den Halunken,

der sich nur gern wichtig macht, denn er lässt manches außer acht.

H. Feisel

Zwangsarbeit.

Zwangsarbeit. Der Sklave machte alle Zeit weiter nichts als Zwangsarbeit, damit er sich, so lang es währte, mehr schlecht als recht damit ernährte. Den Frondienst hat der Mensch vollbracht, doch nicht liebend gern gemacht. Zwangsarbeit gibt es noch heute, denn es schuften viele Leute damit sie sich ernähren können und sich etwas Wohlstand gönnen. Der Zwang zur Arbeit, der geschieht, soweit der Mensch das noch so sieht, vorwiegend in Interessen, nicht nur um das gute Essen, sondern heute an viel Orten, durch das was Menschen gerne horten, an Dinglichkeit und Material und an reichlich Kapital. Auch macht der Mensch die Zwangsarbeit für die Nutznießer in der Zeit. Nutznießer sind stets aufs Neue ziemlich viele Arbeitsscheue und die Menge der gesamten im Rang höchsten Staatsbeamten, die von viel Steuer profitieren. Wer kalkuliert will nichts verlieren, bei Abgaben und Steuerlasten. Wer viel verdient der muss sich fasten, obgleich man oft bei manchem Mann darüber diskutieren kann, ob und wie er was verdiene, dank der ehrenwerten Miene. Die Zwangsarbeit tun nicht die Großen und auch nicht die Arbeitslosen, soweit die vom Sozialstaat zehren und keine Zwangsarbeit begehren. Weil Zwangsarbeit ja keiner will, verdrückt sich mancher und ist still und ist dabei, nach Möglichkeit, dazu nicht sehr gern bereit. Die Zwangsarbeit wird nicht getrieben von denen die, die Arbeit lieben, die an gut bezahlten Plätzen ihre Handlungsweise schätzen, hoch bezahlt, mit Sicherheit, in der beliebten Tätigkeit, nach Möglichkeit in viel Büro und am Computer sowieso. Die Zwangsarbeit geschieht nur dort, so empfunden immerfort, wo das der Mensch als Zwang empfindet, der sich mühsam überwindet, im Schweiß von seinem Angesicht, wenn er von Erlösung spricht, nicht nur nach dem Arbeitsende, sondern besser bei der Rente. Wer liebend gern die Arbeit macht, von morgens Sechs bis abends Acht, der empfindet, lange Zeit, dabei keine Zwangsarbeit. Was mancher, wie man das so kennt, seine harte Arbeit nennt, das hat ihm sehr viel eingebracht, wenn er viel Karriere macht. Doch manche Härte ist zeitlebens weiter nichts als nur vergebens, wenn sich jemand sinnlos schindet und sich täglich überwindet, in seinem Job, den er schon fast von ganzem Herzen innigst hasst. Mancher gibt sich in der Frühe schon theoretisch alle Mühe und tut Feinarbeit verrichten, doch die Schwerarbeit mitnichten. Die Kopfarbeit bekommt ihm gut. Der feine Mensch ist ausgeruht und als Beamter ein Gescheiter. Doch so manchem Schwerarbeiter, nach Feierabend in der Ruh, dem fallen schnell die Augen zu. H. Feisel