Lange Weile.
Ist der Mensch nicht sehr in Eile, dann hat der Mensch wohl Langeweile,
während er so still verweilt und sich in keiner Weise eilt
die lange Weile zu bekämpfen und durch Abwechslung zu dämpfen.
Die Weile die sehr lange dauert, nachdem der Mensch ein Weilchen kauert,
in vielleicht ein bisschen Ruh, vergeht nicht immer nur im Nu
und aus dem Weilchen, das sich dehnt, das sich der Mensch als Ruh ersehnt,
wird ausgedehnt die lange Weile, denn der Mensch ist nicht in Eile.
Die Weile zieht sich endlos lang, bis vielleicht zum Übergang
in dem einmal, sehr bald vielleicht, die lange Weile wieder weicht
und, hoffentlich sehr bald am Schluss, der Eile wieder weichen muss.
Schon wieder ist der Mensch in Eile, ohne jede Langeweile,
wenn er sehr beschäftigt ist und die Ruhe neu vermisst,
die ihm wieder einmal prompt im Schema mehr abhanden kommt.
Die Kurzweil ist nun angesagt, in der ein Mensch vielleicht beklagt,
dass er leider, in der Tat, wirklich keine Zeit mehr hat.
Es wird die Zeit mitunter knapp und irgendwie macht jeder schlapp,
nach einer gewissen Zeit der kurzweiligen Tätigkeit,
bei viel Hektik ohne Ruh. Und der Stress kommt noch dazu,
der manchen Menschen häufig quält, während er vielleicht erzählt,
oder manchmal heftig kraucht, dass er seine Ruhe braucht.
Hat der Mensch sehr viel gemacht, dann ist die Ruhe angebracht,
nach der steten großen Eile. Bald kriegt er wieder Langeweile,
weil er das Schema nicht vergisst, das er wieder neu vermisst,
nach einer relativen Zeit, der bloßen Tatenlosigkeit.
Aktiv ist all sein Lebenslauf. Die Langeweile kommt nicht auf,
bedingt durch die Aktivität, zu der ein Mensch sich selber rät,
weil er sonst Langeweile kennt und bald schon Depressionen nennt.
In seinem stetigen Verlangen weiß er damit nichts anzufangen,
mit dem was Langeweile bringt, weil es ihm fast nie gelingt
sich aufs Denken zu besinnen, bei der langen Weile innen.
Die lange Weile dehnt sich lange und dem Menschen wird schnell bange,
nicht abgelenkt, weil ohne Eile, in seiner großen Langeweile,
vor dem was nicht im Kopf gelingt, weil seine Leere ihm nichts bringt.
Beschäftigt ist er viel in Eile, doch ihm setzt die Langeweile
in dem Stillstand heftig zu und bald schon quält ihn seine Ruh.
Mit der Weile, dieser langen, weiß er nicht viel anzufangen,
wenn er sich nicht die Zeit vertreibt, die lange auf ihm lasten bleibt
und die ihn beinah fast erdrückt, wenn ihm nicht wieder bald was glückt,
im lange weiligen Verhalten. Die Abwechslung muss er gestalten,
wie sich der Mensch erneut gesteht, damit was lange weilt vergeht.
H. Feisel
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