Wackelig.
Wackelig.
So manches kann im Leben wackeln. Der Zahnarzt tut nicht lange fackeln
und zieht den wackeligen Zahn. Kommt ein Mensch aus seiner Bahn,
dann wackelt er im Alkohol, manchmal auf Geratewohl,
auf einem ziemlich schmalen Steg, hinüber zu dem breiten Weg,
wo er sicher, in der Tat, etwas mehr an Spielraum hat.
Wackelig will er nach Hause. Dazwischen macht er mehrfach Pause,
denn er darf sich nicht so hetzen und muss sich ab und an mal setzen,
in dem wackelnden Verlauf. Das Wackeln nimmt der Mensch in Kauf,
wenn er einmal, dann und wann, etwas kräftig feiern kann.
Beim Karneval, hat man gemunkelt, wird viel gewackelt und geschunkelt.
Ein Tänzer wackelt mit dem Po und die Blondine ebenso,
die, von manchem Blick begleitet, mit einem tiefem Ausschnitt schreitet.
Ein volles Glas kann auch leicht wackeln, wenn Leute miteinander schnackeln,
auf das Thema konzentriert und jemand heftig applaudiert,
versehentlich den Tisch berührend. Ein leichtes Wackeln wirkt verführend,
in der gewissen Oberweite. Der Dicke wackelt in der Breite,
wenn er, nach Alkoholgenuss, seine Schritte setzen muss,
bei der Polizeikontrolle. Wackeln tut der gänzlich Volle,
den die Gattin heim begleitet. Die Gemahlin die ihn leitet,
tut Zuhause, bei dem Wackeln, nicht lange mit Kritiken fackeln.
Wackeln tut auch ganz gewiss beim alten Opa das Gebiss
und die Oma hat geschaut, als sie etwas Hartes kaut,
nach dem Wackeln im Gebiss und entdeckt nun den Zerriss.
Manches hat wohl, im gewissen, manchmal ein Gebiss zerrissen.
Beim Boxer wackelt, in dem Maße, manchmal die kaputte Nase.
Der Wackelkontakt ist oft zeitig nicht nur in der Ehe streitig;
der Wackelkontakt führt beim Wagen auch zu ungelösten Fragen.
Wenn die Schüssel draußen wackelt, dann hat der Bildschirm nicht geschnackelt
und das Bild ist nicht mehr da, das man nach dem Sturm nicht sah.
Beim starken Sturm war viel Gewackel und im Hause blieb der Dackel.
Wackelig, im allgemeinen, steht das Kleinkind auf den Beinen,
wenn es langsam laufen lernt und wackelig ist dann entfernt
der alte wackelige Mann, der nun kaum noch laufen kann
und die alte steife Frau, im wackeligen Unterbau,
die sich kaum noch aufrecht hält und über ihre Beine fällt.
Es wackelt auch, in letzter Zeit, die feste Rentensicherheit
und nicht zuletzt die Mutter Erde, in womöglich der Beschwerde,
die sich für den Planet am Schluss, durch diese Welt ergeben muss.
Wackelt erst noch der Planet, der bisher seine Runden dreht,
dann ist die ganze Welt betroffen. Dann sind alle wie besoffen.
H. Feisel
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