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Dorfgeflüster 23.

Dorfgeflüster (23.)

Zwar vollzieht sich, in der Weise, das Dorfgeflüster etwas leise,

doch tut dasselbe, bei dem Brummen, wirklich niemals ganz verstummen,

in den informierten Kreisen, die allen Sachverstand beweisen.

So geht das Geflüster weiter, denn dadurch wird der Mensch gescheiter,

der die Bildung, dann und wann, weiter fortentwickeln kann.

Das Wissen ist im Dorf sehr wichtig. Im Bildungshunger ist man richtig,

intensiv und voller Fleiß, auf die Neuigkeiten heiß.

Es gibt vieles zu berichten von den ländlichen Geschichten,

die sich im ländlichen Bestreben innerhalb vom Dorf ergeben,

oder auch im Sachverstand, in Bezug aufs ganze Land.

Die Bauern können kaum noch munkeln, sind arbeitslos und ohne Runkeln

meistens schon im Rentenalter und der studierte wird Verwalter.

Der alte Schlepper soll nicht rosten und das lässt er sich was kosten,

bezüglich seiner Argumente, denn er nimmt von der Bauernrente.

Die alten Ställe stehen leer. Der alte Bauer nimmt es schwer.

Sein Leben ist nicht ausgefüllt, wenn das Rindvieh nicht mehr brüllt,

in dem abbruchreifen Stall, mit Spinngeweben überall,

ohne alle Wiederkäuer und mit Mäusen im Gemäuer.

Das Verdeck ist flatterig, der alte Bauer tatterig,

der im Verdeck des Treckers kauert, wenn es nieselt oder schauert.

Arg verdrießlich blickt der Bauer, in dem kalten Regenschauer,

wenn er durchnässt im Traktor hockt oder irgend was verbockt.

Die Rente hat nicht viel gebracht, er wehrt sich auch, mit aller Macht,

seinem Bulldog zugetan, gegen den Familienplan,

ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Den Schlepper hat er nie verliehen,

denn das war sein bestens Stück und diente seinem ganzen Glück,

auf bäuerlichem Grund und Boden die Runkelrüben auszuroden

und obendrein auch die Kartoffel. Ohne das wird er zum Stoffel.

Bei der Wehrmacht war er auch, denn das war früher einmal Brauch,

und wehren tut er sich mit Macht gegen Luxus und viel Pracht

und gegen das was er nicht braucht, während er viel schimpft und kraucht,

vor seiner Bauruine hier. Sein Kumpel ist das letzte Tier,

das noch im Gemäuer weilt, für den er sich tagtäglich eilt,

in aller Frühe, schon am Morgen, um ihn innigst zu versorgen,

jeden Tag und immer neu, mit Getreideschrot und Heu.

Dem bleibt er treu, seit zwanzig Jahren. Auch muss er noch den Traktor fahren,

wenn auch zitternd mit der Hand, im bäuerlichen Sachverstand,

für nicht lohnenswertes Geld, vom alten Hof bis auf das Feld

und vom Feld zurück zum Hof. Tatenlos wird er ganz doof,

scheint er dabei still zu denken. Darum tut er den Schlepper lenken,

solange wie es irgend geht, weil er fest darauf besteht,

seine Arbeit zu betreiben. Am Bulldog tut er hocken bleiben.

Noch immer pflügt er seinen Schlag, der ihm stets am Herzen lag,

wenn auch unter Müh und Not, bis ins späte Abendrot,

wenn er beinah nichts mehr sieht, während noch der Bulldog zieht,

rumpelnd auf dem Ackerboden. Doch Rüben muss er nicht mehr roden.

Fährt der Bauer dann, nach Haus, aus dem Feldweg schnell heraus

am Vorfahrt achten Schild vorbei, dann kommt auch die Polizei,

etwas früher oder später, im Verkehrsdelikt zum Täter,

wenn einer zu Schaden kam, dem er dann die Vorfahrt nahm.

Den Blinker tat er richtig setzen, entsprechend den Verkehrsgesetzen,

doch hat er wohl, in dem Geschehen, am Schild die Vorfahrt übersehen,

die entsprechend gültig ist. Man sieht dass er schon mal vergisst,

was früher ziemlich deutlich klar, immer von Bedeutung war.

Ein Kraftfahrzeug, versenkt im Graben, tut dadurch den Nachteil haben.

Das Gefährt das nun verdreckt ziemlich schräg im Graben steckt,

ist dem Schlepper ausgewichen. Der Führerschein ist sehr verblichen

und Wind und Wetter, bis zuletzt, jahrzehntelang viel ausgesetzt,

den der alte Bauer zückt, als es dem Beamten glückt,

den Verkehrssünder zu stellen. Der muss an der Haustür schellen,

denn der Bauer war so frei, ohne Protokolldatei,

an der bestimmten Stelle dort, am so genannten Unfallort,

in Missachtung von Gesetzen, alle Regeln zu verletzen.

Er hat den Unfallort verlassen, tat sich mit dem Tier befassen,

das er liebend, bis zum Schluss, im Gemäuer pflegen muss.

Ihm bleibt, als noch der Fahrer schreit, für solche Mätzchen keine Zeit,

zumal er völlig schuldlos scheint, wie er eigenwillig meint.

Er tut sich auf den Trecker schwingen um den wieder heim zu bringen.

Nach viel Gezeter und Blabla ist der Beamte schließlich da,

am Gehöft und etwas sauer sucht er dort den alten Bauer,

den er, in dem Stall versteckt, beim alten Bullen dort entdeckt,

wo der alte Kerl hantiert und die Fassung ganz verliert,

angesichts der Polizei. Der Bulle brüllt im lauten Schrei

in seiner dunklen Ecke hier dazwischen wie ein wildes Tier.

Die Polizei schreibt ins Papier. Was für ein Staat ist das denn hier,

hat der Rentner wohl gedacht, der ihm das zum Vorwurf macht,

dass er den Unfallort verließ, wie es nun im Amtsdeutsch hieß,

der jeden Ausländer noch schützt, der hergelaufen wenig nützt

und den deutschen Staat betrügt, damit er über Geld verfügt.

Wenn jeder Fremde, der nicht sitzt, als Ausländer das Recht besitzt,

sich die Vorfahrt zu erlauben. Der alte Bauer will nicht glauben,

dass er keine Vorfahrt hat. Der Paragraph spricht von der Tat.

Das Dorfgeflüster wächst zur Sucht, in der gewissen Fahrerflucht.

H. Feisel

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