Geschunkel.
Beim Karneval wird viel geschunkelt und im Dorf wird auch gemunkelt,
mitunter über alte Bauern, die schräg auf ihrem Bulldog kauern
und schunkelnd sich, auf groben Wegen, durch Schlaglöcher hindurch bewegen.
Das Geschunkel überall, beim beliebten Karneval,
reihenweise im Geschehen, muss auch einmal zu Ende gehen,
so wie es zuerst begann. Wer ziemlich heftig schunkeln kann,
auf der wackeligen Bank, der sitzt dabei, „Gott sei Dank“,
zwischen denen die ihm nützen, weil sie ihn von zwei Seiten stützen.
Es fährt der Bauer durch die Pfütze, ohne komfortable Stütze,
schunkelnd auf dem alten Sitz und mancher macht noch seinen Witz.
Allmählich wird es beim Geschunkel auf dem alten Schlepper dunkel.
Hätte der Narr vom Karneval, voll bis oben, in dem Fall,
auf dem Schleppersitz gesessen, dann hätte er bestimmt indessen
in weitem Bogen fort gespuckt, was er vorher all verschluckt,
tut der alte Bauer denken und den Bulldog heimwärts lenken,
mit etwas Mühe im Verkehr, denn der bewegt sich hin und her,
von der rechten Straßenseite etwas schräger in die Breite
und vom Mittelstrich ein Stück wiederum nach rechts zurück.
Das Lenkmanöver fällt ihm schwer, beständig bei dem Hin und Her,
das ist nicht zu übersehen. Er will sich das nicht eingestehen.
Beim Geschunkel und Besaufen versucht ein mancher heimzulaufen,
dem es schwankend, dann und wann, dort sehr ähnlich gehen kann,
wo er, nach all dem vielen Schunkeln, in dem relativen Dunkeln,
seinen Weg nach Hause sucht und mitunter heftig flucht.
Von hinten hört er nebenbei irgend was von Sauerei,
von einem der noch nach ihm geht und scheinbar dort ganz sauer steht.
Irgendwann ist auch der Bauer gewisserweise manchmal sauer,
wenn er sich die Augen reibt und mit Sauer unterschreibt,
was manchen Bauer sauer macht. Schunkeln tut noch spät bei Nacht,
wer danach den Tag verdöst, wenn's sauer von dem Hals aufstößt.
Es ist nicht immer angebracht dass Sauer dabei lustig macht
und nach viel Schunkeln sitzt der Schurke beißend in die saure Gurke,
am nächsten Tag in seiner Hütte, sich schwach erinnernd an die Bütte,
oder an die Büttenrede. Sauer ist fast immer jede
Gattin in dem Schlafgemach, denn das Geschunkel hält sie wach,
wenn der ihr vertraute Gatte, der beim Geschunkel nun mehr satte,
kreuz und quer im Bett verdreht, schunkelnd, sauer eingesteht,
eingeschüchtertund ganz still, dass er seine Ruhe will.
Im Fernsehen wird auch geschunkelt, bis der Kasten, abgedunkelt,
einsam in der Ecke steht, bis das Schunkeln wieder geht.
H. Feisel

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