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Kult-Ur-kritische Texte.

« Januar 2008 | Start | März 2008 »

Fastnacht.

Fastnacht.

Wenn der Faschingsnarr erwacht dann ist es beinah schon fast Nacht,

dann wird mancher Mensch mitunter allmählich locker und sehr munter.

Überall sieht man Grimassen und Leute ziemlich ausgelassen

nach irgendwelchen Fläschchen greifen. Wo Blicke zu dem Bierglas schweifen

da ist man nachts noch ziemlich lange in den Kneipen fest zugange,

mit dem Bierglas in der Hand. Ziemlich außer Rand und Band

ist die Clique neben dran und die Uschi schmiegt sich an.

Gut verkleidet ist die Uschi als das liebe Kätzchen Muschi,

das sich gern im Kissen kuschelt. Ihre Mähne ist verwuschelt.

Schnurren tut sie wie ein Kätzchen, denn sie sucht ein warmes Plätzchen.

Der Willi mit der roten Nase kommt gegenüber in Ekstase,

bei der lauten Faschingsfeier und es scheint er ist ein Bayer,

denn er tut „die will i“ sprechen. In der Runde weiter zechen

tun alle die, die voller Mühe, fast nachts hindurch, bis in die Frühe,

weiterhin das Glas erheben und dabei ihr Bestes geben,

aus vollem Hals, wenn auch mit Mühe. Abgestanden ist die Brühe

die nicht mehr hinunter läuft und die am Morgen keiner säuft

und zunehmend, von mal zu mal, wird das Bier allmählich schal.

Auch der Klaus hat abgewunken, hat sein Bier nicht mehr getrunken

und findet schwer zur Tür hinaus. Es ist Fastnacht, er will nach haus.

Der Willi trinkt noch einen Kurzen und draußen kann er endlich furzen,

was noch nicht verboten ist. Weil Walter an die Ecke pisst,

wo die Sitten heut verrohen, würde ihm ein Bußgeld drohen,

wenn das ein Ordnungshüter sähe. Doch es ist keiner in der Nähe,

weshalb die Handlung, die geschieht, keine Strafe nach sich zieht,

in diesem Fall und ausnahmsweise. Der Walter der verdrückt sich leise,

von dem örtlichen Delikt und wird daheim ins Bett geschickt.

Wahrscheinlich meint er kurz vor Acht es wär inzwischen nun fast Nacht.

Als der Willi draußen pupst, meint Horst man hat ihn angeschubst,

denn er kommt aus seinem Tritt, im richtungslosen Stolperschritt.

Als der Hans im Bett erwacht ist es immer noch fast Nacht,

denn er muss dringend auf das Klo, nach ein paar Bieren sowieso,

weil das Bier bekanntlich treibt und nicht in der Blase bleibt.

Vergnüglich tut man oft beim Zechen von Prost-ata beim Bierglas sprechen

und der Hans macht dann zu Hause noch fast Nachts die Pinkelpause,

wenn ihn wieder, wie verrückt, die Blase dauernd heftig drückt.

Es ist Fastnacht als Peter prompt um die nächste Ecke kommt,

von der Gemahlin unterstützt, die ihm wohl beim Heimgang nützt.

Der Willi denkt noch in dem Bett: „Will i oder will i net,

träumend von der süßen Muschi und das Kätzchen das hieß Uschi.

H. Feisel

Karneval 2008.

Karneval2008.

Es ist wieder Karneval. Viel mehr als das letzte Mal

spitzt sich manches Thema zu, von SPD und CDU,

von Ypsilanti und vom Koch, während es schon brenzlig roch,

im Vorfeld von dem Faschingstreiben. Wird der Koch am köcheln bleiben?

Auch kocht das Mütterchen am Herd. Wer mehr will rackert wie ein Pferd,

das man vor den Karren spannt. Der Karriere nachgerannt

ist mancher in dem heißen Triebe, angeblich nur aus Nächstenliebe,

zum Wohl des Volkes sozusagen. Den Diätplan tut beklagen

wer gewichtig aus der Sicht abgewägte Worte spricht.

Hat der Koch sich, wo er hockt, die Suppe selber eingebrockt?

Die muss ausgelöffelt werden, wenn auch unter viel Beschwerden,

denn sie führt zu Magenkrämpfen. Den Hunger auf Karriere dämpfen

alle jene, die indessen, gerne von dem Süppchen essen,

in der kunterbunten Gruppe. Arg versalzen ist die Suppe

und der Koch ist daran schuld, denn er griff, in Ungeduld,

im Salz zu einer großen Prise, wahrscheinlich wohl nach der Devise,

entscheidend sei in aller Kürze, entsprechend eine scharfe Würze.

Arg gepfeffert und gesalzen tut mancher mit der Zunge schnalzen,

auf der es bis zum Magen brennt. Wenn man erst Magenkrämpfe kennt,

dann ist die Mahlzeit unter allen heftig einmal durchgefallen.

Das kann man einen Durchfall nennen, denn es tut im Magen brennen,

durch das Missgeschick vom Koch. Die Suppe, die auch brenzlig roch,

ist nicht allen gut bekommen. Im Kochtopf ist vorweg genommen

es sei nunmehr ausgesprochen der gewisse Koch am kochen.

Es gibt der Koch im Krisenstab den Schöpflöffel nur ungern ab,

will weiter in der Suppe rühren und das muss wohl dazu führen,

dass alles sich im Lachkrampf windet, wo der Koch sich wieder findet,

im Produkt vom Karneval, sicherlich noch viele mal.

Kulinarisch geht es zu, bei SPD und CDU,

doch manche tun von dem Erbrechen und von Ungenießbar sprechen.

Es rührt in der bunten Truppe der Koch in der Gemüsesuppe

und darin schwimmt auch noch der Kohl. Paprika ist innen hohl,

egal ob grün, ob gelb, ob rot, spricht der Koch in seiner Not.

Schwarz sehen kann man aus der Sicht, aber auch wie mancher spricht,

im Karneval auf dem Podest. Aufgegessen bis zum Rest

wird die Suppe aus dem Teller und der Abgang ist ein schneller,

wenn ein mancher ganz vermehrt den Zugang zum Null Null begehrt.

Dort zieht sich manches in die Länge, doch es kommt schon in die Gänge,

was letztlich unabwendbar scheint, hat man im Karneval gemeint.

Die Lage spitzt sich weiter zu, bei SPD und CDU.

H. Feisel

Rosenmontag.

Rosenmontag.

Den Fasching feiern alte Hasen. Es gibt viele rote Nasen,

am Rosenmontag um so mehr. Die Stimmung steigert sich noch sehr,

je mehr es rote Nasen gibt, denn rote Nasen sind beliebt,

im so genannten Karneval. Wer draußen friert der trinkt einmal

aus dem Flachmann in der Tasche, oder aus der großen Flasche,

dann wird die blasse Nase rot. Wer zu viel trinkt der wird zur Not

mit der roten Nase blau. Der Faschingszug steckt fest im Stau

und der Clown greift in die Tasche und leert mit einem Zug die Flasche.

Manche trinken in der Form wieder einmal ganz enorm

und fallen irgend einmal drum, wie im Koma plötzlich um.

Wer zu viel säuft der kriegt genug, bei dem Rosenmontagszug,

was für ein paar Tage reicht, und endet dabei wohl vielleicht,

am Rosenmontag früher schon, auf der Intensivstation.

Der Rosenmontagszug beschert, bei schlechtem Wetter auch erschwert,

was dem Volk am Herzen liegt, wenn die Stimmung überwiegt,

dass man den größten Chefs ganz oben, ohne sie zu sehr zu loben,

den Spiegel vor die Nase hält. Wer immer sich ein Urteil fällt,

der sieht im Spiegel, aus der Sicht, manches im gewissen Licht.

Der Eulenspiegel sieht bei Nacht, wenn manche Eule erst erwacht,

das Nachtleben der Prominenten, entsprechend in den Argumenten.

Der Rosenmontagszug zieht um, vor dem werten Publikum

und publiziert aus seiner Sicht, was dem Wahn der Welt entspricht,

in vielen ungereimten Dingen, die viel Beachtung mit sich bringen.

Es gibt im großen Missgeschick viel Rosen für die Politik.

Doch die Rosen können stechen und dem entsprechend anders sprechen,

als es mancher gerne wünscht, der vieles gerne übertüncht,

an der äußeren Fassade. Bestechlichkeit und das ist schade,

hat hohe Herren animiert, wenn mancher Herr ganz ungeniert,

plötzlich laut von Scheiße spricht, wo er sich in den Finger sticht,

wenn man ihm dabei vielleicht den Rosenstrauß mit Dornen reicht.

Die Rosen die verdient sich vorn, entsprechend mit dem spitzen Dorn,

die Elite an der Spitze. Gestichelt wird durch solche Witze

die auf die Lage zugespitzt mancherlei Gemüt erhitzt.

Während die Prominenten kosen, beschenkt womöglich mit viel Rosen,

zieht der Rosenmontagszug, stichelnd hoffentlich genug,

leidenschaftlich alle maßen, mit viel Beifall durch die Straßen.

Die roten Nasen in den Gassen können es dabei nicht lassen

sich wieder sehr zu amüsieren, angesichts der großen Tieren,

die alltäglich im Geschehen die gröbsten Fehler übersehen,

die sie gern am liebsten machen, mit weit aufgesperrtem Rachen.

H. Feisel

Dorfgeflüster 29.

Dorfgeflüster (29.)

Das Dorfgeflüster reißt nicht ab. Die Weiber sind zwar viel auf Trab

um Neuigkeiten zu berichten, doch auch die Männer tun mitnichten

immer ihre Klappe halten, wenn sie ihren Treff gestalten,

in der kleinen Bude dort, in der Hütte an dem Ort,

oder auch mal sozusagen in dem kleinen Frühstückswagen,

für Männer von dem Baugewerbe. Für Weiber ist der Ort zu derbe,

wenn es um Männerwitze geht, was auf der Tagesordnung steht.

Sind die Männer unter sich steht meistens Schnaps und Bier am Tisch,

im privaten Freundeskreis, und gesucht wird am Beweis

ob dieses oder jenes klar, laut Dorfgeflüster, wirklich war.

Das Dorfpalaver ist bekannt, wird unter Männern auch genannt,

entsprechend still nach der Devise, es drohe eine Ehekrise,

wenn Ehefrauen alles wüssten, was sie nicht erfahren müssten,

wenn sie nicht voller Neugier wären. Manches lässt sich schwer erklären,

im Dorfgeflüster um den Ort. Diskutiert wird immerfort

was man sich nicht erklären kann. Doch die Debatte endet dann,

entweder in Erklärungsnot oder kurz vorm Abendrot,

wenn sich die Erklärung findet, die in der Vernunft verbindet.

Wie kann wohl der Kanal verstopfen, mit einem dicken festen Pfropfen,

fragt sich mancher Mann vom Bau, denn er wird daraus nicht schlau.

Wenn der Opa unten klopft ist wieder der Kanal verstopft,

der aus dem Kellergully schäumt, nachdem er in dem Sessel träumt.

Tut die Seifenlauge schäumen, dann darf man keine Zeit versäumen,

denn es hat im Haus gestunken, durch den Opa, den Halunken,

der seine Pampers, gut verdeckt, gern in die Toilette steckt,

was er eigentlich nicht soll. Der Kanal ist wieder voll

und es staut sich durch den Pfropfen. Wieder tut der Kanal verstopfen,

so wie immer jedes Jahr. Nach Weihnachten droht die Gefahr

dass es ganz erbärmlich stinkt, worauf der Opa einen trinkt,

Silvesterabend ganz allein, einen Schnaps und etwas Wein.

Anfangs bestand wohl der Verdacht dass das die Haushaltshilfe macht,

die zu viel Wachpulver verwendet, wodurch der Durchfluss wieder endet,

beim Säuberungseffekt im Wahn. Es läuft das Wasser von dem Hahn

wiederum, wie schon einmal, ziemlich schlecht durch den Kanal.

Der Kanal ist wieder voll. Das findet nun der Hausherr toll.

Findet sich wohl der Beweis vom wiederum erneuten Scheiß,

als Pamperspfropfen in dem Rohr? Der Opa hört schlecht auf dem Ohr,

denn er weiß, in seiner Not, leider nichts von dem Verbot,

die Pampers heimlich zu entsorgen. Die stecken dicht gedrängt verborgen,

wahrscheinlich wohl in großer Zahl als ein Pfropfen im Kanal.

H. Feisel

Dorfgeflüster 30.

Dorfgeflüster (30.)

Man erzählt sich auf dem Land immer wieder allerhand

so genannter Neuigkeiten, die man sich möglichst schon beizeiten,

durch den Wissensdurst bedingt, hilfreich gerne näher bringt.

Daher kommt, in dem Motiv, manchmal ziemlich intensiv,

das gewisse Informelle schnell aus allererster Quelle

auf vielen Wegen zugeflossen, zu Gunsten der Gesprächsgenossen

und es sprudelt überall wie ein großer Wasserfall.

Es wird sich vieles, sozusagen, im Bildungshunger zugetragen.

Um das vermehrte neue Wissen hat man sich vermehrt gerissen,

gestikulierend mit den Händen, vor und hinter manchen Wänden.

Es wird wieder mal gewählt, weil doch jede Stimme zählt,

in welcher Weise wohl auch immer. Die Oma die hat keinen Schimmer

wozu ihre Stimme zählt, während sie die Briefwahl wählt.

Die Liste wird ihr überbracht, auf der sie nun ihr Kreuzchen macht,

obwohl sie dabei ganz schlecht sieht, in der Hilfe, die geschieht,

wo sie per Anleitung und Rat, ihr Kreuzchen zu verrichten hat.

Kurzum die Oma hat gewählt, weil doch jede Stimme zählt,

wie auch immer, wo und wann, jede Stimme zählen kann,

in dem großen Kreuzverkehr, so wie immer, kreuz und quer.

Man kann sich, vor und nach dem Wählen, mitunter dabei viel erzählen.

Es fällt dabei das Stichwort „Hartz“. Mancher Wähler der sieht schwarz

und mancher sieht dagegen rot. Das Wahlergebnis bringt die Not,

in dem so genannten Patt. Das steht bald danach im Blatt

zu lesen auf der ersten Seite. Im Dorf wählt auch der Beigefreite,

dem, was immer er auch treibt, zu hause keine Wahl mehr bleibt.

Politisch ist das Thema heute, vorgezogen durch die Leute,

ständig eifrig diskutiert, wer immer diese Wahl verliert.

Verlieren tun in diesem Falle aber jedoch beinah alle,

wie immer sie sich fest besinnen, denn es gibt nichts zu gewinnen.

Nach Gewinnen können fassen die sich gerne wählen lassen.

Irgend einer wird gewählt, für den jede Stimme zählt.

Doch es wird mitunter klar: es sind beliebig austauschbar

alle grauen Bürokraten, die sich kreuz und quer beraten.

Manche sind halt, wie man weiß, auf die kleinen Kreuzchen heiß,

in der großen Politik. Das große Kreuz ist ein Geschick

und ein schicksalhaftes Mehren, in demselben Volksbegehren,

im entsprechenden Desaster. Der Bauer spricht vom Hochentaster,

denn am liebsten sägt er fast an dem wohl erhöhten Ast,

auf dem mancher ganz gewitzt gern ein Stückchen höher sitzt.

Wer tiefer fällt, in diesem Dreh, dem tut danach der Hintern weh.

H. Feisel

Dorfgeflüster 31.

Dorfgeflüster (31.)

Das Dorfgeflüster spricht von Zahlen, vor und noch mehr nach den Wahlen.

Im Dorf da ist man informiert und auf die Partei fixiert,

denn es drohen wieder Wahlen, mit dem vertrackten Anteil Zahlen.

Dem Heinrich ist es einerlei. Er schwärmt von keinerlei Partei

in der Parteienpolitik und er wirft, beim Missgeschick,

alles nur in einen Topf. Es läuft das Rennen, Kopf an Kopf,

wie bei einem Windhundrennen. Spitze Schnauzen, ums zu nennen,

jagen dabei immer sehr, Kopf an Kopf je um so mehr,

dem angestrebten Ziel entgegen, auf das sie sich hinzu bewegen,

weil sie wohl, in dem Geschehen, scheinbar eine Beute sehen.

Das Dorfgeflüster wird mehr laut. Mit dem Palaver gut vertraut

ist der Wahlgang angesagt, den der Hermann laut beklagt,

denn es führt die neue Wahl zu weiter nichts als zu der Qual,

die der Alltag mit sich bringt. Ob es bei der Wahl gelingt

einen Vorteil zu erhaschen für die Plastikeinkaufstaschen,

das ist eher unwahrscheinlich und dem Willi ist es peinlich

dass er bei jeder Wahl verliert, wie immer er sich orientiert

und sein Kreuzchen machen will. Die Diskussion ist dann erst still

wenn alle plötzlich, wie gelähmt, das Patt der Kreuzchen wieder zähmt.

Dann spricht man vom Missgeschick, innerhalb der Politik.

Die Debatte kommt in Gang und dehnt sich wieder einmal lang

bis zum Wahlgang im Gedränge. Der Gottfried tätigt seine Gänge

und macht seine Hausbesuche. Das schlägt für die Partei zu Buche,

weil ja auch die Briefwahl zählt, wenn mancher alte Mensch was wählt

und irgendwie sein Kreuzchen macht. Mancher wählt nicht, im Verdacht,

sein Kreuzchen wäre irgendwie das gewünschte Alibi

das sich die Politik verschafft. Der Kandidat der vieles rafft,

schaut herab vom Wahlplakat, im entsprechenden Format,

wo rote, grüne Farben prahlen, oder fette schwarze Zahlen,

die sich schnell in rote wandeln, im entsprechenden Verhandeln.

Mancher wählt ja auch, zur Not, statt die Schwarzen lieber rot

und mischt das Schwarze sich mit Rot, dann sind zwei Parteien tot.

Es sitzt der Herbert breit im Trecker und formuliert sein Wahlgemecker

drinnen in dem Schlepper sitzend und in der Erregung schwitzend,

angesichts der steten Qual, bei der so genannten Wahl,

in der ihm keine Wahl mehr bleibt. Das Dorfgeflüster das betreibt

die Schelte in dem Augenblick und es klingt nach Galgenstrick.

In der erregten Eigenschaft tönt es auch nach Einzelhaft,

der Leute die mal sitzen sollen, weil sie sich profilieren wollen,

auf Kosten all der kleinen Dummen, die allmählich mehr verstummen.

H. Feisel

Dorfgeflüster 32.

Dorfgeflüster (32.)

Die Kneipe die ist wieder offen und wer will ist schnell besoffen,

auch ohne Zigarettenqualm. Im Bierglas kriegt man keinen Halm,

weshalb man dadurch, dann und wann, das Bierglas schneller leeren kann,

vielleicht zu einem Gläschen Korn. Wer will sitzt an der Theke vorn,

sofern er dort noch sitzen kann. Bei der Eröffnung zeigt sich dann,

dass sich wieder Leute zeigen, die wie immer dazu neigen,

am ersten Tag dabei zu sein. Später bleibt der Wirt allein,

mit drei, vier Gästen in dem Raum. Viel Stammgäste die gibt es kaum

die ständig immer wieder kehren und die sich gegen solche wehren,

die man im Jahr nur einmal sieht, wenn die Eröffnung neu geschieht.

Der Kneipenpächter Nummer Sechs, nach dem fünften, der ist Ex,

richtet sich nun allgemein gastronomisch wieder ein,

beim Eröffnungsangebot, vom Schnitzel mit und ohne Brot,

oder mit den Pommes Fritten. Die sind diesmal unbestritten

für fünf Euro damit billig. Darum ist ein mancher willig

lieber nicht zuhaus zu essen und hat sich wieder voll gefressen,

wie ein mancher Stammgast meint, dem es nicht angebracht erscheint,

dass sich solche Leute zeigen, die sonst nicht zu erscheinen neigen.

Der Barhocker, das ist doch klar, hockt gerne lieber in der Bar,

als der, der nur in Neugier läuft und nur das Bier verbilligt säuft.

Dass der Otto heute prompt frühzeitig zur Kneipe kommt,

das war nicht anders zu erwarten, denn er spielt dort manchmal Karten.

Dass der Heinrich dort erscheint, hat man jedoch auch gemeint,

das ist sicher augenscheinlich sogar der neuen Wirtin peinlich,

angesichts der kleinen Schar, die stets am Stammtisch tätig war

und die den Heinrich dort vermisst, wo er kaum anzutreffen ist,

außer bei der Eröffnungsrunde. Dort führt er sich den Sekt zu Munde,

weil der kostenlose Sekt bekanntlich ja am besten schmeckt.

Läuft die Wirtschaft für ein Jahr, trotzend vielleicht der Gefahr,

der Umsatz könnte allgemein, nach der Eröffnung schmaler sein?

Den Obolus muss man bezahlen, in den Eröffnungsritualen,

die inzwischen sechs mal waren. Doch kann man Bares dabei sparen,

je öfters man die Kneipe schließt und die Eröffnung neu genießt,

hat der Heinrich still gedacht, der sich auf den Heimweg macht,

wie ein Schmarotzer unterdessen, getränkt und etwas voll gefressen.

Es träumt der Horst, nachts in der Sicht, die Kneipe macht bald wieder dicht

und die Stammgäste im Haus bleiben wieder länger aus.

Das war vorerst nur ein Traum. Genaueres das weiß man kaum,

im Dorfgeflüster an der Ecke, mitunter zu dem einen Zwecke,

vieles schon voraus zu wissen, denn mancher ist schon ausgerissen.

H. Feisel

Zukunftsvision.

Zukunftsvision?

In dem obersten Geschoss sitzt irgendwo versteckt der Boss,

vor Monitoren um die Hundert, wo er sich mitunter wundert,

wenn er auf den Bildschirm sieht, dass nicht immer viel geschieht,

am Schreibtisch seiner Angestellten. Darum muss er heftig schelten,

in das Telefon hinein, über manches faule Schwein,

wie er jenen zwar nicht nennt, den er als zu faul erkennt

und dem er nun Beachtung schenkt, doch wie er um so stiller so denkt.

Er ruft nun häufig, im Verlauf, durchs Telefon zur Arbeit auf

und er treibt, was er gut kann, immer wieder, dann und wann,

die Arbeitssklaven im Geschehen, denn er kann sie alle sehen.

Der Müller der verlässt den Raum und Schulze konzentriert sich kaum

auf seine Arbeit in dem Soll. Man nimmt den Chef wohl nicht für voll,

scheint der Boss dabei zu denken und er tut seine Blicke lenken,

leidenschaftlich zur Frau Meier. Bei der wär' er gern ein Freier.

Er blickt zum kurzen Minirock hinunter aus dem zehnten Stock

und lässt bei der Gelegenheit dem jungen Weib noch etwas Zeit,

sich lüstern auf dem Stuhl zu räkeln, als sich ihre Schuh verhäkeln

und sie sich tief nach unten beugt. Der Boss ist davon überzeugt,

denn er hat gut hin gesehn, es sei Körbchengröße Zehn.

Oder kennt er sich im Haus nicht mit der Körbchengröße aus,

zu mindestensnicht allzu sehr? Den Inhalt kennt er um so mehr,

weil die Frau Meier ganz geschickt bewirkt dass er stets täglich blickt.

Der Müller ist nun wieder da, vergeudet Zeit mit viel Blabla,

was den Boss schon lange stört und diesmal hat er was gehört.

Der Müller rennt seit vielen Wochen und hat von Prostata gesprochen,

während sich der Boss still frägt, ob sich dieser Mensch noch trägt,

der ja kaum sein Soll erfüllt. Frau Schmidt die kleidet sich verhüllt,

beinah wie in einem Orden und Sex ist ihr wohl fremd geworden.

Wer weiter Blicke auf sich zieht, in allem was man deutlich sieht,

ohne irgend einen Schleier, das ist noch immer die Frau Meier.

Mit der ist oft der Boss beschäftigt, der insgeheim in sich bekräftigt,

dass die Frau Meier laut Beschluss, ihm erhalten bleiben muss.

Das hat er lange Zeit gemacht, als er alle überwacht.

Doch dann schläft er ganz allgemein immer wieder einmal ein,

vor der Wand voll Monitoren. Er hat sich Besserung geschworen

und stellt einen Neuen ein. Alles kann nur besser sein,

wenn der Mann sich Mühe macht und munter alles überwacht

und der Boss zieht sich ein Stück in den nächsten Stock zurück,

wo ihm die Frau Meier dann häufig Kaffee reichen kann.

Dann verliert sie immerzu häufig ihren Stöckelschuh.

Die Liebste ist sie ihm von allen. Sie ist ihm auf den Schoß gefallen,

als sie einmal straucheln muss und das ist ein Hochgenuss.

H. Feisel

Versicherungsvertrag

Versicherungsvertrag.

Der Kinkenputzer hebt den Finger, als ein froher Überbringer

der guten Botschaft im Büro. „VICTORIA“ spricht er ebenso,

in dem Zeichen seines Sieges, angesichts des steten Krieges

gegen die Bevölkerung. Kampfbereit und auf dem Sprung

ist es ihm erneut gelungen und er hat einen Sieg errungen,

wiederum an diesem Tag, im Versicherungsvertrag.

Er hebt die Hand zum Siegeszeichen und tut einem Sieger gleichen,

dem wieder neu etwas gelingt. Den er in Verträge zwingt,

möglichst für sehr lange Zeit, in seiner großen Dreistigkeit,

der entrichtet daher nun gewisserweise den Tribun.

Er spreizt zwei Finger seiner Hand. Malt man den Teufel an die Wand,

wenn man aus naiver Sicht: „Versicherungsvertreter“ spricht?

Victoria“ als Siegeszeichen tut im Tribun dem Umstand gleichen,

der eigentlich nur klar besagt dass jemand das Papier beklagt.

Das hinterhältig dreiste Schema, ist ganz kleingedruckt das Thema,

das der Mensch, in dem Entschluss, zeitig definieren muss,

in der Frist des Widerspruchs und im Zeichen eines Fluchs,

der ihm auf den Lippen liegt, den irgend wer zu hören kriegt.

Der Widerruf muss schnell geschehen, innerhalb von dem Versehen,

sonst hat der arme Mensch entdeckt dass er in der Klausel steckt,

die zu seinem Nachteil ist. Er spricht von Scheiße und von Mist,

wie ein ziemlich dummer Bauer, denn danach wird er endlich schlauer.

DAS“ lässt sich sicher sozusagen in diesem Sinne hinterfragen,

weil das D für Dumme steht, weil's A nicht ohne Abtritt geht

und weil das S noch definiert, was jedes Rindvieh selbst verliert.

DAS ist „Dumme Abtritts Scheiße“, insgesamt in einer Weise,

die einem dummen Bauersmann eigentlich nur stinken kann.

Der Bauer muss sich wohl beherrschen, nach den näheren Recherchen.

Flächendeckend ist, oh weh, in diesem Sinn die Ar - Ag.

Dieses „ARAG“ kann bedeuten, in oft ganz bestimmten Leuten,

Aller-Rechts-Anspruch-Genügt“, über den der Mensch verfügt.

Doch der Anspruch auf das Recht definiert sich oft nur schlecht,

im Versicherungsvertrag, am schlecht aufgeklärten Tag.

Der Besuch ist, für gewöhnlich, augenscheinlich sehr persönlich

und im Vertrauen aufgebaut. Wer danach in die Klausel schaut,

der ist manchmal schlecht beraten, in den ehrenwerten Taten,

vom Versicherungsvertreter. Das Geschimpfe und Gezeter

ergibt sich oft danach zu spät, nachdem die Frist zum Abtritt rät,

zum Widerruf in diesem Recht. Danach geht es dem Kunden schlecht,

der in seinem Akten wühlt und sich wohl betrogen fühlt.

Damit genügen dann die Akten. Es bleiben schließlich alle Fakten

dem Ver-Sichterten erhalten. Gesichert sieht er das gespalten.

H. Feisel

Versichert.

Versichert.

Die Klinke ist schon abgenutzt, durch den der gerne Klinken putzt.

Der so genannte Klinkenputzer der ist bestimmt der beste Nutzer

vom Versicherungsvertrag. Darum stürmt er, Tag für Tag,

hemmungslos so manche Tür. Was kann er denn schon dafür,

dass die Leute ihm vertrauen und ihm nicht auf die Finger schauen,

wenn er eifrig kritzeln tut. Nicht jeder ist stets auf der Hut.

Ob man dem ehrenwerten Mann tatsächlich blind vertrauen kann,

das muss sich danach, sozusagen, im Nachhinein ein mancher fragen,

zumal wenn er den Menschen kennt und den seriösen Menschen nennt.

Er sah in dem Vertrauensmann den Menschen dem man trauen kann,

doch dann ist das Vertrauen fort und der Mensch benutzt ein Wort,

das man besser keinem sagt. Der naive Mensch beklagt

dass man niemals, irgendwann, dem Vertreter trauen kann,

der vordergründig viel versichert und hinterhältig listig kichert.

Die Versicherung am Ort, erwähnt dabei mit keinem Wort,

was man im Nachhinein erfährt. Der Agent der sich bewährt,

kommt scheinbar in so manchem Haus ohne viele Worte aus.

Die Aufklärung scheint allgemein mit viel List versteckt zu sein

und der Vorwand ist geschickt, wenn wiederum die Klinke klickt,

durch den Versicherungsvertreter. Es schleicht sich still der Leisetreter

tief in das Vertrauen ein und das kann ein Verhängnis sein.

Irgendwann ist es so weit und dann folgt ein harter Streit,

der ziemlich böse enden kann, auch für einen Ehrenmann,

der nicht weiß was Ehre heißt und manche Menschen gern bescheißt.

Irgendwie ist im gewissen dem sein Schicksal auch beschissen,

was er erst zu spät entdeckt, wenn die Krise in ihm steckt,

der er nicht entrinnen kann. Es endet schnell was einst begann,

in der übertünchten Ehre und in dem Ende der Karriere.

Der Versicherungsvertrag endet dann mit einem Schlag,

wenn sich die Justiz am Schluss damit auch befassen muss.

In der Karriere sehr erstarkt kommt es dann zum Herzinfarkt,

wenn sich der Mensch wohl ganz bestimmt im Gewissen übernimmt

und nicht ganz real erkennt, dass er ins Verderben rennt.

Die Versicherung fürs Leben tut es bisher noch nicht geben,

was auch unbezahlbar scheint. Der Klinkenputzer hat gemeint,

dass er im laufenden Entschluss gierig profitieren muss,

ohne Rücksicht auf Vernunft. Stellvertretend für die Zunft

wird er ja wohl allgemein hoffentlich nicht typisch sein.

Gibt es noch einen Ehrlichmann, der die Wahrheit sagen kann,

oder kommt die hierzulanden zunehmend noch ganz abhanden?

Der Mensch tut sich die Augen reiben und will nie mehr unterschreiben,

wenn der Klinkenputzer prompt dreist um die nächste Ecke kommt.

H. Feisel