Deckakt / Historisches.
Der Ludwig tut als Flüchtling laufen, in dem großen Flüchtlingshaufen,
um den Russen zu entgehen. Man muss sich leider eingestehen,
dass das Reich ein Fehler war. Das wird auch dem Ludwig klar,
der als Ungarndeutscher prompt hektisch in den Westen kommt,
etwas ausgezehrt und bleich, nach dem Scheitern von dem Reich.
Der Ludwig der ist Junggeselle und er findet eine Stelle,
wo er für immer bleiben kann. Der Ludwig ist der rechte Mann
zum Dienen auf dem Bauernhof und zur Arbeit nicht zu doof,
wie er diesbezüglich meint. Weil er stark und kräftig scheint
hat ihn der Bauer angenommen. So ist der Ludwig angekommen.
Nun kriegt der Ludwig eine Kammer. Er schlägt paar Nägel mit dem Hammer
in das wackelige Bett und verstärkt das mit dem Brett,
unter der Matratze liegend, weil dieselbe, sich arg biegend,
seinem Kreuz nicht allzu gut, in der krummen Lage tut.
Der Ludwig geht halt, eben drum, fachmännisch mit dem Werkzeug um
und man kann ihn gut gebrauchen, wenn auch öfters unter Krauchen,
für die Arbeit in dem Stall und auch sonst, fast überall,
für die Arbeit auf dem Acker. Der Knecht Ludwig hält sich wacker
und ist dann sehr kompetent, weil man ihn ja kräftig nennt,
wenn es um schwere Arbeit geht, die er ganz von selbst versteht.
Kost und Logie sind dabei frei und der Ludwig kriegt dabei
jedes Jahr noch ein Paar Schuhe, Klamotten auch und in der Truhe,
hat der Ludwig ein paar Mark. Der Ludwig schafft und isst sehr stark
und hält Hasen in den Kisten. Der Ludwig kann den Saustall misten
und er macht, in jedem Fall, manchen Mist aus manchem Stall.
Der Ludwig ist nicht zu sensibel, doch kehren muss er ganz penibel,
wenn er mit dem Mist viel kleckert, weil der Bauer sonst viel meckert.
Es macht der Knecht auch manchmal Mist, wenn er nicht beim Entmisten ist.
Die Hasen sind nicht zu verachten, die kann er hin und wieder schlachten.
Der Deckakt der geschieht im Nu. Der Ludwig schaut dem Rammler zu.
Sein Hunger tut ihn dazu drängen und viele Hasen müssen hängen.
Er tut den Hasen, sozusagen, eins hinter ihre Löffel schlagen
und er hängt die, im Verlauf, an dem Hinterbeinen auf,
wo sie länger hängen bleiben, im kulinarischen Betreiben.
Sein Appetit ist, in der Form, immer wieder ganz enorm,
wie es der Hunger mit sich bringt, damit die Schwerarbeit gelingt.
Die Hasenbraten mehren sich, bei dem Ludwig, auf dem Tisch,
damit er lang bei Kräften bleibt, bei dem was er am Hofe treibt,
oder aber frisch und wacker, so lang wie möglich auf dem Acker,
beziehungsweise in dem Heu. Der Rammler rammelt ständig neu.
Der Ludwig soll nicht zu viel gammeln, soll Pfähle in den Boden rammeln,
wie er das auf der Weide treibt, damit das Rindvieh drinnen bleibt.
Der gute Ludwig bleibt nun Knecht und manchmal schimpft er dabei recht
und ziemlich laut mit derben Flüchen, sehr stark miefend nach Gerüchen,
die vom Stallmist, im Geschehen, auf den Ludwig übergehen.
Allmählich muss der Ludwig baden. Zu mindestens kann es nichts schaden.
Doch bleibt der Ludwig allgemein als Junggeselle mehr allein,
solang man ihn den Stallknecht nennt. Ob er das Geschlecht erkennt,
das weiß man später nicht zu sagen. Ist er im Thema „Sex“ beschlagen
und bewandert in dem Sinn? Den Rammler kennt er immerhin.
Ab und zu springt, auf dem Platz, auch der so genannte „Watz“,
wie man ihn hier im Plattdeutsch nennt, den man auch als Eber kennt,
in dem hochgedeutschten Wort, in seinem schweinisch guten Sport.
Der schwere Bulle muss es bringen und auch die alte Kuh bespringen.
Das tut der Bauernknecht wohl wissen, denn der Hof ist oft beschissen,
den er dann, nach dem Genuss, immer wieder säubern muss.
Der Deckakt der ist ungelogen beim Rindvieh allzu schnell vollzogen,
beim Gehopse, rauf und runter. Der Bulle der ist immer munter,
wenn die Kuh, so weit es geht, annähernd dabei auch steht.
Steht die nicht, dann alle mal, hoffentlich das nächste mal.
Denkt das Rindvieh, im Reflex, in Anbetracht vom Thema „Sex“,
in der Kürze liegt die Würze? Die alte Bäurin mit der Schürze
ist mitunter ganz allein und führt den Bullen aus und ein.
Der Knecht Ludwig wie man spricht, hat die Kompetenz wohl nicht
und ist mit der Gabel lange bei dem vielen Mist zugange.
Auch der alte Eber springt, damit die Schweinezucht gelingt.
Der Eber lässt sich sehr viel Zeit und nutzt bei der Gelegenheit,
vergnüglich und sehr ausgedehnt, das wonach die Sau sich sehnt.
Der Ludwig treibt die Sau mit Gerte, doch ist er wohl kein Sexexperte,
abgesehen bei den Hasen. Der Rammler ist dabei am rasen.
Im Spätherbst bleibt viel Arbeit liegen. Der Ludwig tut den Auftrag kriegen,
den Ackergaul zum Hengst zu bringen. Der Weg dahin tut ihm gelingen,
recht viele Kilometer weit. Der übernächste Ort braucht Zeit,
doch kommt der Ludwig, irgendwann, am Standort bei dem Deckhengst an,
mit dem Pferd, wie es gebührt, das er nun zum decken führt.
Dabei hat man nun entdeckt, dass sich irgend was versteckt,
an der angeblichen Stute. Der Gaul verweigert alles Gute.
Rossigist das Tier wohl schlicht auch zu diesem Zeitpunkt nicht.
Seitdemspricht man vom alten Klepper. Ein Wallach ist ein starker Schlepper,
doch er hat nicht den Hengst begehrt, weil er sich so nicht vermehrt.
Der Ludwig der zieht kurzerhand mit dem Wallach übers Land.
Der Ludwig macht sich keinen Reim und zieht verärgert wieder heim.
Auf dem Heimweg, bis nach Hause, macht er häufig eine Pause.
H. Feisel
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