Laune.
Manchmal fühlt der Mann sich heiß und aktiv ist er voll Fleiß.
Schwankend zwischen Heiß und Kalt ist die menschliche Gestalt
im steten Durchschnitt eher lau. Im schlechten Umgang mit der Frau,
im langen- oder kurzen Rock, ist er bockig wie ein Bock
und er nennt, mit bösem Blicke, manches Weiblein eine Zicke.
Zickig ist, nach Weiberbrauch, manche Frau mitunter auch,
wenn die nicht möchte wie er will. Bockig bleibt der Mensch nicht still,
weil er wie mit Hörnern rasselt und dabei sehr viel vermasselt,
wenn er heiß danach begehrt was die Zicke ihm verwehrt.
Im alltäglichen Geraune demonstriert der Mensch die Laune.
Er spricht von dem was Laune macht und die Laune hat gebracht
was die Absicht, dann und wann, in dem Trieb gestalten kann.
Meistens ist der Mensch nur lau. Darum macht er sich gern schlau,
damit er vieles besser weiß, denn er ist viel lieber heiß.
Wenn nur nicht die Kälte wäre. Die Romantik gleicht der Märe
und in manchem jungen Pärchen glaubt nicht jeder an das Märchen,
von der Liebe und der Treue. Die Laune die verdirbt aufs Neue,
wenn märchenhaft die Zeit verrinnt, denn das Märchen das beginnt
am Anfang mit: „Es war einmal“. Geschmacklos schmeckt es eher schal
und die Laune wird ganz lau, denn die Stimmung die ist rau.
Lust und Laune zugeneigt hat der Mensch, wie es sich zeigt,
verlierend seine heiße Lust, geendet in dem kalten Frust.
Es hilft kein Ginseng, kein Alraune, bei der ziemlich miesen Laune,
wenn in dem Zustand, der besteht, alle große Lust vergeht.
Der Mensch ist eher launenhaft, in seiner ganzen Eigenschaft,
weil er vom Gefühl bedrängt an der Laune haftend hängt.
Die Laune in sich schwer verkraftend ist ein manches Männchen haftend,
für den Umstand der ganz prompt im Nachhinein zustande kommt.
Bockig in dem Argument, wie er das in dem Zustand kennt,
tut er von der Zicke sprechen, denn sie will zickig mit ihm brechen.
Die Laune ist mal heiß, mal kalt, und wer mal heiß war der wird alt
und mit den Jahren immer älter und bedingt dadurch auch kälter;
und wer friert kriegt kalte Füße. Sauer wird auch die einst Süße,
innerhalb von den vier Wänden frierend an den kalten Händen.
Nicht zuletzt sucht auch das Kätzchen, an dem mollig warmen Plätzchen,
die gute Laune alle Zeit in kuschelnder Behaglichkeit.
Die Jungen tun von Laune schwärmen, die Alten sich gern einzeln wärmen,
die nicht mehr gern, aus freien Stücken, freiwillig zusammenrücken.
Die gute Laune schätzt man sehr. Dann schwindet die aus dem Verkehr,
wenn man launisch oft vermehrt miteinander schlecht verkehrt.
H. Feisel

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