Urmensch-Mensch (Der freie).
Manchmal ist, an mancher Stelle, der Urmensch frei und Junggeselle,
während wohl ein mancher Freier, beim Ritual der Hochzeitsfeier,
sich um den Ehestand bewirbt und hofft dass nicht sein Glück verdirbt.
Wer Junggeselle bleibt ist frei. Dem alten ist es einerlei
wenn sich die Weiber, im Gedanken, um den begehrten jungen zanken.
Der Urmensch der ist irgendwie, je nach dem Grad der Hierarchie,
bei den Weibern, nach Belieben, etwas mehr zurückgeblieben,
in der Entwicklung die sich zieht, die familiär mit Weib geschieht.
Es profitiert der Urmenschboss, der manches Weib sehr gern genoss,
bei erheblichen Verlusten, weil Nebenbuhler weichen mussten.
Der Nebenbuhler im Geschehen muss verbannt von dannen gehen.
Wer ausgestoßen wird dabei, der ist lange vogelfrei
und irrt einsam durchs Gelände. Was ihm hilft sind Kopf und Hände
wenn er die nun, dann und wann, besonders gut benutzen kann.
Die Freiheit kann er nicht genießen, denn er muss nun das erschließen,
was er im Daseinskampf erkennt und Überlebenschance nennt.
So irrt der Urmensch durch den Raum und eine Hilfe hat er kaum,
in der urtümlichen Zeit, bei seiner großen Einsamkeit.
Ob ihn die große Freiheit lockt wenn die Gefahr der Wildnis schockt,
das ist eher unwahrscheinlich, denn sein Schicksal wird ihm peinlich.
Wer vogelfrei ist geht allein nicht selten durch viel Angst und Pein
und er hat die freie Wahl, innerhalb von seiner Qual,
sich im Leben zu entscheiden. Den frühen Tod will er vermeiden,
weshalb er manche List ersinnt. Den Überlebenskampf gewinnt,
wer noch fest am Leben hängt und weiterhin nach vorne drängt,
scheint der Urmensch still zu denken und er tut die Schritte lenken,
auf noch unbekannten Wegen, einem fernen Ziel entgegen.
Ob er irgendwo vielleicht noch irgendwie ein Ziel erreicht
das muss er sich, an harten Tagen, im insgeheimen Zweifel fragen,
während er so weiterschreitet, von ständiger Gefahr begleitet.
Heut hilft dem Menschen das Gesetz und auch das soziale Netz,
in das er gut behütet fällt, damit er sich am Leben hält.
Und wird er trotzdem obdachlos, dann ist die Gefahr nicht groß,
dass ihn ein Raubtier schnell verschlingt. Wenn ihm fast nichts mehr gelingt,
dann kann er in der Freiheit hocken, wo ihn die Gebräuche locken
alle Freizeit zu genießen und wer will kann das begießen.
Es wandert oft, an mancher Stelle, der urtümliche Junggeselle,
obdachlos sich fortbewegend, hin und her in seiner Gegend.
Im Winter wird es der Gestalt aber fröstelnd ziemlich kalt
und darum ist er dann so frei und hat seinen Schnaps dabei.
H. Feisel

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