Leeres Stroh.
Manchmal drischt man leeres Stroh, da wo aller Sinn entfloh
und wo kein wahrer Sinn besteht. Wo „Nichts“ mehr zu machen geht,
da ist mancher Mensch entleert. Der Mensch ist nicht der Mühe wert,
wenn er keinen Sinn erkennt und nur leere Phrasen nennt.
Das leere Stroh trägt keine Frucht, auf dem ein mancher, wie verflucht, immer ganz vergeblich drischt. Der Schatten spendet wenig Licht,
denn manches Hirn ist, an der Stelle, alles andere als helle.
Das leere Stroh beständig dreschend ist eigentlichkaum viel versprechend,
in den Köpfen vieler Leute, die nicht selten, hier und heute,
eigentlich nur „Nichts“ erkennen, in dem was sie gern Wichtig nennen.
Das leere Stroh ist nichts als Spreu und immer wieder, ständig neu,
das was sich stets im Wind zerstreut. Was mancher Schwätzer nicht bereut,
mangels des sensiblen Sinnes und ohne viel Substanzgewinnes,
das bleibt im Grunde immer ganz völlig ohne die Substanz.
Unter manchem alten Zopf ist nicht viel Substanz im Kopf.
Die das leere Stroh viel dreschen, die tun sich nur den Kopf zerbrechen,
wie sie, leere Worte haschend, immer wieder überraschend,
ständig zu Gerüchten neigen. Immer wieder muss sich's zeigen,
wenn mancherlei Gerücht entsteht, wie das wohl zu Händeln geht,
im vorwitzigen lauten Mund. Dummdreist ist der Mensch im Bund,
im Verbund, der dann entsteht, mit allem was zu lügen geht.
Ein mancher hält sich selbst für klug, im ständig neuen Selbstbetrug
und redet sich, ganz allgemein, seine Klugheit selber ein,
bis er das auch, irgendwann, tatsächlich von sich glauben kann,
glauben will und glauben muss, in dem laufenden Entschluss,
sich im blödesten Gestalten selber gern für klug zu halten.
Das leere Stroh bringt keine Frucht. Der dümmste Mensch folgt seiner Sucht,
völlig süchtig im Verlangen, mit Lügen vieles anzufangen.
Das leere Stroh ist dort zu dreschen wo manche sich sehr viel versprechen,
vom Versprecher aus dem Mund. Es macht die Wortwahl Vieles kund,
innerhalb von kurzer Zeit und mangels der Gelegenheit,
über manches nachzudenken, kann der Mensch die Zunge lenken,
ohne Sinn und viel Verstand. Üblich ist es, auf dem Land,
freilich ohne viel zu denken, sich die Zunge zu verrenken.
Besser sei es manchem Boten seine Zunge zu verknoten,
dann hätte dieser jedenfalls den dicksten Knoten in dem Hals,
aus langer Zunge resultierend, denkt ein Mensch, oft resignierend,
angesichts des Zeitvertreibes eines lasterhaften Weibes,
mit der vorlaut schnellen Zunge. Es bleibt zum Atmen mit der Lunge
manchmal kaum noch etwas Zeit, entsprechend bei Gelegenheit
hastig leeres Stroh zu dreschen, beim gehässigen Versprechen. H.Feisel

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