Urmenschliches / Schlingerkurs.
Der Urwald schwindet längst noch nicht. Die Bäume stehen dicht an dicht.
Dabei gibt es die gewisse hinderlichen Hindernisse
in denen sich der Urweltmann bei Dunkelheit verfangen kann.
Dazu gibt es, noch und nöcher, Wurzeln, Steine, Bodenlöcher,
weshalb man sich, bei schlechter Sicht, schon mal Hals und Knochen bricht.
Daher rührt dann sicher auch der traditionsbewusste Brauch
den Hals und Beinbruch zu erbitten, in entsprechend diesen Sitten.
Der Urmensch möchte das vermeiden, denn er will nicht darunter leiden
und der Genickbruch wäre schlecht. Das käm' dem Nebenbuhler recht,
der seine Position bestimmt sofort und gerne übernimmt.
Der Urmensch muss, in dem Geschehen, manches Hindernis umgehen,
muss sich im Zickzackkurs bewegen, um sich nicht dauernd hinzulegen.
Nüchtern ist er vorerst wohl, noch ohne Quantum Alkohol.
Somit schlingert er durch Bäume, bedingt durch unwegsame Räume,
im Schlingerkurs und dem entsprechend nach und nach die Schneisen brechend.
Ins Schlingern kommt er nur beim Laufen und er kommt dann sehr ins Schnaufen,
wenn er um sein Leben rennt, nachdem er die Gefahr erkennt.
Beim Laufen hat er sich bewährt. Später rennt er mit Gefährt
rasendüber den Asphalt und mit dem Auto wird er alt,
das ihm zur Verfügung steht, wenn es irgend möglich geht.
Lenkend muss er dieses steuern. Die Reifen muss er auch erneuern,
mit abgefahrenem Profil, sonst bewegt er sich im Stil
des Schlingerkurses sozusagen etwas schräg mit seinem Wagen,
nicht zum regulären Zwecke, im Abseits auf der Nebenstrecke.
Ist die Fahrbahn glitschig glatt, dann setzt er oft sein Auto matt,
eventuell im Straßengraben, wo Autos nichts zu suchen haben.
Auf dem Schlingerkurs geschlittert ist der Mensch danach verbittert
aus dem Auto ausgestiegen und das bleibt im Graben liegen.
Selbstständig noch fortbewegen, das lässt sich zugrunde legen,
kann sich das Auto, im Verkehr, ganz ohne Hilfe garnicht mehr.
Das Auto raucht und braucht viel Sprit. Der Fahrer raucht mitunter mit
und lässt die Flasche, hier im Reim, besser in dem Schrank daheim,
sonst schlingert er, wie einst im Wald, womöglich in die Büsche bald.
Das Geldgeschäft, mal Fluch, mal Segen, tut sich im Schlingerkurs bewegen,
wenn die Aktienkurse steigen oder aber dazu neigen,
entsprechend in dem Intervall, zum freien ungehemmten Fall.
Der Schlingerkurs, in der Geschichte, baut viel auf, macht viel zunichte
und politisch, in den Wahlen, im steten Schlingerkurs der Zahlen,
dreht es sich nur um Wählerstimmen, wo sich die Kandidaten trimmen,
im Schlingerkurs der Schmeicheleien, die sie preisend von sich speien.
H. Feisel

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