Junggeselle / Stoffel.
Der Junggeselle ist ein Stoffel und im Haus trägt er Pantoffel,
hat die Nachbarin gemeint, die das wohl zu wissen scheint.
Wie man unschwer sehen kann ist derselbe auch ein Mann,
was man an den Pantoffeln sieht, die er sich gerne überzieht,
über seine kalten Füße. Die Jungfer schickt ihm schöne Grüße,
die selber kalte Füße hat. Der kühle Kopf ist, in der Tat,
aber immer angebracht, hat der Mensch ihr klar gemacht,
der ein Junggeselle ist. Manchmal macht er auch mal Mist,
doch nicht nur, aus seiner Sicht, und heiraten das tut er nicht.
Der Junggeselle bleibt allein; Pantoffelheld will er nicht sein.
Drum ist er kein Pantoffelheld, mit eingeschränktem Wechselgeld,
sondern mehr ein Weiberstoffel. Ab und zu brät er Kartoffel,
in der Pfanne, auf dem Herd, und manchmal hält er sich ein Pferd,
ein Hund und manchmal eine Katze. Er schläft allein auf der Matratze
und schnarchen kann er wie er will, einmal laut und einmal still.
Darum schnarcht er, in dem Fall, ungestört im Intervall,
wo er sich im Bett befindet und sich in dem Kissen windet,
von links nach rechts und rechts nach links, nach hin und wieder ein paar Drinks.
Der Junggeselle ist allein und das kann von Vorteil sein,
denn er ist kein Pantoffelheld und er braucht kein Wechselgeld.
Das Geld das wechselt den Besitzer, wenn es sein muss durch den Blitzer,
aber niemals durch die Frau, in dem ehelichen Bau,
spricht der Junggeselle laut, wenn er in den Beutel schaut
und das Wechselgeld verflucht, wo er das vergeblich sucht.
Meistens wird der große Schein ziemlich schnell von selber klein,
doch wäre wohl der Junggeselle, ein Ehemann an seiner Stelle,
dann wäre er wohl kaum alleine, aber ohne große Scheine.
Darum bleibt er gern ein Stoffel, bei dem Weib und die Kartoffel
will er sich gern selber schälen. Was er kocht kann er frei wählen.
Was ihm nicht schmeckt das wird auch schlicht nicht von ihm selber aufgetischt.
Recht stoffelig ist er beim Weibe, denn manche die sucht eine Bleibe,
kühl kalkulierend und nicht heiß, wie der Junggeselle weiß.
Darum bleibt er gern ein Stoffel. Er schlüpft nicht in die Pantoffel
die viele Ehemänner tragen, denn schließlich ist er, sozusagen,
ein freier Herr in seinem Raum und schikaniert wird er dort kaum.
Ein alter Stoffel so wie dieser, wird sonderbar und immer fieser,
in dem Umgang mit den Frauen, denn er will sich mit keiner trauen.
Darum macht er sich seinen Reim, im so genannten trauten Heim,
auf alles was sich irgendwann in mancher Weise trauen kann,
trauen will und sich nicht traut, während er zu keiner schaut.
H. Feisel
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