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Kult-Ur-kritische Texte.

« März 2008 | Start | Mai 2008 »

Machenschaften.

Machenschaften.

An den gewissen Machenschaften tut ein großer Makel haften.

Der ist offiziell kaschiert und mit viel Drumherum verziert,

damit man den leicht übersieht, in alle dem was so geschieht.

Es wahrt der Anschein von Gesetzen. Die kann man insgeheim verletzen,

mit Raffinesse und Geschick, in manchem ziemlich faulen Trick,

damit die große Menge glaubt ihr sei ein Gewinn erlaubt.

Das ist gesetzlich abgesichert hat der Macher still gekichert,

der in dem, was er betreibt, der Hauptgewinner selber bleibt,

neben all den kleinen Schergen, die sich hinter ihm verbergen.

Das Spielchen, und das ist sehr schade, spielt sich ab mit Maskerade.

Mit der Maske vorm Gesicht präsentiert sich der, der spricht

und ein falsches Spielchen treibt. Wer beim Spiel am zweifeln bleibt,

der hält sich dabei lieber gern von den Machenschaften fern,

die nicht zu übersehen sind. Wer das nicht sieht ist viel zu blind,

um in mancherlei Geschehen die Wirklichkeit real zu sehen.

Der Zweifel lässt sich überwinden, im entsprechenden Erfinden,

raffinierter Machenschaften. Die Prüfung kann man leicht verkraften,

ganz geschickt, in Rat und Tat, durch den alten Vater Staat,

der ziemlich alt geworden ist und die Sehkraft längst vermisst.

Die Stichprobe ist angesagt, bei der man wenig hinterfragt.

Manches tut sich live abspielen, dann lässt sich mehr Gewinn erzielen,

wie beim Kegeln alle Neun. Der Hauptgewinner kann sich freu'n,

der verdeckt im Schatten steht und genau weiß wie es geht.

Musser für die Firma haften? Verdeckt sind alle Machenschaften

juristisch möglichst abgesichert, hat der Boss schon lang gekichert.

Der kassiert mit großem Fleiß. Wovon er scheinbar gar nichts weiß,

das sind versteckte Machenschaften. Die Wahrheit lässt sich schwer verkraften,

für alle die, mit falschen Mienen, den getarnten Lügen dienen.

Der öffentliche Komödiant ist seit langem gut bekannt,

denn er wirbt sehr laut für Seins, in der versteckten Nummer „Eins“.

Die Nummer Eins, die keiner sieht, weil sie sich der Sicht entzieht,

ist versteckt in dieser Form. Im Hintergrund agiert enorm

die Nummer Eins in dem Geschehen, doch die bleibt ganz ungesehen

rechtlich vielfach abgesichert und hat aus gutem Grund gekichert.

Die Nummer Eins ist ganz verdeckt in dem Hintergrund versteckt.

Die setzt sich fort und tut sich freu'n, wie beim Kegeln bis zur Neun,

in dem sehr geschickten Spiel, mit immer nur dem Einen Ziel,

sich am Spielchen zu erfreu'n, gewisserweise in der Neun.

Wer sich entrüstet ist ein Flegel und trifft nicht mal einen Kegel,

doch etwas später fällt der Kopf selber in den großen Topf.

H. Feisel

Stempel.

Stempel.

Der Stempel ist auf dem Papier. Fehlt jedoch der Stempel hier,

dann ist das Papier nichts wert und es wäre ganz verkehrt,

wenn man diesbezüglich glaubt, das Papier wär überhaupt

sinngemäß noch zu verwenden. Ohne Stempel muss es enden,

nach einer gewissen Zeit, in der Bedeutungslosigkeit.

Lässt sich der Stempel nicht erneuern, tut der Beamte laut beteuern,

indem er vorschriftlich belehrt, dann sei die Funktion verwehrt,

die in viel Papieren steckt. Hat man den Stempel nicht entdeckt,

kann das Papier ganz allgemein, in keiner Weise gültig sein

und es erfüllt nicht seinen Zweck. Dann steht ein Mensch oft starr am Fleck

und ist stark am überlegen. Dann tut er sich zunächst erregen,

angesichts von dem Papier, ohne einen Stempel hier,

wo er in der Ohnmacht flucht und dann eine Lösung sucht,

für das folgende Problem. Manchmal fühlt er sich extrem

in dieser Weise überfordert, wenn der Beamte manches ordert,

hilfreich wie immer, über alles, entsprechend in dem Fall des Falles.

Der Stempel fehlt auf dem Papier und der Mensch steht hilflos hier,

wo ihm der Stempel fehlen tut und verliert dabei den Mut,

während er nur resigniert, weil das Papier den Wert verliert.

Ohne Papier, tut er bekennen, muss er sich leider hilflos nennen,

beziehungsweise stempellos und die Verwirrung ist nun groß.

Allgemein ist der verwirrt, der sich dabei ziemlich irrt,

wenn er glaubt er käme hier, ohne Stempel im Papier,

zu dem was ihm am Herzen liegt. Weil der Papierkram überwiegt,

kommt der Mensch nur ziemlich schlecht ohne Stempel zu dem Recht,

das er allzu gerne will. Hilflos wird er schließlich still,

nach anfänglichen Diskussionen, die ihn nicht davor verschonen,

vor gewissen Diskrepanzen, weil im Großen und im Ganzen,

nur der Stempel fehlen tut. Ist der Beamte auf der Hut

der nicht alles wirklich glaubt und ohne Stempel nichts erlaubt?

Darum gibt schließlich, im Verlauf, ein Mensch dann sein Bestreben auf,

nur auf sein Papier zu pochen und er hat noch was gesprochen.

Ohne Stempel im Papier geht halt nichts auf Erden hier.

Das sieht derselbe Mensch dann ein. Wo kann der nur geblieben sein,

der Stempel den er nun vermisst, weil ihn einer mal vergisst,

oder was war wohl der Grund? Der Mensch läuft sich die Füße wund

von Amt zu Amt, von Neun bis Vier, denn er sucht mit dem Papier,

einen Fachmann der das stempelt. Manchmal wird er angerempelt,

in der ziemlich langen Schlange, denn es dauert nun mal lange,

bis der schwere Akt geschieht, der sich durch die Pause zieht.

Ist der Stempel erst gefunden, bezahlt der Mensch für seine Stunden.

Dann ist der Stempel im Papier, an der rechten Stelle hier.

H. Feisel

Skandalös.

Skandalös.

Es entsteht, mit einem mal, wieder einmal der Skandal,

denn manch ein Mensch ist wie betört und weiß nicht was sich gehört,

hat man mancherorts gemeint, wo es vielleicht noch so scheint,

als wenn man dort vernünftig wär. Die Presse druckt erneut die Mär,

bei der man nicht ganz sicher weiß, auf allerlei Skandale heiß,

was dabei dran ist oder nicht, im leidenschaftlichen Bericht.

Mit viel Leidenschaft im Blut betätigt sich ein mancher gut,

in so mancher Liebelei, als Ehemann und trotzdem frei,

solange es ihm gut gefällt. Wie er das mit der Treue hält,

daheim bei seinem lieben Weib, in seinem liebsten Zeitvertreib,

das tut sich nunmehr, sozusagen, die Presse im Artikel fragen,

die den Skandal für sich entdeckt, der in mancher Handlung steckt.

Die Prominenz die dient indessen, recht häufig auf viel Sex versessen,

der Schlagzeile am Zeitungsstand und es wäre allerhand,

wenn man bei dem, was man betreibt, auf der Zeitung sitzen bleibt.

Was man beschreibt ist skandalös. Der Prominente der wird bös

und ist auf seine Art gereizt, wenn man nicht mit Worten geizt,

die Affäre zu beschreiben. Manches tut man gern betreiben,

nach Möglichkeit ganz insgeheim. Doch mancher macht sich seinen Reim,

auf allerlei Skandalgeschichten, um die in dem Sinn zu verdichten,

dass das was heimlich still geschieht, das hoffentlich wohl keiner sieht,

wie der Prominente meint, ziemlich ungereimt erscheint.

Wer schreibt der macht sich seinen Reim auf den ungereimten Schleim,

den am Ende, ganz am Schluss, mancher Heuchler speien muss.

Skandalös ist irgendwann mancher großer Ehrenmann,

in der Presse abgelichtet, wenn er lieber drauf verzichtet,

öffentlich in dem Geschehen, ganz im Mittelpunkt zu stehen.

Gelächelt hat er und gestrahlt, als er viel in der Zeitung prahlt,

im Mittelpunkt des Interesses, ungeachtet all des Stresses,

den die Bekanntheit mit sich bringt. Solang sein Auftritt gut gelingt,

kommt der Stress ihm sehr gelegen und die Presse ist ein Segen.

Wird ihm die Presse dann zum Fluch, kommt es mitunter schnell zum Bruch

und in den skandalösen Süchten, will der Prominente flüchten.

Er spricht nun, in der Blamage, verärgert laut von Sabotage,

die so manchem Ehrenmann im guten Leumund schaden kann.

Dem Skandalautor der Presse schlüge er gern in die Fresse.

Das hat er insgeheim gemeint, als ihm der Stress nicht gut erscheint,

als es rings herum gewittert, als er dabei sehr verbittert

manches Medium attackiert. Man berichtet ungeniert

und nennt manches „Skandalös“. Der Prominente wird nun bös

und er schimpft zu diesem Zwecke und er verkriecht sich in die Ecke.

H. Feisel

Gepinkel.

Gepinkel.

Ein feiner Pinkel' pinkelt nicht, stehend mit dem Angesicht,

irgendwo an einer Wand, wie ein Bauer auf dem Land.

In der Stadt fällt dieses schwer. Wo nimmt man die Toilette her,

wenn es den Menschen heftig treibt, der ratlos dabei stehen bleibt?

Rennt ein Mensch wie in Ekstase, mit hohem Druck in seiner Blase,

dann weiß er manchmal allgemein in der Stadt nicht aus noch ein,

weiß vielleicht nicht auszutreten und muss um die Erlösung beten.

Der Bauer hat sich längst entleert und keiner hat sich laut beschwert,

solange er die Großstadt meidet, wo mancher an der Blase leidet.

Wenn ein Mensch nicht irgendwann die Blase bald entleeren kann,

womöglich nach dem großen Durst, dann ist ihm plötzlich vieles Wurst,

bei viel Haken und viel Ösen. Am Land kann man sich leicht erlösen,

wie der Bauer demonstriert, der nicht sehr viel Zeit verliert

und darum nicht die Stadt verflucht, wo man die Toilette sucht.

Pinkelt einer in der Stadt, wo er nichts verloren hat,

unrechtmäßig in die Ecke, seiner großen Pein zum Zwecke,

denn die Blase schafft Beschwerden, dann kann es ziemlich peinlich werden.

Der Ordnungshüter steht am Platz und betreibt dort seine Hatz,

während Pinkelsünder hetzen. Man muss sich auseinandersetzen,

in dem was danach, laut Beschluss, als Ordnungsstrafe folgen muss.

Plätschert dort ein starker Strahl, vielleicht nach einem Festtagsmahl

mit ausgiebigem Trinkgelage, womöglich noch am hellen Tage,

mitunter auch im Faschingstreiben, wo soll denn dann der Sünder bleiben.

Der große Druck quält überall, zu mindestens im Karneval.

Die Stadtkasse der dient es nur, innerhalb der Konjunktur,

weil die Menge etwas bringt, während es so manchen zwingt.

Der Bauer aber steht am Mist wo kein Ordnungswächter ist

und kann pinkeln wo er will. Die Nachbarin bleibt lieber still.

Das Pinkeln kostet beim Getrinke unversehens reichlich Pinke,

wie der Städter sicher weiß. Denkt sich einer was ein Scheiß,

während er im Fehlentschluss an ein Auto pinkeln muss,

dann ist er manchmal schlecht beraten, bei derart abartigen Taten.

Steht er am Auto ganz allein? Hin und wieder kann es sein,

dass er alles ganz vergisst und an den Streifenwagen pisst,

ob mit Absicht oder ohne, dem Stadtsäckel dabei zum Lohne.

Der Sünder hat sich schlecht verteidigt und der Beamte ist beleidigt,

was natürlich viel mehr kostet und weil der Wagen auch verrostet,

fällt das Bußgeld deftig aus, unter tosendem Applaus,

als vielleicht die Kölner Jecken das Thema auch im Zug entdecken.

Nach manchem Zug, aus mancher Flasche, greift der Beamte zu der Tasche,

um das Bußgeld zu verhängen und um dem Pinkler, unter Zwängen,

die Erleichterung zu schaffen. Der tut auf seinen Beutel gaffen.

H. Feisel

Dorfgeflüster /20.

Dorfgeflüster (20.)

Der Aufruhr ist im Dörfchen groß, denn es ist wieder etwas los,

was das ganze Dorf erregt, wo man zu erzählen pflegt

dass wohl mancherlei von Sachen manchen Menschen Freude machen.

Es drückt ein Mensch oft seine Nase stimuliert ans Fensterglase,

tut man sich im Dorf berichten und wer will darauf verzichten

alles Neue zu erfahren, in Bezug auf das Gebaren,

das ein Spanner voll Genuss an sich praktizieren muss,

in seiner stillen Leidenschaft, angesichts der Manneskraft,

die ihn zu beflügeln scheint, wie er diesbezüglich meint.

Gespannt spricht man in diesem Fall vom Spanner und dem Hosenstall.

Es gibt im Dorf auch einen Spanner. Heimlich schielen ja das kann er,

mit der Nase an der Scheibe, hinüber zu dem Nachbarweibe,

das ihn scheinbar reizen tut. An seiner Schläfe pumpt das Blut,

wenn er sich derart erhitzt und in den Sexgelüsten schwitzt.

Er griff ihr gerne an die Brust, in seiner ziemlich großen Lust,

doch es trennt ihn von dem Weibe nicht nur eine Fensterscheibe,

sondern auch der Ehemann, der das nicht tolerieren kann,

dass einer seine Frau beguckt und erregt im Fieber schluckt,

wobei es nicht beim Schlucken bleibt. Wer weiß was so ein Spanner treibt,

wenn er ziemlich ungeniert in den Trieben phantasiert.

Die Spannung wächst, der Spanner schielt, wenn er mit dem Gedanken spielt,

die Nachbarin könnt allgemein, ihm zu Diensten, willig sein.

Darum blickt er an der Scheibe verstohlen zu dem lieben Weibe,

das er gerne an der Stätte zu seinem Vorteil selber hätte,

zu einem ganz bestimmten Zweck. Die Nachbarin kriegt einen Schreck

als sie die Absicht deutlich fühlt. Wer zwischen den Gardinen wühlt,

der hat wohl etwas mehr im Sinn. Im Dorf da weiß man immerhin,

inzwischen auch schon aufgeklärt, was in den Sexgelüsten gärt,

wenn manche Männer sich am meisten den Sex in wilden Träumen leisten,

im aufgeputschten geilen Sinn, im Hinblick auf die Nachbarin.

Die Nachbarin kriegt einen Schock, angesichts vom wilden Bock,

der hinter seinem Fenster hockt und die Beziehung scheint verbockt.

Man spricht es sei der Mensch versaut, dem man besser nicht mehr traut,

der hin und her am Fenster hüpft. Hat der die Hose aufgeknüpft,

müssen sich nun sozusagen manche alten Weiber fragen,

die derartiges berichten. Gute Sitten sind mitnichten

einem Spanner zuzutrauen, erzählen sich die alten Frauen

und es klingt, in dem Versprecher, schon nach Sittlichkeitsverbrecher.

Mitunter ist der Mensch im Frust, abgelenkt in seiner Lust

und während sich die Weiber brüsten, tut es ihn danach gelüsten.

H. Feisel

Der Hund.

Der Hund.

Es liegt der Hund an seinem Platz. Bewacht er irgend einen Schatz,

tut ein mancher vielleicht denken. Der Hund will ihm Beachtung schenken

und springt plötzlich und im Nu freudig bellend auf ihn zu.

Der Gast ist plötzlich arg geschockt. Der Hund, der in dem Garten hockt,

oder auf dem Hofgelände, beziehungsweise zwischen Wände,

begrüßt den Menschen ziemlich laut, der ängstlich und verlegen schaut,

ob der Hund, der vor ihm steht, ihm nicht an die Hose geht.

Der Besuch verläuft nach Plan. Der Hund der hat ihm nichts getan

und er hat sich stets erneut wieder in der Art gefreut,

oder aber gut gebellt, wenn jemand an der Haustür schellt.

Es liegt der Hund auch vor der Tür. Der Briefträger kann nichts dafür,

wenn er fast jedem Hund misstraut, der ihm auf die Beine schaut,

denn er wurde schon gebissen und die Hose war zerrissen.

Nicht jeder Hund will immer beißen und ständig an der Hose reißen.

Mancher Hund ist nicht nur niedlich, sondern auch im Wesen friedlich

und rührt sich nicht von seiner Stelle, ohne irgend ein Gebelle,

wenn ein gelbes Auto kommt, denn er weiß spontan und prompt

und ausgeglichen und ganz still, wer Brief und Päckchen bringen will.

Den Zeitungsträger, den er kennt, hat er beinah ganz verpennt.

Den Einbrecher tut er nicht kennen und dann soll er nicht verpennen,

dann soll er seinen Dienst verrichten, denn das zählt zu seinen Pflichten.

Tut sich der Dieb im Haus empfehlen und den Wachhund auch noch stehlen,

dann war der Hund vielleicht wohl wach, unter dem vertrauten Dach,

aber wohl kein großer Held. Im Haus fehlt Schmuck und etwas Geld,

wenn der Hausherr wütend brüllt, weil der nicht seinen Zweck erfüllt,

der blöde Hund der gar nichts nützt und nicht vor einem Einbruch schützt.

Was kann der arme Hund dafür, schlecht geschützt durch eine Tür,

wenn der Einbruch dort gelingt, wo man die schlechte Tür bezwingt?

Nicht jeder wird trotz Hund beklaut und mancher Hund der meldet laut.

Der Hund der in dem Hause wohnt wird mit dem Fressnapf gut belohnt

und der beißt am Futternäpfchen leidenschaftlich in die Häppchen.

Ein Hund der aber nur entgleist und in möglichst alles beißt,

der, das ist dabei erwiesen, ist bestimmt nicht zu genießen.

Es muss der Hund in dem Geschehen täglich ins Gelände gehen,

sonst gäbe es wohl ein Problem. Es wär' bestimmt nicht angenehm,

wenn man auf den Schritt verzichtet und der dann sein Geschäft verrichtet,

innerhalb der Wohnungstür. Doch was kann der Hund dafür?

Ist der Hund ein gutes Tier dann hat er die Bedeutung hier,

die der Mensch ihm abverlangt. Wenn der Hund ums Leben bangt,

dann ist er darum, aus dem Grund, eigentlich ein feiger Hund.

Tut der sich hartgesotten zeigen und zu einer Bestie neigen,

dann ist der, im Zweckverbund, ein gemeiner, böser Hund.

H. Feisel

Burg Mellnau/Historisch.

Burg Mellnau / Historisches.

Wer hat nur diese Burg erbaut und sich den Hügel angeschaut,

auf dem die Burg einst im Beschluss die Landschaft überragen muss?

War es die Sophie von Brabant, als Erbauerin genannt,

als die Herzogin vom Hof, oder der Mainzer Erzbischof?

Siegfried der Dritte steht zu lesen, sei der Erbauer einst gewesen,

als man ebenso berichtet durch Sophie sei die Burg errichtet.

Wer immer einst Geschichte schrieb, die Darstellung ist jedem lieb,

wie es seiner Sicht entspricht, dem entsprechend im Bericht

und Geschichte lässt sich formen, anscheinend in manchen Normen,

wie es angenehm erscheint, wie man diesbezüglich meint.

Ist die Geschichte im Extremen darum immer ernst zu nehmen,

welche Herrscher schreiben lassen, die gerne ihren Reim verfassen?

Vieles scheint wohl ungereimt. Ist manches auf dem Mist gekeimt,

den die Herrschaft hinterließ, die scheinbar manches glauben ließ?

Wer weiß ob sich nicht mancher irrt, weil die Vergangenheit verwirrt,

in der sich, mit großen Sachen, viele Großen wichtig machen

und sich selbst, an ihren Plätzen, versehentlich als Größen schätzen.

Lässt die Geschichte sich verzerren durch die hoheitlichen Herren,

die sich gerne zu sehr brüsten, in makaberen Gelüsten?

Die Burg Mellnau steht nicht mehr, doch die Ruine um so mehr,

um vielleicht zu Recht zu mahnen, in den mysteriösen Ahnen,

dass manches zweifelhaft geschah, wie immer man es damals sah.

Die Bauern wohnten drum herum und waren doch nicht ganz so dumm,

als man noch nicht zu lesen scheint, wie man womöglich später meint.

Man lebte dort recht angenehm, doch hin und wieder auch extrem

und gefährlich in dem Stil, denn der Gegner war mobil

bei der Belagerung gekommen und hat die Festung eingenommen,

was die Oberrosper Leute mehr als die in Mellnau freute.

Man tat von Übergriffen sprechen und mitunter von Verbrechen,

auf dieser und auf jener Seite, in dem ritterlichen Streite,

politisch motiviert im Wahn, zwischen Marburg an der Lahn

und dem Landgrafen von Hessen und dem Klerus währenddessen,

der im fernen Mainz taktiert und bald schon diese Burg verliert.

Als Nest der Straßenräuberei war die Burg dann vogelfrei.

Der Kuckuck war dann aufgeregt. Er hat sein Ei ins Nest gelegt

und es ließ sich nicht verhüten, dass Oberrospher daran brüten.

Dann wurde auf dem Berg da oben das Raubnest schließlich ausgehoben,

mitsamt manchem Kuckucksei und Oberrosphe war fast frei

von der zwingenden Erbeutung. Die Burg verlor nun die Bedeutung.

Dann bleibt, in kummervoller Miene, weiter nichts als die Ruine,

mit leerem Turm und Reste Mauern, was Oberrosphe nicht bedauern.

Eines aber kann man schwören: „Man kann noch viel vom Kuckuck hören,

ob es wahr ist oder nicht, im historischen Bericht. H. Feisel

Bauernhof/Historisch.

Bauernhof / Historisches.

Mitten auf dem Hof liegt Mist, wie es früher üblich ist,

möglichst ordentlich am Haufen. Das Viehzeug frisst das Heu aus Raufen

und säuft aus dem Eimer Wasser. Draußen wird es immer nasser

und der Acker ist ganz seicht auf dem Boden aufgeweicht,

mitten in der Erntezeit. Die stramme Magd steht etwas breit

in dem Kuhstall bei der Kuh und die scheißt dabei im Nu,

während ein paar Flüche hallen, denn ein Spritzer ist gefallen,

der Anneliese ins Gesicht, die dort mit dem Ärmel wischt.

Der Knecht heißt Paul und stopft die Pfeife, die Anneliese wäscht, mit Seife

sich beim Wasser das Gesicht und alles wäscht sie hierbei nicht,

als der Knecht, der hinten steht, verlegen an der Pfeife dreht.

Die Kühe müssen, trotz Beschwerden, mit der Hand gemolken werden,

auf dem Schemel, wo man sitzt und bei der Sommerhitze schwitzt.

Schwitzen kann man zur Genüge. Der Bauer der erteilt die Rüge.

Die Bauerntöchter müssen ran und stellen sich ganz hinten an

und meckern in dem Stallgeruch. Dem Bauer dem entweicht ein Fluch.

Die Bauerntöchter gehen aus, beizeiten geh'n sie aus dem Haus,

zum jugendlichen Freundeskreis. Der Schwiegersohn sucht den Beweis

ob er sich mit dem Bauersmann irgendwie vertragen kann

und ist am Acker auch zugange. Manchmal wird ihm dabei bange.

Langsam wird es Feierabend. Er lenkt den Gaul, daneben trabend,

in den Graben, wo er steht, wo vom Hang der Aufstieg geht.

Er setzt sich auf den Ackergaul. Zum laufen ist er wohl zu faul,

auf dem Heimweg von dem Acker. Der schwere Gaul der schreitet wacker

in Richtung Stall in dem Gelände, gelenkt vom Reiter mittels Hände.

Das Reiten auf dem breiten Rücken bietet jedoch kein Entzücken

und der Reiter tut sich schwer, denn es schaukelt um so mehr,

je mehr der schwere Gaul gelenkt eifrig an den Fresstrog denkt.

Als man das seltsame Gespann auf dem Hof erblicken kann,

kommt der Gaul nur schwer zum Stehen und der Reiter, der muss sehen,

wie er günstig, irgendwann, den Gaul geschwind verlassen kann,

denn der denkt dabei indessen vor dem Stall nur an das Fressen.

Er lenkt das Pferd nun an den Mist, wo es etwas weicher ist,

wenn ihn vielleicht nichts mehr hält und wenn er von dem Rücken fällt.

Dort springt er nun, mit einem Satz, herunter von dem hohen Platz

und er tut, mit seinen Zehen, mitten auf dem Haufen stehen.

Es trabt der Gaul nun, in dem Fall, ganz von selbst in seinen Stall,

wo er Heu und Hafer schlingt, die er reichlich unterbringt,

weil Schwerarbeiter fressen dürfen. Er tut zwei Eimer Wasser schlürfen

und begibt sich dann zur Ruh. Dann fallen ihm die Augen zu.

Am Haken hängt die Ackerleine. Nebenan da grunzen Schweine

und im Kuhstall plärrt dazu irgend eine dumme Kuh.

H. Feisel

Bauernhochzeit/Historisch.

Bauernhochzeit / Historisches.

Am Bauernhof ist was zugange. Die Bauerntochter will schon lange

einen möglichst starken Mann, der sich sehen lassen kann,

nach Möglichkeit nicht allzu faul und zähe wie ein Ackergaul.

Die Tochter soll den Hof mal erben. Warum tut keiner sich bewerben,

damit er sich dort, irgendwann, Hofbesitzer nennen kann?

Die Tochter ist schon dreißig Jahr und es besteht nun die Gefahr,

dass sie keinen Mann mehr nimmt und der Bauer ist verstimmt,

weil sie vielleicht auch keinen kriegt. Dann hat die Vernunft gesiegt

und die Tochter will den Mann, soweit sie einen haben kann.

Ein Flüchtling kommt dabei in Frage, denn der schielt schon ein paar Tage

zu dem Bauerntöchterlein, denn das ist bisher allein.

Es hat sich, wie man es schon ahnt, ein Techtelmechtel angebahnt

und der Kerl nennt sie schon „Schatz“. Es macht der Bauer laut Rabatz

und er ist dabei nicht still, weil er keinen Flüchtling will.

Der Bauer findet das beschissen und will nichts vom Geringen wissen

und tut den armer Schlucker nennen und die Tochter tut nun flennen,

um denselben Hungerleider und trägt schon beinah schwarze Kleider,

wie das die alte Witwe macht, in der dunklen Bauerntracht.

Dann hat die Stimmung sich gewandelt und es wird was ausgehandelt,

denn das dumme Weib ist schwanger und steht ohne Mann am Pranger.

Der Flüchtling zieht, es soll so sein, nun doch in diesen Hof hinein

und ist der Tochter ihr Begleiter. Damit wird er ein Beigefreiter,

sobald die Hochzeit sich vollzieht, die nun eilends schnell geschieht,

damit nicht noch, vielleicht am Schluss, ein jeder gleich bemerken muss,

dass sie beim Flüchtling seiner List, längst nicht mehr die Jungfrau ist.

Man tut sich zum Altar bewegen und der Priester gibt den Segen,

für etwas Wurst, zu diesem Zweck, und für etwas Schinkenspeck.

Sie geht im bunten Bauernrock und die Oma geht am Stock.

Die Sau tat man beizeiten schlachten. Der Bräutigam soll nicht verschmachten,

denn der muss nun bei Kräften bleiben und viel Handarbeit betreiben,

in dem Stall und auf dem Acker. Hoffentlich schlägt er sich wacker,

scheint die Braut dabei zu denken und sie tut ihre Schritte lenken

mit ihm hinüber zum Altar. Ihm wird dabei langsam klar,

dass er ein Beigefreiter ist und auf ihn wartet aller Mist,

mit dem er nun sehr viel hantiert. Wenn er sich nur nicht blamiert,

denkt die Braut im Hochzeitsrock. Der Bauer denkt: du geiler Bock

und wirft ihm, etwas ohne Ruh, von seitwärts strenge Blicke zu.

Dann sind Mann und Frau vereint, wie es oberflächlich scheint,

vielleicht ein ganzes Leben lang, womöglich unter großem Zwang,

wie der alte Vetter denkt, dem man nicht viel Beachtung schenkt.

Es kommt die Hochzeit in die Gänge. Die Feier zieht sich in die Länge,

der Beigefreite hat am Morgen schon im Stall die ersten Sorgen.

H. Feisel

Alte Leute.

Alte Leute.

Junge Leute sind modern. Alten Leuten liegt es fern

mit der Mode auf den Zehen in dieser Weise mitzugehen.

Der alte Mensch kramt in der Truhe, doch er sucht keine Stöckelschuhe.

Der hohe Absatz liegt ihm fern, auf flachen Sohlen läuft er gern.

Der alte Mensch hängt mit Methode an der altbekannten Mode,

die einmal, das scheint schon klar, früher die moderne war.

Auch alte Leute tun sich kleiden und sie wollen es vermeiden,

wie die Jungen auszusehen, denn das tut Alten wenig stehen.

Der alte Mensch ist mit den Jahren in seinem Leben sehr erfahren,

sofern er die Erfahrung machte und es zu der Einsicht brachte,

dass die Erfahrung, die belehrt, im Leben ständig wiederkehrt.

Die Jugend ist noch wild und laut, wenn sie auf die Pauke haut;

alte Leute sind schon Greise und gezähmt und eher leise.

Der alte Mensch mag kein Radau und ist in seinem Alter grau,

prahlt nicht mehr, wirkt nicht mehr prächtig, geht gemächlich und bedächtig,

besonnen und in stiller Ruh auf sein Lebensende zu.

Junge Leute sind mobil, in ihrem ganzen Lebensstil.

Alten Leuten liegt das fern und sesshaft ist der Alte gern,

wenn er still im Sessel sitzt und nicht mehr um die Ecke flitzt.

Alte Leute mögen Ruhe und verlatschen wenig Schuhe,

kommen lange in dem Haus mit den alten Latschen aus

und müssen nicht mit Schuhen prahlen und keinen hohen Preis bezahlen.

Alte Leute sehen schlecht und das Brillenglas ist echt,

bei Kurz- und Weitsicht oft gebraucht und wird geputzt und angehaucht.

Alte Leute tun schlecht hören und auf ihre Jugend schwören,

als die Jugend, das scheint klar, noch nicht so verdorben war.

Man war recht lang im Elternhaus, kannte sich damit nicht aus,

mit der Verhütung, die man kennt und heute selbstverständlich nennt.

Die Jugend, das ist ungelogen, wusste noch nicht viel von Drogen,

wirkten aber stark berauscht, als man zu dem Führer lauscht.

Alte Leute waren braun und hinter manchem Lattenzaun,

den man am Häuschen sehen kann, wohnte mancher Biedermann.

Alte Leute sehnen sich, allein gelassen an dem Tisch,

im Erinnern an die Zeit, nach ihrer Vergangenheit.

Alte Leute waren jung und damals auch noch auf dem Sprung,

sind gehüpft, umher gesprungen und haben gerne laut gesungen.

Die Lieder, die man damals kannte und noch nicht allzu schmalzig nannte,

sang man einst in großer Fülle, in der ländlichen Idylle.

Das Liederbuch war eingebunden. Die Idylle ist verschwunden,

was alte Leute nicht verstehen, während sie nach rückwärts sehen.

Junge Leute gehen aus, Alte bleiben mehr im Haus

und verträumen ihre Zeit, mit Hilfe der Vergangenheit.

Alte Leute tun gern stöhnen und sich das Klagen angewöhnen,

haben Rheuma oder Gicht. Das haben junge Leute nicht,

oder aber eher selten, solange sie als Junge gelten.

Alte Leute werden steif und man spricht sie wären reif,

wie auch immer und wozu. Der alte Mensch der schläft im Nu,

bei dem Programm, wie kann es sein, am Abend vor dem Bildschirm ein.

Alte Leute tut es drücken, in dem Nacken und im Rücken

und alte Leute lieben auch immer noch den alten Brauch,

die Unterhaltung zu betreiben, um Neuigkeiten zu beschreiben.

Kindisch werden hier und heute wie ehedem die alten Leute.

Doch wird der Junge in Gestalt ganz von selber wieder alt,

nachdem, wie es im Leben geht, er das Alter nicht versteht,

aber letztlich, bis zum Schluss, an sich selbst erfahren muss.

Und immer folgt dasselbe Spiel mit immer stets dem gleichen Ziel.

Die jungen Leute sind die Alten, mit grauem Haar und vielen Falten

und alte Leute, nah und fern, reden in dem Alter gern,

wenn sie sich im Alltag sehen. Die Zeit tut zur Verfügung stehen.

Bei Rente und bei der Pension bleibt die Freizeit immer schon,

sich ein Stündchen zu berichten, über mancherlei Geschichten,

über Sex und manchen Streit, über ihre Jugendzeit,

über mangelhafte Tugend, innerhalb der neuen Jugend,

über Politik und Macht. “Armes Deutschland, gute Nacht!”

H. Feisel