Palaver 3.
Auf dem Schulhof tönt Palaver. Zurückgezogen steht ein braver
Lehrer schüchtern an der Ecke, dienend wohl dem einen Zwecke
im Notfall schlichtend einzugreifen, wo häufige Konflikte reifen.
Ob sich der auch immer traut und nicht bloß verlegen schaut,
bleibt vorerst noch dahingestellt, in der wilden rauen Welt,
an entsprechend dieser Stätte, wo man gern mehr Frieden hätte.
Der Konflikt wird sozusagen auf dem Schulhof ausgetragen,
im Palaver und Gezeter. Der Lehrer zieht den Schwarzen Peter,
denn draußen wird sehr viel gekämpft. Ob er die Aggressionen dämpft
das bleibt wohl, mangels seiner Kraft, gewisserweise zweifelhaft.
Beim Kämpfen will man möglichst siegen und keine auf die Nase kriegen.
Das scheint der Lehrer auch zu denken und er will die Schritte lenken,
hinüber in das Kampfgetümmel. Vor ihm steht ein wilder Lümmel.
Dem mangelt es an dem Respekt. Der Lehrer hat nicht viel bezweckt,
respektvoll und aus der Distanz und verzichtet schließlich ganz
sich bei dem Kampfstil, dem bewährten, sich aus der Nähe zu gefährden.
Das Palaver führt im Rausch zum so genannten Schlagabtausch,
als die Mädels innigst kreischen, die sich manchmal auch zerfleischen
und mit den Krallen, an den Tatzen, sich gerne das Gesicht zerkratzen.
Die Kerle schlagen mit der Faust, dass es dem Lehrer davor graust.
Der muss verlegen um sich schauen und es scheint ihm arg zu grauen,
bei seiner Schwäche, das ist wahr, vor der drohenden Gefahr.
Das Palaver, aus der Ferne, hört der Lehrer auch nicht gerne
und damit er etwas sähe, rückt er etwas in die Nähe.
Der Schallpegel der nimmt, im Nu, drastisch aus den Nähe zu
und, im dramatischen Verlauf, hält er sich lieber nicht mehr auf,
denn er will auch nicht unten liegen. Wenn vermehrt die Fetzen fliegen,
dann kann sich das Palaver steigern und die Clique tut sich weigern,
voneinander los zu lassen. Mancher will den Lehrer hassen
und demselben, im Bestreben, eine auf die Nase geben.
Daher ist es angebracht dass die Lehrkraft wenig macht,
solange das Palaver klingt, weil es nur Blessuren bringt.
Es wär im Grunde ganz verkehrt, solang sich viel Palaver mehrt,
in das Geschehen einzugreifen, während die Konflikte reifen,
mit Palaver und Geschrei. Das setzt Emotionen frei,
in dem aufgestauten Hass und der Feigling wird ganz blass,
während der Hitzkopf, ziemlich prompt, im roten Kopf, zum Ausdruck kommt.
Ausdrücklich, in dem Begehren, tun die Ausdrücke sich mehren,
auf die ziemlich derbe Art und es klingt mitunter hart,
alles andere als leise, das Palaver in der Weise.
H. Feisel

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