Fußball.
Geht es um den Lederball, dann hat die halbe Welt den Knall.
Überall spielt man verrückt, solange noch die Hoffnung glückt,
im so genannten Scheibenkleister, man werde zum Europameister.
Die Menge die zum Bildschirm strebt und feste an der Scheibe klebt,
findet sich, in diesem Fall, schwer begeistert überall,
immer ständig irgendwie, in der Fußballtheorie.
Man kann, wenn auch mit Beschwerden, theoretisch Meister werden,
was sich praktisch, bis zum Schluss, heiß umkämpft erst zeigen muss.
Es rollt der Ball und der ist rund und man läuft sich die Sohlen wund,
solange vielleicht noch was geht, dahin wo das Stadion steht.
Wird Deutschland denn Europameister? Zum Trubel in dem Stadion reist er,
der deutsche Fan im Fußballfieber. Daheim geblieben wär' er lieber,
wenn seine Elf sich arg blamiert und am Ende doch verliert
wo die Mannschaft, an der Stätte, besser nicht verloren hätte.
Der runde Ball, solang er rollt, führt dazu dass die Menge schmollt,
wenn es ganz und gar nicht läuft und wenn sich die Erkenntnis häuft,
dass die Menge, wie verwirrt, sich im Glauben daran irrt,
Deutschland sei, als Favorit, ganz gezielt im festen Schritt,
auf dem Weg, mit aller Kraft, zur Europameisterschaft.
Wie im festen Schritt vereint agiert der Fanclub, wie es scheint.
Mit lauter Stimmung und Parolen will man sich den Titel holen
und mit Fähnchen und mit Fahnen will man den Weg zum Titel bahnen.
Mit Trommel, Pfeifen und Fanfaren, in Gestik, Mimik und Gebaren,
zieht der Fanclub, kreuz und quer, seiner Mannschaft hinterher.
Kann man diese unterstützen und ihr bei dem Anspruch nützen,
bei dem zähen, harten Ringen, den Titel mit nach Haus zu bringen?
Die Antwort darauf steht noch aus und man hofft, in manchem Haus,
noch immer vor der Scheibe sitzend und im Fußballfieber schwitzend.
Lange Zeit bleibt alles offen und in der Frage kann man hoffen,
dass es hoffentlich, vielleicht, zum Europameister reicht.
Der runde Ball der fliegt und rollt. Wer ausgeschieden ist der grollt
in Bitternis, im Nachhinein, denn er kann nicht Meister sein.
Bis zuletzt hat man gekämpft, bis der Ball die Hoffnung dämpft,
in dem Netz vom Fußballtor, eventuell schon lang bevor,
die Mannschaft leider nicht vielleicht, das Endspiel auf dem Platz erreicht.
Mit viel Pauken und Trompeten ist der Fanclub aufgetreten.
Das fördert den Europameister. Doch es scheiden sich die Geister,
in demselben Argument, das jedes Volk als seines nennt.
Das Fußballvolk ist tief gespalten, im entsprechenden Gestalten
der Europameisterschaft und irgendwann vergeht die Kraft.
H. Feisel

Ich freue mich schon wahnsinnig auf die WM 2010, da passt dieses Gedicht besonders gut!
Kommentiert von: Billigflüge | 16. Februar 10 um 15:23 Uhr