Urmenschliches / Stammbaum.
Ist der Urmenschboss entwurzelt, dann ist er jäh einmal gepurzelt,
ohne Hilfe der Genossen und es ist sein Blut geflossen,
in der äußeren Verletzung seiner Auseinandersetzung.
In der Wurzel abgestorben ist der Stamm danach verdorben
und der Stamm wird alt und morsch. Ein junger Trieb der wäre forsch
und würde vielleicht ganz frisch keimen. Der Alte ist nicht mehr zu leimen,
in den ein Untier sich verbeißt, das ihn dort in Stücke reißt,
wo der alte Urmensch fällt und sich nicht auf den Beinen hält.
Mitunter, wie es sich erweist, wird er danach ganz verspeist,
und es muss der Stamm verderben, ohne einen neuen Erben.
Darum muss somit auf Erden ein neues Pflänzchen kräftig werden,
damit ein neuer Stamm gedeiht. Dem ist ein frischer Spross geweiht,
vom Hexenmeister abgesegnet. Damit dem nicht das Pech begegnet
lässt man ihn im Kult beschwören. Dabei kann man Laute hören.
Das meiste das versteht man nicht. Der Zeremonienmeister spricht
in eingeübten Worten, diesen; doch das ist noch nicht bewiesen.
Hoffentlich wächst dann im Raum, aus dem Spross, der Stamm zum Baum,
der Äste und dann, irgendwann, an Zweigen Knospen bilden kann,
denkt die schikanierte Sippe. Der Kronprinz, flink mit seiner Lippe,
hat ganz bestimmt das Zeug dazu. Der neue Häuptling kommt im Nu.
Der Stammbaum wächst in dem Verlauf polarisiert im Häuptling auf.
Der ist politisch motiviert und dem entsprechend informiert
wie er, als eine Führungskraft, in der geprägten Eigenschaft,
im Stammbaum das Format gewinnt, während er an Plänen sinnt.
Er blickt zu langen Weibermähnen, demonstrierend mit den Zähnen,
dem zu Folge voll von List, dass er der Vererber ist,
dem das Vorrecht dort gebührt, wo mancher Akt zur Zeugung führt.
Zeugen will er all die Zeugen die sich in der Erzeugung beugen,
als Untertanen immer nur, der herrschaftlichen Diktatur.
Die Demo findet noch nicht statt. Der Häuptling macht die Gegner platt.
Der Häuptling tut am Baumstamm sitzen und Kerben in den Stammbaum schnitzen.
Schwitzend scheut er keine Mühe. Der Medizinmann bringt ihm Brühe,
als Kompetenz und Mann vom Fache. Die Wirkung ist noch Nebensache,
als er die Potenz beschwört. Man hat noch nie etwas gehört,
von dem was man erst später kennt und wirkungsvoll Viagra nennt.
Nur mäßig von dem Sud begeistert hat der Häuptling das gemeistert,
was seinem Augenmerk entspricht. Die Alte jedoch reizt ihn nicht.
Der Stammbaum wächst und hat viel Kerben. Die Jungen kommen, Alte sterben;
der junge Häuptling wird dann alt. Die Weiber lässt der Alte kalt.
Der Stammbaum der gedeiht aufs Beste. Vom Urzweig bleiben nur die Reste.
H. Feisel

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