Kalt und weiß.
Ist der Winter kalt und weiß, dann ist es sicher nicht zu heiß.
Weht ein kalter Wind von Osten dann kann es sehr viel Mühe kosten
den Schnee vom Bürgersteig zu fegen. Wer das soll der muss sich regen,
mit der Schaufel in der Hand. Streuen darf man nur noch Sand,
denn das Streusalz ist verboten. Das brennt den Hunden an den Pfoten,
die nun bequem, an manchen Ecken, die Haufen in dem Schnee verstecken.
Erst wenn der Schnee allmählich taut, ist mancher Trampelpfad versaut,
wie es offensichtlich scheint. Der Hund hat dazu nichts gemeint
und will sich keine Meinung bilden. In den städtischen Gefilden
kann der Hund sich schwer entfalten, im entsprechenden Verhalten.
Draußen bleibt es, was ein Scheiß, aber vorerst kalt und weiß.
Plötzlich geht es, schnell im Nu, auf den Heiligabend zu
und der Hund tut mit den Tatzen unter Schnee nach Mäusen kratzen.
Die Maulwurfshaufen sind gefroren. Mancher Hund wird noch geschoren,
ungeachtet von viel Frost. Er bellt wie immer bei der Post,
eingekleidet in ein Jäckchen, denn es gibt ein Weihnachtspäckchen.
Die Geschenke sind verpackt und technisch hoffentlich intakt.
Doch das wird erst später klar. Weil vieles Made in China war,
aus der Spielzeugindustrie weiß man das ja vorher nie.
Nachdem man Weihnachtslieder lauscht, wird später manches umgetauscht.
Vorerst bleibt es kalt und weiß und ein mancher kratzt mit Fleiß
das Eis von seiner Autoscheibe. Grinsend blickt, aus seiner Bleibe,
der Arbeitslose aus dem Zimmer, angesichts von denen immer,
die es wohl nicht anders kennen und wie wild zur Arbeit rennen,
wenn sich denn noch das Gefährt in dem vielen Schnee bewährt.
Der Harz vier Empfänger zeigt dass er besinnlich dazu neigt
das Weihnachtsfest zu überdenken, angesichts von viel Geschenken
die andere, wie blöde Deppen, hektisch aus dem Auto schleppen,
als wäre manches, schwergewichtig, im Frost zum Überleben wichtig.
Wer faul ist, ist die Hektik satt, viel Arbeit macht den Menschen platt.
Besinnlich ist das Weihnachtsfest. Bis Mittag liegt der Mensch im Nest,
als ein Nichtsnutz ohne Zwecke, eingemummelt in der Decke,
spricht der Nachbar, stinkend sauer. Wer sich's bequem macht der ist schlauer,
denkt im Warmen, drinnen still, wer nicht draußen frieren will.
Der Warme sucht zur Weihnachtszeit wie jeder die Behaglichkeit
und die Gemütlichkeit nicht minder, freilich ohne Frau und Kinder.
Er schlürft auch den heißen Punsch, vorerst ohne Kinderwunsch.
Doch wer weiß was noch so kommt, denn die Gesetze kommen prompt,
die, die Welt verändern sollen. Die heißgemachten Gänsepollen
werden durch die Hitze heiß, doch kalt gefrostet sind sie weiß.
H. Feisel

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