Das Weihnachtsdorf.
Hektik zieht ins Dorfbild ein. Was kann da nur der Anlass sein,
für den ganz enormen Trubel, während Kinder, mit Gejubel,
sich offensichtlich riesig freuen, auf den Weihnachtscup den neuen,
so wie jedes Jahr erneut, wenn sich jedes Kindchen freut.
Wenns Kindlein zu dem Christkind läuft, mit Geschenken überhäuft,
wie immer an dem Weihnachtsfest, dann ist mancher Mensch gestresst,
durch das laute Drumherum. Wer schaut sich nach Geschenken um,
irgendwie dann doch vergeblich? Der Junggeselle ist erheblich
immer nur mit sich allein und kann kein Beschenkter sein,
weil kein Weib mehr an ihn denkt und keine ihm die Liebe schenkt.
Der Junggeselle erntet Spott, in seinem eingeübten Trott
und jeder weiß im Dorf ja alles. Doch er ist, im Fall des Falles,
keineswegs gut aufgeklärt, über das was lange gärt,
in der Gerüchteküche dort, überaus und immerfort.
Sieht man eine Menschengruppe dann rührt man heftig in der Suppe,
an der ziemlich zähen Pampe, noch unter der Straßenlampe
und sei es gegen Mitternacht.Wenn jeder seinen Rundgang macht,
von Haus zu Haus, im Lichtermeer, fühlt sich mitunter einer leer,
der nicht weiß worauf er schwört und wo er wirklich hingehört.
Das Weihnachtsdorf gleicht, im Spektakel, gewisserweise dem Orakel,
in dem ein jeder, zu der Zeit, in seiner Weisheit prophezeit.
Heilig ist das Fest auf Erden, doch wie kann man gesünder werden,
in der ziemlich kranken Sucht, wenn die Clique, wie verflucht,
sich dasVirus überträgt, das „Ohweih,“ so manchen schlägt.
Im Weihnachtsdorf da mag es glimmern. Die Seuche kann sich noch verschlimmern,
denn heilen kann, aus klarer Sicht, ein manches Hirn dort trotzdem nicht,
wo, mit Heiligkeit verziert, das Unheil Riten zelebriert.
Gemütlich soll, im Lichterschein, das Weihnachtsdorf für alle sein,
obwohl sich einer, unterkühlt, dort bestimmt nicht heimisch fühlt,
denn er fühlt sich nur allein, im scheinheiligen Lichterschein.
Was nur scheint als sei es echt, das wird der Wahrheit nicht gerecht
und hinter allem Lichterscheinist die Wirklichkeit gemein
und gemeinhin für gewöhnlich mit der Wahrheit unversöhnlich.
Am Weihnachtsdorf da klebt der Makel: für manchen sei es ein Debakel,
in dem er kraflos, machtlos endet. Die Ohnmacht hat man dort verwendet,
um ihn ständig im Geschehen schamlos nur zu hintergehen.
Im Weihnachtsdorf, um es zu nennen,kann keiner einen Sinn erkennen,
trotz der Lichterflut bei Nacht, weil keiner sich Gedanken macht
und weil keiner je versteht, um was es letztlich wirklich geht,
aus entsprechend klarer Sicht, denn helle sind die meisten nicht.
H.Feisel

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