Bauerngemunkel 17.
Die Bäurin zieht, im Bauernhaus, sich nackend vor dem Bauern aus,
was früher so nicht üblich war, macht der alte Bauer klar,
der sich einstmals noch genierte und beim Thema Sex blamierte,
weil er vieles gar nicht wusste, von dem was keiner wissen musste,
in der ursprünglichen Zeit der großen Ahnungslosigkeit.
Unwirsch schüttelt er das Haupt, denn heute ist im Sex erlaubt,
was früher gar kein Thema war. Manche sonderbare Schar
praktiziert, in dem Reflex, auch ganz sonderbaren Sex,
den er, tief beschämt und still, nicht weiter kommentieren will,
in den sonderbaren Normen der abnormen Umgangsformen.
Früher glich ein Bauernpärchen vielleicht mitunter Max und Klärchen,
aber sicher, unbestritten, nicht Pärchen in den neuen Sitten,
die sich in dem Trieb verwirren und sich in den Geschlechtern irren
und nicht voneinander weichen , Hand in Hand mit Ihresgleichen.
Die alten Bauern die tun munkeln manches läge wohl im Dunkeln,
weil man wohl zum Glück nicht sieht was in manchem Bett geschieht,
in ganz sonderbaren Bräuchen. In manchen kann man sich auch täuschen,
halbwegs Mann und halbwegs Frau, im kaschierten Körperbau,
mit langem Zopf und auch mit Glatze, sich räkelnd auf der Bettmatratze.
Der Alte tut die Zucht vermissen und will vom Thema nichts mehr wissen.
Zucht und Ordnung, das scheint klar, wie es früher üblich war,
gehen heute vor die Hunde. Der alte Bauer dreht die Runde,
noch immer mit dem alten Schlepper und verwünscht dabei die Nepper,
sowie die vielen Müßiggänger und so genannte Bauernfänger,
die sich wohl am allermeisten mit Bauern ihre Scherze leisten.
Die alten Bauern, wenn sie munkeln, erinnern sich noch an die Runkeln,
die man heute kaum noch kennt. Der Hartz Vier Empfänger pennt,
im Gegensatz zum alten Bauern - und das kann noch lange dauern -
noch gegen Elf auf der Matratze. Der Alte streicht sich durch die Glatze,
denn es ist zum Haare raufen, wenn manche pennen und viel saufen.
Bei ihm saufen, in der Frühe, allenfalls die letzten Kühe.
Der letzte Bulle in dem Stall brüllt im lauten Intervall,
denn er hat noch nichts gesoffen und die Tür zum Stall steht offen,
nachdem der Bauer pinkeln geht, wo er an der Ecke steht.
Wer pennt der tut den Wecker hassen, doch auch er muss Wasser lassen,
das nicht in der Blase bleibt, weil das Bier zum Laufen treibt.
Wer aufsteht striegelt sich den Kopf und schaut hungrig in den Topf,
sucht im Kühlschrank nach der Ware und vermisst vielleicht das Bare,
das sich Schein – Bar, im Format, inzwischen ganz verflüssigt hat.
Munkeln tun die alten Bauern, die ihr hartes Los bedauern.
H. Feisel

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