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Kult-Ur-kritische Texte.

Der Grill.

Der Grill.

Bratwürstchen sind sehr gefragt. Deshalb ist Grillen angesagt,

bei Sonnenschein am Wochenende. Das Wetter das vollzieht die Wende,

nach dem kühlen feuchten Klima. Die Sonne scheint und das ist prima,

weshalb man wieder grillen will. Vom Aldi stammt der neue Grill,

denn der alte taugt nichts mehr und rostet längst schon viel zu sehr.

Bei Ebay gab's den Grill schon billig. Doch der Aldi zeigt sich willig

das Internet zu unterbieten. Der Grill hat Schrauben statt der Nieten

und der Vater muss viel schrauben. Hundert Muttern, tut er glauben,

muss er fest auf Schrauben drehen. Ist diese Arbeit erst geschehen,

dann ist der Feuerkorb mit Grill ein Ding das sich bewähren will.

Das Gerät steht nun im Garten und tut auf die Bewährung warten

und ein Grill ist, wie man weiß, immer auf die Würstchen heiß.

Der Vater legt in dem Verlauf ein Quantum frischer Würstchen auf

und die brutzeln auf der Glut. Daher riecht es möglichst gut,

wie man es beim Grillen kennt, solang das Würstchen nicht verbrennt.

Der Würstchenhunger lässt sich stillen, nach der Garzeit bei dem Grillen

auf dem Grill mit reichlich Glut. Die Holzkohle ist dafür gut,

oder auch die Grillbrikett. Etwas rauchen tut das Fett,

denn das tropft auf die heiße Glut. Die Flamme lodert manchmal gut,

die der Vater, dann und wann, mit Bier vom Fläschchen löschen kann.

Es löscht der Vater manchmal hier die Flamme auf der Glut mit Bier,

was zusätzlich noch Würze bringt. Damit die Mahlzeit gut gelingt,

tut es Senf und Ketchup geben und Brötchen stehen auch daneben.

Es schwitzt der Papa bei dem Grillen und den Durst den muss er stillen,

mit dem zweiten Fläschchen Bier. Am Ende sind es aber vier,

denn eines gießt er auf die Glut, damit kein Würstchen brennen tut.

Der Vater steht, mit roter Birne, und mit Schweiß auf seiner Stirne,

Würstchen wendend an dem Grill, weil die Gattin das nicht will.

Es spricht die Mama, unter Dache, das Grillen das sei Männersache

und sie rührt noch, in der Tat, in der Küche am Salat.

Der Grill bewährt sich zu dem Zwecke und steht rauchend in der Ecke,

wo der Rauch zum Nachbar zieht, der den Grill am brutzeln sieht,

doch nicht eingeladen scheint, wie er diesbezüglich meint.

Der Nachbar sinnt, in dieser Sache, natürlich längst an seiner Rache

und will am nächsten Tag selbst grillen. Den Würstchenhunger kann er stillen

in seinem Garten auf dem Grill, wann und wie er selber will,

ohne Nachbarn in dem Garten, die vielleicht schon darauf warten

dass sie eingeladen sind. Es isst der Nachbar ganz geschwind

seine Würstchen im Verlauf mit der Familie selber auf

und der von drüben schmollt vielleicht, als ihn der Rauch vom Grill erreicht.

H. Feisel

Geburtstagskuchen.

Geburtstagskuchen.

Die Oma backt Geburtstagskuchen, denn man will sie wohl besuchen,

am Geburtstag den sie still dadurch vorbereiten will,

indem sie einen Kuchen backt. Die Nüsse sind schon kleingehackt,

beziehungsweise fein gemahlen und man muss sie nur bezahlen,

im Päckchen aus dem Supermarkt, wo so manches Auto parkt.

Auch Kaffee braucht sie zu dem Fest, denn daheim der kleine Rest

vom Kaffeepulver in dem Haus reicht vielleicht dabei nicht aus,

wenn alle zwei, drei Tassen trinken. Die Oma tut beim Gehen hinken

und läuft kaum noch ohne Stock, in ihrem länglich grauen Rock,

den sie gerne ausgeprägt immer wieder gerne trägt.

Die Oma tut im Hause bleiben. Den Einkaufszettel muss sie schreiben,

aus ihrer eingeschränkten Sicht, doch manches Wort erkennt man nicht.

Sie will einen Kuchen backen, trotz der körperlichen Macken,

die, die Oma mit sich trägt, weshalb sie auch noch Sahne schlägt,

wenn es vor den Augen flimmert. Im Licht das durch die Brille schimmert

kann sie wohl, in dunklen Ecken, nicht alles ganz genau entdecken.

Sie gibt sich zeitig, in der Frühe, in der Küche alle Mühe

um den Backprozess beizeiten in dem Ofen einzuleiten.

Es gibt doch nichts, bei den Besuchen, für den selbst geback'nen Kuchen,

für den die Oma, dann und wann, sich dabei loben lassen kann.

Zudem backt die so genannte etwas jüngere Bekannte

einen Kuchen zu dem Fest. Wenn das nicht reicht dann kommt der Rest,

aufgetaut und möglichst frisch, als Tiefkühltorte auf den Tisch.

Die produziert die Oma schneller ohne Mühe auf den Teller.

Ein paar Gäste sind geladen, denn es kann bestimmt nichts schaden,

wenn man sich, für eine Stunde, innerhalb der Kaffeerunde,

doch weiß man nicht genau wie lang, so Einiges erzählen kann.

Das Gretchen tut Geburtstag haben. Man kann sich nun am Kuchen laben.

Den kann man nun genüsslich loben. Wird der Teller weg geschoben,

dann ist der Gast vielleicht schon satt. Auf dem Land spricht man oft platt,

doch in der Stadt wohl eher nicht, wenn man hochkarätig spricht,

über die Familienbande, mancherorts und hierzulande;

über manche Junggesellen, die sich gern gehörlos stellen

und manche Witwe nicht erhören und auf ihre Freiheit schwören.

Es erwähnt die Anneliese unter anderem auch diese

und mitunter, trotz Gebrechen, tut dazu die Lisbeth sprechen.

Bei den derartigen Besuchen, lockt nicht nur der Geburtstagskuchen,

sondern, am vertrauten Plätzchen, natürlich auch das kleine Schwätzchen.

Das, so will es nun die Kunde, dehnt sich länger als die Stunde,

denn es muss, ganz allgemein, manches heiß umstritten sein.

H. Feisel

Wabbelig.

Wabbelig.

Ein schmales Kind ist zappelig ein dickes eher wabbelig.

Das dünne Kind braucht viel Bewegung, in der ständigen Erregung,

wenn ihm die Ruhe kaum gelingt, wenn es hüpft und rennt und springt.

Das dicke Kind sitzt lieber stumm behäbig in dem Zimmer rum,

um halbwegs auf der Couch zu liegen. Es tut immer schwerer wiegen

und Wackelpudding isst es auch. Es pflegt den sehr beliebten Brauch

ständig irgendwas zu kauen und es tut immer um sich schauen,

nach allem was noch essbar ist. Der Wackelpeter den es isst,

dem tut es ganz allmählich gleichen. Der Pudding tut allein nicht reichen

und es gibt im Haus indessen allerlei und viel zu essen.

Der Kühlschrank ist stets gut gefüllt, weil sonst das Kind vor Hunger brüllt.

Das stopft alles in sich rein und kann nicht sehr beweglich sein.

Auf seinem allerliebsten Platz, bei reichlich Speck und Fettansatz,

sitzt es, allem Sport zum Trotze, ständig kauend vor der Klotze.

Zunehmend wird es weiter dick. Man sieht es schon an dem Genick,

an den Beinen und am Bauch und am Hinterteil wohl auch.

Es platzt die Hose aus den Nähten. Vorgeschlagen sind Diäten.

Doch das Kind tut, sozusagen, sich nicht mit dem Gedanken tragen,

zum Nachteil von dem Wohlbefinden, sich dabei zu überwinden,

mit viel Hunger in dem Bauch. Der Magen knurrt dann ständig auch.

Lieber bleibt es wabbelig, dann ist es nicht zu zappelig,

wie die Dünnen immerzu, ohne Rast und ohne Ruh.

Rast und Ruh hat es genügend, über viel Gewicht verfügend

und es setzt noch weiter an, wie man deutlich sehen kann.

Das Hinterteil wird immer runder und es ist bestimmt kein Wunder,

dass der Bauch sich weiter dehnt, wenn sich das Kind beständig sehnt

nach allem was es gern verdaut. Wenn es in den Kühlschrank schaut,

eine Stunde nach dem Essen, dann hat es nicht genug gegessen,

so wie immer, ohne Frage, immer wieder, alle Tage.

Ist der Kühlschrank einmal leer, dann protestiert nun einer sehr.

Das Kind nimmt weiter ständig zu, kiloweise und im Nu,

bis irgendwann dann nichts mehr geht. Wenn es nicht auf den Beinen steht,

geschweige denn sich fortbewegt, dann wird heftig überlegt,

was man vielleicht irgendwann diesbezüglich machen kann.

Ein jeder Arzt kann leicht entdecken, es wäre nötig abzuspecken,

am besten lieber heut als morgen, der Anlass bietet Grund zu Sorgen.

Doch das ist sicher ein Problem und es ist nicht angenehm

auf gute Sachen zu verzichten. Die Klotze tut sehr viel berichten,

von allem was der Mensch entdeckt, das auch dicken Kindern schmeckt

und vor der Klotze wird geschaut und gleichzeitig dabei gekaut.

H. Feisel

Waffeleisen.

Waffeleisen.

Es will die Oma Waffel backen. Sie tut das Waffeleisen packen,

das sie für die Waffel braucht. Auch wenn sie über Rheuma kraucht,

so will sie doch den Teig anrühren. Das tut schließlich dazu führen

dass sie, in dem nächsten Akt, relativ viel Waffel backt,

die sie selbst nicht irgendwann halbwegs frisch verzehren kann.

Darum lädt sie Bekannte ein, denn die Waffel schmecken fein,

zu Kaffee und mit reichlich Sahne. Damit man nun ein Schwätzchen plane

spricht die Oma, in dem Ton, mehrfach in das Telefon.

Das Trinchen wird dadurch geweckt. Der Kaffeetisch sei schon gedeckt,

spricht die Oma Gretchen laut, weil sie dem Hörgerät nicht traut.

Das Lenchen kommt zu diesem Zwecke wenig später um die Ecke

und die Lisbeth ist ist so frei und ist diesmal mit dabei.

Die Anneliese bleibt nicht lange und vor der Sahne ist ihr bange,

denn sie muss ja sozusagen manches Kilo mit sich tragen,

gibt dieselbe zu bedenken. Doch tut sie ihre Schritte lenken

hinüber zu dem Kaffeetisch. Die Schlagsahne hat einen Stich,

weshalb die Oma, etwas still, frische Sahne machen will.

Der Kaffee duftet in der Küche und von den Waffeln die Gerüche,

das einmal zugrunde legend, sind wirklich Appetit anregend.

Die Waffel schmecken wirklich gut, auf die man frische Sahne tut.

Frauen sitzen, wie man weiß, gerne im vertrauten Kreis,

beim beliebten Kaffeekränzchen. Ein Thema ist dabei das Tänzchen,

wie es früher einmal war und dabei wird allen klar,

dass man nicht mehr irgendwann noch das Tanzbein schwingen kann.

Das Enkelchen kommt allgemein ab und zu zur Oma rein

und hat die Waffel wohl gerochen, hat die Oma ausgesprochen,

als der Enkel dabei prompt durch die Tür ins Zimmer kommt.

Der tut sich an der Waffel laben und will noch einen Waffel haben,

weil der Waffel sehr gut schmeckt, wobei er auch die Sahne schleckt.

Der Enkel wirkt schon etwas drollig und er ist schon ziemlich mollig.

Waffel aß der Enkel zwei und mit dem nächsten sind das drei.

Davon ist er noch nicht satt. Da ist selbst die Oma platt

und die packt sich an den Kopf und schaut in den leeren Topf,

denn es ist nun, in dem Falle, die Sahne auch schon ziemlich alle.

Die Oma spricht nun, in der Tat, ob er was an der Waffel hat

und sie drückt sich in dem Haus genauso wie der Enkel aus.

Der Enkel tut am Töpfchen schaben und einen an der Waffel haben,

wie die Oma, aus der Sicht, in der Umgangssprache spricht.

Manchmal tut das Waffeleisen sich als förderlich erweisen,

für die Kommunikation, in dem zeitgemäßen Ton.

H. Feisel

Barhocker.

Barhocker.

An der Bar sitzt Gerda locker wohlgemut auf ihrem Hocker,

klein und rundlich im Geschehen und sehr vergnüglich anzusehen.

Und sie schnuppert mit der Nase, eigens in der ersten Phase,

an der kleinen Theke hier, ständig an dem nächsten Bier.

Dabei mehren sich die Biere. Zuletzt stehen davon viere

vor Klein Gerda die sich regt und “Alles meins” zu sagen pflegt.

Sie ist zu reif für einen Straps und darum trinkt die Gerda Schnaps,

nach Möglichkeit nur von dem Klaren. Sie weiß nicht wie viel das waren,

trank den Schnaps zu jedem Bier und zählt nur die letzten vier.

Der Strich am Deckel fällt hier aus durch die Feier in dem Haus,

weshalb auch Gerda eifrig trinkt und schließlich in die Trance versinkt.

Vorher kommt sie in dem Maße stimmungsmäßig in Extase.

Es wird gesungen und geschunkelt, spekuliert und viel gemunkelt

und bis in die späte Nacht mancher dumme Witz gemacht.

Die Gerda hockt auf ihrem Sitze und es steigern sich die Witze.

Je mehr der Zeiger von der Uhr tickend weiter vorwärts fuhr,

je später wird es in der Nacht, wenn die Gerda kreischt und lacht.

Noch immer sitzt dieselbe locker weiterhin auf ihrem Hocker.

Die gute Gerda ist entzückt wenn sie einer an sich drückt

und sie genießt in ihrem Charme einen starken Männerarm,

der sich um ihren Nacken legt, während sie ihr Bier bewegt

auf und nieder an dem Munde, in gesellig froher Runde.

Die Gerda tut am Hocker hängen und lässt sich vorerst nicht verdrängen,

solange wie es weiter geht und sie auf ihr Bier besteht.

Genau besehen, aus der Nähe, scheint sie hierbei ziemlich zähe

und diesbezüglich allgemein dauerhaft und fest zu sein.

Als sie ihr letztes Schnäpschen trinkt hat sie verschwiegen abgewinkt

und sie wird leiser und ganz stille und blickt verklärt durch ihre Brille.

Allmählich wankt sie und wird schwach und es folgt ein lauter Krach.

Keiner weiß wie es geschah. Plötzlich ist sie nicht mehr da.

Mit einem Schlag ist sie verschwunden, denn sie war nicht angebunden.

Es fällt die Gute schwach und locker, mit Gepolter samt dem Hocker,

plötzlich vor der Theke drum im Sturzflug vor der Mannschaft um.

H. Feisel

Abstinenz

Abstinenz. Der Abstinenzler will beileibe keinen Stammplatz in der Kneipe, denn er will weder Schnaps noch Bier. Darum ist er selten hier, wo andere, in ihrem Leben, gerne einen Schoppen heben, oder manchmal auch den Humpen, neben einem kleinen Stumpen. Er stößt nicht an, zu seinem Wohl, denn er trinkt kein Alkohol und darum fehlt ihm auch die Spürung, ohne jegliche Verführung, in dem Wirtshaus und zum Spaß, zum einen und dem andren Glas. Er ist in keinem Rausch betört, durch Abstinenz, auf die er schwört. Der Abstinenzler kann, im Treiben, ständig immer nüchtern bleiben und bleibt mühelos ganz klar. Wenn er einmal ein Säufer war, dann liegt das lange Zeit, zum Glück, in seinem Leben weit zurück. Früher ließ er gar nichts aus. Heute ist er viel zu Haus, wo er in der Bude hockt, wo ihn keine Schwäche lockt, wo er, wie ein Mönch sodann, auf vielerlei verzichten kann. Früher ist er rum gerannt und ihm ist nichts angebrannt und er ließ auch nichts anbrennen, tat hinter jedem Weib her rennen. Heute ist er abstinent, weil er nur noch schleicht statt rennt, weil er nur noch enthaltsam lebt und keinen Seitensprung erstrebt. Er kann bezüglich vieler Sachen keine großen Sprünge machen, kann nicht mehr über Häuser springen und manches will nicht mehr gelingen. Konzentration und der Reflex lassen nach und auch der Sex, das wird dem Abstinenzler klar, ist längst nicht mehr das was es war. Die Reaktion lässt deutlich nach und mancher Spielraum der liegt brach, im Wirkungskreis, wie er ihn kannte und in seinem Umfeld nannte. Er fühlt sich mit viel Alkohol nicht mehr allzu richtig wohl, bei Kopfschmerzen im Argument und darum ist er abstinent. Enthaltsam übt er den Verzicht und das Sexspiel kann er nicht wie früher auf die Spitze treiben, darum muss er enthaltsam bleiben. Nun muss er sich daran gewöhnen, sich mit der Absicht zu versöhnen, im Verzicht auf seine Lust, im abstinent bedingten Frust, dass man gern auf viel verzichtet, wird allgemein von ihm berichtet. Nun muss er nur noch unterdessen Abstinenzler sein beim Essen. Sein Arzt hat ihm dazu geraten, rät ab vom vielen fetten Braten und er spricht von der Diät, zu der er allen Ernstes rät. Was bleibt ihm nun denn noch im Leben? Sein Bestes kann er nicht mehr geben, heben kann er keinen mehr, essen nicht mehr allzu sehr, von Frauen kann er nur noch träumen, innerhalb von seinen Räumen und damit ist mit viel Genuss ein für alle mal nun Schluss. H. Feisel

Zum Beißen

Zum Beißen. Der Reiche frisst gern ohne Kummer besten Kaviar und Hummer, tut sehr gern Champagner trinken und ungern nach dem Knoblauch stinken. Er stinkt, nach seinem Arbeitsfleiß, auch nicht gerne nach dem Schweiß, weshalb er lieber mäßig schafft, in der speziellen Eigenschaft, vorwiegend das Geld zu zählen und viel freie Zeit zu wählen. Der Arme sehnt sich in der Not nur nach Wasser und dem Brot, nicht immer mit viel Lebensmut, was immer er alltäglich tut, oder aber in Verdruss zwangsläufig verrichten muss. Der Arme muss sich überwinden, um sich täglich neu zu schinden, für das Nötigste im Leben. Der Reiche kann nach allem streben, was er sich jemals erträumt und hat selten was versäumt, in seinem Leben das er liebt und das ihm wirklich alles gibt. Der Arme muss sein Leben hassen und muss oft sein Leben lassen, in jungen Jahren todgeweiht, innerhalb von kurzer Zeit. Der Reiche tut den Wohlstand wählen, kann auf die besten Ärzte zählen, kann sich gut versorgen lassen, denn was zählt ist Geld in Massen. Der Reiche macht sich ziemlich breit, denn er beherrscht ja Raum und Zeit in dieser seiner Glitzerwelt, das sei hiermit unterstellt. Schwergewichtig ist er stark und er spricht vom Knochenmark, wenn er hoch aufgerichtet geht, kerzengerade aufrecht steht und gibt sich religiös – sakral. Der Arme der scheint schwach und schmal, der sich häufig krümmt und beugt, was von seiner Schwäche zeugt. Das hohe Tier ist dominierend und der Rangunterste verlierend. Der Reichste dominiert das Spiel, der Ärmste hat kein großes Ziel. Der Reiche spricht von viel Gewinn, der Arme hat Verlust im Sinn, wenn er Hab und Gut verliert, wenn der Reiche danach giert sehr viel Beute zu zerreißen. Der Reiche tut gern um sich beißen und verzehrt gern Stück um Stück. Im Glanz nennt er sein großes Glück. Der Reiche beißt gern frisch und munter. Zahnlos geht der Arme unter, der in der Beißkraft nichts bezweckt und in keiner Lobby steckt. Der Reiche stärkt sich in der Lobby und leistet sich das teure Hobby und der Arme kann am meisten sich keinerlei von Chance leisten. Es ist der Reiche viel am kauen, denn er muss sehr viel verdauen. Der Ärmste aber ist ganz platt, der nicht viel zum beißen hat, wenn er von weitem Reiche sieht und was drum herum geschieht. Der Reiche hat im Beutedrang, wie ein Raubtier in dem Fang, die Reißzähne in dem Gebiss. Der Ärmste hat nur Zahnverschliss. Der Reiche macht den Mund weit auf und fletscht die Zähne im Verlauf. Der Allerärmste hält den Mund und sein Gebiss ist nicht gesund. Darum hat er nichts zu sagen und er kann nur still verzagen. H. Feisel

Kaffee

Kaffee. Die Kaffeebohne wächst am Strauch. Der Kaffeepflücker weiß das auch, wenn er sich biegt und reckt und bückt und die Kaffeebohnen pflückt, mühevoll und mit Beschwerden. Die Bohne muss geröstet werden, damit die Oma, dann und wann, ihren Kaffee trinken kann, beim Kaffeekränzchen in dem Zimmer. Hin und wieder, doch nicht immer, hat sie auf dem Tisch gewischt und den Kaffee aufgetischt. Die zweite Oma kommt verfrüht. Nun wird der Kaffee aufgebrüht, freilich nicht zu stark und dick, denn das wär ein Missgeschick, in Anbetracht der Herzfrequenzen, bedingt durch beinah achtzig Lenzen, welche Omas, die sich laben, manchmal auf dem Buckel haben. Ist der Kaffee noch zu dunkel, beim Geplauder und Gemunkel, dann verdünnt man ihn mit Wasser. Dadurch wird er etwas blasser. Mit reichlich Milch wird er noch heller. Daneben steht der Kuchenteller. Dann ist die dritte Oma da, damit man sich mal wieder sah. Der Kaffee schmeckt nach Milch und Wasser. Schwarzer Kaffee sei viel krasser, weiß man dabei zu berichten und man will darauf verzichten, auf den Puls, wie es sich zeigt, der zum erhöhten Blutdruck neigt. Würfelzucker nimmt man still oder Süßstoff, wer das will. Die Omas reden zwar vom Tänzchen, noch neigen mehr zum Kaffeekränzchen, denn die Damen sind schon reifer und die Beine werden steifer. Der dünne Kaffee ist gesund und ist dabei feucht im Mund. Dann wird der Mund so leicht nicht trocken, wenn die Drei zusammenhocken und sich viel dabei berichten, von so allerlei Geschichten, die man sich halt gern erzählt, wenn man manches Thema wählt. Man trinkt den Kaffee weiter hell. Ist das Thema aktuell, dann ist das Thema zwar bekannt, doch bestimmt auch intressant. Der Milchkaffee hat noch geschmeckt. Die Interessen sind geweckt, solang man sich erzählen tut und man unterhält sich gut. Die Omas sprechen vom Skandal, von der Stimme bei der Wahl, von der Briefwahl die man macht. Der Brief wird bis ins Haus gebracht. Die Omas sprechen von Parteien, von Politiker die schreien, von Ämtern und von Positionen, von großen Reden die sich lohnen, in Bezug auf die Gehälter. “Die Menschen werden immer älter!” Dann sprechen sie von schmalen Renten, während manche Geld verschwenden. H. Feisel

Flaschengeist

Flaschengeist. Mancher Mensch, was sich erweist, fand zu einem Flaschengeist, trägt am Anfang eine Flasche ganz versteckt in seiner Tasche. Die Flasche die er, im Verdruss, der Stimmung halber öffnen muss, ließ den Flaschengeist entweichen. Der tut sich in die Sinne schleichen, wie es allzu oft geschah, als Himbeergeist et cetera. Wer einsam ist hat oft die Flasche irgendwo in seiner Tasche, die ihn stimulieren soll. Zunächst ist diese Flasche voll, die sich danach langsam leert, je mehr der Mensch nach ihr begehrt. Mancher Mensch fühlt sich erbärmlich. Mit der Flasche wird's ihm wärmlich, wenn er den grauen Alltag sieht, vor dem er in die Stimmung flieht. Er will in dieser Stimmung leben. Der kalte Alltag quält in eben und er will der Qual entgehen und den Alltag rosig sehen. Der Lebenssinn will schlecht gelingen. Die Flasche muss die Hilfe bringen, was sich in Stimmung niederschlägt, weil er sonst nicht die Welt erträgt. Er fühlt sich ohne sozusagen, in seinem Leben wie erschlagen. Die Flasche hilft ihm, im Verhalten, seinen Alltag zu gestalten, doch er gestaltet weiterhin, auch mit der Flasche keinen Sinn. Sein Sinn im Geist kam ihm abhanden. Das hat er sich nie eingestanden und er täuscht sich, sehr verfänglich, in der Stimmung lebenslänglich. An seiner Flasche hängt er sehr, zunehmend und mehr und mehr. Schließlich trägt er, in der Tasche, mehr als täglich eine Flasche und er hat, in seiner Trance, dabei nicht mehr die Balance. Der Flaschengeist, das ist kein Witz, ergreift vom Menschen mehr Besitz, zunehmend je mehr er dann vom Sinn Besitz ergreifen kann. Der Mensch ist oft nicht mehr bei Sinnen und lässt seine Zeit zerrinnen. Derselbe Mensch trank rigoros und war fast nur besinnungslos. Der Flaschengeist ließ nicht mehr locker. Im Koma fiel der Mensch vom Hocker, dachte vorher, wie es war, längst schon nicht mehr halbwegs klar, war wie gefesselt und geknebelt, war letztens nur noch grau benebelt, als rosa Wolken sich verzogen. Der Flaschengeist hat ihn belogen. H. Feisel

Der lange Markus

Der lange Markus. Es kennt sich leider außer Haus, der lange Markus nicht so aus, wenn er hierbei an der Bar und in der Kneipe tätig war. Ist der Deckel halbwegs voll findet das die Wirtin toll. Doch Markus fühlt sich sozusagen beim vollen Deckel wie erschlagen, sitzt aus dem Grund, zu dem Zwecke, wie versteinert in der Ecke und ist dabei am nächsten Tage zu weiter nichts mehr in der Lage. Er will kein Bier mehr und ist drum in sich gekehrt und ziemlich stumm, nachdem er vorher, das ist klar, ziemlich laut am tönen war. Voll eingeschenkt führt jedenfalls dabei zu einem vollen Hals. Mancher ist zunächst wie toll und hat danach den Hals ganz voll, hat den Mund zu voll genommen und fühlt sich danach sehr beklommen, steckt seinen Finger in den Hals und trinkt am nächsten Morgen Malz. Markus macht sich keinen Reim und findet in der Nacht nicht heim, tat sich fälschlich orientieren und tat die Richtung ganz verlieren. Sah auf dem Wege sozusagen den langen Kirchturm überragen, in dessen Richtung er sich lenkt, als er an den Heimweg denkt. Er hat den Kirchturm links passiert, als seine Fährte sich verliert. Der Kirchturm steht, hat nicht geschwankt, als der lange Markus wankt. Der wird in der Nacht vermisst, weil er nicht angekommen ist. Es machen sich, bis kurz vor morgen, seine Kumpels richtig Sorgen, machen sich auf schmalem Steg bei der Suche auf den Weg, bis sie hierbei, mit Beschwerden, beim langen Kirchturm fündig werden. Der Markus der weit überragt, liegt ganz flach wenn er versagt, ist stehend nicht zu übersehen, doch liegend kann er nicht mehr gehen. Den langen Kerl den sieht man nicht, der liegt im Gras auf dem Gesicht, der trank zu viel aus dem Gefäß und lag danach auf dem Gesäß, als er sich im Schritt vertippte, bevor er seitlich überkippte und im Gras zu liegen kam, am Hang, wo er sich übernahm. Doch kann er noch sein Bett verwenden. Die Suche tat erfolgreich enden, durch seine Helfer die ihn fanden und hilfreich ihm zur Seite standen. Der Findling kann sich nicht aufrappeln, kann nur auf allen Vieren krabbeln, weshalb der Suchtrupp, der ihn sieht, am langen Markus zerrt und zieht. Der tut am Trafohaus daneben so wie unter Starkstrom kleben. Gewisser weise, im Geschehen, tut der unter Starkstrom stehen. H. Feisel