Dorfgeflüster (21.)
Dorfgeflüster (21.)
Es gibt viel Neues zu erzählen, als Leute, die ihr Thema wählen,
wieder einmal im Geschehen beratend beieinander stehen,
an manchen Plätzen und in Gassen. Es ist der Entschluss zu fassen,
dass man Themen debattiert und weil viel in der Welt passiert,
tut das die Interessen wecken, in Leuten die den Wunsch entdecken,
vieles innigst zu berichten. Der Verdacht tut sich verdichten,
dass vieles das der Mensch betreibt mitunter lange hängen bleibt,
im Gedächtnis mancher Leute, in dem Dörfchen hier und heute.
Wohl auch gestern und auch morgen machen sich die Leute Sorgen
um so manchen guten Ruf, weil mancher Mensch den Zweifel schuf,
am guten Leumund in dem Ort, bezüglich mancher Menschen dort.
Man kann sich jedenfalls besprechen und eine Lanze dafür brechen,
dass man vieles, fasziniert, heiß und innigst diskutiert,
hintergründig im Motive, jeweils aus der Perspektive.
Das geht nicht verschwiegen, still. Weil man kommunizieren will,
muss mancherlei besprochen werden, in nicht seltenen Beschwerden,
über große Hundehaufen, über Nachbarn die sich raufen,
über manches Missgeschick und auch über manchen Trick,
den die Politik beschert und der das Leben nur erschwert.
Mancher hegt im Dorf viel Groll. Es machen sich die Taschen voll
alle die das Volk berauben und an ihre Unschuld glauben
kann man in dem Dorf nicht mehr. Man setzt sich in dem Dorf zur Wehr,
freilich leider irgendwie nur in aller Theorie,
die man sich noch irgendwann weiterhin berichten kann.
Die Sexgeschichten nehmen zu und im Dorf kommt es, im Nu,
zu allem was der Volksmund nennt und der Städter lange kennt.
Die Bettgeschichten in der Stadt erzählt man sich im Dorf auf Platt
und ganz platt sind, im Verhalten, die beim Sex verklemmten Alten.
Die Frührente ist angesagt, beim Bauer der sich laut beklagt,
angesichts vom dicken Bauch. Die Rente hätte er wohl auch,
wenn das Gutachten nicht wäre. Der Arzt bezichtigt ihn der Märe
und der Bauer macht sich frei. Das Gutachten muss nun herbei,
im medizinischen Gestalten. Der Bauer der ist ungehalten,
denn er fühlt sich irgendwie als Patient der Psychiatrie,
bei manchen Fragen allgemein, nach dem Überweisungsschein.
Der Doktor testet den Reflex nicht zuletzt im Thema Sex
wie beim Sittlichkeitsverbrecher. Der Bauer übt sich im Versprecher
und die Rente steht im Haus des armen Bauern weiter aus.
Der Bauer, der auf Rente drängt, ist durch die Fragen arg gekränkt,
die der Dichter, so sein Schluss, hier nicht wiedergeben muss
und vielleicht, nicht irgendwann, in der Art formulieren kann.
Der Bauer spricht, in der Gestalt, klagend zu dem Rechtsanwalt.
Der tut sich in den Haaren raufen. „Ist irgend etwas schief gelaufen?“
H. Feisel
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