Junggeselle /Alltagstrott.
Ein frisches Weib läuft Hüh und Hott, meint, im Junggesellentrott,
der eingefleischte Junggeselle. Es wäre wohl,an seiner Stelle,
dem Junggesellen, in den Taten, zu einem hübschen Weib zu raten,
das meint ein mancher Ehemann, der auch nur davon träumen kann,
von einem frischen jungen Weib, mit einem wohl geformten Leib.
Der Junggeselle kann noch träumen er würde irgend was versäumen,
im leeren Junggesellenbau, bezüglich einer jungen Frau,
die,die Gefühle in ihm weckt, wenn er seine Lust entdeckt
sich mit derselben zu verbinden, würde er denn eine finden.
Dem Ehemann vergeht der Traum, denn die Gattin steht im Raum
und beherrscht den armen Wicht. Sie gestattet es ihm nicht,
von einem jungen Weib zu träumen, in den ehelichen Räumen.
Der Ehemann im Alltagstrott der steht kurz vor dem Bankrott,
durch die Marotten seiner Frau, denn die weiß immer ganz genau
wie sie denn noch irgendwann das Kapital verwenden kann,
entsprechend ihrem Argument, wahrscheinlich bis zum letzten Cent.
Der Alltagstrott geschieht nach Plan und, der Gemahlin zugetan
lernt es der Mann, an Einkaufsplätzen, den Willen seiner Frau zu schätzen.
Es bleibt die Gattin immer zähe am Gatten dran, aus nächster Nähe,
der nicht nach jungen Weibern schaut, weil er sich das niemals traut.
Sie lenkt den Gatten, Arm in Arm, mit Disziplin und ihrem Charme,
zielstrebig auf der Passage. Dabei kommt sie schnell in Rage,
wenn der Gatte, wie gesagt, einen Blick zur Seite wagt,
hinüber zu dem Minirock. Sie nennt ihn einen alten Bock.
Der Ehemann der wird gelenkt, was immer er auch heimlich denkt,
oder kaum zu denken wagt, was er ihr bestimmt nicht sagt.
Sagen muss er wohl nicht alles und manches will er keines Falles
jemals der Gemahlin sagen. Dafür muss er viel ertragen
und auch schwere Bündel schleppen, auf den Wegen und den Treppen,
in der laufenden Frequenz, bis vielleicht zur Insolvenz.
Und ist die Lust auch noch so kühl; er bezahlt fürs Lustgefühl
und in diesem seinem Drang, sein gesamtes Leben lang.
Sie zieht ihn weiter fest am Arm und ihm wird es gehörig warm,
schnaufend unter seiner Bürde von der er sich befreien würde,
wenn er wüsste wo und wie. Doch das gelingt ihm leider nie.
Es führt das laufende Bestreben zum Alltagstrott im Eheleben.
Der Junggeselle ist allein und muss nicht stets behütet sein,
in seinem Junggesellentrott. Vorerst droht ihm kein Bankrott
und den ehelichen Zank schiebt er auf die lange Bank.
Der Junggeselle ist noch frei im tagtäglichen Einerlei
des eintönigen tristen Lebens und wenn dann müht er sich vergebens
um die hübsche junge Braut, die gern nach einem andren schaut.
Der Alltagstrott ist einem Jeden in irgend einer Art gegeben,
wie auch immer und wie lang und alles geht so seinen Gang,
der Ehemann, wie sichs gebührt, streng behütet und geführt,
der Junggeselle aber stockend und störrisch wie ein Esel hockend.
H.Feisel

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