Dorfgeflüster 84.
Bei Sexgelüsten ziemlich lüstern, lässt sich in dem Dorf viel flüstern,
voll Interesse wie noch nie, von der potenten Energie,
die ein mancher an der Stätte, allzu gerne selber hätte,
von der er profitieren könnte, wenn man ihm denn dieses gönnte.
Vergönnt ist es, in dem Bericht, aber einem manchen nicht,
weshalb er sich danach verzehrt, dass er gerne mehr begehrt.
Man kann sich aber mittlerweilen, im Dorfgeraune, in dem geilen,
mancherlei Erfüllung wünschen und die Schwächen übertünchen,
unter den man, bis zum Schluss, unerfüllt verschmachten muss.
Ist der ganze Sex vergangen, dann weiß man nicht viel anzufangen,
mit den praktikablen Schemen, in den heiß begehrten Themen.
Wer viel zu sehr den Sex versäumt, der hat gern davon geträumt.
Die Witwe, die zum Nachbarn schaut, träumt sie wär' die heiße Braut
und informiert sich daher mündlich, mitunter einmal beinah stündlich,
wie es denn um diesen stünde, gäb es nur genügend Gründe,
diesen dazu zu bewegen sich zu ihr ins Bett zu legen.
So dient das Thema Nummer Eins, mit Abstand sicher wie sonst keins,
in dem laufenden Reflex, dem erwünschten heißen Sex.
Verwünscht ist aber, viele Zeit, die graue, triste Wirklichkeit.
Und kommt er auch mitunter recht, der Sex bleibt animalisch schlecht.
Zum Ausgleich kann man, viel erzählend und ein gewisses Thema wählend,
seinen Sex im Traum gestalten und sich derart unterhalten.
Die Unterhaltung hat bewiesen, in den Themen so wie diesen,
der Bedarf sei nie gedeckt, in dem was mancher gern bezweckt.
Der Sex hat ganz intim zu bleiben. Es lässt sich aber viel beschreiben,
von dem was man aus der Nähe allzu gerne einmal sähe,
wenn es denn in dieser Sphäre irgend einmal möglich wäre.
Und so wird vom Sex geträumt, je mehr man selbst davon versäumt,
doch von Erotik nur verhalten. Das weiß man wenig zu gestalten,
denn die Erotik, die genannte, bleibt die große Unbekannte.
Das Thema sei zu hochgestochen hat man in dem Dorf gesprochen
und irgendwie zu kompliziert, während mancher ungeniert,
animalisch und veraltet, seinen Ursex neu gestaltet.
Der Ursex passt ganz allgemein besser in das Dorfbild rein,
denn dort geht, es wie im Nu, bekanntlich eher tierisch zu
und es bespringt, an mancher Stelle manches Urvieh auf die Schnelle,
so ähnlich wie der Ziegenbock. Es schlüpft die Ziege aus dem Rock,
nur um einmal schlichtweg eben ihr Bedürfnis zu erstreben.
H. Feisel

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