Blog powered by TypePad

Letzte Kommentare

http://heinrichfeisel.typepad.com/Nachdenkliches

Kult-Ur-kritische Texte.

Dorfgeflüster (21.)

Dorfgeflüster (21.)

Es gibt viel Neues zu erzählen, als Leute, die ihr Thema wählen,

wieder einmal im Geschehen beratend beieinander stehen,

an manchen Plätzen und in Gassen. Es ist der Entschluss zu fassen,

dass man Themen debattiert und weil viel in der Welt passiert,

tut das die Interessen wecken, in Leuten die den Wunsch entdecken,

vieles innigst zu berichten. Der Verdacht tut sich verdichten,

dass vieles das der Mensch betreibt mitunter lange hängen bleibt,

im Gedächtnis mancher Leute, in dem Dörfchen hier und heute.

Wohl auch gestern und auch morgen machen sich die Leute Sorgen

um so manchen guten Ruf, weil mancher Mensch den Zweifel schuf,

am guten Leumund in dem Ort, bezüglich mancher Menschen dort.

Man kann sich jedenfalls besprechen und eine Lanze dafür brechen,

dass man vieles, fasziniert, heiß und innigst diskutiert,

hintergründig im Motive, jeweils aus der Perspektive.

Das geht nicht verschwiegen, still. Weil man kommunizieren will,

muss mancherlei besprochen werden, in nicht seltenen Beschwerden,

über große Hundehaufen, über Nachbarn die sich raufen,

über manches Missgeschick und auch über manchen Trick,

den die Politik beschert und der das Leben nur erschwert.

Mancher hegt im Dorf viel Groll. Es machen sich die Taschen voll

alle die das Volk berauben und an ihre Unschuld glauben

kann man in dem Dorf nicht mehr. Man setzt sich in dem Dorf zur Wehr,

freilich leider irgendwie nur in aller Theorie,

die man sich noch irgendwann weiterhin berichten kann.

Die Sexgeschichten nehmen zu und im Dorf kommt es, im Nu,

zu allem was der Volksmund nennt und der Städter lange kennt.

Die Bettgeschichten in der Stadt erzählt man sich im Dorf auf Platt

und ganz platt sind, im Verhalten, die beim Sex verklemmten Alten.

Die Frührente ist angesagt, beim Bauer der sich laut beklagt,

angesichts vom dicken Bauch. Die Rente hätte er wohl auch,

wenn das Gutachten nicht wäre. Der Arzt bezichtigt ihn der Märe

und der Bauer macht sich frei. Das Gutachten muss nun herbei,

im medizinischen Gestalten. Der Bauer der ist ungehalten,

denn er fühlt sich irgendwie als Patient der Psychiatrie,

bei manchen Fragen allgemein, nach dem Überweisungsschein.

Der Doktor testet den Reflex nicht zuletzt im Thema Sex

wie beim Sittlichkeitsverbrecher. Der Bauer übt sich im Versprecher

und die Rente steht im Haus des armen Bauern weiter aus.

Der Bauer, der auf Rente drängt, ist durch die Fragen arg gekränkt,

die der Dichter, so sein Schluss, hier nicht wiedergeben muss

und vielleicht, nicht irgendwann, in der Art formulieren kann.

Der Bauer spricht, in der Gestalt, klagend zu dem Rechtsanwalt.

Der tut sich in den Haaren raufen. „Ist irgend etwas schief gelaufen?“

H. Feisel

Nepper, Schlepper, Bauernfänger.

Nepper, Schlepper, Bauernfänger.

Der Bauer schweigt dazu nicht länger, denn Nepper, Schlepper, Bauernfänger

machen ihm das Leben schwer. Mancher Mensch sieht hinterher,

vielleicht nach der gewissen Zeit, seiner Ahnungslosigkeit,

was ihm insgeheim geschah, was er vorher so nicht sah.

Die Raffinessen nehmen zu und der Mensch der fällt im Nu

auf den geschickten Nepper rein. Der muss gut ausgebildet sein,

in seiner praktikablen Sache, denn er ist ein Mann vom Fache,

beziehungsweise eine Sie und manches ahnt man vorher nie,

scheint der Bauer still zu denken. Der kann nur seinen Schlepper lenken,

doch sein Schlepper, an der Stelle, ist ja nicht der Kriminelle.

Der kriminelle Schlepper denkt, wenn er im Schleppdienst manches lenkt,

an die hohe Provision und den enormen Stundenlohn.

Es schleppt der Schlepper zu dem Zweck, sehr mobil, an manchem Fleck

in erster Linie den Profit bedingt durch manche Handlung mit

und sei es innerhalb der Wahlen. Der Bauer muss dafür bezahlen,

wenn er den neuen Schlepper will und an die Raten denkt er still,

gewisserweise, sozusagen, lange Zeit mit Unbehagen.

Doch weil das Prunkstück anfangs glänzt hat er den Fuhrpark neu ergänzt,

nicht ohne Folgen wie man sieht, weil es ihn zu dem Schlepper zieht,

mit dem er sich noch lange quält, bis endlich seine Rente zählt,

mit der er auch noch Schulden zahlt, wenn der Schlepper nicht mehr prahlt.

Die Raten die bezahlt er schon mit Hilfe von der Subvention,

mit der ein mancher Schlepper prahlt. Der Mensch hat für die Wahl bezahlt

und für das was man versprach. Der Acker liegt am besten brach.

Man sucht halt immer einen Depp. Der ist geeignet für den Nepp,

denn man kann so manchen Deppen um so leichter dabei neppen,

je mehr der Depp gutgläubig meint, dass das zu seinem Vorteil scheint.

Es tritt der Bauer in die Falle und irgendwie sind das fast alle,

die Kleingedrucktes unterschreiben, gewisserweise auf Betreiben

des so genannten Bauernfängers. Angesichts des neuen Hängers

kann der Schlepper noch mehr schleppen und den dummen Bauern neppen.

Hartnäckig ist der Bauernfänger und die Folgen ziehn sich länger,

als der Bauer sich das denkt. Dem wird dabei nichts geschenkt,

doch verschenkt er selber Bares, wenn auch längst schon allzu rares.

Das internationale Netz umgarnt dabei auch das Gesetz

Der Bauernfänger ist geschickt, sobald die Maus mal fälschlich klickt.

Der Bauer fällt, im Missgeschick, leicht herein auf manchen Trick

und weiß sich häufig, in der Tat, danach selber keinen Rat,

im Internet schon um so mehr und er ärgert sich dann sehr.

Dem Bauernfänger geht es gut. Der Bauer windet sich vor Wut.

H. Feisel

Dorfgeflüster 23.

Dorfgeflüster (23.)

Zwar vollzieht sich, in der Weise, das Dorfgeflüster etwas leise,

doch tut dasselbe, bei dem Brummen, wirklich niemals ganz verstummen,

in den informierten Kreisen, die allen Sachverstand beweisen.

So geht das Geflüster weiter, denn dadurch wird der Mensch gescheiter,

der die Bildung, dann und wann, weiter fortentwickeln kann.

Das Wissen ist im Dorf sehr wichtig. Im Bildungshunger ist man richtig,

intensiv und voller Fleiß, auf die Neuigkeiten heiß.

Es gibt vieles zu berichten von den ländlichen Geschichten,

die sich im ländlichen Bestreben innerhalb vom Dorf ergeben,

oder auch im Sachverstand, in Bezug aufs ganze Land.

Die Bauern können kaum noch munkeln, sind arbeitslos und ohne Runkeln

meistens schon im Rentenalter und der studierte wird Verwalter.

Der alte Schlepper soll nicht rosten und das lässt er sich was kosten,

bezüglich seiner Argumente, denn er nimmt von der Bauernrente.

Die alten Ställe stehen leer. Der alte Bauer nimmt es schwer.

Sein Leben ist nicht ausgefüllt, wenn das Rindvieh nicht mehr brüllt,

in dem abbruchreifen Stall, mit Spinngeweben überall,

ohne alle Wiederkäuer und mit Mäusen im Gemäuer.

Das Verdeck ist flatterig, der alte Bauer tatterig,

der im Verdeck des Treckers kauert, wenn es nieselt oder schauert.

Arg verdrießlich blickt der Bauer, in dem kalten Regenschauer,

wenn er durchnässt im Traktor hockt oder irgend was verbockt.

Die Rente hat nicht viel gebracht, er wehrt sich auch, mit aller Macht,

seinem Bulldog zugetan, gegen den Familienplan,

ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Den Schlepper hat er nie verliehen,

denn das war sein bestens Stück und diente seinem ganzen Glück,

auf bäuerlichem Grund und Boden die Runkelrüben auszuroden

und obendrein auch die Kartoffel. Ohne das wird er zum Stoffel.

Bei der Wehrmacht war er auch, denn das war früher einmal Brauch,

und wehren tut er sich mit Macht gegen Luxus und viel Pracht

und gegen das was er nicht braucht, während er viel schimpft und kraucht,

vor seiner Bauruine hier. Sein Kumpel ist das letzte Tier,

das noch im Gemäuer weilt, für den er sich tagtäglich eilt,

in aller Frühe, schon am Morgen, um ihn innigst zu versorgen,

jeden Tag und immer neu, mit Getreideschrot und Heu.

Dem bleibt er treu, seit zwanzig Jahren. Auch muss er noch den Traktor fahren,

wenn auch zitternd mit der Hand, im bäuerlichen Sachverstand,

für nicht lohnenswertes Geld, vom alten Hof bis auf das Feld

und vom Feld zurück zum Hof. Tatenlos wird er ganz doof,

scheint er dabei still zu denken. Darum tut er den Schlepper lenken,

solange wie es irgend geht, weil er fest darauf besteht,

seine Arbeit zu betreiben. Am Bulldog tut er hocken bleiben.

Noch immer pflügt er seinen Schlag, der ihm stets am Herzen lag,

wenn auch unter Müh und Not, bis ins späte Abendrot,

wenn er beinah nichts mehr sieht, während noch der Bulldog zieht,

rumpelnd auf dem Ackerboden. Doch Rüben muss er nicht mehr roden.

Fährt der Bauer dann, nach Haus, aus dem Feldweg schnell heraus

am Vorfahrt achten Schild vorbei, dann kommt auch die Polizei,

etwas früher oder später, im Verkehrsdelikt zum Täter,

wenn einer zu Schaden kam, dem er dann die Vorfahrt nahm.

Den Blinker tat er richtig setzen, entsprechend den Verkehrsgesetzen,

doch hat er wohl, in dem Geschehen, am Schild die Vorfahrt übersehen,

die entsprechend gültig ist. Man sieht dass er schon mal vergisst,

was früher ziemlich deutlich klar, immer von Bedeutung war.

Ein Kraftfahrzeug, versenkt im Graben, tut dadurch den Nachteil haben.

Das Gefährt das nun verdreckt ziemlich schräg im Graben steckt,

ist dem Schlepper ausgewichen. Der Führerschein ist sehr verblichen

und Wind und Wetter, bis zuletzt, jahrzehntelang viel ausgesetzt,

den der alte Bauer zückt, als es dem Beamten glückt,

den Verkehrssünder zu stellen. Der muss an der Haustür schellen,

denn der Bauer war so frei, ohne Protokolldatei,

an der bestimmten Stelle dort, am so genannten Unfallort,

in Missachtung von Gesetzen, alle Regeln zu verletzen.

Er hat den Unfallort verlassen, tat sich mit dem Tier befassen,

das er liebend, bis zum Schluss, im Gemäuer pflegen muss.

Ihm bleibt, als noch der Fahrer schreit, für solche Mätzchen keine Zeit,

zumal er völlig schuldlos scheint, wie er eigenwillig meint.

Er tut sich auf den Trecker schwingen um den wieder heim zu bringen.

Nach viel Gezeter und Blabla ist der Beamte schließlich da,

am Gehöft und etwas sauer sucht er dort den alten Bauer,

den er, in dem Stall versteckt, beim alten Bullen dort entdeckt,

wo der alte Kerl hantiert und die Fassung ganz verliert,

angesichts der Polizei. Der Bulle brüllt im lauten Schrei

in seiner dunklen Ecke hier dazwischen wie ein wildes Tier.

Die Polizei schreibt ins Papier. Was für ein Staat ist das denn hier,

hat der Rentner wohl gedacht, der ihm das zum Vorwurf macht,

dass er den Unfallort verließ, wie es nun im Amtsdeutsch hieß,

der jeden Ausländer noch schützt, der hergelaufen wenig nützt

und den deutschen Staat betrügt, damit er über Geld verfügt.

Wenn jeder Fremde, der nicht sitzt, als Ausländer das Recht besitzt,

sich die Vorfahrt zu erlauben. Der alte Bauer will nicht glauben,

dass er keine Vorfahrt hat. Der Paragraph spricht von der Tat.

Das Dorfgeflüster wächst zur Sucht, in der gewissen Fahrerflucht.

H. Feisel

Dorfgeflüster /20.

Dorfgeflüster (20.)

Der Aufruhr ist im Dörfchen groß, denn es ist wieder etwas los,

was das ganze Dorf erregt, wo man zu erzählen pflegt

dass wohl mancherlei von Sachen manchen Menschen Freude machen.

Es drückt ein Mensch oft seine Nase stimuliert ans Fensterglase,

tut man sich im Dorf berichten und wer will darauf verzichten

alles Neue zu erfahren, in Bezug auf das Gebaren,

das ein Spanner voll Genuss an sich praktizieren muss,

in seiner stillen Leidenschaft, angesichts der Manneskraft,

die ihn zu beflügeln scheint, wie er diesbezüglich meint.

Gespannt spricht man in diesem Fall vom Spanner und dem Hosenstall.

Es gibt im Dorf auch einen Spanner. Heimlich schielen ja das kann er,

mit der Nase an der Scheibe, hinüber zu dem Nachbarweibe,

das ihn scheinbar reizen tut. An seiner Schläfe pumpt das Blut,

wenn er sich derart erhitzt und in den Sexgelüsten schwitzt.

Er griff ihr gerne an die Brust, in seiner ziemlich großen Lust,

doch es trennt ihn von dem Weibe nicht nur eine Fensterscheibe,

sondern auch der Ehemann, der das nicht tolerieren kann,

dass einer seine Frau beguckt und erregt im Fieber schluckt,

wobei es nicht beim Schlucken bleibt. Wer weiß was so ein Spanner treibt,

wenn er ziemlich ungeniert in den Trieben phantasiert.

Die Spannung wächst, der Spanner schielt, wenn er mit dem Gedanken spielt,

die Nachbarin könnt allgemein, ihm zu Diensten, willig sein.

Darum blickt er an der Scheibe verstohlen zu dem lieben Weibe,

das er gerne an der Stätte zu seinem Vorteil selber hätte,

zu einem ganz bestimmten Zweck. Die Nachbarin kriegt einen Schreck

als sie die Absicht deutlich fühlt. Wer zwischen den Gardinen wühlt,

der hat wohl etwas mehr im Sinn. Im Dorf da weiß man immerhin,

inzwischen auch schon aufgeklärt, was in den Sexgelüsten gärt,

wenn manche Männer sich am meisten den Sex in wilden Träumen leisten,

im aufgeputschten geilen Sinn, im Hinblick auf die Nachbarin.

Die Nachbarin kriegt einen Schock, angesichts vom wilden Bock,

der hinter seinem Fenster hockt und die Beziehung scheint verbockt.

Man spricht es sei der Mensch versaut, dem man besser nicht mehr traut,

der hin und her am Fenster hüpft. Hat der die Hose aufgeknüpft,

müssen sich nun sozusagen manche alten Weiber fragen,

die derartiges berichten. Gute Sitten sind mitnichten

einem Spanner zuzutrauen, erzählen sich die alten Frauen

und es klingt, in dem Versprecher, schon nach Sittlichkeitsverbrecher.

Mitunter ist der Mensch im Frust, abgelenkt in seiner Lust

und während sich die Weiber brüsten, tut es ihn danach gelüsten.

H. Feisel

Dorfgeflüster 29.

Dorfgeflüster (29.)

Das Dorfgeflüster reißt nicht ab. Die Weiber sind zwar viel auf Trab

um Neuigkeiten zu berichten, doch auch die Männer tun mitnichten

immer ihre Klappe halten, wenn sie ihren Treff gestalten,

in der kleinen Bude dort, in der Hütte an dem Ort,

oder auch mal sozusagen in dem kleinen Frühstückswagen,

für Männer von dem Baugewerbe. Für Weiber ist der Ort zu derbe,

wenn es um Männerwitze geht, was auf der Tagesordnung steht.

Sind die Männer unter sich steht meistens Schnaps und Bier am Tisch,

im privaten Freundeskreis, und gesucht wird am Beweis

ob dieses oder jenes klar, laut Dorfgeflüster, wirklich war.

Das Dorfpalaver ist bekannt, wird unter Männern auch genannt,

entsprechend still nach der Devise, es drohe eine Ehekrise,

wenn Ehefrauen alles wüssten, was sie nicht erfahren müssten,

wenn sie nicht voller Neugier wären. Manches lässt sich schwer erklären,

im Dorfgeflüster um den Ort. Diskutiert wird immerfort

was man sich nicht erklären kann. Doch die Debatte endet dann,

entweder in Erklärungsnot oder kurz vorm Abendrot,

wenn sich die Erklärung findet, die in der Vernunft verbindet.

Wie kann wohl der Kanal verstopfen, mit einem dicken festen Pfropfen,

fragt sich mancher Mann vom Bau, denn er wird daraus nicht schlau.

Wenn der Opa unten klopft ist wieder der Kanal verstopft,

der aus dem Kellergully schäumt, nachdem er in dem Sessel träumt.

Tut die Seifenlauge schäumen, dann darf man keine Zeit versäumen,

denn es hat im Haus gestunken, durch den Opa, den Halunken,

der seine Pampers, gut verdeckt, gern in die Toilette steckt,

was er eigentlich nicht soll. Der Kanal ist wieder voll

und es staut sich durch den Pfropfen. Wieder tut der Kanal verstopfen,

so wie immer jedes Jahr. Nach Weihnachten droht die Gefahr

dass es ganz erbärmlich stinkt, worauf der Opa einen trinkt,

Silvesterabend ganz allein, einen Schnaps und etwas Wein.

Anfangs bestand wohl der Verdacht dass das die Haushaltshilfe macht,

die zu viel Wachpulver verwendet, wodurch der Durchfluss wieder endet,

beim Säuberungseffekt im Wahn. Es läuft das Wasser von dem Hahn

wiederum, wie schon einmal, ziemlich schlecht durch den Kanal.

Der Kanal ist wieder voll. Das findet nun der Hausherr toll.

Findet sich wohl der Beweis vom wiederum erneuten Scheiß,

als Pamperspfropfen in dem Rohr? Der Opa hört schlecht auf dem Ohr,

denn er weiß, in seiner Not, leider nichts von dem Verbot,

die Pampers heimlich zu entsorgen. Die stecken dicht gedrängt verborgen,

wahrscheinlich wohl in großer Zahl als ein Pfropfen im Kanal.

H. Feisel

Dorfgeflüster 30.

Dorfgeflüster (30.)

Man erzählt sich auf dem Land immer wieder allerhand

so genannter Neuigkeiten, die man sich möglichst schon beizeiten,

durch den Wissensdurst bedingt, hilfreich gerne näher bringt.

Daher kommt, in dem Motiv, manchmal ziemlich intensiv,

das gewisse Informelle schnell aus allererster Quelle

auf vielen Wegen zugeflossen, zu Gunsten der Gesprächsgenossen

und es sprudelt überall wie ein großer Wasserfall.

Es wird sich vieles, sozusagen, im Bildungshunger zugetragen.

Um das vermehrte neue Wissen hat man sich vermehrt gerissen,

gestikulierend mit den Händen, vor und hinter manchen Wänden.

Es wird wieder mal gewählt, weil doch jede Stimme zählt,

in welcher Weise wohl auch immer. Die Oma die hat keinen Schimmer

wozu ihre Stimme zählt, während sie die Briefwahl wählt.

Die Liste wird ihr überbracht, auf der sie nun ihr Kreuzchen macht,

obwohl sie dabei ganz schlecht sieht, in der Hilfe, die geschieht,

wo sie per Anleitung und Rat, ihr Kreuzchen zu verrichten hat.

Kurzum die Oma hat gewählt, weil doch jede Stimme zählt,

wie auch immer, wo und wann, jede Stimme zählen kann,

in dem großen Kreuzverkehr, so wie immer, kreuz und quer.

Man kann sich, vor und nach dem Wählen, mitunter dabei viel erzählen.

Es fällt dabei das Stichwort „Hartz“. Mancher Wähler der sieht schwarz

und mancher sieht dagegen rot. Das Wahlergebnis bringt die Not,

in dem so genannten Patt. Das steht bald danach im Blatt

zu lesen auf der ersten Seite. Im Dorf wählt auch der Beigefreite,

dem, was immer er auch treibt, zu hause keine Wahl mehr bleibt.

Politisch ist das Thema heute, vorgezogen durch die Leute,

ständig eifrig diskutiert, wer immer diese Wahl verliert.

Verlieren tun in diesem Falle aber jedoch beinah alle,

wie immer sie sich fest besinnen, denn es gibt nichts zu gewinnen.

Nach Gewinnen können fassen die sich gerne wählen lassen.

Irgend einer wird gewählt, für den jede Stimme zählt.

Doch es wird mitunter klar: es sind beliebig austauschbar

alle grauen Bürokraten, die sich kreuz und quer beraten.

Manche sind halt, wie man weiß, auf die kleinen Kreuzchen heiß,

in der großen Politik. Das große Kreuz ist ein Geschick

und ein schicksalhaftes Mehren, in demselben Volksbegehren,

im entsprechenden Desaster. Der Bauer spricht vom Hochentaster,

denn am liebsten sägt er fast an dem wohl erhöhten Ast,

auf dem mancher ganz gewitzt gern ein Stückchen höher sitzt.

Wer tiefer fällt, in diesem Dreh, dem tut danach der Hintern weh.

H. Feisel

Dorfgeflüster 31.

Dorfgeflüster (31.)

Das Dorfgeflüster spricht von Zahlen, vor und noch mehr nach den Wahlen.

Im Dorf da ist man informiert und auf die Partei fixiert,

denn es drohen wieder Wahlen, mit dem vertrackten Anteil Zahlen.

Dem Heinrich ist es einerlei. Er schwärmt von keinerlei Partei

in der Parteienpolitik und er wirft, beim Missgeschick,

alles nur in einen Topf. Es läuft das Rennen, Kopf an Kopf,

wie bei einem Windhundrennen. Spitze Schnauzen, ums zu nennen,

jagen dabei immer sehr, Kopf an Kopf je um so mehr,

dem angestrebten Ziel entgegen, auf das sie sich hinzu bewegen,

weil sie wohl, in dem Geschehen, scheinbar eine Beute sehen.

Das Dorfgeflüster wird mehr laut. Mit dem Palaver gut vertraut

ist der Wahlgang angesagt, den der Hermann laut beklagt,

denn es führt die neue Wahl zu weiter nichts als zu der Qual,

die der Alltag mit sich bringt. Ob es bei der Wahl gelingt

einen Vorteil zu erhaschen für die Plastikeinkaufstaschen,

das ist eher unwahrscheinlich und dem Willi ist es peinlich

dass er bei jeder Wahl verliert, wie immer er sich orientiert

und sein Kreuzchen machen will. Die Diskussion ist dann erst still

wenn alle plötzlich, wie gelähmt, das Patt der Kreuzchen wieder zähmt.

Dann spricht man vom Missgeschick, innerhalb der Politik.

Die Debatte kommt in Gang und dehnt sich wieder einmal lang

bis zum Wahlgang im Gedränge. Der Gottfried tätigt seine Gänge

und macht seine Hausbesuche. Das schlägt für die Partei zu Buche,

weil ja auch die Briefwahl zählt, wenn mancher alte Mensch was wählt

und irgendwie sein Kreuzchen macht. Mancher wählt nicht, im Verdacht,

sein Kreuzchen wäre irgendwie das gewünschte Alibi

das sich die Politik verschafft. Der Kandidat der vieles rafft,

schaut herab vom Wahlplakat, im entsprechenden Format,

wo rote, grüne Farben prahlen, oder fette schwarze Zahlen,

die sich schnell in rote wandeln, im entsprechenden Verhandeln.

Mancher wählt ja auch, zur Not, statt die Schwarzen lieber rot

und mischt das Schwarze sich mit Rot, dann sind zwei Parteien tot.

Es sitzt der Herbert breit im Trecker und formuliert sein Wahlgemecker

drinnen in dem Schlepper sitzend und in der Erregung schwitzend,

angesichts der steten Qual, bei der so genannten Wahl,

in der ihm keine Wahl mehr bleibt. Das Dorfgeflüster das betreibt

die Schelte in dem Augenblick und es klingt nach Galgenstrick.

In der erregten Eigenschaft tönt es auch nach Einzelhaft,

der Leute die mal sitzen sollen, weil sie sich profilieren wollen,

auf Kosten all der kleinen Dummen, die allmählich mehr verstummen.

H. Feisel

Dorfgeflüster 32.

Dorfgeflüster (32.)

Die Kneipe die ist wieder offen und wer will ist schnell besoffen,

auch ohne Zigarettenqualm. Im Bierglas kriegt man keinen Halm,

weshalb man dadurch, dann und wann, das Bierglas schneller leeren kann,

vielleicht zu einem Gläschen Korn. Wer will sitzt an der Theke vorn,

sofern er dort noch sitzen kann. Bei der Eröffnung zeigt sich dann,

dass sich wieder Leute zeigen, die wie immer dazu neigen,

am ersten Tag dabei zu sein. Später bleibt der Wirt allein,

mit drei, vier Gästen in dem Raum. Viel Stammgäste die gibt es kaum

die ständig immer wieder kehren und die sich gegen solche wehren,

die man im Jahr nur einmal sieht, wenn die Eröffnung neu geschieht.

Der Kneipenpächter Nummer Sechs, nach dem fünften, der ist Ex,

richtet sich nun allgemein gastronomisch wieder ein,

beim Eröffnungsangebot, vom Schnitzel mit und ohne Brot,

oder mit den Pommes Fritten. Die sind diesmal unbestritten

für fünf Euro damit billig. Darum ist ein mancher willig

lieber nicht zuhaus zu essen und hat sich wieder voll gefressen,

wie ein mancher Stammgast meint, dem es nicht angebracht erscheint,

dass sich solche Leute zeigen, die sonst nicht zu erscheinen neigen.

Der Barhocker, das ist doch klar, hockt gerne lieber in der Bar,

als der, der nur in Neugier läuft und nur das Bier verbilligt säuft.

Dass der Otto heute prompt frühzeitig zur Kneipe kommt,

das war nicht anders zu erwarten, denn er spielt dort manchmal Karten.

Dass der Heinrich dort erscheint, hat man jedoch auch gemeint,

das ist sicher augenscheinlich sogar der neuen Wirtin peinlich,

angesichts der kleinen Schar, die stets am Stammtisch tätig war

und die den Heinrich dort vermisst, wo er kaum anzutreffen ist,

außer bei der Eröffnungsrunde. Dort führt er sich den Sekt zu Munde,

weil der kostenlose Sekt bekanntlich ja am besten schmeckt.

Läuft die Wirtschaft für ein Jahr, trotzend vielleicht der Gefahr,

der Umsatz könnte allgemein, nach der Eröffnung schmaler sein?

Den Obolus muss man bezahlen, in den Eröffnungsritualen,

die inzwischen sechs mal waren. Doch kann man Bares dabei sparen,

je öfters man die Kneipe schließt und die Eröffnung neu genießt,

hat der Heinrich still gedacht, der sich auf den Heimweg macht,

wie ein Schmarotzer unterdessen, getränkt und etwas voll gefressen.

Es träumt der Horst, nachts in der Sicht, die Kneipe macht bald wieder dicht

und die Stammgäste im Haus bleiben wieder länger aus.

Das war vorerst nur ein Traum. Genaueres das weiß man kaum,

im Dorfgeflüster an der Ecke, mitunter zu dem einen Zwecke,

vieles schon voraus zu wissen, denn mancher ist schon ausgerissen.

H. Feisel

Dorfgeflüster 18.

Dorfgeflüster(18.)

Manches ist nicht auszumerzen, in mitunter derben Scherzen,

die man im Dorfgeflüster nennt, wenn man viel Gesprächsstoff kennt.

Manchmal geht es tierisch zu und man spricht von der alten Kuh

und vom alten Ochsen auch, im bäuerlichen Sprachgebrauch,

wenn wer die Frau den Ochsen nennt und scheinbar das Geschlecht nicht kennt.

Manchmal hört man überall, durch den Schallpegel im Stall,

aus dem Ortskern weit verbreitet, vom Dorfgeflüster fest begleitet,

den Konfliktstoff im Gemäuer, im Angesicht der Wiederkäuer.

Manchmal tobt ein wilder Bauer, hinter einer dicken Mauer,

als ein Heißsporn wenig leise, den Zorn verübend in der Weise.

Hört einer vielleicht ganz genau im Plattdeutsch was von „Doummer Sau“,

dann ist das Hochdeutsch dort zu fein, denn das hieße dummes Schwein.

Irgendwann hört man beim Flüstern, jemand schnaubt mit lauten Nüstern

vom „Alten Wallach“, voller Wut, wenn er lauthals schimpfen tut,

am späten Abend, in dem Stall, doch beim Rindvieh, in dem Fall.

Ist mancher, vielleicht unbestritten, dabei nicht ganz gut geschnitten?

Angesprochen, irgendwie, fühlt sich dabei die Marie,

die ausgesprochen langsam ist, bei der Arbeit mit dem Mist,

den sie kurzfristig entfernt, wobei sie manches Schimpfwort lernt.

Wenn man sich von Herzen stritt, hört oft ein mancher, im Verschnitt,

rein zufällig, was sich versteht, während er vorüber geht,

mit Interesse einmal zu, denn es klingt nach dummer Kuh,

nach altem Wallach und nach Ziege, im Manöver und beim Kriege,

wenn man die Karre manövriert und den Mist sehr laut verliert.

Daher flüstert man im Ton von der Kommunikation,

die man, wie es halt so kam, im Dorfgeflüster übernahm,

bei weitem nicht so laut und grelle, wie an der besagten Stelle,

wo ein Mensch oft ziemlich laut, mit dem Redeschwall vertraut,

wenig flüsternd und kaum still, so artikulieren will.

Gestikulierend mit der Hand spricht mancher gegen eine Wand.

Doch mancher Stall steht schon längst leer. Da fällt die Arbeit nicht mehr schwer,

da bleibt der Bauer viel im Haus, da fällt die Namensgebung aus,

da schimpft man nur noch „Dummer Hund“. In manchem Stall geht es noch rund,

im etwas derben Redeschwall. Doch längst kann man nicht überall,

zu sonderbaren Worte lauschen, wenn manche Leute Worte tauschen,

vielleicht versteckt noch irgendwie, bei Doppelglas und Jalousie.

Was manche lauthals wiedergeben, flüstert man sich im Bestreben,

damit nicht jeder alles hört. Der Dorffrieden wär dann gestört,

würde man dort sozusagen manches allzu offen sagen.

Das Thema kommt und geht, was bleibt, ist das Prinzip das man betreibt,

im Flüsterton wenn möglich oft, weil man sich keinen Streit erhofft. 

H. Feisel

Dorfgeflüster 27.

Dorfgeflüster (27.)

Die Kneipe ist schon wieder dicht, wie man in dem Dörfchen spricht

und es gibt aus dem Grund hier schon wieder in dem Dorf kein Bier.

Schon wieder steht die Theke leer und dem Otto fällt es schwer

dass er nicht mehr, dann und wann, einen Schoppen trinken kann.

Eintönig wird nun das Leben und der Kurt kann keinen heben

und der Heinrich bleibt zu Hause, denn die Kneipe macht nun Pause.

Die Wirtin ist schon ausgezogen, oder auch hinausgeflogen

und gewisserweise flüchtig, denn sie war nicht allzu tüchtig

mit dem Zapfhahn in der Hand. Der Stammgast, der sich immer fand,

reichte für den Umsatz nicht, wie die arme Wirtin spricht.

Die wurde ganz bestimmt nicht reich. Im kalten Winter wär sie bleich,

bei viel enormer Energie und viel zu teuer irgendwie,

im Verhältnis zum Gewinn. Die Kneipe macht halt wenig Sinn.

Wer will kann rote Zahlen schreiben, solang noch manche hocken bleiben,

auf dem Hocker an der Bar, die schon oft geschlossen war.

Der Barbetrieb fällt wieder aus, denn die Wirtin muss nun raus.

Schon wieder steht das Gasthaus leer und darum muss ein Neuer her,

der die Kneipe machen will. Doch vielleicht bleibt alles still

und ohne Weihnachtsschmuck am Haus und die Lichter bleiben aus,

was dem Rainer nicht gefällt, der davon ganz bestimmt nichts hält,

dass er sein Bier, mit viel Genuss, nur noch auswärts trinken muss

und im Dorf nicht trinken kann. Vielleicht ergibt sich, irgendwann,

in dem ungastlichen Nest, bis übernächstes Weihnachtsfest,

ein neuer Schankraum für die Gäste, mit Weihnachtsschmuck und Tannenäste,

vielleicht auch leider eher nicht, aus der objektiven Sicht.

Wird der nächste Wirt gescheiter? Die Wirtin war nicht allzu heiter,

mit verdrießlichem Gesicht und allzu fröhlich war sie nicht,

bei nur ein paar Trinkgenossen. Bleibt das Wirtshaus nun geschlossen,

weil keiner mehr die Pacht bezahlt, während nur das Schild noch prahlt,

mit dem Restaurantbetrieb, der zu viel rote Zahlen schrieb?

Es steckt das Wirtshaus in der Krise, nach der wechselnden Devise,

in dem ungastlichen Haus, einmal rein und einmal raus.

Ist der nächste Wirt im Haus nicht nur auf halbe Sachen aus,

dann wird vielleicht der Laden voll. Mancher fände es wohl toll,

mit junger Barfrau, oben ohne, mit Einkommen und gutem Lohne

für vielleicht ein schönes Stündchen, wenn das rot geschminkte Mündchen

zu vielfach einem Abdruck neigt und sich auf mancher Backe zeigt.

Die Oma meint, mit einen mal, das Wirtshaus wird ein Tanzlokal,

in dem sich dann viel Swinger finden, die sich amerikanisch winden,

sehr aktiv im großen Trupp, im so genannten Swingerclub.

Das Dorfgeflüster wird sich mehren, wenn manche diesen Reim begehren

und in dem Sinn spekulieren, um rein und raus zu definieren.

H. Feisel