Mückenplage.
Stechmücke.
Bei dem ziemlich schwülen Wetter wär es vielleicht etwas netter,
wenn ein laues Lüftchen weht, weil sonst kaum das Schlafen geht,
im Zimmer, im zerwühlten Bett. Zerknautscht, zerknirscht und nicht adrett
sieht auch der Beamte aus, in der Nacht, in seinem Haus,
nebst seiner ehrenwerten Frau, im angestauten Hitzestau.
Wie ist das denn auszuhalten, wie kann man diese Nacht gestalten,
in dem allzu schwülen Klima? Die Mücken finden das nur prima,
die freiweg um das Häuschen schwirren und sich gern ins Haus verirren.
Der Hausherr kann nun sozusagen im Bett die Hitze nicht ertragen
und tut die Gattin aktivieren. Die soll keine Zeit verlieren
und das Fenster offen halten, für den missgestimmten Alten.
Der Olle geht ihr auf den Wecker, mit dem ständigen Gemecker,
scheint die Gemahlin still zu denken. Doch sie tut die Schritte lenken,
vom Bett hinüber zu der Stores, denn es nervt sie längst der Zores.
Es kennt sich der Mann im Haus selbst nicht mit Gardinen aus,
die seine Hausfrau besser kennt und darum Raffgardinen nennt.
Die blickt am Fenster in die Weite, rafft die Gardine dort zur Seite
und sie macht, in dem Verlauf, nachts den Fensterflügel auf,
damit der Gatte, irgendwann, halbwegs etwas schlafen kann,
ausgeruht noch eben so, vor dem Gang in das Büro,
wo er immer gerne hockt, weil der Gehalt ihn da hin lockt.
Das Fenster steht nun im Verlauf zwecks dem lauen Lüftchen auf,
sofern ein Lüftchen existiert und sich nicht total verliert,
in der ziemlich schwülen Hitze. Weit entfernt da zucken Blitze,
als die Frau am Fenster steht und wieder in die Falle geht.
Doch keinem fallen hier im Nu so schnell die beiden Augen zu,
denn man muss die Schwüle fühlen und weiter in dem Laken wühlen.
Allmählich schläft dabei zum Schein der Beamte schnarchend ein
und vom Amt hat er geträumt, als er sich im Bett aufbäumt,
vom Schlaf geweckt und eins, zwei, drei, bei der enormen Stichelei.
An ihm sticheln die Kollegen und der Chef tut ihn erregen,
träumte er, als er so lag, in der Nacht, noch vor dem Tag.
So bemerkt er nebenbei an sich selbst die Stichelei.
Irgendwas hat ihn zerstochen, hat er tags darauf gesprochen,
weshalb er, nach der schwülen Nacht, der Gattin einen Vorwurf macht.
Die hat das Fenster nicht geschlossen. Es fanden sich die Bettgenossen
in dem Raum ganz allgemein durch das offne Fenster ein.
An der Nase stach ihn eine. Am Arm und auch an seinem Beine
kam der Mückenstich zustande, wie in den Tropen, hierzulande.
Ein Moskitonetz muss her, sonst quälen Mücken um so mehr,
je mehr der Mann, damit vertraut, in seinem Bette um sich haut,
hoffentlich dabei nicht schlicht der Gemahlin ins Gesicht.
H. Feisel
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