Dorfgeflüster 101.
Läuft ein Mensch in großer Eile, dann will er keine Langeweile
und er will was Neues sehen, in dem ländlichen Geschehen,
oder aber Neues hören. Vieles gibt es zu beschwören,
in dem dörflichen Bericht. Worüber man zu gerne spricht,
in dem alt bewährten Schema, das ist ein sehr begehrtes Thema.
Wer sich nicht so sehr verträgt, wer wem in die Rippen schlägt,
und wer haut oben drein, im Nu, mit dem Akkuschrauber zu,
seinem Gegner auf den Schädel, beim Rechtsstreit um das heiße Mädel.
Die ist inzwischen sehr erfahren und schon etwas in den Jahren
und bietet Anlass zu viel Streit, jedenfalls in letzter Zeit,
nachdem sie zu viel Macken neigt, wenn sich die Torschlusspanik zeigt.
Wer schlug zuerst, macht man nun kund, und wieso, aus welchem Grund,
muss man sich nun, sozusagen, hartnäckig mit Worten schlagen
und danach, beim zähen Hassen, auch die Fäuste fliegen lassen.
Die Fäuste fliegen, ungelogen, unterstützt vom Ellenbogen,
untermalt von viel Geschrei und es klingt noch nebenbei
das Gekreische an der Stätte, wo man sich gern worttot hätte,
oder am besten, auch zur Not, rund herum gleich gänzlich tot.
Wer tot ist kann sich nicht mehr wehren und darum hält man ihn in Ehren.
Mancher Tote, sehr zum Wohl, verstirbt beinah am Alkohol
und fällt von dem Podest herunter. Plötzlich wieder frisch und munter,
steht er dann, im Lebenslauf, aus dem Scheintod wieder auf.
Manchen reißt es von den Socken. Wer erstickt schon fast am Brocken,
der in der Kehle arg verklemmt, den Appetit mitunter hemmt?
Wer die Ziegenböcke schlachtet und dann ab gepackt verfrachtet,
in die Gefriertruhe hinein. Das kann nur Hundefutter sein.
Das Fleisch erweist sich, aus der Nähe, als ein Braten doch zu zähe.
Wer hat den Ziegenbock indessen längst und restlos aufgefressen,
zum Knochen beißen nicht zu faul, mit dem ein geübten Maul?
Ein Schäferhund der kann, beim Beißen, seine Beißkraft gut beweisen
und verschlingt den Ziegenbock. Dieser braucht nun keinen Stock
und ist daher gezähmt für immer und attackieren tut er nimmer.
Wer sich voll mit Schnaps besäuft und dann auch gegen Bäume läuft
der kann dabei, während dessen, die Orientierung ganz vergessen.
Wer am Ende ganz vergisst was vorne und was hinten ist,
der hat vergeblich, wo er weilt, die Himmelsrichtung angepeilt.
Wer somit gegen Wände rennt, weil er nicht die Richtung kennt,
der hat sich bald, das ist bekannt, den Schädel einmal eingerannt.
H.Feisel
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