Bollerwagen.
Bollerwagen.
Am ersten Mai tun Leute wandern, von dem einen Ort zum andern,
mitunter mit dem Bollerwagen. Der bollert dabei sozusagen
auf Schotter oder grobem Pflaster und wer ihn zieht spricht vom Desaster,
weil er insgesamt erhitzt unter dieser Mühe schwitzt.
Das Wägelchen befördert hier nicht selten einen Kasten Bier
von dem, wer zieht, am meisten trinkt, wenn er schweißgebadet stinkt,
in seinem mühseligen Fleiß, bei vermehrtem Achselschweiß.
Auch der Axel ist recht lange am Bollerwagen mit zugange
und zügig greift er darum hier zu der warmen Flasche Bier.
Das Bier ist nicht mehr gut gekühlt und hat sich wärmer angefühlt.
Es bewegt sich, von dem Ort, der Bollerwagen weiter fort,
beim Geholper mit Geboller und der Kasten ist ein voller.
Der Kasten ist am Anfang voll, den man langsam trinken soll
und gut gekühlt nach Möglichkeit. Doch es ist nach kurzer Zeit
der Kasten Bier schon halbwegs leer. Dann ist der Wagen nicht so schwer.
Der Bollerwagen aber bollert, während eine Flasche rollert,
vom Bollerwagen auf das Pflaster. Das warme Bier führt zum Desaster,
denn alle werden langsam träge. Es gibt heut keine Niederschläge.
Nur der Esel sozusagen fühlt sich Abends wie zerschlagen,
der den Bollerwagen zieht, an dem man ihn sehr schwitzen sieht.
Das Bier tut sich noch mehr erwärmen, von dem manche trotzdem schwärmen,
denn mancher hat noch nicht genug und nimmt weiter Zug um Zug,
aus der warmen Flasche Bier von dem Bollerwagen hier.
Der Bollerwagen bollert weiter und manche Schritte werden breiter,
wenn auch ganz bestimmt nicht länger. Wer dran zieht hat einen Hänger
und lässt sich, schlapp geworden, hängen und dann weiter dazu drängen,
den Bollerwagen fort zu ziehen. Die Pfandflaschen sind nur geliehen,
denn darauf gibt es schließlich Pfand. Doch manche endet doch im Sand.
Der Bollerwagen bollert weiter und noch sind alle Menschen heiter,
die langsam aber, mit Beschwerden, zusehends bald träger werden.
Die Trägheit nimmt dann wohl im Nu letzten Endes ziemlich zu
und langsam bollert sozusagen mehr gedämpft der Bollerwagen,
wieder in der Heimstatt ein. Wer zieht kann nur ein Esel sein,
hat mancher still bei sich gedacht, als er noch den Endspurt macht,
von der Maitour unter Klagen, ziehend an dem Bollerwagen.
Der letzte Akt ist dann geschehen. Der Bollerwagen kommt zum Stehen
und steht dann in einem fort, wieder in der Ecke dort,
vielleicht bis zum nächsten Jahr, bei der drohenden Gefahr,
wenn erneut der Mai geschieht, dass wieder nur der Esel zieht,
gewisserweise, sozusagen, entsprechend an dem Bollerwagen.
H. Feisel
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