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Kult-Ur-kritische Texte.

« September 2007 | Start | November 2007 »

Wackelig.

Wackelig.

So manches kann im Leben wackeln. Der Zahnarzt tut nicht lange fackeln

und zieht den wackeligen Zahn. Kommt ein Mensch aus seiner Bahn,

dann wackelt er im Alkohol, manchmal auf Geratewohl,

auf einem ziemlich schmalen Steg, hinüber zu dem breiten Weg,

wo er sicher, in der Tat, etwas mehr an Spielraum hat.

Wackelig will er nach Hause. Dazwischen macht er mehrfach Pause,

denn er darf sich nicht so hetzen und muss sich ab und an mal setzen,

in dem wackelnden Verlauf. Das Wackeln nimmt der Mensch in Kauf,

wenn er einmal, dann und wann, etwas kräftig feiern kann.

Beim Karneval, hat man gemunkelt, wird viel gewackelt und geschunkelt.

Ein Tänzer wackelt mit dem Po und die Blondine ebenso,

die, von manchem Blick begleitet, mit einem tiefem Ausschnitt schreitet.

Ein volles Glas kann auch leicht wackeln, wenn Leute miteinander schnackeln,

auf das Thema konzentriert und jemand heftig applaudiert,

versehentlich den Tisch berührend. Ein leichtes Wackeln wirkt verführend,

in der gewissen Oberweite. Der Dicke wackelt in der Breite,

wenn er, nach Alkoholgenuss, seine Schritte setzen muss,

bei der Polizeikontrolle. Wackeln tut der gänzlich Volle,

den die Gattin heim begleitet. Die Gemahlin die ihn leitet,

tut Zuhause, bei dem Wackeln, nicht lange mit Kritiken fackeln.

Wackeln tut auch ganz gewiss beim alten Opa das Gebiss

und die Oma hat geschaut, als sie etwas Hartes kaut,

nach dem Wackeln im Gebiss und entdeckt nun den Zerriss.

Manches hat wohl, im gewissen, manchmal ein Gebiss zerrissen.

Beim Boxer wackelt, in dem Maße, manchmal die kaputte Nase.

Der Wackelkontakt ist oft zeitig nicht nur in der Ehe streitig;

der Wackelkontakt führt beim Wagen auch zu ungelösten Fragen.

Wenn die Schüssel draußen wackelt, dann hat der Bildschirm nicht geschnackelt

und das Bild ist nicht mehr da, das man nach dem Sturm nicht sah.

Beim starken Sturm war viel Gewackel und im Hause blieb der Dackel.

Wackelig, im allgemeinen, steht das Kleinkind auf den Beinen,

wenn es langsam laufen lernt und wackelig ist dann entfernt

der alte wackelige Mann, der nun kaum noch laufen kann

und die alte steife Frau, im wackeligen Unterbau,

die sich kaum noch aufrecht hält und über ihre Beine fällt.

Es wackelt auch, in letzter Zeit, die feste Rentensicherheit

und nicht zuletzt die Mutter Erde, in womöglich der Beschwerde,

die sich für den Planet am Schluss, durch diese Welt ergeben muss.

Wackelt erst noch der Planet, der bisher seine Runden dreht,

dann ist die ganze Welt betroffen. Dann sind alle wie besoffen.

H. Feisel

Knüppeldick.

Knüppeldick.

Hilft kein Wort mehr und kein Trick, dann kommt es manchmal knüppeldick.

Hat ein Mensch das Maul zu groß und ist er dabei zügellos,

wild und ziemlich ungezügelt, dann hat er sich sehr schnell geprügelt.

Ist der Mensch ein sturer Bock, dann hilft womöglich nur der Stock.

Mancher Mensch weiß nichts vom Zügel und benötigt seine Prügel,

wenn er mit Fäusten um sich schlägt und sich mit dem Gedanken trägt,

lauthals und darum nicht leise, in der primitiven Weise,

manchem Menschen sozusagen, die Faust in das Gesicht zu schlagen.

Kriegt er den Gegenschlag zurück, dann dient das nicht zu seinem Glück.

Wenn mancher sich verrechnen tut, dann war er wohl nicht auf der Hut,

wenn er seine Handlung lenkt und leider das Verkehrte denkt.

Hat ein Mensch sehr falsch gedacht, dann hat er nicht viel gut gemacht,

auf seinen Wegen, wo er ging und in der Entwicklung hing.

Es kommt der Mensch in seinem Schritt allzu leicht aus seinem Tritt,

weshalb er strauchelt, wankt und fällt, wenn ihn “Nichts” auf den Beinen hält.

Holt es den Menschen von den Beinen, kommt er zu liegen im Gemeinen.

Manchmal tut er im Extremen die Gemeinheit übernehmen,

die er in sich selbst entdeckt und die ihn selber niederstreckt.

Es bleibt nutzlos, ohne Zwecke, dieser Mensch oft auf der Strecke,

wenn er jeden Sinn verliert und sich fälschlich orientiert.

Benimmt der Mensch sich oft daneben, kommt es knüppeldick im Leben

und es spricht die Welt vom Pack und wünscht den Knüppel aus dem Sack.

Im Zweierpack, im Dreier, Vierer, ist derselbe ein Verlierer.

Im Konflikt ist er dabei, als Streitobjekt der Polizei,

die ihren Gummiknüppel schwingt und schleunigst die Zwangsjacke bringt,

am besten wohl an einer Stelle, in der bekannten Gummizelle.

So kommt es, von mal zu mal, zum Knüppel in der Überzahl,

wenn der Randalierer schweigt und sich sehr geschlagen zeigt.

Am liebsten zeigt er sich gemein und schlägt alles kurz und klein,

soweit ihm dieses möglich ist, wenn er sich total vergisst.

Manchmal muss es wohl so sein; - dann hält er sich das Nasenbein.

Ist der Mensch an vielen Tagen im Alter kurz und klein geschlagen,

dann krümmt er sich in seinem Rücken, dann muss er sich vor Schmerzen bücken,

in seiner Krankheit, die ihn quält, wenn er seine Tage zählt,

wenn er sein schlechtes Rückgrat fasst in sich selber nur noch hasst.

H. Feisel

Keine Zeit.

Keine Zeit.

Die Zeit ist häufig ein Problem. Die Eile ist nicht angenehm,

doch muss sich mancher ziemlich eilen und kann nicht lange mehr verweilen.

Ein Auto fährt für seine Zwecke manchmal schnell um eine Ecke,

bis dicht vor das Krankenhaus und hat keine Zeit bei Staus.

Mit der Geburt ist es so weit und es bleibt nur wenig Zeit,

als wenig später und ganz prompt der Säugling unversehens kommt.

Er ist auf die Welt gekommen und man hat dann angenommen,

mancher hat es laut beschworen, er sei in einer Zeit geboren,

in der ein Mensch, in seiner Stadt, meistens keine Zeit mehr hat.

Längst hat auch der Mensch vom Land keine Zeit wie er gestand.

Der Bauer hat sich eingestanden, fast überall und hier zu Landen,

dass in der Hektik, die ihn treibt, fast keine Zeit zur Ernte bleibt,

beim ständig feuchten miesen Wetter. Dazu schimpft auch der alte Vetter,

der in seinem Zimmer hockt, dass ihn keine Zeit mehr lockt,

in der er leider zum Verdruss in der Bude sitzen muss,

denn er glaubt es wär so weit. Zum Sterben bleibt ihm keine Zeit,

weil er in die Klinik soll und seine Zeit ist noch nicht voll.

Der alte Mensch spricht in der Not, dass wohl der Gevatter Tod,

scheinbar für ihn, in der Tat, noch keine Zeit gefunden hat.

Der Tod hat manchmal keine Zeit und ist nicht immer hilfsbereit.

Keine Zeit hat der Beamte, der verfluchte, der verdammte,

wie ihn mancher wütend nennt, wenn er in viele Ämter rennt,

um irgend etwas zu erreichen. Das Finanzamt soll begleichen,

was man einem armen Mann aus der Tasche ziehen kann.

Der Beamte will kein Streit und hat darum keine Zeit.

Es entweicht dem Mensch ein Fluch, beim so genannten Widerspruch.

Das Arbeitsamt steht zwar bereit, entsprechend in der Arbeitszeit,

wenn mancher zum Termin erscheint, den man zu beraten meint,

doch bei der Gelegenheit haben manche keine Zeit.

Das ist vielleicht auch allemal, letzten Endes ganz egal.

Im Krankenhaus bleibt keine Zeit. Bedingt ist man dort hilfsbereit,

doch es bleibt auf der Station keine Zeit und wenig Lohn.

Wer sehr viel rennt hat keine Zeit. Mancher hat mit dem Nachbar Streit,

hat keine Zeit ihn anzusehen und ihm etwas zu gestehen.

Wenn das liebe Baby schreit, dann hat die Mutter keine Zeit.

Wer keine Zeit hat macht Karriere. Der sieht die Zeit als die Barriere,

die er ständig, bis zum Schluss, weiter überwinden muss.

Der Zug fährt weg und ist schon weit. Er wartet nicht, hat keine Zeit.

Keine Zeit bleibt in dem Wahn mitunter auf der Autobahn.

Im Stau hat mancher keine Zeit, wenn er in das Handy schreit.

H. Feisel

Hirndefekt.

Hirndefekt.

Die Diskussion hat viel bezweckt und keiner hat sein Maul versteckt.

Die Worte kommen aus dem Mund und das ist manchmal ungesund,

wenn der hirnlos schwache Geist sich im Hirndefekt beweist

und lauter werdend und nicht still die Dominanz beweisen will.

Wenn die Worte nicht mehr reichen, dann setzt der Hirndefekt ein Zeichen,

wenn man wütend und zersaust wild um sich schlägt und mittels Faust

den Kopf vom Gegner malträtiert, bis der einen Zahn verliert.

Es schwillt auch in der Extase manches Auge und die Nase.

Wenn laute Worte nichts mehr nützen, kann sich mancher nicht mehr schützen,

wenn wild geworden und nicht träge, das Argument der Gegenschläge,

wie es sich dabei erweist, zunehmend total entgleist.

Wenn die Worte nicht mehr reichen, dann muss das Hirn der Schlaghand weichen

und die Schläge auf die Birne nützen dabei nicht dem Hirne,

das dabei im Hirndefekt mitten in der Krise steckt.

Die Sicherung in dem Gehirn, in dem Schädel, in der Stirn,

so hat es mancher laut genannt, ist im Gehirnstrom durchgebrannt.

Die Sicherung ist damit raus und der Verstand setzt ziemlich aus.

Es fehlt im Kurzschluss, der geschah, ein Quantum Psychopharmaka,

angesichts vom Psychopath, in seiner handlungsreichen Tat.

Das Mundwerk ist dabei nicht leise. Danach kommt die Handlungsweise,

die sich nicht mit Hirn verträgt, wenn die Hand die Fresse schlägt,

wenn mancher auf die Schnauze fällt und danach seine Fresse hält,

wie man dieses ungeniert im platten Wortlaut formuliert.

So wird mancher in der Schlacht immer wieder platt gemacht.

Ist mancher Mensch sehr arg zerzaust, dann nützt ihm weder Hirn noch Faust,

wenn er platt und ganz besiegt kleinlaut auf dem Boden liegt,

auch ohne Pillen der Chemie, nachdem er vorher lauthals schrie.

Der Urmensch hat am Kopf die Beule, wie geprägt von einer Keule

und er greift sich, dem zum Zwecke, stöhnend an die Schädeldecke,

wenn er wimmert, flennt und kraucht, weil der Urmensch Schläge braucht.

Die Schläge schlagen ihm sogleich nach und nach die Birne weich

und die Hörner an der Stirn, drücken stark auf sein Gehirn.

In der Form rennt sich allgemein mancher Mensch den Schädel ein

und ohne Rücksicht auf Verstand rennt er gegen eine Wand.

Bricht sich der Urmensch das Genick, dann spricht der Mensch vom Missgeschick.

H. Feisel

Hexerei.

Hexerei.

Geschwindigkeit, was es auch sei, ist häufig keine Hexerei.

Manches niedlich hübsche Luder, voll geschminkt und mit viel Puder,

in voller Pracht und voller Bluse, gelehrig durch Beate Uhse,

ist geschwind, an mancher Stelle, eine sogenannte Schnelle.

Darum ist sie schnell zu haben, mit den üblich prallen Gaben

und sie scheint auch hochbegabt, während sie den Hunger labt.

Sie verzehrt in dem Reflex, in ihrem Hunger nach dem Sex,

viele Knaben, still und leise, nach und nach, gleich dutzendweise.

Schnell erwachsen, als ein Kind, fühlt sie hierbei ganz geschwind,

als sie in den Gedanken schweift, sie sei sexuell gereift,

in den Gelüsten die sie kennt, was sie Lust auf Liebe nennt.

Sie lässt sich dabei wenig Zeit und steht auf die Geschwindigkeit,

in der sie, wie man es erlebt, allzu schnell ihr Röckchen hebt.

Man sagt dass sie sehr viel relaxt und ansonsten oft behext

und sie sei wirklich eine Hexe. Viele sprechen von der Exe,

wie sie jeder schließlich nennt, weil sie mancher näher kennt.

Sie ist immer schnell zur Hand und entwickelt Sachverstand

und versteht in diesem Fache mehr und mehr von dieser Sache.

Und die Sachlage ist die: Geschwindigkeit ist irgendwie,

in diesem Fall, in dieser Lage, ganz bestimmt, ganz ohne Frage,

längst noch keine Hexerei, denn sie ist immer schnell dabei.

Was ziemlich schnell geht das geht leicht und das hat dabei gereicht,

dass mancher der sie danach kennt wenig später Hexe nennt,

wenn sie ihn nicht mehr begehrt und schnell anderswo verkehrt.

Ziemlich schnell und sehr geschwind kam sie leicht zu einem Kind,

jedoch schwer zu einem Vater. Schleunigst ging sie zum Berater,

weil sie ziemlich ratlos war. Der kluge Rat der macht ihr klar,

dass irgendwer und sie spricht “Mist”, der anonyme Vater ist.

Doch der ist in konträren Sachen leider schwerlich auszumachen,

wenn sich vieles überlappt und sie bloß im Dunklen tappt,

wenn sich manches überkreuzt und mancher sich verlegen schnäuzt.

Den Vater kennt sie nun mitnichten und sie muss auf den Mann verzichten.

Sie denkt an all die vielen Exen, doch leider kann sie auch nicht hexen

und mancher kann der Vater sein. Darum ist sie zunächst allein,

bis sich einer neu erbarmt und sie wie behext umarmt.

H. Feisel

Das Auto.

Das Auto.

Wer will der kann am Auto schrauben. Mancher kann es gar nicht glauben,

dass die Zulassung verfällt, weil der TÜV davon nichts hält,

das Auto noch mal zuzulassen und es ist ja kaum zu fassen,

Dem Prüfer wird beim Auto bange. Die Mängelliste zieht sich lange,

denn die Mängel, die sich zeigen, lassen sich nicht mehr verschweigen

und sind nicht zu übersehen. Es hilft kein Betteln und kein Flehen,

das Auto soll aus dem Verkehr und das kränkt den Halter sehr,

der viel von seinem Schrottteil hält, das angeblich zusammen fällt.

Lässt sich noch etwas reparieren? Er will das Auto nicht verlieren,

auch wenn der TÜV ihn dazu drängt, weil er so am Auto hängt,

an seinem guten alten Stück. Doch vielleicht lässt sich, zum Glück,

hier und da noch etwas machen, mit aufgemotzten Tuningsachen.

Man ist, es ist nicht zu glauben, wochenlang daran am schrauben,

am hämmern, schweißen und lackieren. Die alte Form tut sich verlieren

und das Format, kann man erkennen, lässt sich viel imposanter nennen,

als es jemals, das scheint klar, am Wagen zu erkennen war.

Das Auto kriegt enorme Reifen die auf der Straße besser greifen

und ausgetauscht wird der Motor. Der leistet mehr als der zuvor

und frisst kein Öl und kleckert nicht, wie der Fahrzeughalter spricht.

Der Auspuff wird total erneuert, der nun aus vier Rohren feuert.

Die alten Sitze müssen raus. Der Sattler kennt sich damit aus.

Die Bremsen werden überholt. Die alten sind schon fast verkohlt.

Der neue Flügel hinten ziert. Der Frontspoiler wird noch montiert

und Seitenschweller angebracht, damit das Auto Eindruck macht.

Der Autonarr ist gut gelaunt. Beim Stereo im neuen Sound

hat das Auto stark vibriert. Der Kofferraum der sich verliert,

in den der Koffer nicht mehr passt, der ist den Boxen angepasst.

Der Wagen ist nun tief gelegt und hat sich neu zum TÜV bewegt,

wo ihn der Prüfer nicht mehr kennt, der ihn nun ein Schmuckstück nennt,

allerdings mit Vorbehalten, denn manches muss man umgestalten,

im öffentlichen Stadtverkehr. Die Mühe lohnt sich hinterher

und mancher kann es gar nicht fassen. Das Auto ist neu zugelassen.

Was bleibt das ist ein Haufen Schrott und der Fahrer ist bankrott.

Das Fahrzeug läuft nun, „Gott sei Dank“, doch das Konto ist nun blank.

Es gab der TÜV den Wagen frei. Für die Rechnung gäb' es zwei

neue Mittelklassewagen, gewisser weise, sozusagen.

H. Feisel

Auseinander gesetzt.

Auseinander gesetzt.

Es gehört zu der Verletzung zuerst die Auseinandersetzung.

Wer sich auseinander setzt, der sitzt vielleicht einmal zuletzt,

lieber nicht an einem Tisch und zerrissen ist ein Wisch,

über den man streiten kann. Mancher ehrenwerte Mann

fühlt sich innerlich verletzt, hat sich ein Stück weit abgesetzt,

wegen innerer Verletzung, nach der Auseinandersetzung

und sieht, aus der Perspektive, die Chance in der Defensive.

Die Offensive sei gescheitert, meint sein Gegner dann erheitert.

Das Feindbild ist wohl das was bleibt und zu der Handlungsweise treibt,

in der man sich noch, bis zum Schluss, auseinandersetzen muss.

Wie und wann ein Schluss geschieht und wie man einen Schlussstrich zieht,

das bleibt sicher, viele Tage, eine ungelöste Frage.

Man sucht lange, im Verdruss, ganz vergeblich am Entschluss,

in dem man all dem, über Nacht, irgendwie ein Ende macht.

Die Stimmung hat sich aufgeheizt, die Kontrahenten sind gereizt

und wollen nun, in ihrem Hassen, nicht mehr voneinander lassen.

Die Auseinandersetzung läuft und hat sich mehr und mehr gehäuft,

in Angriff und Verteidigung, im Meineid der Vereidigung,

in der gewissen Sabotage, in wachsend der erneuten Rage

und in manchem schlimmen Wort, am jeweils ganz bestimmten Ort.

Immer wieder, aus Versehen, tun Gegner sich zu nahe stehen,

denn man tritt, im derben Gruß, sich allzu gerne auf den Fuß,

und das vermehrt, bedingt durch Zeit, in relativer Häufigkeit.

Der Nachbar bricht den Streit vom Zaun und will mit dem Spaten haun.

Sein Gegenüber weicht ein Stück vor dem Spaten schnell zurück

und nimmt den Hammer in die Hand, mit dem Rücken zu der Wand.

Die Gemahlin kommt dazu. Die Nachbarin gibt auch nicht Ruh.

Der Hund vom Nachbar jagt die Katze und die schlägt ihn mit der Tatze,

wie es sich im Streit gehört, wenn jeder auf das Seine schwört.

Jeder glaubt es geht zu weit und sinnt an Rache alle Zeit.

Wie lässt sich die Sache schlichten und nach Paragraphen richten,

die sehr undurchsichtig scheint? Irgendwann hat man gemeint,

dass man sich auseinander setzt, damit man sich nicht noch verletzt,

womöglich mit sehr ernsten Folgen. Am Himmel ziehen dunkle Wolken.

Man tut sich viel mehr Platz ersehnen. Das Grundstück lässt sich nur nicht dehnen

und die Grenze die bleibt dort auf engstem Raum, am gleichen Ort.

Wie will man so zusammen wohnen, in den heiß umkämpften Zonen?

Die Zonengrenze müsst herbei, meterhoch, so etwa drei;

oder besser wären vier, links und rechts von dem Revier.

Die Mauer muss nur allgemein erst einmal bewilligt sein.

H. Feisel

Auseinandersetzung.

Auseinandersetzung.

Die sonst am Tisch zusammen sitzen, tun sich manchmal stark erhitzen,

wenn sie sich auseinander setzen und sich dabei arg verletzen.

Grob verwendet, nach Bedarf, ist manche Formulierung scharf,

wie eine messerscharfe Klinge und mancher nicht mehr guter Dinge,

wenn er sich, in der Art verletzt, mitunter auseinander setzt.

Mancherorts, in großer Fülle, ertönen Worte im Gebrülle.

Die Auseinandersetzung läuft, wobei sich manches Schimpfwort häuft,

von sehr großem Zorn erfüllt, in die Welt hinaus gebrüllt.

Damit der Streit geregelt sei, folgt eine große Schreierei,

mit viel Elan und Energie, solange man beständig schrie.

Manche schreien vor dem Haus manches Wort aus sich heraus

und je mehr Personen schreien, je besser kann der Streit gedeihen.

Wird es in dem Dorf sehr laut, wenn mancher aus dem Fernster schaut,

dann ist schließlich in der Weise, die Dorfidylle nicht mehr leise.

Im Gedönse und Gekreische, befürchtet mancher eine Leiche,

wenn er, wie es sich so schickt, besorgt aus seinem Fenster blickt,

um den großen Lärm zu orten. Es scheint als will man sich ermorden,

und man kriegt nichts in die Reihe, angesichts von dem Geschreie.

Die Worte prasseln immer wieder in den höchsten Tönen nieder,

kreuz und quer in dem Geschrei; vermischen sich zum Einerlei,

in dem man, wie es halt so geht, nicht sein eignes Wort versteht.

Das Gekreische und Gezeter hört in der Umgebung jeder

und wird weit hinaus getragen, wenn sich die Leute heftig schlagen,

zunächst mit Worten in den Sätzen, die sie scheinbar ziemlich schätzen.

Der Wortschatz der Zusammenkunft bietet nicht mehr viel Vernunft

und die ganz konträre Handlung steigert sich bis in die Wandlung,

in der man sich nicht mehr verträgt und sich kratzt und zerrt und schlägt.

Wenn der Lärm weiterhin besteht und sich steigert, wie es geht,

dann tut man sich im Geschehen womöglich an die Hälse gehen.

Tut einer an dem Halse würgen, dann kann man sich für nichts verbürgen.

Ist der Krach in dieser Weise schließlich abgeebbt und leise,

hat einer an dem Handlungsort vielleicht doch das letzte Wort,

wenn er wütend und verroht, mit Morden und mit Totschlag droht.

H. Feisel

Akut.

Akut.

Es muss ein Mensch sehr häufig tupfen, denn er hat im Winter Schnupfen,

mit dem Tempo Taschentuch, denn die Grippe ist ein Fluch.

Er hat geschimpft und still geflucht, wenn er im Temposchritt das sucht,

was für die Nase, wie er meint, in dem Moment sehr wichtig scheint

und wenn die Nase tropft und läuft und wenn sich Putz- zu Putztuch häuft.

Er muss sich oft die Nase putzen. Da ist das Taschentuch von Nutzen,

das er nicht in der Tasche hat. Das alte Putztuch war er satt,

das liegt inzwischen ohne Zwecke mit dem Müll in einer Ecke.

Die Nase läuft und er muss laufen und er tut durch die Nase schnaufen.

Tücher braucht er dann zu Haufen und er muss im Tempo laufen,

wenn er keines bei sich trägt und die Brille noch beschlägt,

damit er ziemlich schnell, vielleicht, nach Möglichkeit sein Ziel erreicht.

Bei der Nase, bei der roten, ist die Eile dann geboten,

wenn sich was in der Nase tut, denn der Schnupfen ist akut.

Akut ist auch der Temposchritt in dem der Mensch dann vorwärts tritt,

dann kann er auch, bedingt durch Schnupfen, sich die Nase wieder tupfen.

Es spricht der Mensch, in diesem Maße auch vom Rotz und von der Nase,

bevor die Rotznase vielleicht noch die Pubertät erreicht.

Akut ist auch wenn einer läuft, weil er vielleicht zu viel säuft,

im Angesicht der roten Nase, bei der altersschwachen Blase.

Nach jedem ausgedehnten Schluck fühlt er wieder neuen Druck,

auf der Blase, die ihn quält, wenn er eine Stelle wählt,

wo er immer, dann und wann, ohne Bußgeld pinkeln kann.

Nach Möglichkeit, das ist schon klar, pisst er in das Pissoir,

wenn er in der Kneipe sitzt und nach jedem Bierglas flitzt.

Ein Penner pinkelt wo er will, wenn möglich ganz versteckt und still.

Das Wort Penner ist nicht nett, doch pennt derselbe ohne Bett.

Mancher tut das besser kennen und im Bett zu Hause pennen.

Doch er hat dort ein Problem und das ist nicht angenehm.

Er muss nachts, in dem Verlauf, immer wieder plötzlich auf

und dann springt er aus dem Bett. Das ist beim pennen auch nicht nett,

wenn die Blase, wie verrückt, dabei ständig heftig drückt.

Die Gemahlin schimpft beim Krach, denn sie wird dauernd wieder wach,

wenn er neu im Laken wühlt und wiederum das Wasser spült.

Es schlafen beide wieder ein und was kommt, muss wieder sein.

Es ist wirklich nicht zu fassen, wieder muss er Wasser lassen.

Das Thema das ist absolut wichtig, denn es ist akut

und darum ist in diesem Schema der nächste Barbesuch kein Thema.

H. Feisel

Akkurat.

Akkurat.

Manch ein Mensch ist in der Tat in seinem Leben akkurat

und er nimmt es sehr genau, auch im Umgang mit der Frau,

die er ganz genau studiert, bis die ihre Lust verliert,

an dem akkuraten Mann, der sie nur noch nerven kann.

Die hat einen schweren Stand. Mit dem Zollstock in der Hand,

misst der Mann gekonnt und schlau und er nimmt es zu genau,

mit dem Zentimetermaß, wobei er schon zu oft vergaß,

wenn er theoretisch misst, was in der Praxis üblich ist.

Man will ein großes Bild aufhängen, akkurat und unter Zwängen

von großer Ordnung vorschrieben. Ein Loch wird in die Wand getrieben.

Die Symmetrie im Umfeld stört, weil so ein Bild nicht hin gehört.

An dieser Stelle, in der Tat, hängt das Bild nicht akkurat,

das die Gemahlin, was sie liebt, ständig an der Wand verschiebt,

vor seiner Ansicht immer wieder, nach links und rechts und auf und nieder.

Es fehlt hat noch der letzte Dreh. Der Gattin tun die Arme weh.

Dann kommt er zu dem Entschluss, dass die Vitrine weichen muss.

Die wird ein Stück nach links gerückt und der Hausherr ist entzückt,

weil nun das Bildnis an der Wand akkurat im Blickfeld stand.

Im Maß kann man die Löcher bohren, nach Möglichkeit entfernt von Rohren

und in Distanz zu Leitungssträngen, die in der Wand verborgen hängen.

Die Gattin lässt sich weiter stressen. Er tut mit dem Zollstock messen,

wo das Loch, worauf er schwört, in Exaktheit hin gehört.

Das Loch wird nun exakt geplant, wobei die Gattin Schlimmes ahnt,

die aber nichts sagen will. Darum bleibt sie lieber still.

Sie darf den Mann dabei nicht stören. Den tut ihr Geschwätz betören,

wie er kritisierend meint, während er sich sicher scheint,

dass das Loch allmählich stimmt, als er das Maß von neuem nimmt.

Die Gattin möchte sich verdrücken, doch muss am Bild noch etwas rücken,

fünf Zentimeter mehr nach rechts und im Eifer des Gefechts,

hat sie zwei zu viel geschoben. Dafür tut er sie nicht loben

und das Bild gehört ein Stück, vier Zentimeter, links zurück.

Und er steigert sich, und wie, in die spezielle Akribie.

Irgendwann muss er nun bohren, hat er nunmehr laut beschworen.

Er ist Beamter, in der Tat, um nicht zu sagen Bürokrat

und er ist nicht sehr gewandt, mit der Technik in der Hand.

Bei Technik kriegt er rote Ohren. Darum will die Gemahlin bohren.

Er hat dabei das Maß genannt, die Wand dahinter nicht gekannt

und sie schreitet dann zur Tat und bohrt, ziemlich akkurat,

im Zufall an dem Leitungsnetz. Das physikalische Gesetz

lässt versteckte Funken fliegen. Die Bohrmaschine hat geschwiegen.

Die Bohrmaschine scheint kaputt und gehört wohl in den Schutt,

war nicht die beste Qualität. Es dämmert und der Tag wird spät.

Das Loch ist akkurat gesetzt, die Kupferleitung schwer verletzt

und der Stromkreis in dem Haus fällt akkurat von selber aus,

durch die Sicherung bedingt, die selbstständig von selber springt.

Das Loch sitzt, akkurat indessen angezeichnet und vermessen

und damit ganz gezielt am Ort, direkt an der Leitung dort,

als die Bohrung in der Wand, dort wo erst die Vitrine stand.

Er hat akkurat geplant und hat es leider nicht geahnt,

dass die Vitrine an der Wand schützend vor der Leitung stand.

Eine Akkubohrmaschine, nebenan bei der Vitrine,

würde jetzt noch weiterlaufen. So eine will er später kaufen.

Es dämmert ihm, es wird ihm klar, nachdem es langsam dunkel war,

dass irgend etwas so nicht stimmt, weil die Birne auch nicht glimmt.

Die Sicherung, das kann ja sein, die klappt er wieder richtig rein.

Doch die Birne will nicht brennen. Die Ursache glaubt er zu kennen.

Die Gattin kriegt nun zur Genüge in der Sitte eine Rüge,

denn die Bohrung führt extrem zum akuten Stromproblem.

H. Feisel