Gedankenlos.
Manch ein Mensch der denkt nicht gern und es liegt ihm ziemlich fern,
dass er sich Gedanken macht. Man hat ihm wenig beigebracht,
das weiß mancher hinterher, denn es war unglaublich schwer,
demselben etwas beizubringen. Der Lernprozess tut schlecht gelingen,
bei Menschen die nur wenig lernen und sich vom Denken weit entfernen.
Jeder denkt wohl irgendwas und sei es unanständig grass
und jeder denkt auch irgendwie. Doch realistisch denkt oft nie,
wer leider die Vernunft nicht kennt und den Blödsinn lauthals nennt.
Mancher führt etwas im Schild und macht sich ein verkehrtes Bild,
im abstrusen Lebensstil. Körperlich ist er mobil,
doch unbeweglich im Verstand, zu dem er ungenügend fand.
Er protzt am Körper mit der Kraft und sein Verstand bleibt mangelhaft.
Sein Denken zieht sich in die Länge, denn es kommt nicht in die Gänge
und sein Verstand ist sehr gehemmt. Ansonsten ist er nicht verklemmt,
wenn er im Bewegungsdrang, sehr agil und stundenlang,
sich, allem Blödsinn zugeneigt, wild und oberflächlich zeigt.
Er steigert sich oft irgendwie, in krimineller Energie
und so wie er bescheiden denkt ist er paradox gelenkt,
in dem kränklichen Verlangen. Ein Denkprozess ist nicht gegangen.
Die Mutter meint der Mensch sei krank, nicht ernsthaft weiter, dem sei Dank,
doch irgendwie im leeren Kopf, wo dort, unter seinem Schopf,
irgendwo der Schwachsinn steckt, weil man nicht viel Sinn entdeckt,
in seiner dummen Handlungsweise. Im Hirn da schleicht sich, vielleicht leise,
mancher plumpe Unsinn ein. Das kann beizeiten krankhaft sein.
Mangelhaft und ungenügend, nicht über viel Grips verfügend,
steigert er sich allgemein tief in die Gewohnheit rein,
um allen Blödsinn auszuüben. Die Vernunft vergeht in Schüben
und weicht ganz aus seinem Hirn. Wer blickt hinter diese Stirn
und wer weiß was dort geschieht, bevor man die Bescherung sieht,
die derselbe Mensch verrichtet, der auf die Vernunft verzichtet
und dabei den Verstand entbehrt, der vielleicht nie zu ihm kehrt.
Der Denkprozess der wird nicht groß. Schwach ausgeprägt bleibt immer bloß
das kleine Quäntchen vom Verstand, das sich schon in ihm befand,
als er noch ein Kleinkind war. Logisch denkt er nicht ganz klar,
in dem stark getrübten Sinn, ohne viel Substanzgewinn.
Er tut, in alle dem Bestreben gedankenlos vergnüglich leben.
Den Unsinn macht er zum Vergnügen. Belügen kann er und betrügen,
in zweifelhafter Phantasie, doch wirklich denken kann er nie.
Gedankenlos ist er geboren, gedankenlos wird er zum Toren,
der nicht viel vom Denken hält, bis er auf die Schnauze fällt.
Gedankenlos sitzt er schon fast ein paar Jahre fest im Knast.
H. Feisel
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