Akzeptabel.
Wenn einer an der Theke spricht: die Toleranz die kennt er nicht,
dann geht die Diskussion zu Ende und es vollzieht sich eine Wende.
Wenn einer ziemlich arg verstimmt die Brille von den Augen nimmt
und zur Sicherheit verstaut und einem in die Fresse haut,
wie man in der Kneipe spricht, oder mitten ins Gesicht,
dann endet wohl die Akzeptanz genau so wie die Toleranz.
Wenn einer sich nur schlecht verträgt und wie ein Wilder um sich schlägt,
ganz egal mit welchem Ziel, dann ist kein Verstand im Spiel.
Nicht alles lässt sich akzeptieren. Tut jemand den Verstand verlieren
und flippt er sozusagen aus, gehört er in ein Irrenhaus,
wenn er wütend um sich schlägt und sich mit dem Gedanken trägt,
in der Tollwut, sozusagen, alles kurz und klein zu schlagen.
Dort wird derselbe akzeptiert, auch wenn er die Vernunft verliert,
wenn es sein muss, an der Stelle, innerhalb der Gummizelle.
Ob der das akzeptieren will, denn er schreit und ist nicht still,
dass muss man, anhand lauter Klagen, eigentlich nicht wirklich fragen.
Akzeptieren kann man viel. Manchmal ist viel mehr im Spiel,
als man akzeptieren kann. Die Toleranz ist irgendwann
auch einmal total erschöpft und dann wird immer wer geköpft,
in irgend einer Weise immer und Akzeptanz gibt es dann nimmer.
Man kann den Hofnarr akzeptieren. Kritik die lässt sich tolerieren,
aber nicht in jedem Fall immer wieder überall,
weil das Zepter, das regiert, und nicht gern die Macht verliert,
überaus erhaben still, Akzeptanz nicht haben will.
Lässt sich das Übel akzeptieren, wenn Große, wie bei wilden Tieren,
fette Beute an sich reißen und die Kleinen von sich beißen?
So ist das mit der Akzeptanz. Die hat nicht immer Resonanz,
in den hoch gestellten Kreisen, die Überlegenheit beweisen
und dabei das Zepter schwingen, um Akzeptanz zurecht zu bringen.
Akzeptieren, das scheint klar, kann man das was ist und war,
jeweils nur aus einer Sicht, wenn man sich was davon verspricht.
Darum ist genau genommen die Akzeptanz oft unwillkommen.
Akzeptanz kommt hierzulande häufig unter Zwang zustande,
wenn so lautet hier der Schluss, die Macht das akzeptieren muss,
was sie heimlich und ganz still in ihrer List nicht haben will.
Wer will dabei schon applaudieren, um den Reim zu akzeptieren,
der unversehens und ganz prompt ziemlich ungelegen kommt.
„Die Akzeptanz ist manchmal kleinlich, denn der Reim ist ihr zu peinlich!“
H. Feisel
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