Dorfgeflüster 83.
Irgendwann gibt es beizeiten wieder neue Neuigkeiten,
was das Dorfpalaver nährt, solange noch die Neugier währt.
Ist man längst damit vertraut, dann ist die Neugier abgebaut
und das Thema auch indessen wieder einmal schnell vergessen.
Wer sich offenbar verwirrt durch das Navi arg verirrt,
nicht nur in mancher Großstadt dort, sondern auch im Bauernort,
doch hoffentlich, nicht allzu bald, wiederum einmal im Wald.
Wer fest sitzt der ist angeschmiert, wo er die Übersicht verliert
und sieht, aus eingeschränkter Sicht, den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Wer sich im Wald den Fuß verstaucht und eigentlich wohl Hilfe braucht,
ist auf das Handy angewiesen. In viel Werbung angepriesen
funktioniert das Handy nicht, wenn man ganz vergeblich spricht,
in dem Funkloch in dem Wald, jedenfalls nicht allzu bald.
Das Handy hat nur Piep gemacht und jemand hat vielleicht gedacht,
wo bleibt der gute Mensch denn bloß. Es ist der Burgwald ziemlich groß
und wo soll man schließlich suchen, unter Kiefern, Fichten, Buchen,
unter Eichen, unter Tannen. Die Sucherei benötigt Mannen,
wenn nötig von der Feuerwehr, doch die quält sich dabei sehr.
Die Füchse sagen sich gut Nacht, wo man sich Gedanken macht,
wie man nach Hause finden will und das Handy bleibt nur still.
Holperig ist mancher Steg und mancher endet auf dem Weg,
weit entfernt im Walde dort, gar nicht weit vom Nachbarort.
Die Lehrerin tut in Beschwerden, trotz der Karte ratlos werden
und die Bäume all verfluchen und irgend jemand muss sie suchen,
samt der Klasse die sie lenkt, wie sie aber fälschlich denkt.
Im Ruhrpott kann man sich verfahren. Im Wald ist man sich nicht im Klaren,
dass die Straßenschilder fehlen, klingt es aus den Kinderkehlen,
der orientierungslosen Truppe. Im Zeltlager da fehlt die Gruppe,
so etwa gegen Mitternacht, als man sich auf die Suche macht.
Senioren aus dem Ruhrgebiet, die man länger nicht mehr sieht,
haben sich im Wald verlaufen, wo sie sich in den Haaren raufen,
wo sie sich doch Erfahren nennen, weil sie den Wald von Früher kennen.
Doch ein Wald kann sich verändern, nicht nur außen an den Rändern,
sondern sehr wohl mitten drin und man schaut vergeblich hin,
nach den altbewährten Punkten, die früher schon von weitem prunkten,
als ein Hinweis und ein Segen, auf den altbekannten Wegen.
Es fährt der Bauer durch den Wald und verfährt sich dabei bald,
gewisser weise, sozusagen, mit Leuten auf dem Ausflugswagen.
Kann ein Professor sich verlaufen und unfreiwillig lang verschnaufen,
oder ein Chef vom Fachgebiet, der „Karte-o-logisch“ sich versieht?
H. Feisel

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