Alltägliches 1.
Ist der Alltag trist und grau, dann ist mancher lieber blau.
Wer den Alltag nicht erträgt und wem das auf den Magen schlägt
was er lieber übersieht und was im Alltag so geschieht,
der flüchtet gern ein kleines Stück in irgend einen Schein von Glück.
Mancher Rückzug ist gemein, denn manches Glück ist nur ein Schein
und es scheitert manche Ehe in der so genannten Wehe
und manchem dem vergeht der Mut, wenn es richtig wehe tut.
So bringt oft Alltägliches hin und wieder Klägliches
und mancher Mensch muss, ohne Frage, immer wieder, alle Tage,
unter seinen Magenkrämpfen, mit dem grauen Alltag kämpfen.
Alltäglich sind die Alltagssorgen. Der Wecker der tönt stets am Morgen
und alltäglich geht es raus, aus dem Zimmer in dem Haus
und alltäglich geht es rein. Der stete Rhythmus muss so sein,
denn der Alltag der ist zwingend und Routine mit sich bringend
empfindet mancher Mensch unsäglich die Routine mehr als kläglich,
in alle dem was, zum Verdruss, stets gehandhabt werden muss.
Alltägliches muss so gesehen immer wieder neu geschehen,
in stets erneut demselben Trott und mancher erntet dabei Spott.
Wer kann noch im Alltag lachen und sich darüber lustig machen,
über das was er betreibt, wenn ihm kein Humor mehr bleibt?
Der Alltag muss bewältigt sein. Nicht jeder passt da gut hinein.
Mancher macht sich seinen Reim und geht der Welt nicht auf den Leim
weil er ungezwungen denkt, wo er den Blick zum Alltag lenkt,
wenn er sich so, dann und wann, köstlich amüsieren kann.
Das was man alltäglich sieht, wie es nunmal so geschieht,
das erfordert manchen Reim, bezüglich draußen und daheim.
Wer immer sich auch Dichter nennt und dabei seine Reime kennt,
der versucht, in seinen Schranken, sich beim Alltag zu bedanken
für das graue Einerlei, im tagtäglichen Alltagsbrei.
Viel gehört in einen Topf und mancher braucht da keinen Kopf.
Der Alltag der ist, eben drum, ein stetes Sammelsurium
von ungereimten Kleinigkeiten und irgendwer der muss beizeiten
sich, bezüglich mancher Sachen, seinen Reim vom Alltag machen.
Damit der Alltag so vielleicht vor dem Witz des Geistes weicht,
versucht ein Mensch den grauen Zellen etwas mehr bereit zu stellen.
Das leuchtet vielleicht manchen ein. Der Alltag will belächelt sein,
in der logischen Devise: „Der Reim verhindert manche Krise.“
Alltägliches ist meistens grau. Der kunterbunte Reim macht schlau
weil der den Alltag, der geschieht, in den bunten Farben sieht,
die der Alltag niemals kennt und die nur der Dichter nennt.
H. Feisel
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