Wabbelig.
Wabbelig.
Ein schmales Kind ist zappelig ein dickes eher wabbelig.
Das dünne Kind braucht viel Bewegung, in der ständigen Erregung,
wenn ihm die Ruhe kaum gelingt, wenn es hüpft und rennt und springt.
Das dicke Kind sitzt lieber stumm behäbig in dem Zimmer rum,
um halbwegs auf der Couch zu liegen. Es tut immer schwerer wiegen
und Wackelpudding isst es auch. Es pflegt den sehr beliebten Brauch
ständig irgendwas zu kauen und es tut immer um sich schauen,
nach allem was noch essbar ist. Der Wackelpeter den es isst,
dem tut es ganz allmählich gleichen. Der Pudding tut allein nicht reichen
und es gibt im Haus indessen allerlei und viel zu essen.
Der Kühlschrank ist stets gut gefüllt, weil sonst das Kind vor Hunger brüllt.
Das stopft alles in sich rein und kann nicht sehr beweglich sein.
Auf seinem allerliebsten Platz, bei reichlich Speck und Fettansatz,
sitzt es, allem Sport zum Trotze, ständig kauend vor der Klotze.
Zunehmend wird es weiter dick. Man sieht es schon an dem Genick,
an den Beinen und am Bauch und am Hinterteil wohl auch.
Es platzt die Hose aus den Nähten. Vorgeschlagen sind Diäten.
Doch das Kind tut, sozusagen, sich nicht mit dem Gedanken tragen,
zum Nachteil von dem Wohlbefinden, sich dabei zu überwinden,
mit viel Hunger in dem Bauch. Der Magen knurrt dann ständig auch.
Lieber bleibt es wabbelig, dann ist es nicht zu zappelig,
wie die Dünnen immerzu, ohne Rast und ohne Ruh.
Rast und Ruh hat es genügend, über viel Gewicht verfügend
und es setzt noch weiter an, wie man deutlich sehen kann.
Das Hinterteil wird immer runder und es ist bestimmt kein Wunder,
dass der Bauch sich weiter dehnt, wenn sich das Kind beständig sehnt
nach allem was es gern verdaut. Wenn es in den Kühlschrank schaut,
eine Stunde nach dem Essen, dann hat es nicht genug gegessen,
so wie immer, ohne Frage, immer wieder, alle Tage.
Ist der Kühlschrank einmal leer, dann protestiert nun einer sehr.
Das Kind nimmt weiter ständig zu, kiloweise und im Nu,
bis irgendwann dann nichts mehr geht. Wenn es nicht auf den Beinen steht,
geschweige denn sich fortbewegt, dann wird heftig überlegt,
was man vielleicht irgendwann diesbezüglich machen kann.
Ein jeder Arzt kann leicht entdecken, es wäre nötig abzuspecken,
am besten lieber heut als morgen, der Anlass bietet Grund zu Sorgen.
Doch das ist sicher ein Problem und es ist nicht angenehm
auf gute Sachen zu verzichten. Die Klotze tut sehr viel berichten,
von allem was der Mensch entdeckt, das auch dicken Kindern schmeckt
und vor der Klotze wird geschaut und gleichzeitig dabei gekaut.
H. Feisel
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