Dorfgeflüster 38.
Es wird der Brauch im Dorf gewahrt. Das Dorfgeflüster kommt in Fahrt,
nach altgepflegter Tradition. Die Gebräuche waren schon
in der Vergangenheit bekannt. Manche Frau ist viel gerannt,
in ihren wilden Phantasie. Heute wird geschwätzt, wie nie,
in der steigenden Tendenz, bei viel laufender Frequenz,
bedingt durch Bildung, eben drum, im öffentlichen Medium.
Der Trend viel Wissen zu verbreiten, beginnt im Landvolk schon beizeiten,
denn gähnend ist die Langeweile. Daher ist mancher Mensch in Eile,
wenn er was für wichtig hält, wenn er diesem Drang verfällt,
vieles an den Mann zu bringen. So kann das Gerücht gelingen.
Das Dorfgeflüster nimmt im Nu innerhalb der Handlung zu
und die gewisse Handlungsweise geschieht sehr oft versteckt und leise,
vor dem den das Gerücht betrifft. Wer dran leidet nennt das Gift,
was dem Biss der Schlange gleich, was so manchem Mund entweicht
und hinterrücks sehr gerne hetzt und manche Seele arg verletzt.
Wer kann der macht sich seinen Reim und verachtet allen Schleim
den mancher Schleimer von sich spuckt. Wenn einer ganz verlegen schluckt,
dann fühlt sich dieser wohl ertappt, denn vieles das ist aufgeschnappt,
in dem Reim der sich verdichtet und von diesem Brauch berichtet.
Es bleibt die Tradition erhalten. Die lässt sich intensiv gestalten.
In dem Dorf betreibt man rege weiterhin die Brauchtumspflege,
weshalb das Dorfgeflüster bleibt, das ein Dichter gern beschreibt,
immer wieder sehr ermuntert, womöglich bis zur Folge Hundert.
Somit kann, in dem Geschehen, das Jahrhundertwerk entstehen,
in dem großen Intellekt der im Dorfgeflüster steckt.
Für die Nachwelt bleibt erhalten was Leute in dem Ort gestalten,
begleitet von dem Kommentar, so wie er stets üblich war.
Was die Leute, an viel Plätzen, an dem Dorfgeflüster schätzen,
das entspricht, seit früher schon, reger Kommunikation.
Die Kommune lebt vom Klatsch und bietet daher manchen Quatsch.
Das worauf ein mancher schwört, das hat der irgendwann gehört,
von wem und wann und wo auch immer. Es hat nicht den kleinsten Schimmer,
wer, von allem Quatsch betört, sehr viel auf Gerüchte hört,
denn es ist, an dieser Stelle, mancher ganz und gar nicht helle.
Hellhörig kann allgemein wohl ein manches Tratschmaul sein,
ohne sehr viel Grips im Hirn. Vorgeprescht ist manche Stirn,
vorne weg, mit viel Elan, und hat den Senf hinzu getan,
als die ziemlich scharfe Würze und es brennt sehr oft, in Kürze,
manchem Menschen auf der Lippe. Es nimmt der Reim gern auf die Schippe,
all das Zeug, das ungereimte und mitunter arg verschleimte.
H. Feisel
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