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Räubernest / Historisches.

Das Räubernest / Historisches.

Die Wehrburg wird zuletzt geräumt und das Dorf liegt noch verträumt

am Hügel von der Burg gelegen, wenn auch ohne Kirchensegen,

als eine wilde Mannschaft prompt die leere Burg bewohnen kommt.

Die Raubritter sind nun zugegen, die sich zu der Burg bewegen,

die nun wehrhaft sesshaft werden. Dieses führt zu den Beschwerden,

die der Landgraf, ganz bestimmt, ärgerlich zur Kenntnis nimmt,

was dem Erzbischof nun prompt schließlich auch zu Ohren kommt.

Die Räuber feiern oben fest und Mellnau wird zum Räubernest,

wie man in Oberrosphe sagt, wo man nicht laut zu sprechen wagt,

angesichts vom hohen Turm und in allem steckt der Wurm.

Die Räuber klauen was sie können, weil sie sich den Wohlstand gönnen,

wie der vorbildliche Adel. In Schimpf und Schande und im Tadel

hat der Landgraf reagiert, der die Beherrschung ganz verliert

und der Papst, der solches kann, belegt die Räuber mit dem Bann

und erklärt die nebenbei in der Burg für vogelfrei.

Die Bande auf dem Hügel droben, beginnt sich nun dort auszutoben,

wo die Ritter, wie sie hießen, die Behausung einst verließen.

Die Burg ist nicht mehr zu empfehlen, weil die da drinnen alles stehlen.

An dem Ort bleibt kein Getreuer und es versiegt die Kirchensteuer.

Es tut der Landgraf wütend schnauben. Die Raubritter tun weiter rauben.

Die Räuber ziehen kurzerhand raubend durch das Hessenland

und ziehen sich danach ein Stück wieder in die Burg zurück,

nachdem sie ihre Beute greifen und dem Bischof etwas pfeifen,

überall und alle Zeit, bezüglich ihrer Frömmigkeit.

Ein fettes Schwein wird nicht verachtet und häufig in der Burg geschlachtet,

das der Bauer, unter Groll, ganz vergeblich füttern soll,

der, von der Bande arg bedrängt, dafür keinen Lohn empfängt

und heimlich, unter viel Verdruss, auf die Banditen schimpfen muss.

Der Bauer kann sie nicht besiegen. Die Gauner stehlen was sie kriegen

und klauen manches junge Weib, zu ihrem liebsten Zeitvertreib.

Sie saufen Wein aus der Karaffe. Längst geflohen ist der Pfaffe,

überängstlich alle mal, in der doppelten Moral.

Er hat, im eiligen Bestreben, seine Schäfchen aufgegeben

und den Wölfen überlassen, die zu ihrer Beute fassen.

Die Banditen feiern fest, im so genannten Räubernest,

wie der Papst in Rom das nennt, der Mellnau nur von weitem kennt.

Irgendwann sind ungelogen die Galgenvögel aufgeflogen,

aufgescheucht aus ihrem Nest. Vielleicht lebt noch ein kleiner Rest

in dem Blut der Leute weiter. Beim Gentest würde man gescheiter,

ansonsten sieht man blaues Blut rein optisch nicht mehr allzu gut.

H. Feisel

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