Neunmalklug.
Manch ein Mensch wird einmal klug, nachdem er sich mit Torheit schlug,
in seinem inneren Verlangen zu mehr Weisheit zu gelangen.
Der Neunmalkluge im gewissen, glaubt von sich er sei gerissen
und klüger noch als all die vielen die voll Klugheit mehr erzielen,
als die so genannten Dummen, die ohne Wissen leicht verstummen,
weil sie wenig Bildung kennen und darum wenig Fakten nennen.
Der Neunmalkluge sieht sich weiter, denn er meint er sei gescheiter
und klüger noch als die Gescheiten, die ihn irgendwie begleiten.
In Begleitung all der Klugen gerät sein Denken aus den Fugen,
weil er sich, im Übermut, gewaltig überschätzen tut.
Neunmalklug, an mancher Stätte, ist mancher der es gerne hätte,
dass man mit Ehrfurcht auf ihn schaut. Der Neunmalkluge ist vertraut,
mit interner Raffinesse und er spricht, mit Interesse,
von Ratschlägen und schlauen Tips, denn er ist ein Mensch mit Grips,
wie er fest zu wissen meint. Wie es häufig aber scheint,
hat er trotzdem keine Ahnung von der logischen Verzahnung
der Mechanismen die geschwind leichter praktikabel sind,
wäre er nicht nebenbei störend mit viel Tips dabei.
Neunmalklug steht der Gescheite als ein Störenfried zur Seite,
wo er leider nichts bezweckt, weil nicht viel Logik in ihm steckt.
Der Neunmalkluge will es wissen, denn er glaubt er sei gerissen,
und gibt erneut den besten Rat. Doch er schreitet nicht zur Tat,
denn er könnte kläglich scheitern und das würde die erheitern,
die sich dann, in manchen Sachen, über ihn nur lustig machen.
Neunmalklug ist irgendwie jede graue Theorie,
die von der Praxis weit entfernt praktisch allzu wenig lernt.
Der kluge Rat ist im gewissen schon nach kurzer Zeit verschlissen
und mitunter sehr blamabel, weil auch gar nicht reparabel.
Der Neunmalkluge gibt viel acht auf das was mancher besser macht,
oder besser machen könnte, wenn er ihm mehr Achtung gönnte.
Mancher Mensch ist neun mal klug, denn acht mal scheint ihm nicht genug,
während man ihn kaum beachtet. Der siebte Sinn ist mehr verschmachtet,
unter der sehr schweren Bürde, was „Neunmalklug“ bedeuten würde,
wenn es denn zu machen wäre. Neunmalklug scheint auch die Märe,
die sich niemals, irgendwann, real einmal ergeben kann.
Wer möchte nimmt es mehr gelassen, versucht das garnicht anzufassen,
was der Neunmalkluge will und denkt vielleicht bei sich ganz still,
was man besser keinem sagt, wo er den großen Arsch beklagt,
der neunmalklug und sehr gewitzt distanziert am Schreitisch sitzt,
von dem praktischen Geschehen, um nur wenig einzusehen.
H. Feisel

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