Sommer / Winter.
Im Sommer grünt viel Gras und Klee, im Winter gibt es weißen Schnee.
Im Sommer zieht, vor seinem Haus, ein mancher sich das T-Shirt aus.
Im Winter mummelt er sich ein und schlüpft zur dicken Jacke rein.
Im Sommer wärmt die warme Sonne, im Winter friert die Regentonne.
Im Sommer trinkt man kaltes Bier, im Winter heißen Glühwein hier,
oder aber, auch auf Wunsch, heißen Grog und heißen Punsch.
Im Sommer fährt man Sommerreifen, die im Winter wenig greifen,
im Winter zieht man, im Verlauf, lieber Winterreifen auf.
Im Sommer lässt der Schweißfuß grüßen, im Winter friert man an den Füßen.
Im Sommer fährt der Bauer wacker fast jeden Tag auf seinen Acker.
Im Winter, nach dem Schneebericht, sieht man manchen Acker nicht.
Im Sommer muss man Blumen gießen. Im Winter tut kein Wasser fließen,
aus dem Wasserhahn im Garten. Im Sommer muss man darauf warten,
bis ein frischer Regen kommt. Im Winter kommt das Blitzeis prompt.
Im Sommer gibt es Speiseeis. Im Winter scharrt die alte Geiß
meckernd in dem tiefen Schnee, denn sie findet keinen Klee.
Im Sommer schwitzt der Mensch oft viel. Im Winter friert er mit dem Ziel
schnell an die Heizung zu gelangen. Im Sommer ist der Frost vergangen,
im Winter da vergeht die Wärme. Im Sommer gibt's Insektenschwärme,
im Winter schwärmen kleine Kinder von der Schlittenfahrt nicht minder.
Im Sommer grünen alle Bäume und grün sind alle Lebensräume,
im Winter ist das Laub verrottet. Im Sommer hat man eingemottet,
den Schal und alle Winterjacken. Im Winter muss man danach packen,
weil man ohne bibbern muss. Im Sommer ist es ein Genuss,
oben ohne, prall gediegen, in der Sonne frei zu liegen.
Im Winter ist der Frost dabei und selten macht sich jemand frei.
Im Sommer wird das Schaf geschoren, im Winter hätte es gefroren,
ohne seinen dicken Pelz. Im Sommer trennt der Drescher Spelz,
reinlich vom Getreidekorn und schneidet alle Halme vorn.
Im Winter steht kein langer Halm und vom Schornstein steigt der Qualm.
Im Sommer gibt's ein Sommerloch und viele Leute fehlen noch,
die im fernen Urlaub sind. Im Winter da ist ganz geschwind
das meiste Ur-Laub längst vergangen und hat nicht mehr am Baum gehangen.
Im Sommer fehlt der kühle Kopf, im Winter dient der lange Schopf
gegen allzu viel der Kühle. Im Sommer kennt der Mensch Gefühle
die er im Winter, aufgebauscht, mit dicker Jacke, gerne tauscht,
mit den Gefühlen die er nennt, wie er die nur Winter kennt.
Im Sommer wird's den Warmen wärmer, im Winter wärmen sich die Schwärmer
lieber in der Kuscheldecke. Im Sommer dient Natur dem Zwecke
die Fortpflanzung viel zu gestalten. Im Winter schwindet das Verhalten.
H. Feisel

Kommentare