Verzogen.
Die grauen Wolken sind verzogen und es ist sicher nicht gelogen,
wenn man vom Hoffnungsschimmer spricht, aus der eher grauen Sicht.
Der Himmel wirkt noch grau und fahl, doch ein erster Sonnenstrahl
findet einen Weg zur Erde. Sehr viel Anlass zu Beschwerde
bot das triste Regenwetter. Vielleicht wird es bald schon netter,
hofft der Mensch in dem Geschehen und tut auf zum Himmel sehen,
wo die Wolke sich verzieht, die scheinbar vor der Sonne flieht.
Wetterkundig ist er firm und er geht ohne Regenschirm,
vielleicht dem Sonnenschein entgegen und er will sich fortbewegen,
wie immer mit dem treuen Hund, im vertrauten engen Bund.
Zusammen laufen beide bald zuversichtlich in den Wald
und kommen, noch bei Sonnenschein, in das freie Feld hinein,
als die Sonne sich verzieht. Und wiederum erneut geschieht
ein ziemlich starker Regenschauer. Trocken sitzt dabei der Bauer,
der in seinem Schlepper fährt, solange wie der Regen währt.
Doch Herr und Hund vergeht der Spaß, denn beide sind schon ziemlich nass
und der Regen nimmt kein Ende, nach wiederum der jähen Wende,
als die Sonne sich verzieht, seit der Regen neu geschieht.
Wieder ist der Himmel grau und alles andere als blau,
als der Mensch nach oben schaut und dem Wetter nicht mehr traut.
Wetterkundig ging er dort von Zuhause eifrig fort,
bedingt durch seinen Hoffnungsschimmer. Die Wettervorschau sieht er immer
und es war vorhergesagt dass die Sonne überragt.
So kam er zu dem Entschluss dass er mal wieder wandern muss,
dem Sonnenschein dabei entgegen, doch dann kam wiederum der Regen
und der Himmel blieb nicht blau, erzählt er später seiner Frau,
die händeringend und empört die Worte von dem Gatten hört.
Der ist verkühlt und etwas blass und durch und durch ganz triefend nass,
von oben bis zum Hosenbund und es schüttelt sich der Hund,
wegen seiner Nässe nur, vor der Tapete in dem Flur.
Ist ein Hund total verzogen, dann springt er danach ungelogen
womöglich auch noch von dem Flecke hinüber zu der Sofaecke,
auf der er allzu gerne liegt, bevor er neu zu fressen kriegt.
Die Gattin, wütend wie im Rausch, folgert nun, im Schlagabtausch,
dass der werte Ehemann den Hund nicht gut erziehen kann.
Der tut behaglich und gediegen auf der Sofaecke liegen
und er kann ja nichts dafür. Man jagt den Hund nicht vor die Tür,
bei dem enormen Regenwetter. Drinnen ist es sehr viel netter,
solang die Hausfrau, wenn sie lacht, kein mächtiges Spektakel macht.
Der Gatte hat sich umgezogen, der Regen ist wie weggeflogen.
H. Feisel
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