Plumpsklo / Historisches.
Zentral und mitten im Geschehen tut ein kleines Häuschen stehen,
zu dem ein jeder gerne geht, wenn dringend dieser Wunsch besteht,
zu dem Häuschen zu gelangen. Man ist täglich hin gegangen.
Es geht der Bauer und der Knecht und die Oma geht erst recht,
weil sie häufig laufen muss. Die Bäuerin fasst den Entschluss,
dass sie schnell zum Häuschen geht, das hinten an der Ecke steht,
in der ländlichen Idylle. Dort liegt in Hülle und in Fülle
viel Papier von mancher Zeitung, dem entsprechend zur Begleitung
dessen was am Ort geschieht. Der Opa der mit Brille sieht,
hat sich auch zum Klo bewegt, wie man so zu sagen pflegt.
Das Plumpsklo das ist sanitär. Wenn es nur nicht so eisig wär',
mitten in der kalten Zeit, wenn es ziemlich friert und schneit,
dem entsprechend in den Wintern, beim zwangsläufig entblößten Hintern.
Der Abort der ist ungeheizt, was nicht zum langen Sitzen reizt.
Die Lampe gibt's im Häuschen nicht und in der Nacht fehlt dort das Licht,
besonders um die Weihnachtszeit, bei recht langer Dunkelheit.
Der Aufenthalt ist dann recht kurz und wer nichts sieht hört einen Furz.
Nur wer muss der will dort sitzen und es zieht durch alle Ritzen.
Verwandte die zum Häuschen rennen tun es auch nicht besser kennen,
Zuhauseim vertrauten Nest, beim Besuch zum Weihnachtsfest.
Im Winter geht es viel geschwinder. Im Frühling wird es dann gelinder.
Im Sommer wird es wieder warm, wenn auch nicht ohne Fliegenschwarm
der in und um dass Häuschen schwirrt und manchem um die Nase irrt.
Der Knecht, der stark im Sommer schwitzt, der nun etwas länger sitzt,
ruht sich in dem kleinen Haus sitzend bei der Zeitung aus.
Wer länger sitzt kann nichts dafür. Es dient das Guckloch an der Tür
erstens wohl der frischen Luft, noch völlig ohne Deoduft,
und zweitens dass sich, irgendwann, der Bauer vergewissern kann,
ob sich der Knecht nicht wieder drückt, wenn er sich nicht gerne bückt.
Das Häuschen dient, in dieser Haltung, nicht der freien Zeitgestaltung.
Nach der Kirmes sitzt der Knecht, denn es ist ihm ziemlich schlecht,
ganz apathisch im Kabäuschen und der Bauer klopft ans Häuschen.
Wer auf das stille Örtchen will der meint es wäre etwas still
und man könne sich erholen. Dringend ist das dem empfohlen,
der fast in die Hose macht. Wer einschläft ist schnell aufgewacht,
ziemlich schläfrig früh am Morgen, denn der Bauer macht sich Sorgen
wer die Pferde füttern soll, denn der Knecht war nächtlings voll,
der sich, nach Alkoholgenuss, scheinbar nun erholen muss.
In dem Häuschen hört mans rumsen und mitunter heftig plumpsen,
wie ja schon der Name sagt, wenn einer in dem Plumpsklo klagt.
H. Feisel

Kommentare