Witterung.
Das Wetter wechselt, wie man weiß. Mal ist es kalt, mal ist es heiß,
und der Mensch der friert und schwitzt, mal erkältet, mal erhitzt,
im alltäglichen Bestreben, ab und an in seinem Leben.
Solang das Wetter ständig wendet hat das Schicksal nicht geendet
und der Mensch, der kann noch leben und, wenn's geht, sein Bestes geben.
Er hantiert in dem Gewühl. Einmal heiß und einmal kühl,
wie die Witterung es bringt, ist das durch die Natur bedingt,
wie das Schicksal, ohne Frage, in dem Wechsel alle Tage.
Es führt dabei, an manchen Tagen, die Witterung zu vielen Klagen,
wenn sich mancher Mensch beschwert, der die Straße überquert.
Es führt die üble Witterung beim Menschen zur Verbitterung.
Mitunter kommt es ziemlich bitter und der Mensch steht im Gewitter.
Den Regenschauer tut er hassen. Die ihn im Regen stehen lassen,
die haben ihn dann während dessen irgendwie dabei vergessen.
So steht er dann durchnässt im Regen und schleunigst will er sich bewegen,
aus der kalten Dusche raus, möglichst nach daheim ins Haus.
Der Mensch der schnell das Weite sucht und dem üblen Wetter flucht,
rennt vergleichbar in dem Spiel, mitunter mit dem einen Ziel
seine Heimstatt aufzusuchen und er tut dem Wetter fluchen.
Er will in der kalten Brause dann beschleunigt nur nach Hause.
Der Mensch tut auf das Wetter schimpfen, lässt sich gegen Grippe impfen
und nasskalt ist die Witterung. Er hustet in Verbitterung
und seine Bronchien tun ihn schmerzen. Nicht mehr aufgelegt zum scherzen
hustet er sich in Ekstase und verstopft ist seine Nase
und die Mandeln in dem Hals quälen dabei ebenfalls.
Der Mensch, der seine Grippe wittert, ist schon am frösteln und er zittert,
bei der Heiserkeit im Rachen. Das tut ihm bald zu schaffen machen.
Die Atemwege sind im Nu verstopft und daher beinah zu,
wobei es an den Schläfen pocht. Hat die Impfung viel vermocht,
tut sich nunmehr sozusagen der kranke Mensch im Zweifel fragen.
Schlich das Virus Nummer Drei an der Impfung dran vorbei,
oder ist das Virus Vier längst schon sesshaft im Quartier?
Ist das Virus Fünf, Sechs, Sieben, trotz der Impfung ganz durchtrieben,
hinterhältig in der Weise, gut versteckt und still und leise,
bei der Witterung inzwischen, in den Menschen eingeschlichen?
Doch schuld ist nur die Witterung, in all seiner Verbitterung,
die der Patient in sich erkennt, als er die Impfung Sinnlos nennt,
lautet dann die Diagnose. Erkältet liegt der antriebslose
Mensch geschwächt in seinem Zimmer und der Husten quält ihn immer.
Die Witterung ist daran schuld, gesteht der Mensch in Ungeduld.
H. Feisel

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