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Kult-Ur-kritische Texte.

Räubernest / Historisches.

Das Räubernest / Historisches.

Die Wehrburg wird zuletzt geräumt und das Dorf liegt noch verträumt

am Hügel von der Burg gelegen, wenn auch ohne Kirchensegen,

als eine wilde Mannschaft prompt die leere Burg bewohnen kommt.

Die Raubritter sind nun zugegen, die sich zu der Burg bewegen,

die nun wehrhaft sesshaft werden. Dieses führt zu den Beschwerden,

die der Landgraf, ganz bestimmt, ärgerlich zur Kenntnis nimmt,

was dem Erzbischof nun prompt schließlich auch zu Ohren kommt.

Die Räuber feiern oben fest und Mellnau wird zum Räubernest,

wie man in Oberrosphe sagt, wo man nicht laut zu sprechen wagt,

angesichts vom hohen Turm und in allem steckt der Wurm.

Die Räuber klauen was sie können, weil sie sich den Wohlstand gönnen,

wie der vorbildliche Adel. In Schimpf und Schande und im Tadel

hat der Landgraf reagiert, der die Beherrschung ganz verliert

und der Papst, der solches kann, belegt die Räuber mit dem Bann

und erklärt die nebenbei in der Burg für vogelfrei.

Die Bande auf dem Hügel droben, beginnt sich nun dort auszutoben,

wo die Ritter, wie sie hießen, die Behausung einst verließen.

Die Burg ist nicht mehr zu empfehlen, weil die da drinnen alles stehlen.

An dem Ort bleibt kein Getreuer und es versiegt die Kirchensteuer.

Es tut der Landgraf wütend schnauben. Die Raubritter tun weiter rauben.

Die Räuber ziehen kurzerhand raubend durch das Hessenland

und ziehen sich danach ein Stück wieder in die Burg zurück,

nachdem sie ihre Beute greifen und dem Bischof etwas pfeifen,

überall und alle Zeit, bezüglich ihrer Frömmigkeit.

Ein fettes Schwein wird nicht verachtet und häufig in der Burg geschlachtet,

das der Bauer, unter Groll, ganz vergeblich füttern soll,

der, von der Bande arg bedrängt, dafür keinen Lohn empfängt

und heimlich, unter viel Verdruss, auf die Banditen schimpfen muss.

Der Bauer kann sie nicht besiegen. Die Gauner stehlen was sie kriegen

und klauen manches junge Weib, zu ihrem liebsten Zeitvertreib.

Sie saufen Wein aus der Karaffe. Längst geflohen ist der Pfaffe,

überängstlich alle mal, in der doppelten Moral.

Er hat, im eiligen Bestreben, seine Schäfchen aufgegeben

und den Wölfen überlassen, die zu ihrer Beute fassen.

Die Banditen feiern fest, im so genannten Räubernest,

wie der Papst in Rom das nennt, der Mellnau nur von weitem kennt.

Irgendwann sind ungelogen die Galgenvögel aufgeflogen,

aufgescheucht aus ihrem Nest. Vielleicht lebt noch ein kleiner Rest

in dem Blut der Leute weiter. Beim Gentest würde man gescheiter,

ansonsten sieht man blaues Blut rein optisch nicht mehr allzu gut.

H. Feisel

Deckakt / Historisches.

Deckakt / Historisches.

Der Ludwig tut als Flüchtling laufen, in dem großen Flüchtlingshaufen,

um den Russen zu entgehen. Man muss sich leider eingestehen,

dass das Reich ein Fehler war. Das wird auch dem Ludwig klar,

der als Ungarndeutscher prompt hektisch in den Westen kommt,

etwas ausgezehrt und bleich, nach dem Scheitern von dem Reich.

Der Ludwig der ist Junggeselle und er findet eine Stelle,

wo er für immer bleiben kann. Der Ludwig ist der rechte Mann

zum Dienen auf dem Bauernhof und zur Arbeit nicht zu doof,

wie er diesbezüglich meint. Weil er stark und kräftig scheint

hat ihn der Bauer angenommen. So ist der Ludwig angekommen.

Nun kriegt der Ludwig eine Kammer. Er schlägt paar Nägel mit dem Hammer

in das wackelige Bett und verstärkt das mit dem Brett,

unter der Matratze liegend, weil dieselbe, sich arg biegend,

seinem Kreuz nicht allzu gut, in der krummen Lage tut.

Der Ludwig geht halt, eben drum, fachmännisch mit dem Werkzeug um

und man kann ihn gut gebrauchen, wenn auch öfters unter Krauchen,

für die Arbeit in dem Stall und auch sonst, fast überall,

für die Arbeit auf dem Acker. Der Knecht Ludwig hält sich wacker

und ist dann sehr kompetent, weil man ihn ja kräftig nennt,

wenn es um schwere Arbeit geht, die er ganz von selbst versteht.

Kost und Logie sind dabei frei und der Ludwig kriegt dabei

jedes Jahr noch ein Paar Schuhe, Klamotten auch und in der Truhe,

hat der Ludwig ein paar Mark. Der Ludwig schafft und isst sehr stark

und hält Hasen in den Kisten. Der Ludwig kann den Saustall misten

und er macht, in jedem Fall, manchen Mist aus manchem Stall.

Der Ludwig ist nicht zu sensibel, doch kehren muss er ganz penibel,

wenn er mit dem Mist viel kleckert, weil der Bauer sonst viel meckert.

Es macht der Knecht auch manchmal Mist, wenn er nicht beim Entmisten ist.

Die Hasen sind nicht zu verachten, die kann er hin und wieder schlachten.

Der Deckakt der geschieht im Nu. Der Ludwig schaut dem Rammler zu.

Sein Hunger tut ihn dazu drängen und viele Hasen müssen hängen.

Er tut den Hasen, sozusagen, eins hinter ihre Löffel schlagen

und er hängt die, im Verlauf, an dem Hinterbeinen auf,

wo sie länger hängen bleiben, im kulinarischen Betreiben.

Sein Appetit ist, in der Form, immer wieder ganz enorm,

wie es der Hunger mit sich bringt, damit die Schwerarbeit gelingt.

Die Hasenbraten mehren sich, bei dem Ludwig, auf dem Tisch,

damit er lang bei Kräften bleibt, bei dem was er am Hofe treibt,

oder aber frisch und wacker, so lang wie möglich auf dem Acker,

beziehungsweise in dem Heu. Der Rammler rammelt ständig neu.

Der Ludwig soll nicht zu viel gammeln, soll Pfähle in den Boden rammeln,

wie er das auf der Weide treibt, damit das Rindvieh drinnen bleibt.

Der gute Ludwig bleibt nun Knecht und manchmal schimpft er dabei recht

und ziemlich laut mit derben Flüchen, sehr stark miefend nach Gerüchen,

die vom Stallmist, im Geschehen, auf den Ludwig übergehen.

Allmählich muss der Ludwig baden. Zu mindestens kann es nichts schaden.

Doch bleibt der Ludwig allgemein als Junggeselle mehr allein,

solang man ihn den Stallknecht nennt. Ob er das Geschlecht erkennt,

das weiß man später nicht zu sagen. Ist er im Thema „Sex“ beschlagen

und bewandert in dem Sinn? Den Rammler kennt er immerhin.

Ab und zu springt, auf dem Platz, auch der so genannte „Watz“,

wie man ihn hier im Plattdeutsch nennt, den man auch als Eber kennt,

in dem hochgedeutschten Wort, in seinem schweinisch guten Sport.

Der schwere Bulle muss es bringen und auch die alte Kuh bespringen.

Das tut der Bauernknecht wohl wissen, denn der Hof ist oft beschissen,

den er dann, nach dem Genuss, immer wieder säubern muss.

Der Deckakt der ist ungelogen beim Rindvieh allzu schnell vollzogen,

beim Gehopse, rauf und runter. Der Bulle der ist immer munter,

wenn die Kuh, so weit es geht, annähernd dabei auch steht.

Steht die nicht, dann alle mal, hoffentlich das nächste mal.

Denkt das Rindvieh, im Reflex, in Anbetracht vom Thema „Sex“,

in der Kürze liegt die Würze? Die alte Bäurin mit der Schürze

ist mitunter ganz allein und führt den Bullen aus und ein.

Der Knecht Ludwig wie man spricht, hat die Kompetenz wohl nicht

und ist mit der Gabel lange bei dem vielen Mist zugange.

Auch der alte Eber springt, damit die Schweinezucht gelingt.

Der Eber lässt sich sehr viel Zeit und nutzt bei der Gelegenheit,

vergnüglich und sehr ausgedehnt, das wonach die Sau sich sehnt.

Der Ludwig treibt die Sau mit Gerte, doch ist er wohl kein Sexexperte,

abgesehen bei den Hasen. Der Rammler ist dabei am rasen.

Im Spätherbst bleibt viel Arbeit liegen. Der Ludwig tut den Auftrag kriegen,

den Ackergaul zum Hengst zu bringen. Der Weg dahin tut ihm gelingen,

recht viele Kilometer weit. Der übernächste Ort braucht Zeit,

doch kommt der Ludwig, irgendwann, am Standort bei dem Deckhengst an,

mit dem Pferd, wie es gebührt, das er nun zum decken führt.

Dabei hat man nun entdeckt, dass sich irgend was versteckt,

an der angeblichen Stute. Der Gaul verweigert alles Gute.

Rossigist das Tier wohl schlicht auch zu diesem Zeitpunkt nicht.

Seitdemspricht man vom alten Klepper. Ein Wallach ist ein starker Schlepper,

doch er hat nicht den Hengst begehrt, weil er sich so nicht vermehrt.

Der Ludwig der zieht kurzerhand mit dem Wallach übers Land.

Der Ludwig macht sich keinen Reim und zieht verärgert wieder heim.

Auf dem Heimweg, bis nach Hause, macht er häufig eine Pause.

H. Feisel

Burg Mellnau/Historisch.

Burg Mellnau / Historisches.

Wer hat nur diese Burg erbaut und sich den Hügel angeschaut,

auf dem die Burg einst im Beschluss die Landschaft überragen muss?

War es die Sophie von Brabant, als Erbauerin genannt,

als die Herzogin vom Hof, oder der Mainzer Erzbischof?

Siegfried der Dritte steht zu lesen, sei der Erbauer einst gewesen,

als man ebenso berichtet durch Sophie sei die Burg errichtet.

Wer immer einst Geschichte schrieb, die Darstellung ist jedem lieb,

wie es seiner Sicht entspricht, dem entsprechend im Bericht

und Geschichte lässt sich formen, anscheinend in manchen Normen,

wie es angenehm erscheint, wie man diesbezüglich meint.

Ist die Geschichte im Extremen darum immer ernst zu nehmen,

welche Herrscher schreiben lassen, die gerne ihren Reim verfassen?

Vieles scheint wohl ungereimt. Ist manches auf dem Mist gekeimt,

den die Herrschaft hinterließ, die scheinbar manches glauben ließ?

Wer weiß ob sich nicht mancher irrt, weil die Vergangenheit verwirrt,

in der sich, mit großen Sachen, viele Großen wichtig machen

und sich selbst, an ihren Plätzen, versehentlich als Größen schätzen.

Lässt die Geschichte sich verzerren durch die hoheitlichen Herren,

die sich gerne zu sehr brüsten, in makaberen Gelüsten?

Die Burg Mellnau steht nicht mehr, doch die Ruine um so mehr,

um vielleicht zu Recht zu mahnen, in den mysteriösen Ahnen,

dass manches zweifelhaft geschah, wie immer man es damals sah.

Die Bauern wohnten drum herum und waren doch nicht ganz so dumm,

als man noch nicht zu lesen scheint, wie man womöglich später meint.

Man lebte dort recht angenehm, doch hin und wieder auch extrem

und gefährlich in dem Stil, denn der Gegner war mobil

bei der Belagerung gekommen und hat die Festung eingenommen,

was die Oberrosper Leute mehr als die in Mellnau freute.

Man tat von Übergriffen sprechen und mitunter von Verbrechen,

auf dieser und auf jener Seite, in dem ritterlichen Streite,

politisch motiviert im Wahn, zwischen Marburg an der Lahn

und dem Landgrafen von Hessen und dem Klerus währenddessen,

der im fernen Mainz taktiert und bald schon diese Burg verliert.

Als Nest der Straßenräuberei war die Burg dann vogelfrei.

Der Kuckuck war dann aufgeregt. Er hat sein Ei ins Nest gelegt

und es ließ sich nicht verhüten, dass Oberrospher daran brüten.

Dann wurde auf dem Berg da oben das Raubnest schließlich ausgehoben,

mitsamt manchem Kuckucksei und Oberrosphe war fast frei

von der zwingenden Erbeutung. Die Burg verlor nun die Bedeutung.

Dann bleibt, in kummervoller Miene, weiter nichts als die Ruine,

mit leerem Turm und Reste Mauern, was Oberrosphe nicht bedauern.

Eines aber kann man schwören: „Man kann noch viel vom Kuckuck hören,

ob es wahr ist oder nicht, im historischen Bericht. H. Feisel

Bauernhof/Historisch.

Bauernhof / Historisches.

Mitten auf dem Hof liegt Mist, wie es früher üblich ist,

möglichst ordentlich am Haufen. Das Viehzeug frisst das Heu aus Raufen

und säuft aus dem Eimer Wasser. Draußen wird es immer nasser

und der Acker ist ganz seicht auf dem Boden aufgeweicht,

mitten in der Erntezeit. Die stramme Magd steht etwas breit

in dem Kuhstall bei der Kuh und die scheißt dabei im Nu,

während ein paar Flüche hallen, denn ein Spritzer ist gefallen,

der Anneliese ins Gesicht, die dort mit dem Ärmel wischt.

Der Knecht heißt Paul und stopft die Pfeife, die Anneliese wäscht, mit Seife

sich beim Wasser das Gesicht und alles wäscht sie hierbei nicht,

als der Knecht, der hinten steht, verlegen an der Pfeife dreht.

Die Kühe müssen, trotz Beschwerden, mit der Hand gemolken werden,

auf dem Schemel, wo man sitzt und bei der Sommerhitze schwitzt.

Schwitzen kann man zur Genüge. Der Bauer der erteilt die Rüge.

Die Bauerntöchter müssen ran und stellen sich ganz hinten an

und meckern in dem Stallgeruch. Dem Bauer dem entweicht ein Fluch.

Die Bauerntöchter gehen aus, beizeiten geh'n sie aus dem Haus,

zum jugendlichen Freundeskreis. Der Schwiegersohn sucht den Beweis

ob er sich mit dem Bauersmann irgendwie vertragen kann

und ist am Acker auch zugange. Manchmal wird ihm dabei bange.

Langsam wird es Feierabend. Er lenkt den Gaul, daneben trabend,

in den Graben, wo er steht, wo vom Hang der Aufstieg geht.

Er setzt sich auf den Ackergaul. Zum laufen ist er wohl zu faul,

auf dem Heimweg von dem Acker. Der schwere Gaul der schreitet wacker

in Richtung Stall in dem Gelände, gelenkt vom Reiter mittels Hände.

Das Reiten auf dem breiten Rücken bietet jedoch kein Entzücken

und der Reiter tut sich schwer, denn es schaukelt um so mehr,

je mehr der schwere Gaul gelenkt eifrig an den Fresstrog denkt.

Als man das seltsame Gespann auf dem Hof erblicken kann,

kommt der Gaul nur schwer zum Stehen und der Reiter, der muss sehen,

wie er günstig, irgendwann, den Gaul geschwind verlassen kann,

denn der denkt dabei indessen vor dem Stall nur an das Fressen.

Er lenkt das Pferd nun an den Mist, wo es etwas weicher ist,

wenn ihn vielleicht nichts mehr hält und wenn er von dem Rücken fällt.

Dort springt er nun, mit einem Satz, herunter von dem hohen Platz

und er tut, mit seinen Zehen, mitten auf dem Haufen stehen.

Es trabt der Gaul nun, in dem Fall, ganz von selbst in seinen Stall,

wo er Heu und Hafer schlingt, die er reichlich unterbringt,

weil Schwerarbeiter fressen dürfen. Er tut zwei Eimer Wasser schlürfen

und begibt sich dann zur Ruh. Dann fallen ihm die Augen zu.

Am Haken hängt die Ackerleine. Nebenan da grunzen Schweine

und im Kuhstall plärrt dazu irgend eine dumme Kuh.

H. Feisel

Bauernhochzeit/Historisch.

Bauernhochzeit / Historisches.

Am Bauernhof ist was zugange. Die Bauerntochter will schon lange

einen möglichst starken Mann, der sich sehen lassen kann,

nach Möglichkeit nicht allzu faul und zähe wie ein Ackergaul.

Die Tochter soll den Hof mal erben. Warum tut keiner sich bewerben,

damit er sich dort, irgendwann, Hofbesitzer nennen kann?

Die Tochter ist schon dreißig Jahr und es besteht nun die Gefahr,

dass sie keinen Mann mehr nimmt und der Bauer ist verstimmt,

weil sie vielleicht auch keinen kriegt. Dann hat die Vernunft gesiegt

und die Tochter will den Mann, soweit sie einen haben kann.

Ein Flüchtling kommt dabei in Frage, denn der schielt schon ein paar Tage

zu dem Bauerntöchterlein, denn das ist bisher allein.

Es hat sich, wie man es schon ahnt, ein Techtelmechtel angebahnt

und der Kerl nennt sie schon „Schatz“. Es macht der Bauer laut Rabatz

und er ist dabei nicht still, weil er keinen Flüchtling will.

Der Bauer findet das beschissen und will nichts vom Geringen wissen

und tut den armer Schlucker nennen und die Tochter tut nun flennen,

um denselben Hungerleider und trägt schon beinah schwarze Kleider,

wie das die alte Witwe macht, in der dunklen Bauerntracht.

Dann hat die Stimmung sich gewandelt und es wird was ausgehandelt,

denn das dumme Weib ist schwanger und steht ohne Mann am Pranger.

Der Flüchtling zieht, es soll so sein, nun doch in diesen Hof hinein

und ist der Tochter ihr Begleiter. Damit wird er ein Beigefreiter,

sobald die Hochzeit sich vollzieht, die nun eilends schnell geschieht,

damit nicht noch, vielleicht am Schluss, ein jeder gleich bemerken muss,

dass sie beim Flüchtling seiner List, längst nicht mehr die Jungfrau ist.

Man tut sich zum Altar bewegen und der Priester gibt den Segen,

für etwas Wurst, zu diesem Zweck, und für etwas Schinkenspeck.

Sie geht im bunten Bauernrock und die Oma geht am Stock.

Die Sau tat man beizeiten schlachten. Der Bräutigam soll nicht verschmachten,

denn der muss nun bei Kräften bleiben und viel Handarbeit betreiben,

in dem Stall und auf dem Acker. Hoffentlich schlägt er sich wacker,

scheint die Braut dabei zu denken und sie tut ihre Schritte lenken

mit ihm hinüber zum Altar. Ihm wird dabei langsam klar,

dass er ein Beigefreiter ist und auf ihn wartet aller Mist,

mit dem er nun sehr viel hantiert. Wenn er sich nur nicht blamiert,

denkt die Braut im Hochzeitsrock. Der Bauer denkt: du geiler Bock

und wirft ihm, etwas ohne Ruh, von seitwärts strenge Blicke zu.

Dann sind Mann und Frau vereint, wie es oberflächlich scheint,

vielleicht ein ganzes Leben lang, womöglich unter großem Zwang,

wie der alte Vetter denkt, dem man nicht viel Beachtung schenkt.

Es kommt die Hochzeit in die Gänge. Die Feier zieht sich in die Länge,

der Beigefreite hat am Morgen schon im Stall die ersten Sorgen.

H. Feisel

Schloss.

Schloss.

Der Landgraf lebt mit seinem Tross gut verschanzt in seinem Schloss,

im Gefolge seiner Ritter und manchmal ist die Fehde bitter,

die er mit dem Klerus führt, wie es sich im Streit gebührt

um die großen Ländereien. Will er sich vom Zwang befreien

dann wendet er sich schnell im Nu im Protest dem Neuen zu

und er wird zum Protestant. Man hat ihn abtrünnig genannt,

weil er in allem was geschieht, irgendwann den Vorteil sieht

sich vom Vatikan zu wenden. Um keine Gelder zu verschwenden

und an die Kirche zu verlieren, will der Landgraf protestieren.

Er schließt sich nun, so gut er kann, den hilfreichen Protesten an.

Er will vom Papst dann im gewissen eigentlich nun nichts mehr wissen

tut sich frei heraus bewegen und verzichtet auf den Segen,

den ihm die Kirche bieten kann. Gottesfürchtig ist der Mann

ganz bestimmt nun gar nicht mehr, meint der Bischof hinterher,

nachdem er nun sehr schnell erlernt, wie man sich vom Papst entfernt

und sich in abgöttischer Zeit von dem Vatikan befreit.

Der große Abfall ist gekommen, hat man dabei angenommen,

in Anbetracht von den Parolen. Die soll doch gleich der Teufel holen,

hat der Erzbischof gemeint, der ziemlich schwer entrüstet scheint

und, aus der geplagten Sicht, von dem Fegefeuer spricht.

Ist der Landgraf toll geworden und will er Katholiken morden,

in dem abgrundtiefen Streit? Der Teufel macht sich zu der Zeit

ziemlich stark in seinem Krieg und er träumt sogar vom Sieg

und ihm folgt ein mancher Tor. Steht der Weltuntergang bevor

und muss die Welt, in dem Geschehen, womöglich sehr bald untergehen,

muss der Vatikan sich fragen, angesichts der dunklen Tagen,

die heraufzuziehen scheinen. Noch nie war so, im allgemeinen,

die Himmelskuppel so verdunkelt, wird im Geistesstand gemunkelt.

Sollte es nicht mehr gelingen den Satan noch mal zu bezwingen,

im harten Kampf um etwas Zeit, dann ist das Ende nicht mehr weit.

Im Heiligtum wird nun beschlossen, den Teufel samt die Weggenossen

mit dem Banne zu belegen und das Schloss entbehrt den Segen,

der, wie immer er auch nützt, niemals einen Teufel schützt.

Die Botschaft kommt mit Brief und Siegel. Es kommt hinter Schloss und Riegel,

wen man immer, irgendwann, als armer Teufel fassen kann.

Ist der Teufel sehr verarmt dann hat sich keiner dran erbarmt

den armen Teufel aufzurichten. Auf Barmherzigkeit verzichten

muss wer immer einmal prompt zwischen alle Fronten kommt.

Der dumme Bauer kann nicht lesen und ist ahnungslos gewesen

und muss sich beschwätzen lassen, von allen die den Sinn nicht fassen.

Ach hätt' der Bauer nur ein Schloss an dem untersten Geschoss,

dann könnte er am Schlüssel drehen. Der Priester müsste draußen stehen.

H. Feisel

Schlosshund/Historisches.

Schlosshund / Historisches.

Der Burgherr spricht von Brief und Siegel. Der Schlosshund, hinter Schloss und Riegel,

jault, denn er ist eingesperrt, wenn er nicht an der Kette zerrt,

wie er das hin und wieder macht, mitten in der dunklen Nacht.

Der Hund tut wie ein Schlosshund heulen und vertreibt sogar die Eulen,

die mit großen Augen schauen und dem Gejaule wenig trauen.

Es schreit der Waldkauz zu der Zeit, in der schwarzen Dunkelheit,

den man den Totenvogel nennt, obwohl der den Termin nicht kennt,

an dem der alte Graf am Schluss einmal endlich sterben muss.

Noch ist der alte Graf zugegen. Der Quacksalber der tut ihn pflegen

und macht dem Alten noch mal Mut. Derselbe der hat blaues Blut

und er hat viel Wein genossen und dabei noch einmal beschlossen,

in diesem Sinne, im Bestreben, diese Nacht zu überleben.

Mit Hilfe einiger Promille erwacht noch mal der Lebenswille

und das Käuzchen ruft vergeblich. Der Burggraf war einst überheblich

und ist inzwischen, tut man sprechen, demütig in den Gebrechen,

die ihm schwer zu schaffen machen. Der Schlosshund muss das Schloss bewachen,

damit sich nachts nicht noch vielleicht irgendwer zum Burggraf schleicht,

um ihm den letzten Rest zu geben. Die Nacht die tut er überleben

und vielleicht die nächste auch, in dem ehrwürdigen Brauch

- die Zähigkeit in allen Ehren - , seinen Rotwein zu begehren.

Der Schlosshund heult, wer weiß warum. Es geht ihm was im Kopf herum

und er findet immerzu in der Nacht noch keine Ruh.

Es scheint dass er was dringend müsste, bedingt durch seine Sexgelüste,

denn er hat etwas im Sinn. Der Burggraf dreht im Bett das Kinn.

Der Burggraf dreht, mit sich im Streite, sich in seinem Bette zur Seite

und liegt auf dem linken Ohr. Von irgendwo heult es im Chor,

weil auch die Hündin ziemlich jault, die sich im Fell die Flöhe krault.

Der Burggraf wehrt dazu den Fliegen, kommt auf dem rechten Ohr zu liegen

und räkelt sich in seinem Bett, denn das Gejaule klingt nicht nett,

wenn sich der Hund die ganze Zeit nicht von seinem Zwang befreit

leidenschaftlich was zu wollen. In seiner Lust da tut er grollen,

weil er ganz unbefriedigt bleibt und sich damit die Zeit vertreibt

an den Paarungsakt zu denken. Er tut sich seinen Hals verrenken

und schnüffelt eifrig mit der Nase und kommt dabei in Ekstase,

als er mit dem Gedanken spielt und immer zu der Hündin schielt,

die draußen, vor dem Gitter steht, während weiter gar nichts geht.

Leider kann sich nichts ergeben, im so genannten Hundeleben,

wenn die Gitterstäbe trennen. Das Sprichwort tut fast jeder kennen.

Nicht immer geht es jedem gut. Wer wie ein Schlosshund heulen tut,

das lässt sich dann nicht verhehlen, dem tut sicher etwas fehlen.

H. Feisel

Zither.

Zither / Historisches.

Die Herzogin wohnt hoch im Schloss, mitsamt ihrem ganzen Tross

und sie tut alles überragen. Einstmals ist sie sozusagen

als Herzogin mal hergezogen. Die Großmutter hat es erwogen

und hat früher zu der Zeit gewisserweise beigefreit.

Viel schlimmer geht es, dann und wann, dem bei gefreiten Ehemann,

denn der muss sich viel beklagen tut die Herzogin sich sagen.

Der Landgraf ist im Schloss recht lange in der Muse viel zugange,

solange das im Frieden geht, solange kein Konflikt entsteht,

der den Frieden ständig stört. Wenn man sich im Krieg betört,

dann ist es in dem edlen Haus vorerst mit der Muse aus.

Dann bleibt der Landgraf auch nicht länger ein so genannter Müßiggänger,

weil er sich dann stimuliert und die Taktik simuliert,

in der er nun strategisch denkt, von der Muse abgelenkt.

Vorerst hat man einmal Ruh und der Frieden zwingt dazu,

dass man sich die Zeit vertreibt, die bis zur nächsten Fehde bleibt.

Darum feiert man aufs Beste hin und wieder manche Feste.

Der Landgraf trinkt dabei recht lange. Die Herzogin ist auch zugange

und ein Fürst ist auch geladen. Der Bischof könnte auch nichts schaden.

Darum kommt, aus dieser Sicht, der Pfaffe diesmal lieber nicht,

der irgendwie verhindert scheint, wie der Landgraf selber meint.

Gesittet soll es ja auch eben aus dem Grund kein Gelage geben,

denn die hohen Gäste zeigen, dass sie sittsam dazu neigen,

ihre Haltung zu bewahren. Zwei Kutschen sind dann vorgefahren,

mit den ehrenwerten Gästen. Die wollen sich jetzt nicht bloß mästen

oder literweise saufen. Elegante Gäste laufen

gravitätisch durch den Saal und freuen sich auch alle mal,

dass sie sich in dem Geschehen endlich einmal wieder sehen.

Die Pferde sind längst ausgespannt und man macht sich noch bekannt,

mit Leuten die man ganz von nah bisher vielleicht noch nicht sah.

Der Bischof schickt nur seinen Segen. Ihm kam der Zeitpunkt nicht gelegen.

Der Pfaffe hat umsonst gezittert und ist am nächsten Tag verbittert.

Der Landgraf lädt zum Schlosskonzert. Der Bischof legt darauf kein Wert,

denn es kommen Minnesänger. Die erträgt er auch nicht länger,

als es ihm notwendig scheint, hat er insgeheim gemeint.

Die Minnesänger sind bekannt. Erotisch hat man das genannt,

was dieselben gern im Leben in der Tonkunst wiedergeben.

Bis in die Nacht erklingen wieder die altbekannten Liebeslieder,

bei der ausgedehnten Feier. Einer spricht von alter Leier,

weil er wohl an jedem Tag keinerlei von Weiber mag.

Der Landgraf jedoch kennt sein Ziel und lieblich klingt das Zitherspiel.

H. Feisel

Zitadelle.

Zitadelle.

Im Städtchen steht, an einer Stelle, früher einst die Zitadelle,

welche Römer wohl erfanden, die das Citadella nannten.

Diese steht, nach dieser Sitte, in der Festung in der Mitte,

wo der Hauptmann sicher sitzt, wenn mancher Blut und Wasser schwitzt,

weil der Feind dabei verroht draußen vor der Festung droht,

das Städtchen einfach einzunehmen. Strategisch sinnt, in klugen Themen,

der Stadthauptmann, noch an der Stelle, innerhalb der Zitadelle,

wie er das Städtchen halten kann. Vielleicht fällt ihm ja, irgendwann,

dazu noch schließlich allgemein, etwas Sonderbares ein,

während er so überlegt und seinen Plan dann offen legt.

Überlegen aus der Sicht ist der alte Plan wohl nicht,

der sich stets und bis zum Schluss, im Kern darauf beschränken muss,

den Hauptmann irgendwie zu schützen. Dazu tun Wall und Pfahlbau nützen

und die geübte Handlungsweise. In der Routine, meint der leise,

wird man erfolgreich, im Geschehen, die Bedrohung überstehen

und er gibt sich offensichtlich, an der Stelle, zuversichtlich,

wo er, wie er scheinbar meint, wohl behütet sicher scheint.

Ein kluger Hauptmann zieht ein Stück sich aus der Gefahr zurück,

denn das zählt ja irgendwie zur Überlebensstrategie,

spricht der Hauptmann sehr bestimmt, der das Kommando übernimmt.

Das haben später, ganz entfernt, die Generäle all gelernt

und die Zeit tut im Geschehen schnell einmal vorübergehen,

in der ein Feldherr in der Schlacht, als Vorbild vieles selber macht.

Der General der ganz gewitzt später nur im Bunker sitzt,

der kann es sich dabei erlauben energisch an den Sieg zu glauben,

bis auf den ziemlich letzten Mann. Der allerletzte ist er dann.

Um den Sieg muss er nicht bangen, den kann er nicht allein erlangen

und trotz der guten Strategie kommt der Sieg oft leider nie.

Ehrenvoll wird er gefangen, dann muss er nicht mehr um sich bangen

und desertieren muss er schlicht, in dieser Weise selber nicht.

Es geht die kompetente Kraft in Ehren in Gefangenschaft,

als er noch die Zigarre raucht. Der letzte Mann ist längst verbraucht,

doch die Zigarre bisher nicht. Es erweist sich, aus der Sicht,

derer die sich Sieger nennen, dass sie das Schutzbedürfnis kennen,

vom Schützling, von dem General. In Ehren wird der allemal

weiterhin sehr hoch gehalten, denn ehrenwert ist das Verhalten,

gegen die, die sich viel schützen und sich selbst am meisten nützen.

Der Kommandant der gibt sein Wort. Das begann, an manchem Ort,

bestimmt an der geschützten Stelle innerhalb der Zitadelle,

als mancher Heldenmut verhieß und seine Feigheit doch nicht ließ.

H. Feisel

Zisterne.

Zisterne / Historisches.

Die Wehrburg steht an hoher Stelle. Doch gibt es keine Wasserquelle,

auf dem Hügel, wo sie steht. Weil ohne Wasser gar nichts geht,

in der ganzen Strategie, überlegt man irgendwie,

wie man vielleicht, irgendwann, einmal Wasser trinken kann,

als man nun die Burg erbaut und der Strategie vertraut,

die der Erzbischof ersann. Der gilt als ein weiser Mann

und die Burg die soll ihm nützen und sein Eigentum hier schützen,

vor der Gier von manchem Adel. Die Ritter ohne Furcht und Tadel

lernt sogar der Papst zu schätzen und sie sollen, an viel Plätzen,

die Macht der Kirche unterstützen und deren Interessen nützen.

Der Paffe hat sich noch gescheut und bekreuzigt sich erneut,

in etwas ängstlicher Erregung, anhand mancher Überlegung.

Bekreuzen müssen sich die Ritter, bei dem drohenden Gewitter,

das über der Landschaft hängt und jeder hat die Furcht verdrängt,

es könnte mal in ihrem Leben zukünftig kein Wasser geben.

Der Burghauptmann spricht nun von Käuzen und tut sich verlegen schnäuzen,

denn er hat sich wohl versprochen. Die Burg wird fertig in paar Wochen,

laut dem päpstlichen Bericht, doch Wasser gibt es leider nicht

droben auf der Burg zu trinken. Die Bauern bringen Fleisch und Schinken.

Doch wie will man im Bestreben da oben ohne Wasser leben?

Der Burghauptmann wird immer blasser, angesichts von wenig Wasser,

das nicht einmal zum trinken reicht, als ihn der Verdacht beschleicht,

dass er sich nicht mal dann und wann halbwegs etwas waschen kann.

Es gibt da oben, an der Stelle, nicht die kleinste Wasserquelle.

Der Bauherr spricht nun von Zisterne, denn er blamiert sich auch nicht gerne,

in der bisher genialen Planung, ohne die geringste Ahnung,

dass man niemals, irgendwann, am Hügel Wasser finden kann.

Es wird ein tiefes Loch gegraben, im so genannten Bauvorhaben,

bei Hindernissen und viel Steinen und es sind im allgemeinen,

die Geringen viel am schaffen. Die Ritter putzen lieber Waffen.

Zig Ellen tief, das hat man gerne, quält man sich in der Zisterne,

ohne einen Tropfen Wasser. Der tiefe Grund wird auch nicht nasser.

Mancher Stein wird angepasst, damit er in den Brunnen passt,

der unten ohne Wasser bleibt, als der Vorarbeiter treibt.

Ziemlich tief in dem Gemäuer ist es manchem nicht geheuer.

Es gibt auch aus tiefster Sicht keinen Tropfen Wasser nicht.

Nun muss man darauf beharren, dass Bauern mit den Ochsenkarren

und mit vollen Wasserfässern die Zisterne ständig wässern.

Das Wasser wird, mit aller Kraft, vom nächsten Bach herbeigeschafft,

die halbe Meile weit entfernt, weshalb man Bauern schätzen lernt.

Ist die Versorgung abgeschnitten, in den kriegerischen Sitten,

nicht nur im Vorübergehen, dann hilft kein Hoffen und kein Flehen. H. Feisel