Weih Nachts Fest.
Weih Nachts Fest.
Vom so genannten Weihnachtsfest bleibt hierzulande kaum ein Rest
der herrlich weißen Perspektive. Zwar sind herrliche Motive
käuflich immer zu erwerben, doch wie sagt man den jungen Erben,
dass Weihnachten einst schneereich war? Den armen Kindern ist kaum klar,
dass man Schlitten fahren kann. Kommt der Schnee noch irgendwann,
aus der hoffnungsvollen Sicht, oder eher wieder nicht,
wie so oft, in jedem Jahr? Die Masse Schnee, das ist wohl wahr,
kann man sicher kaum erwarten und alle die zum Skifahr'n starten,
müssen wohl ein Stück weit fahren. Die Hoffnung kann man sich bewahren,
dass der Schnee vielleicht noch fällt und bis Heiligabend hält.
Ob diese Hoffnung sich erfüllt, bleibt noch vor der Sicht verhüllt,
während still das Lichtlein brennt, im dritten Teil von dem Advent.
Kommt es an Weihnachten zu dick, von oben, in dem Missgeschick,
dann kommt über Nacht, oh weih, Glatteis und viel Schnee herbei,
den man nicht mehr übersieht. Wenn der Antrieb nicht mehr zieht,
am Auto, bei der weißen Pracht, dann ist der Unmut schnell erwacht,
über all den weißen Kram, der unerwartet heftig kam,
rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Der Autofahrer ist gestresst,
womöglich noch mit Sommerreifen, die im Schnee nur wenig greifen
und die Räder drehen durch, in der etwas tiefen Furch.
Der Schlitten steht, für seine Zwecke, noch gut verpackt in einer Ecke,
als Geschenk bis Heiligabend. Die Eltern, noch viel Hoffnung habend,
vertrauen, im gekonnten Dreh, auf den weihnachtlichen Schnee,
der sich dort inzwischen häuft, damit der neue Schlitten läuft.
Dann wird der Schlitten ausgepackt, nagelneu und ganz intakt,
entsprechend mit der Garantie. Doch garantiert ist dabei nie,
dass der Schlitten sich bewährt und im Schnee vom Hügel fährt.
Am heilig abendlichen Fest ist das liebe Kind gestresst,
das nun Schlitten fahren will. Danach schläft es doch ganz still
in der Nacht allmählich ein. Der nächste Tag ist ganz gemein,
als man nicht den Augen traut, denn der Schnee ist fast getaut
und es bleibt zum Weihnachtsfest ein kümmerlicher kleiner Rest,
der nicht allzu hilfreich scheint, wie der Vater leider meint,
für die geplante Schlittenfahrt. Die Hoffnung hat man nun gewahrt,
dass der Schnee noch, irgendwann, einmal wiederkommen kann.
Leider kommt jedoch, oh weih, der Winter nicht so schnell herbei.
Es bleibt der Schnee, oft heiß begehrt, ganz kaltschnäuzig nur verwehrt,
wenn das Klima dazu neigt, dass es die kalte Schulter zeigt.
Wahrscheinlich zu dem Osterfest, fällt der Schnee ins Osternest.
H. Feisel
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