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Kult-Ur-kritische Texte.

« Oktober 2007 | Start | Dezember 2007 »

Wabbelig.

Wabbelig.

Ein schmales Kind ist zappelig ein dickes eher wabbelig.

Das dünne Kind braucht viel Bewegung, in der ständigen Erregung,

wenn ihm die Ruhe kaum gelingt, wenn es hüpft und rennt und springt.

Das dicke Kind sitzt lieber stumm behäbig in dem Zimmer rum,

um halbwegs auf der Couch zu liegen. Es tut immer schwerer wiegen

und Wackelpudding isst es auch. Es pflegt den sehr beliebten Brauch

ständig irgendwas zu kauen und es tut immer um sich schauen,

nach allem was noch essbar ist. Der Wackelpeter den es isst,

dem tut es ganz allmählich gleichen. Der Pudding tut allein nicht reichen

und es gibt im Haus indessen allerlei und viel zu essen.

Der Kühlschrank ist stets gut gefüllt, weil sonst das Kind vor Hunger brüllt.

Das stopft alles in sich rein und kann nicht sehr beweglich sein.

Auf seinem allerliebsten Platz, bei reichlich Speck und Fettansatz,

sitzt es, allem Sport zum Trotze, ständig kauend vor der Klotze.

Zunehmend wird es weiter dick. Man sieht es schon an dem Genick,

an den Beinen und am Bauch und am Hinterteil wohl auch.

Es platzt die Hose aus den Nähten. Vorgeschlagen sind Diäten.

Doch das Kind tut, sozusagen, sich nicht mit dem Gedanken tragen,

zum Nachteil von dem Wohlbefinden, sich dabei zu überwinden,

mit viel Hunger in dem Bauch. Der Magen knurrt dann ständig auch.

Lieber bleibt es wabbelig, dann ist es nicht zu zappelig,

wie die Dünnen immerzu, ohne Rast und ohne Ruh.

Rast und Ruh hat es genügend, über viel Gewicht verfügend

und es setzt noch weiter an, wie man deutlich sehen kann.

Das Hinterteil wird immer runder und es ist bestimmt kein Wunder,

dass der Bauch sich weiter dehnt, wenn sich das Kind beständig sehnt

nach allem was es gern verdaut. Wenn es in den Kühlschrank schaut,

eine Stunde nach dem Essen, dann hat es nicht genug gegessen,

so wie immer, ohne Frage, immer wieder, alle Tage.

Ist der Kühlschrank einmal leer, dann protestiert nun einer sehr.

Das Kind nimmt weiter ständig zu, kiloweise und im Nu,

bis irgendwann dann nichts mehr geht. Wenn es nicht auf den Beinen steht,

geschweige denn sich fortbewegt, dann wird heftig überlegt,

was man vielleicht irgendwann diesbezüglich machen kann.

Ein jeder Arzt kann leicht entdecken, es wäre nötig abzuspecken,

am besten lieber heut als morgen, der Anlass bietet Grund zu Sorgen.

Doch das ist sicher ein Problem und es ist nicht angenehm

auf gute Sachen zu verzichten. Die Klotze tut sehr viel berichten,

von allem was der Mensch entdeckt, das auch dicken Kindern schmeckt

und vor der Klotze wird geschaut und gleichzeitig dabei gekaut.

H. Feisel

Krank.

Krank.

Wird ein Mensch fast niemals krank, der Abhärtung dabei zum Dank,

dann ist der Mensch, aus diesem Grund, gewisserweise kerngesund.

Nach Möglichkeit ein Leben lang, in seinem lebenslangen Drang

die Abhärtung noch zu betreiben, will mancher viel gesünder bleiben,

als jene die sich viel beschweren und die Wehwehchen vermehren.

Manche kränkeln irgendwie und gesund sind sie wohl nie,

und beim ständig vielen Krauchen tun sie viel Medizin verbrauchen.

So spricht ein Mensch, ganz abgeklärt, in der Abhärtung bewährt,

angesichts der vielen Kranken, die es nur dem Arzt verdanken,

dass sie noch am leben sind. Mancher läuft oft ganz geschwind

beim Termin zum Warteraum. Ansonsten läuft er aber kaum,

abgesehen von dem Ziel, auch nur einen Schritt zu viel.

Der Doktor der, aus seiner Sicht, dazu seine Wort spricht,

der meint, laut der Diagnose, geht zu viel Sitzen in die Hose,

die sich ständig immer weitet, von dem Heißhunger begleitet

und der Mensch sei irgendwann, wie man deutlich sehen kann,

mangels der Bewegung krank. Der schiebt das auf die lange Bank,

auf der er gerne lange sitzt, damit er nicht unnötig schwitzt

und sagt, bei innerer Erregung, er sei zu krank für die Bewegung.

Er bräuchte auch, bei viel Bewegung, entsprechend viel mehr an Verpflegung,

gibt der Patient noch zu bedenken. Das Rezept lässt er sich schenken,

tut er in Gesellschaft prahlen. Auch muss er wohl nichts zu bezahlen,

als er zur Apotheke geht, wo er auch nicht gerne steht,

denn er kann in dem Geschehen nicht allzu lange dabei stehen.

Er lebt schon lang mit Krankenschein, kann nicht beruflich tätig sein

bei dem Gewicht das er so trägt, mit dem er sich durchs Leben schlägt.

Darum ist er lieber krank, als in Qualen allzu schlank,

so wie stets tagein, tagaus, der Nachbar in dem Nachbarhaus,

der sich täglich überwindet und der sich seine Knochen schindet,

im Beruf wahrscheinlich trabend und dazu nach Feierabend,

sowie an den Wochenenden. Der tut sehr viel Zeit verwenden,

um sich draußen abzuhärten. Doch er greift Pillen, die bewährten,

die sind für die Gesundheit gut. Der Nachbar rennt im Übermut

und meint das Laufen sei gesund. Doch er läuft sich die Schenkel wund,

schon beim laufen zur Toilette, zwischen Klo und seinem Bette,

als ihn im Darm die Grippe quält und er die Tabletten zählt.

Der Nachbar ist ein zäher Hund, läuft immer noch da draußen rund

und schlägt viel Tabletten aus. Er läuft tagtäglich rein und raus

und ist nicht kaputt zu kriegen. Das kann er nicht, er kann nur liegen.

Darum wird er auch nicht schlank. Stattdessen ist er viel zu krank.

H. Feisel

Hampelmann.

Der Hampelmann.

Wer auf Kommando hüpfen kann, ist dabei oft ein Hampelmann.

Der muss sich auf Kommando drillen und hat keinen Eigenwillen.

Es reißt das Männlein, als der Kleine, die Arme hoch und hoch die Beine.

Die nimmt er dabei in die Hand, festgenagelt an der Wand.

Er reckt die Arme in den Himmel, wie seinesgleichen im Gewimmel,

schreit von Heil und kennt es nicht, als willenloser kleiner Wicht.

Der Hampelmann gibt sich famos, doch ist in Wahrheit willenlos,

ist dabei leer in seinem Kopf und eigentlich ein armer Tropf.

H. Feisel

Gucken.

Gucken.

Man muss gucken wo man bleibt.“ Dieser Satz, der viel beschreibt,

ist variabel und flexibel und manchmal äußerst hoch sensibel,

wo viel zu diskutieren geht, wenn es sich um Dinge dreht

die mancher vielleicht anders sieht, als jener der viel an sich zieht,

in seinem lüsternen Verlangen, zur Kapitalkraft zu gelangen.

Jeder muss sehen wo er bleibt, was immer er im Leben treibt,

denn jeder will, genau genommen, gern über die Runden kommen,

in dem Alltag der geschieht, wo er seine Kreise zieht.

In dem Kreislauf, hier auf Erden, kommt es manchmal zu Beschwerden,

wenn der Mensch nicht mehr verschweigt, dass sich der Kreislaufkollaps zeigt.

Dann muss der Hausarzt nach ihm gucken. Es muss der Mensch Tabletten schlucken,

wie es der Beipackzettel schreibt und er muss gucken wo er bleibt,

wenn es sich im Kopfe dreht, wenn ein Schwindel dort entsteht.

Manchem dreht sich's auch im Kopf. Doch der hängt noch nicht am Tropf,

sondern höchstens, in der Bar, an der Theke, wo er war.

Das führt auch mal zu Beschwerden. Schwindelig kann es ihm werden,

wenn er nicht nur Pillen schluckt, sondern in viel Gläsern guckt.

Man muss gucken wo man bleibt, spricht mancher der zum Schwindeln neigt,

in zweifelhaften Geldgeschäften. Der Wirt müht sich, nach Leibeskräften,

um volle Gläser an dem Hahn, denn die Miete ist ein Wahn.

Der Gastwirt der alleine bleibt und schon rote Zahlen schreibt,

der ohne Schneefall auf der Piste, Gäste lange Zeit vermisste,

der muss gucken wo er bleibt. Mancher Gast ist wohl beleibt

und verzehrt für zwei Personen und tut sich daher doppelt lohnen.

Auch der muss gucken wo er bleibt, wenn ihn der Hunger dazu treibt

im Berggasthof sein Ziel zu buchen. Tut er das Trinkgeld doppelt suchen?

Mancher Mensch geht schlecht auf Krücken und macht einen krummen Rücken

und die Gattin, die ihn treibt, die will gucken wo er bleibt.

Die Nachbarin die tut sich ducken und versteckt vom Fenster gucken

und will sehen was geschieht, als sie an dem Vorhang zieht.

Es spricht, wer sich die Augen reibt, man muss gucken wo man bleibt,

zu Beginn des neuen Jahres. Und daran ist wohl etwas Wahres,

nach längerer Silvesternacht. Das neue Jahr hat nichts gebracht,

nur Kopfweh, mit viel Magenkrämpfen, doch man will nicht die Hoffnung dämpfen,

dass alles vielleicht irgendwann nur noch besser werden kann.

Neujahr hat noch nichts gebracht. Das Jahr ist noch nicht vollgemacht

und muss erst noch das Seine bringen. Doch der Einstieg tat gelingen,

mit reichlich Sekt et cetera und mancher ist dabei voll da

und wenig später wohl, Oh weih, schließlich nicht mehr voll dabei.

Wenn es ihn nach Hause treibt muss er gucken wo er bleibt.

H. Feisel

Familienbande.

Familienbande.

Es zerreißt oft kurzerhand mitunter das Familienband,

wobei man durcheinander hüpft. Familienbande sind geknüpft

und fest verknotet in dem Haus. Wer kennt sich mit dem Knoten aus,

mit vielen Haken und mit Ösen und wer kann den Knoten lösen?

Die Lösung tut sehr schlecht gelingen. Der Knoten ist nicht aufzubringen,

in dem Knäuel, von dem Faden, und einer ist schon sehr geladen,

wenn er an dem Faden zieht, an dem Band, wie es geschieht.

Die Lösung tut sich schlecht gestalten, der Knoten tut beständig halten.

Familienbande scheinen zwingend. Den Knoten knüpfte er einst dringend,

als es scheinbar, das schien klar, erforderlich im Leben war,

was auch zweckmäßig erscheint, wie mancher immer wieder meint.

Mancher Knoten, ungelogen, ist allzu heftig fest gezogen,

was häufig schicksalhaft bedingt, keine echte Lösung bringt.

Darum spricht man hierzulande manchmal von “Familienbande”.

Wenn es laut tönt und keiner schweigt und wenn man sich den Vogel zeigt

nachdem man sich zu viel verschwieg, dann nennt man das den “Bandenkrieg”.

Steigert sich der Familienclan im Bandenkrieg bis in den Wahn,

dann geht es häufig und im Nu auf dem Grundstück heftig zu.

Mancher Mensch wird immer toller und er kriegt den großen Koller,

im Wutanfall auf dem Gesicht. Wenn man von einem Tollhaus spricht,

in Bezug auf irres Treiben, dann scheint keiner still zu bleiben,

wenn alles durcheinander rennt und jeder laut sein Schimpfwort nennt.

Steigert sich das heiße Spiel, dann mehren sie die Wort viel,

im ausgeübten jähen Zorn, von hinten, seitlich und von vorn.

Tun die Nachbarn alle lauern, an den Fenstern und an Mauern

und schreit der Bauer sich halb doof, dann kommt der Lärm vom Bauernhof,

wie es hin und wieder ist, im familiären lauten Zwist.

Es schallt das Echo ungemein bis weit in das Dorf hinein.

Das halbe Dorf, und das ist Fakt, hat mitgehört in diesem Akt,

als der Bauer, Wut erfüllt, laut auf seinem Hofe brüllt,

als die Bäuerin sich zeigt, die zu dem Gekreische neigt

und als die Oma, auch nicht still, über alles meckern will.

Die Geschwister tun im Freien noch lauter als im Kuhstall schreien,

oder es dringt in dem Fall, ungedämpft, mit lautem Schall,

das Geplärre und Gekreische beinah bis zur hohlen Eiche.

H. Feisel

Dorfgeflüster.

Dorfgeflüster (17.)

Das Dorfgeflüster soll's im Leben ständig immer wieder geben.

Manchen ist davor nicht bange und sie stehen dabei lange,

hin und wieder an den Ecken, um den Tratsch mit zu bezwecken.

Fällt der Dorfklatsch länger aus, dann sitzen sie vermehrt im Haus,

vielleicht bei Kuchen und Kaffee, in dem altbekannten Dreh,

um die Freizeit zu gestalten, um sich laut zu unterhalten,

was auf der Straße, wo man steht, oft nur im Geflüster geht.

Das Dorfgeflüster nimmt im Nu in abgeschirmten Räumen zu

und der Ton wird in der Regel etwas lauter in dem Pegel.

Die Lautstärke wird etwas laut, wenn man in das Gläschen schaut.

Die Weiber trinken gern Liköre und die Neugier gilt der Göre,

die vielleicht bald schwanger ist, weil sie die Pille oft vergisst.

Manche hat, in dem Reflex, hin und wieder gerne Sex

und viel Erfahrung bringt Routine. Die Herzchen zieren die Vitrine,

aus Porzellan und aus Metall, aus Plastik auch, in manchem Fall,

und aus alter Schokolade. Die Pillen liegen in der Lade.

Die Alten werden immer älter, die Beamten immer kälter

und die Jungen sterben aus. Wer Rente hat bleibt viel zuhaus

und kann schwätzen und viel gaffen, wer keine hat der muss noch schaffen,

oder zu den Ämtern laufen und sich mit den Beamten raufen.

Die Politikverdrossenheit fördert nicht mehr sehr viel Streit,

wie früher, zwischen Tür und Angel, beim heftigen Parteigerangel.

Die Politik ist, in dem Schema, längst nicht mehr das heiße Thema

und findet nicht viel Resonanz, seit sich Angelika und Franz,

im gegenseitigen Vertrauen innigst in die Augen schauen.

Der Fritz, genau so wie der Franz, ging früher gerne zu dem Tanz.

Der Emil kam dann noch dazu und gab meistens keine Ruh,

vor den vielen Weibern allen, die ihm heute noch gefallen.

Manche aber eher nicht, meint die Lisbeth als sie spricht,

dass heute wohl, in ihren Augen, die jungen Weiber nicht viel taugen.

In manchen Dingen sind sie gut, meint der Willi wohlgemut.

Hinz und Kunz, sind auf der Strunz,

können nicht zu Hause bleiben und müssen sich die Zeit vertreiben,

wo auch immer oder wie, spricht klar und deutlich die Marie.

Im Dorf ist momentan nichts los. Das Nötigste das weiß man bloß,

doch wird es, wie so oft im Leben, neue Neuigkeiten geben.

Der Baggerschorsch der ist in Kur, ansonsten weiß man aber nur,

dass er nach ein paar Wochen prompt, wie verwandelt wieder kommt.

Ist die Taille schlank und rank? Doch er ist noch, Gott sei Dank,

immer noch der alte Schorsch und er baggert weiter forsch.

H. Feisel

Auflauf.

Auflauf.

Man gebe dies und das, als Norm, laut Rezept, in eine Form

und dann läuft, im Backverlauf, der Auflauf zu der Höchstform auf!“

Ist der Auflauf frisch gebacken, dann kann man hungrig danach packen

und er lässt sich dann verzehren, von denen die danach begehren.

Im Rezept hat man entdeckt, was alles in dem Auflauf steckt,

der in dieser Form erhitzt brütend in der Röhre sitzt.

Ein großer Auflauf führt zur Enge, innerhalb der Menschenmenge,

wenn die Menge, die sich zeigt, neugierig zum Auflauf neigt.

Die vorne stehen, im Verlauf, auf die läuft die Menge auf,

die von hinten schiebt und drängt, weil alles dicht zusammenhängt.

Der Menschenauflauf, im Extrem, ist dem Kultobjekt genehm,

zu dem der Menschenauflauf läuft, der sich im großen Haufen häuft.

Das Kultobjekt steht etwas oben, von der Masse abgehoben,

und spornt die, so gut es kann, zu dem großen Beifall an.

Der Auflauf bläht sich, tut sich dehnen und jener tut sich daran lehnen,

der vor der Masse ungeniert seinen Ritus zelebriert,

so wie immer und vor Orten, im Singsang und mit großen Worten.

Somit zehrt die Prominenz, vom Auflauf in der Backfrequenz.

Steckt der Backfisch tief im Teig, dann genügt ein Fingerzeig,

denn mancher Fan ist frisch gebacken und tut ganz zusammen sacken,

wenn irgend etwas nicht ganz stimmt, wenn man ihn aus der Hitze nimmt.

Der Auflauf aber kocht und gärt, solang die Oberhitze währt

und die Unterhitze auch, in der Gewohnheit und im Brauch.

Die Prominenz tut das begehren, denn sie will vom Auflauf zehren.

Vom großen Auflauf wird indessen heute wie noch nie gefressen.

Der Auflauf hat sich eingefunden. Das tut der Fressbegierde munden,

wenn Prominenz, die hungrig ist, große Stücke davon frisst.

Der Prominente, sich zum Glücke, der hält darauf große Stücke,

denn er greift ja sehr gewandt nach großen Stücken mit der Hand,

die er gierig in sich schlingt, was Heißhunger so mit sich bringt.

Bei großer Hitze in der Röhre, zeigt man die erhitzte Göre,

die beinah schon in Ohnmacht fällt, wenn sie sich kaum noch aufrecht hält,

überhitzt in diesem Maße, innerhalb von der Ekstase,

oder aber in der Trance, mangelhaft in der Balance.

Wie gut dass mancher, dann und wann, eigentlich kaum fallen kann,

eingepfercht und dicht gedrängt, weil alles fest zusammenhängt.

H. Feisel

Arrest.

Arrest.

Ein Sträfling sitzt mitunter fest, als ein Sünder im Arrest,

kann sich nicht sehr weit bewegen, muss sich auf die Pritsche legen,

kann in der Zelle nicht weit laufen, kann sich längst nicht alles kaufen,

hat auf engstem Raum sein Klo und den Mief nun ebenso,

wenn er die Freiheit ganz verliert, denn er ist ja arretiert.

Der Häftling schreit und redet platt, weil er ziemlich Platzangst hat,

innerhalb der kleinen Zelle, in aller Enge an der Stelle,

wo die Psyche von dem Mann noch durchgedrehter werden kann.

Der Häftling haftet fest im Bau und macht Rabatz und viel Radau,

weil er durchzudrehen droht und redet dabei ganz verroht.

Man will sehen, wie es scheint, was der Doktor dazu meint.

Dann wird er, was sich gebührt, zu dem Doktor hin geführt

und er klagt, er wird verrückt, wenn ihm nicht bald der Ausbruch glückt,

der Einbruch war ja auch gelungen. Dort ist er leicht hindurch gedrungen.

Dem Doktor ist das auch bekannt. Der hat ihn Arrestant genannt,

was weitaus mehr gebildet klingt und ihm Anerkennung bringt.

Beim Einbruch tat er schnellstens flitzen. Jetzt muss er aber längstens sitzen,

da drinnen bei der JVA und draußen ist er nicht mehr da.

In der Zelle sitzt er dort, ständig und in einem fort,

unter der Gefängnisleitung und wünscht sich täglich eine Zeitung.

In der Zeitung steht zu lesen er sei auf der Flucht gewesen,

beim Einbruch, vor der Polizei. Die Zeitung hat er mit dabei,

in der er dort noch etwas galt. Die ist schon viele Wochen alt

und er war berühmt, berüchtigt und hatte sich dabei verflüchtigt.

Nun muss er in der Zelle hocken und draußen tut die Freiheit locken,

bei seiner Platzangst, wenn er schrie, und der Zellenallergie,

wie das der Psychiater nennt, der ihn inzwischen auch schon kennt.

Er sitzt verdrießlich in dem Knast und ist sich selber eine Last,

weiß mit sich nichts anzufangen und wär am liebsten gleich gegangen,

wenn man ihn gelassen hätte, an der stark begrenzten Stätte.

Er sitzt und sitzt, mit sich im Streit, und sitzen muss er lange Zeit,

was das Sitzfleisch, wie er meint, sehr zu strapazieren scheint.

Sein Hinterteil tut ihm schon weh und er sucht an einem Dreh,

weshalb er bald darauf besteht, dass er ein paar Runden dreht,

draußen im Gefängnishof. Doch das wird ihm auch zu doof

und blöd fühlt er sich auch dabei, denn er läuft dort auch nicht frei,

sondern wie ein Kettenhund dauernd in dem Kreislauf rund,

mit frischer Luft in seiner Plauze, doch mit dem Maulkorb auf der Schnauze.

Dann geht er wieder von der Stelle und verdrückt sich in die Zelle,

wo er was zu essen kriegt und träumend auf der Pritsche liegt.

Um Zehn wird er ins Bett geschickt und dann ist er eingenickt,

nachdem er auf der Brille saß, was er vorher nicht vergaß.

Bald darauf liegt er im Schlummer und er träumt und hat viel Kummer.

Er träumt von früher, von der Jugend, von Erziehung und von Tugend

und er träumt von seinem Nest, denn da hat er auch Arrest,

denn er verübte in der Jugend auch nicht allzu viele Tugend.

Hausarrest hat er bekommen, denn er hatte was genommen,

was er bestimmt nicht nehmen sollte, als sein Alter damals grollte.

Er blieb damals unversöhnt, hat sich an den Arrest gewöhnt

und ist dabei viel weg gelaufen und sein Alter tat viel saufen,

saß oft bei Wasser und bei Brot. Inzwischen ist der Alte tot

und er selbst, wie manche Väter, weiterhin ein Übeltäter.

Sein Sohn steckt bei der Frau zu haus und darf manchmal nicht hinaus,

denn er hat häufig Hausarrest und seine Frau ist oft gestresst.

Der Arrest in mancher Zelle vererbt sich scheint's an mancher Stelle,

oder wird dort viel gelogen und derselbe anerzogen?

H. Feisel

Arrangieren.

Arrangieren?

Wer will, der kann sich arrangieren, um nicht noch alles zu verlieren,

der bewegt sich irgendwie, im Trend von seiner Strategie,

notgedrungen im Entschluss, weil er das so machen muss.

Beim rangieren, hin und her, fällt die Fortbewegung schwer,

bei viel vorwärts und zurück und kreuz und quer, beim letzten Stück.

Der Mensch rangiert an seinem Ort, mit aller Macht und großem Wort,

manchmal ein halbes Leben lang und bewegt sich zu dem Rang,

der ihm, wie er lange meint, dabei angemessen scheint.

Der Mensch wird hin und her geschoben. Dann hat er sich im Rang erhoben,

denn er hat sich arrangiert. Damit er nicht den Rang verliert,

muss er sich weiter arrangieren, damit ihm viele applaudieren.

Wenn sich jedoch der gute Mann nicht wirklich arrangieren kann,

dann bleibt er ohne Rang und Titel und er findet dann kein Mittel,

für die spezielle Fortbewegung. Er fördert höchstens die Erregung,

innerhalb von diesen Kreisen, die sich als arrangiert erweisen

und die, die Rangstufe erklimmen und die Anordnung bestimmen.

Immer in derselben Weise, fährt der Zug auf seiner Gleise,

auf dem Rangiergleis hin und her und ohne Weiche fällt es schwer

die Richtung dabei zu bestimmen. In mancher Handlung lässt sich trimmen,

was noch nicht geregelt scheint, hat der Arrangeur gemeint.

Die Weichenstellung hat gezeigt, dass mancher Kraftakt dazu neigt,

dass ein alter Zug am Schluss, vor dem neuen weichen muss.

Stehen alle Türen offen, dann macht der Gegenzug betroffen,

dann bläst der Fahrtwind ins Gesicht, im politischen Bericht.

Mancher spricht auch beim Schach vom Zug und hat vom Gegenzug genug.

Politisch kennt man zur Genüge manches Spiel und viele Züge

und arrangieren muss man sich immer an dem runden Tisch,

wo in der Runde, wo es geht, ein sonderbarer Kreis entsteht.

Die Rede ist von Winkelzügen. Über die kann man verfügen,

an viel Kanten und viel Ecken, die im Detail verborgen stecken.

Arrangieren kann sich still jeder Wähler, wenn er will,

was immer das ihm, dann und wann, nützen oder schaden kann.

Das Rangieren und Verschieben, hat man immer gern betrieben,

in dem steten Ranggefüge. Das Arrangieren, zur Genüge,

verhilft dabei zu manchem Trick in der hohen Politik.

H. Feisel

Aroma.

Aroma.

Es gibt vielerlei Gerüche, wie zum Beispiel in der Küche,

wenn irgendwer am Ofen steht und im Topf den Löffel dreht.

Wenn der Braten brutzelnd brät, dann hilft das nicht bei der Diät,

weil das Aroma dazu führt, während man im Kochtopf rührt,

dass der Hunger ziemlich prompt, ziemlich unversehens kommt.

Wer das Aroma deutlich riecht, der hat nicht allzu gern gesiecht,

bei der Diät, nach der Reklame, zum Zwecke der Gewichtsabnahme.

Das Aroma steigt vom Topf in die Luft und dann zum Kopf.

Das Aroma führt beim Trick, in dem Kopf, zu einem Klick.

Im Kopf wird Hunger ausgelöst, wenn man an die Grenzen stößt,

von dem was zuzumuten ist, weshalb der Dicke weiter frisst,

nachdem ihm längst der Magen knurrt. Kriegt er nichts hat er gemurrt,

wenn er, in seiner steten Sucht, das Aroma laut verflucht,

bei einem großen leeren Magen und er muss sich sehr beklagen,

denn der Hunger schmerzt im Bauch und das Aroma quält ihn auch.

Der Schlanke will ein wenig essen. Der Dicke hat sich überfressen.

Aus der Küche ziehen Düfte ganz vermischt in alle Lüfte

und jeder zieht, in dieser Phase, das Aroma durch die Nase

und kann dem leider, so gesehen, wenig standhaft widerstehen.

Ganz besonders liegt ein Duft auch ganz anders in der Luft

und brenzlig hat man ihn genannt. Dann ist das Essen angebrannt.

Stinkt das Aroma sehr nach Brand, schon außerhalb der Küchenwand,

dann ist der Hunger ungelogen mit einem mal total verflogen

und jeder nimmt den Appetit, verdrängt im leeren Magen mit.

Mancher Duft entspricht der Note, eingeatmet in der Quote,

die aus einer Wolke steigt, weil die Frau oft dazu neigt,

wo sie gepflegt vorüber geht, oder an der Ecke steht,

sich ordentlich zu parfümieren. Der Achselschweiß tut sich verlieren,

auch beim männlich starken Schwitzer, mit Aroma in dem Spritzer.

Viel Duftaroma ist bekannt und jeder Mann ist übermannt,

der schnuppernd an so mancher Stätte gern mehr von dem Aroma hätte.

Es schnüffelt oft ein alter Hirsch an der Fährte bei der Pirsch.

Scharfes Aroma in der Nase gibt es auch durch manche Gase,

mitunter schneidend auf dem Klo und beim Bauer sowieso,

der wieder einmal Gülle fährt, was manchem schon zu lange währt;

und was auch noch häufig ist, seinen großen Haufen Mist.

Bei dem Aroma wird oft lange manchen Nachbarn richtig bange.

Der Wind tut viel herüber blasen der will die Nachbarn all vergasen.

H. Feisel