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Kult-Ur-kritische Texte.

« November 2007 | Start | Januar 2008 »

Weih Nachts Fest.

Weih Nachts Fest.

Vom so genannten Weihnachtsfest bleibt hierzulande kaum ein Rest

der herrlich weißen Perspektive. Zwar sind herrliche Motive

käuflich immer zu erwerben, doch wie sagt man den jungen Erben,

dass Weihnachten einst schneereich war? Den armen Kindern ist kaum klar,

dass man Schlitten fahren kann. Kommt der Schnee noch irgendwann,

aus der hoffnungsvollen Sicht, oder eher wieder nicht,

wie so oft, in jedem Jahr? Die Masse Schnee, das ist wohl wahr,

kann man sicher kaum erwarten und alle die zum Skifahr'n starten,

müssen wohl ein Stück weit fahren. Die Hoffnung kann man sich bewahren,

dass der Schnee vielleicht noch fällt und bis Heiligabend hält.

Ob diese Hoffnung sich erfüllt, bleibt noch vor der Sicht verhüllt,

während still das Lichtlein brennt, im dritten Teil von dem Advent.

Kommt es an Weihnachten zu dick, von oben, in dem Missgeschick,

dann kommt über Nacht, oh weih, Glatteis und viel Schnee herbei,

den man nicht mehr übersieht. Wenn der Antrieb nicht mehr zieht,

am Auto, bei der weißen Pracht, dann ist der Unmut schnell erwacht,

über all den weißen Kram, der unerwartet heftig kam,

rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Der Autofahrer ist gestresst,

womöglich noch mit Sommerreifen, die im Schnee nur wenig greifen

und die Räder drehen durch, in der etwas tiefen Furch.

Der Schlitten steht, für seine Zwecke, noch gut verpackt in einer Ecke,

als Geschenk bis Heiligabend. Die Eltern, noch viel Hoffnung habend,

vertrauen, im gekonnten Dreh, auf den weihnachtlichen Schnee,

der sich dort inzwischen häuft, damit der neue Schlitten läuft.

Dann wird der Schlitten ausgepackt, nagelneu und ganz intakt,

entsprechend mit der Garantie. Doch garantiert ist dabei nie,

dass der Schlitten sich bewährt und im Schnee vom Hügel fährt.

Am heilig abendlichen Fest ist das liebe Kind gestresst,

das nun Schlitten fahren will. Danach schläft es doch ganz still

in der Nacht allmählich ein. Der nächste Tag ist ganz gemein,

als man nicht den Augen traut, denn der Schnee ist fast getaut

und es bleibt zum Weihnachtsfest ein kümmerlicher kleiner Rest,

der nicht allzu hilfreich scheint, wie der Vater leider meint,

für die geplante Schlittenfahrt. Die Hoffnung hat man nun gewahrt,

dass der Schnee noch, irgendwann, einmal wiederkommen kann.

Leider kommt jedoch, oh weih, der Winter nicht so schnell herbei.

Es bleibt der Schnee, oft heiß begehrt, ganz kaltschnäuzig nur verwehrt,

wenn das Klima dazu neigt, dass es die kalte Schulter zeigt.

Wahrscheinlich zu dem Osterfest, fällt der Schnee ins Osternest.

H. Feisel

Weihnachtsmarkt im Regen.

Weihnachtsmarkt im Regen.

Fällt der Weihnachtsmarkt ins Wasser, dann wird vieles ständig nasser

und Menschen tun sich in dem Regen mit dem Regencape bewegen,

oder mit dem Regenschirm. Zum Obstler greift ein mancher firm,

in dem nassen Regen – Wetter, dann ist gleich die Stimmung netter,

denn das Schnäpschen wärmt von innen. Das Wasser tut von Dächern rinnen

und läuft dem Müller ins Genick, in einem kurzen Augenblick,

als er an dem Glühweinstand, mit dem Glas in seiner Hand,

aus Zufall, just in dem Moment, die Schwiegermutter dort erkennt,

die am Kerzenstand verharrt und ständig hier und dort hin starrt.

Der Schwiegervater steht dabei und macht ein paar Scheine frei.

Sie sucht und das kann lange dauern. Dem Müller tut es richtig schauern,

dem's kalt über den Rücken läuft, als er den heißen Glühwein säuft,

nicht viel an Kerzen int'ressiert, wie die Frau es formuliert,

nachdem sie ihn wohl, in der Tat, von weitem auch gesichtet hat.

Der Müller der beliebt zu scherzen. Es sucht die Ilse in den Kerzen

und nach einem Weihnachtsschmuck. Auch der Meier trinkt ein Schluck,

der mit seinem blonden Gift am Glühweinstand den Müller trifft.

Der Müller hat am Glühweinstand wie immer einen Witz zur Hand

und spricht von dem Blondinenwitz. Die reagiert so wie ein Blitz

in der Abwehrhaltung giftig und der Grund dafür ist triftig.

Besorgt um ihre Dauerwellen tut sich die Ilse unterstellen,

die Müllers Schwiegermutter ist und die oft den Schirm vergisst,

wie auch diesmal an der Stelle. Dann sucht sie an der Donauwelle,

die sie gut vertragen kann. Unwillig folgt ihr der Mann,

der keine Donauwellen mag. Die gibt es nicht an diesem Tag,

doch gibt es immerhin Kaffee und auch manche Art von Tee

von dem die Ilse gerne schlürft. Er tränke gern, wenn er nur dürft,

lieber gern ein Fläschchen Bier, anstatt nur bloß den Kaffee hier.

Alles tut sich durch den Regen irgendwie hindurch bewegen

und es kommt viel von oben runter. Ein Esel hält die Kinder munter.

Und auch der Esel scheut das Wasser, denn er würde immer nasser,

entledigt aller seiner Lüste, wenn er im Regen stehen müsste,

bei nassem Heu und an der Krippe. Der Müller zieht an seiner Kippe,

denn hier ist kein Rauchverbot. Das Pinkeln kann er noch zur Not

für ein halbes Stündchen lassen. Fest tut er den Schirm umfassen,

den er in den Händen hält, weil es der Gattin so gefällt,

dass sie der Ehemann verwöhnt. Die Haare waren frisch geföhnt,

doch haben sicher unbestritten, inzwischen etwas arg gelitten,

weil auch der Wind recht heftig weht. Als Müller um die Ecke geht,

steht da schon ein Polizist, bevor er noch am pinkeln ist.

H. Feisel

Es weihnachtet.

Es weihnachtet.

Es weihnachtet alljährlich sehr, im Dezember um so mehr,

je mehr der Schnee vom Himmel fällt, der sich jedoch nicht lange hält.

Der schmilzt bald wieder schnell dahin und irgendwie macht es kein Sinn,

auf weiße Weihnachten zu hoffen. Der Vater ist davon betroffen,

der dem Kind, verschwiegen still, einen Schlitten schenken will,

zu Weihnachten, an Heiligabend. An der Autoscheibe schabend,

in der kurzen Frostperiode verrechnet er sich in der Quote

Schnee die auch nicht lange bleibt. Die Wetterkarte die beschreibt

wo es vielleicht noch, irgendwann, etwas Neuschnee geben kann,

freilich ohne Garantie. Das Wetter das ist irgendwie

ziemlich unberechenbar. Das wird auch dem Hausherrn klar,

der den Schlitten gut versteckt. Den hat er in dem Markt entdeckt,

zum herabgesetzten Preis, weil scheinbar schon der Handel weiß,

dass der Schnee nicht irgendwann bei diesem Wetter kommen kann.

Alles wartet auf den Schnee und der Schlitten steht, oh weh,

fahrbereit, zu diesem Zwecke, noch versteckt in einer Ecke.

Die Kinder wollen was erleben. Schnee tut es trotzdem keinen geben,

denn das Klima ist zu warm, in dem frühlingshaften Charme.

Die Osterglocken schlagen aus, geschützt im Eckchen vor dem Haus,

während auch die Kirchenglocken stimulieren und froh locken,

an Heiligabend, zu dem Fest. Die Vögel denken schon ans Nest,

denn das Wetter ist konfus. Entboten wird der Weihnachtsgruß,

verbunden mit dem Frohen Fest. Es liegt die Oma noch im Nest

und ist dabei, sozusagen, gesundheitlich noch angeschlagen,

durch die Grippe in dem Hals. Schwätzen kann sie jedenfalls

noch rechtzeitig an Heiligabend. Mit dem Zeigefinger trabend,

mahnt sie schon wieder ihren Enkel, denn offen ist am Schuh der Senkel

und die Hose schlabbert sehr, je länger, weiter, um so mehr.

Die Oma meint dabei indessen der schmale Enkel soll mehr essen,

denn er ähnelt dem Gerippe. Dann holt sie zum Baum die Krippe.

Draußen rieselt gar kein Schnee. Dagegen wächst schon fast der Klee

und das grüne Gras am Rasen animiert den Osterhasen,

der in der Hasenkiste steckt und die Häsin emsig deckt.

Gibt es bei der Weihnachtsfeier inzwischen fast schon Ostereier,

fragt der Opa sich im Garten. Man kann keinen Schnee erwarten,

rechtzeitig zum Weihnachtsfest und es liegt nur ein kleiner Rest,

der in der Sonne schmelzen muss. Zweifelhaft scheint der Beschluss

einen Schlitten zu erwerben, denn alle Hoffnung scheint zu sterben,

dass das Kind noch irgendwann, auf dem Schlitten fahren kann.

Dass der aus dem Grund billig war, wird nun auch der Mutter klar,

die technisch nicht sehr hochbegabt sich am Weihnachtsstollen labt,

den die Oma hilfreich backte, als sie das Weihnachtssfieber packte.

H. Feisel

Geburtstagskuchen.

Geburtstagskuchen.

Die Oma backt Geburtstagskuchen, denn man will sie wohl besuchen,

am Geburtstag den sie still dadurch vorbereiten will,

indem sie einen Kuchen backt. Die Nüsse sind schon kleingehackt,

beziehungsweise fein gemahlen und man muss sie nur bezahlen,

im Päckchen aus dem Supermarkt, wo so manches Auto parkt.

Auch Kaffee braucht sie zu dem Fest, denn daheim der kleine Rest

vom Kaffeepulver in dem Haus reicht vielleicht dabei nicht aus,

wenn alle zwei, drei Tassen trinken. Die Oma tut beim Gehen hinken

und läuft kaum noch ohne Stock, in ihrem länglich grauen Rock,

den sie gerne ausgeprägt immer wieder gerne trägt.

Die Oma tut im Hause bleiben. Den Einkaufszettel muss sie schreiben,

aus ihrer eingeschränkten Sicht, doch manches Wort erkennt man nicht.

Sie will einen Kuchen backen, trotz der körperlichen Macken,

die, die Oma mit sich trägt, weshalb sie auch noch Sahne schlägt,

wenn es vor den Augen flimmert. Im Licht das durch die Brille schimmert

kann sie wohl, in dunklen Ecken, nicht alles ganz genau entdecken.

Sie gibt sich zeitig, in der Frühe, in der Küche alle Mühe

um den Backprozess beizeiten in dem Ofen einzuleiten.

Es gibt doch nichts, bei den Besuchen, für den selbst geback'nen Kuchen,

für den die Oma, dann und wann, sich dabei loben lassen kann.

Zudem backt die so genannte etwas jüngere Bekannte

einen Kuchen zu dem Fest. Wenn das nicht reicht dann kommt der Rest,

aufgetaut und möglichst frisch, als Tiefkühltorte auf den Tisch.

Die produziert die Oma schneller ohne Mühe auf den Teller.

Ein paar Gäste sind geladen, denn es kann bestimmt nichts schaden,

wenn man sich, für eine Stunde, innerhalb der Kaffeerunde,

doch weiß man nicht genau wie lang, so Einiges erzählen kann.

Das Gretchen tut Geburtstag haben. Man kann sich nun am Kuchen laben.

Den kann man nun genüsslich loben. Wird der Teller weg geschoben,

dann ist der Gast vielleicht schon satt. Auf dem Land spricht man oft platt,

doch in der Stadt wohl eher nicht, wenn man hochkarätig spricht,

über die Familienbande, mancherorts und hierzulande;

über manche Junggesellen, die sich gern gehörlos stellen

und manche Witwe nicht erhören und auf ihre Freiheit schwören.

Es erwähnt die Anneliese unter anderem auch diese

und mitunter, trotz Gebrechen, tut dazu die Lisbeth sprechen.

Bei den derartigen Besuchen, lockt nicht nur der Geburtstagskuchen,

sondern, am vertrauten Plätzchen, natürlich auch das kleine Schwätzchen.

Das, so will es nun die Kunde, dehnt sich länger als die Stunde,

denn es muss, ganz allgemein, manches heiß umstritten sein.

H. Feisel

Rauchverbot.

Rauchverbot.

Der Nichtraucher hat sich beschwert, was die Sympathie erschwert,

ihm gegenüber, in der Tat, seitens vom gewissen Rat,

in dem die Raucher sich beraten. Der Nichtraucher erwähnt die Daten,

die in der Statistik stehen und will den Qualm noch überstehen,

vielleicht noch bis zum Rauchverbot, sonst ist er viel zu früh schon tot,

bevor das Rauchverbot noch kommt. Dann kommt das Rauchverbot auch prompt,

nach unzähligen Diskussionen, die kein Wirtshaus mehr verschonen.

Dabei wird viel diskutiert und ob der Wirt viel Geld verliert,

das ist im rauchig blauen Schema mitunter ziemlich oft das Thema,

weil wer viel trinkt und Biere braucht, meistens auch recht heftig raucht.

Der Nichtraucher, der auch was trinkt, spricht dass es nicht nach Tabak stinkt

und ist für das Rauchverbot, das der Raucher, der Idiot,

nach Möglichkeit nicht haben will. Der starke Raucher denkt ganz still,

dass er die Zigarette braucht und der Idiot der gar nicht raucht,

der muss auch gar nicht allgemein Stammgast an der Theke sein.

Die Kontroverse ist dann lange in der Diskussion zugange.

Der Kettenraucher raucht in Kette. Der Qualm kommt aus der Zigarette,

endlos und ganz ohne Pause. Wer nicht raucht will gern nach Hause.

Der Raucher steht nicht in der Gunst, bei zu viel Zigarettendunst.

Der Nichtraucher war wie benommen. Dann ist das Rauchverbot gekommen.

Die Diskussion führt zu der Wende und mit dem Dunst geht es zu Ende.

Das Rauchverbot ist nun beschlossen und die vielen Trinkgenossen,

die weiterhin am Rauchen bleiben, müssen wohl auf viel Betreiben,

jener die den Rauch nicht wollen, wenn auch murrend und mit Grollen,

in versteckte Räume fliehen, oder dürfen nicht mehr ziehen,

an der guten Zigarette. Es stank sehr oft noch in dem Bette,

in dem ein starker Raucher schlief, nach dem Zigarettenmief.

Obwohl der Mensch die Kippe braucht, wird an der Theke nicht geraucht

und all der Rauch verzieht sich sehr. Sogar die Wirtin raucht nicht mehr.

Es raucht nur noch in der Küche und allerlei und viel Gerüche

die noch in dem Wirtshaus hängen, tun den Tabakmief verdrängen.

Wer nicht raucht hält nun den Mund, denn die Luft ist nun gesund.

Der blaue Dunst hat sich verzogen. Früher kam viel angeflogen,

an jeder Ecke, in der Kneipe, von manchem Kerl und manchem Weibe.

Die ganze Luft war viel vergiftet, was mitunter Unheil stiftet,

im so genannten Raucherhusten, wenn die Raucher eifrig pusten.

Nun sitzen Raucher in der Klemme, in der miefenden Kaschemme,

wie in einer Räucherkammer. Mancher nennt das einen Hammer.

Der Hustenreiz tut sich verlieren, nicht jeder muss mehr inhalieren

und der Ausweg aus der Krise ergibt sich wohl nach der Devise,

dass wer viel Zigaretten braucht die besser selbst alleine raucht.

H. Feisel

Spagat?

Spagat ?

Ein dicker Mensch macht in der Tat ganz bestimmt wohl kein Spagat,

wenn er sich wohl krümmt und beugt und sich davon überzeugt,

dass die Beine im Geschehen nicht weit auseinander gehen.

Der Versuch muss kläglich enden, die Beine kann er nicht verwenden,

weil die Schenkel, rund gediegen, sich nicht dem entsprechend biegen.

Der Dicke gibt in dem Verlauf den Spagat am besten auf,

den der steife Mensch nicht schafft, in Anbetracht der Eigenschaft

die dicken Schenkel im Gestalten nach Möglichkeit mehr still zu halten.

Mancher Mensch der ist schon reifer und damit in den Knochen steifer,

weshalb ihm der Spagat misslingt weil der Versuch nur wenig bringt.

Der Spagat ist angesagt wenn ein flinker Mensch es wagt

die Beine links und rechts zu spreizen und die Gelenke auszureizen.

Mancher Mensch kann seine Sehnen so wie Gummibänder dehnen

und der steife Mensch tut sprechen er würde sich die Glieder brechen,

bei dem Versuch von dem Spagat. Der Dicke weiß sich gar kein Rat,

wenn er an diesen Kraftakt denkt und er hat sich schon verrenkt

bei dem Versuch sich hinzusetzen. Die Knochen kann er sich verletzen,

schon im Ansatz, beim Versuch; und ihm entweicht ein jäher Fluch,

wenn ihn sein Gewicht nicht trägt und wenn er auf den Boden schlägt,

im schwergewichtigen Format, beim gescheiterten Spagat.

Er kann kein Resultat erzwingen. Der Spagat will nicht gelingen

und mancher gibt es im Verlauf ein für alle mal schnell auf

sich die Hüfte zu verrenken und tut nun gemächlich denken,

dass manches niemals, irgendwann, von ihm gehandhabt werden kann.

Der Versuch der kann nicht lohnen. Er muss sich seine Knochen schonen,

wie er fortan im Entschluss sich hierbei eingestehen muss.

Jedem tut es nicht gelingen den Spagat zurecht zu bringen.

Die meisten schaffen dieses nicht, weil sonst die Hüfte dran zerbricht.

Nur wenige sind alle Zeit Meister der Gelenkigkeit

und eingeübt ist der Spagat im geschmeidigen Format.

Den meisten ist das nie gelungen. Das Hüftgelenk wär' raus gesprungen

wenn ein Mensch der stöhnend flucht dieses mit Gewalt versucht.

Im Spagat der Politik bricht sich mancher das Genick,

wenn er sich nicht als Gummimann geschmeidig fort bewegen kann.

Die Politik, in Rat und Tat, erfordert häufig den Spagat,

wenn einer noch bestehen will, der insgeheim und etwas still,

die Beine nach zwei Seiten streckt und vielleicht dabei entdeckt

dass er sich in dem Beschluss nach zwei Seiten strecken muss,

solange er darauf besteht, im Spagat, bis nichts mehr geht.

Irgendwann geht gar nichts mehr, denn dann fällt der Spagat zu schwer.

H. Feisel

Dorfgeflüster 27.

Dorfgeflüster (27.)

Die Kneipe ist schon wieder dicht, wie man in dem Dörfchen spricht

und es gibt aus dem Grund hier schon wieder in dem Dorf kein Bier.

Schon wieder steht die Theke leer und dem Otto fällt es schwer

dass er nicht mehr, dann und wann, einen Schoppen trinken kann.

Eintönig wird nun das Leben und der Kurt kann keinen heben

und der Heinrich bleibt zu Hause, denn die Kneipe macht nun Pause.

Die Wirtin ist schon ausgezogen, oder auch hinausgeflogen

und gewisserweise flüchtig, denn sie war nicht allzu tüchtig

mit dem Zapfhahn in der Hand. Der Stammgast, der sich immer fand,

reichte für den Umsatz nicht, wie die arme Wirtin spricht.

Die wurde ganz bestimmt nicht reich. Im kalten Winter wär sie bleich,

bei viel enormer Energie und viel zu teuer irgendwie,

im Verhältnis zum Gewinn. Die Kneipe macht halt wenig Sinn.

Wer will kann rote Zahlen schreiben, solang noch manche hocken bleiben,

auf dem Hocker an der Bar, die schon oft geschlossen war.

Der Barbetrieb fällt wieder aus, denn die Wirtin muss nun raus.

Schon wieder steht das Gasthaus leer und darum muss ein Neuer her,

der die Kneipe machen will. Doch vielleicht bleibt alles still

und ohne Weihnachtsschmuck am Haus und die Lichter bleiben aus,

was dem Rainer nicht gefällt, der davon ganz bestimmt nichts hält,

dass er sein Bier, mit viel Genuss, nur noch auswärts trinken muss

und im Dorf nicht trinken kann. Vielleicht ergibt sich, irgendwann,

in dem ungastlichen Nest, bis übernächstes Weihnachtsfest,

ein neuer Schankraum für die Gäste, mit Weihnachtsschmuck und Tannenäste,

vielleicht auch leider eher nicht, aus der objektiven Sicht.

Wird der nächste Wirt gescheiter? Die Wirtin war nicht allzu heiter,

mit verdrießlichem Gesicht und allzu fröhlich war sie nicht,

bei nur ein paar Trinkgenossen. Bleibt das Wirtshaus nun geschlossen,

weil keiner mehr die Pacht bezahlt, während nur das Schild noch prahlt,

mit dem Restaurantbetrieb, der zu viel rote Zahlen schrieb?

Es steckt das Wirtshaus in der Krise, nach der wechselnden Devise,

in dem ungastlichen Haus, einmal rein und einmal raus.

Ist der nächste Wirt im Haus nicht nur auf halbe Sachen aus,

dann wird vielleicht der Laden voll. Mancher fände es wohl toll,

mit junger Barfrau, oben ohne, mit Einkommen und gutem Lohne

für vielleicht ein schönes Stündchen, wenn das rot geschminkte Mündchen

zu vielfach einem Abdruck neigt und sich auf mancher Backe zeigt.

Die Oma meint, mit einen mal, das Wirtshaus wird ein Tanzlokal,

in dem sich dann viel Swinger finden, die sich amerikanisch winden,

sehr aktiv im großen Trupp, im so genannten Swingerclub.

Das Dorfgeflüster wird sich mehren, wenn manche diesen Reim begehren

und in dem Sinn spekulieren, um rein und raus zu definieren.

H. Feisel

Dorfgeflüster 28.

Dorfgeflüster (28.)

Im Dorfgeflüster ist oft lange mancher Mensch erneut zugange,

weil vieles Wissenswerte lockt, ob man in der Stube hockt,

oder auf der Gasse steht. Weil das auch telefonisch geht

und dabei nicht viel Mühe macht, ist die Flatrate angebracht.

Es weiß im Dorf ein jedermann wie man sich unterhalten kann,

im Dorf und auch in Wald und Feld. Am Telefon da spart man Geld,

wenn man in der Flatrate wählt. Weil nicht jeder Euro zählt,

kann man sehr viel Zeit gestalten. Man kann sich wieder unterhalten,

über ganz gewisse Sachen, die einem Kopfzerbrechen machen.

Man muss sich den Kopf zerbrechen und dazu ein Wörtchen sprechen,

über all die guten Leute, die als Nachbarn, hier und heute,

dies und das, in dem Verhalten, irgendwie intim gestalten,

nach Möglichkeit recht gut versteckt, bis man manches doch entdeckt.

Es schleicht ein Hund, zu diesem Zwecke, bei dem Nachbarn um die Ecke.

Es muss der Hund, in dem Geschehen, nachts noch einmal Gassi gehen,

in der Dunkelheit getarnt. Der Bauer aber ist gewarnt,

durch Hundepinkel in der Weise und vorher schon mal durch die Scheiße,

in die er fast getreten ist. Sein gutes Heu wird teils zu Mist,

weil die Tiere das indessen nicht besonders gerne fressen,

weil sie den Hundepinkel riechen. Der Hund tut sich ins Haus verkriechen,

nachdem er seine Blase leert, bis sich der Bauer laut beschwert,

der den Hund zu fassen kriegt, wo sein Heu gestapelt liegt.

Die Ziegen meckern, in dem Fall, über diesen Hund im Stall,

der ihnen in die Mahlzeit pisst. Das Lama das am kauen ist,

dem will auch, in manchen Stunden, dieses Heu nicht immer munden

und der Esel steht dabei und laut klingt sein Verzweiflungsschrei,

so als ob er sagen will: „Der Freund von nebenan schleicht still,

nächtlich auf dem Hof herum, mit dem Herrchen, eben drum.

Der tut schweren Schrittes schwanken. Der Bauer tut sich laut bedanken,

bei dem Hund und bei dem Herrn, denn beide schleichen ziemlich gern,

immer wieder heimlich, neu, um die guten Ballen Heu.

Ertappt spricht der sein Argument, das er diesbezüglich nennt,

um sein Alibi bestrebt, noch als der Hund das Bein erhebt,

wiederum am Ballen Heu, denn er bleibt der Gewohnheit treu.

Verächtlich spricht er irgendwie über all das blöde Vieh,

das sowieso ganz nutzlos ist und dazu Hundepinkel frisst.

Mit keinem Wort spricht er vom Köter, denn der wird alt und immer blöder

und sein Herr macht, mit System, es sich mit dem Hund bequem,

weil er wohl, in diesem Fall, nur noch mühsam laufen kann.

Man hat schon viel im Dorf gemunkelt, dass das Duo nachts verdunkelt,

gerne um die Ecke schleicht, bis der Blasendruck entweicht,

irgendwann in diesem Maße, aus der scheinbar vollen Blase.

H. Feisel

Dorfgeflüster 19.

Dorfgeflüster (19.)

Viel tut in der Welt geschehen. Darum tut sich alles drehen,

im Dorfgeflüster dem bekannten, dem entsprechend so genannten.

Stracks läuft mancher, zu dem Zwecke, hin und wieder um die Ecke,

um die Bildung auszutauschen und auf manches Wort zu lauschen.

Stracks Anna ist in diesem Schema ab und zu dann auch das Thema,

wenn die nicht, aus ihrer Sicht, selber stracke Worte spricht,

geradeaus und ungehemmt und irgendwie dann doch verklemmt.

Stracks Anna hat mitunter Dorscht und greift gern zu der Stracken Worscht,

wie die Wurst im Plattdeutsch heißt, in die Stracks Anna sich verbeißt.

Der Anna fehlt ein ganzer Mann der ihr Paroli bieten kann.

Stracks geht die Anna vor sich her und manchmal hat's die Anna schwer,

wenn sie in der Bauerntracht einen stracken Eindruck macht,

geradeaus mit flottem Maul und nicht beim Dorfgeflüster faul,

wenn sie sich das Maul verbrennt, im Palaver das sie nennt.

Stracks Anna geht noch kerzengrade und eigentlich ist es ja schade,

dass sie etwas männlich scheint, hat man in dem Dorf gemeint.

Bekäm'die Anna noch ein Mann, soweit man das vermuten kann,

dann wär die Anna hierzulanden womöglich damit einverstanden.

Man meint im Dorf auch irgendwann die Anna wär ein halber Mann,

weshalb sich kein Mensch um sie reißt, wie es im Dorfgeflüster heißt.

Stracks Anna ist auf allen Wegen in der Hessentracht zugegen

und keiner hat sich das getraut und unter ihren Rock geschaut.

Es hat die Anna mit dem Rock vielleicht auch selber keinen Bock,

wie man heut im Volksmund sagt, wo man manchmal laut beklagt,

dass einem schnell die Lust vergeht, bei Dingen auf die keiner steht.

Stracks Anna tut darauf bestehen, im Dorf und beim Vorübergehen,

dass sie als Weib die Rolle spielt, zu der ein Mann nur selten schielt.

Stracks läuft die Anna mit dem Ziel, entsprechend im Gedankenspiel,

öffentlich im allgemeinen, als Trachtenweib dort zu erscheinen,

wo man sie sehr häufig sieht, wenn sie die Blicke auf sich zieht.

Die Anna die nach Neuem forscht greift gern nach der stracken Worscht.

Die Männer nennt sie manchmal Würstchen, hantieren tut sie mit dem Bürstchen,

um die Kleidung abzustauben, scheinbar in dem festen Glauben,

sie wär im ländlichen Geschehen als ein Weib sehr angesehen,

mit dem Rock um ihre Lende. Zieht sie sich aus, ist sie am Ende,

womöglich doch wohl mehr ein Mann, was man nicht beweisen kann,

weil man sich nicht zu gucken traut. Es hat wohl keiner hingeschaut.

Das alles weiß man zu berichten, in unzähligen Dorfgeschichten,

wenn man dort darauf besteht, wo es um Sexgelüste geht,

Männlein und Weiblein stracks zu nennen und irgendwie noch aufzutrennen.

H. Feisel

Dorfgeflüster 16.

Dorfgeflüster (16.)

Das Dorfgeflüster kann nie enden, denn es lässt sich gut verwenden,

um manche Dinge aufzuzeigen. Dazu kann man nicht nur schweigen.

Es lässt sich vieles, sozusagen, wissbegierig hinterfragen,

in den politischen Querelen, wo manche lauthals nur krakeelen.

Der Krakeeler nutzt die Zeit und manche sind sehr hilfsbereit,

wenn er sich immer breiter macht. Doch dann kriegt er seine Tracht

und die Prügel stehn ihm zu. Schließlich schweigt er dann im Nu.

Den Trachtenanzug kann man tragen, ohne stets zu überragen,

als Krakeeler in dem Rausch, beim so genannten Schlagabtausch,

spricht der Stephan nun dazu, als Mitglied von der CDU.

Die Politik ist, in dem Schema, sicherlich ein heißes Thema

und mancher redet zum Beweis, sich die Birne ziemlich heiß.

Der Hilde von der SPD tut es ohnehin nicht weh,

wenn ein grober Klotz vielleicht wieder einem Weibstück weicht,

wie schon die Geschichte lehrt, die scheinbar immer wieder kehrt.

Kehren muss man wohl am Ort und neue Besen kehren dort,

das ist immer so gewesen, und werden einmal alte Besen.

Apropos der alte Besen. Das ist die Nachbarin gewesen,

die dem Papst, in seiner Pracht, im Dorf sehr viel zu schaffen macht,

was den jedoch bestimmt nicht stört, weil der das meiste eh nicht hört,

was über ihn geredet ist, was man wieder schnell vergisst.

Der alte Mann ist schon verwirrt, weil er sich wohl zu leicht irrt

und die Weisheit, in Verdruss, irgendwie vermissen muss,

die er wohl, wie mancher meint, innigst stets zu suchen scheint.

Auch kann man in dem Dorf gut flüstern über jene die sehr lüstern

sich in manches Puff bewegen. Die Puffmutter empfängt den Segen.

Die Edelnutte ist im Stil aufwendig und ganz mobil,

wenn sie mitten in der Nacht ihre Hausbesuche macht,

lässt man in dem Dorf verlauten. Auch die Schläfen die ergrauten

werden bei dem Thema wach und kriegen mit der Gattin Krach,

die keine Konkurrenz mehr duldet. Der Reporter hat verschuldet,

wie es zu berichten geht, dass man viel im Dorf versteht,

von Prominenten die beweisen, in den gut gestellten Kreisen,

dass sie sich mit Sex befassen und sich das bezahlen lassen.

Es soll auch, in dem Bestreben, hin und wieder Priester geben,

die an gewisse Gaben denken und dabei ihren Segen schenken.

Politik und Religion befassen sich seit immer schon

mit dem Thema heißer Sex und mancher wäre ganz perplex,

wenn der wüsste was man weiß. Er glaubt es gäbe kein Beweis,

für seine stillen Machenschaften. Den Beweis muss er verkraften,

entsprechend zu der rechten Zeit. Dann macht er sich nicht mehr breit.

H. Feisel