Urmenschliches / Bedrohung.
Es ist die Natur verroht, die immer wieder neu bedroht,
mit allen möglichen Gefahren. Den Schein der Sicherheit zu wahren,
das ist die Pflicht in jeder Sippe und opfern lässt sich eine Hippe,
weil man schon im Ansatz denkt, das Urviech sei so abgelenkt,
von seiner Gier auf frische Beute. Die Bedrohung spürt die Meute
in dem urmenschlichen Stamm und man macht sich zum Programm,
dass man, im laufenden Beschluss, immer wieder opfern muss.
Ist das Vieh auf Menschen aus, dann droht einem der Garaus,
wahrscheinlich wohl ein jedermann der nicht genügend laufen kann.
In der laufenden Verrohung spürt der Urmensch die Bedrohung.
Wohl bedingt durch die Bedrohung neigt der Clanchef zur Verrohung
und er opfert Mann für Mann, soweit er die entbehren kann,
beginnend immer bei den Alten, die den Gnadenstoß erhalten.
Die Bedrohung die bleibt bloß weiterhin dann trotzdem groß
und kann noch viel größer werden, in den wachsenden Beschwerden.
Regelmäßig dran gewöhnt, bleibt das Raubtier unversöhnt
und schlägt immer wieder zu, denn die Mahlzeit ist im Nu
und ohne große Müh erreicht, wenn es sich an die Sippe schleicht.
Die alten Schwachen zu entsorgen, verschiebt man nicht auf Übermorgen.
Die leben später sehr viel länger, als Renten- und Pensionsempfänger.
Die Bedrohung endet nicht und aus urweltlicher Sicht,
tut der Stamm allmählich schwinden. Der Alphamann der muss sich schinden,
um mit weiblichen Gestalten weit mehr Nachwuchs zu erhalten.
Auch der Chef wird einmal alt. Dann macht ihn auch das Untier kalt,
scheint er insgeheim zu denken und er beginnt sich abzulenken,
von der drohenden Gefahr. Darum macht er den Plan schnell wahr,
viel Mitglieder, in dem Begehren, in großer Menge zu vermehren,
weil er den Schutz im Rudel braucht, in dem er listig untertaucht.
Den Schutz der Herde sucht noch heute, wie in der massenreichen Meute,
einstmals in dem Urmenschclan, ein jeder Führer in dem Plan.
Dem Führer tut es stets obliegen, träumend stets von neuen Siegen,
die Niederlage wegzustecken. Die Blamage zu verdecken
versucht er, angesichts vom Spotte, im Versteck der tiefen Grotte,
hinter dicken Felsenwänden. Gestikulierend mit den Händen
und in der Festung noch behütet, beim letzten Plan, an dem er brütet,
muss er die Bedrohung schmecken, denn man wird ihn bald entdecken,
durch die gegnerischen Krieger. Schließlich ist er nicht der Sieger
und immer wieder muss auf Erden jeder Führer machtlos werden.
Die Bedrohung an der Stätte, die man gern vermieden hätte,
lässt sich nicht immer ganz vermeiden von denen die darunter leiden.
H. Feisel

Kommentare