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Kult-Ur-kritische Texte.

« August 2007 | Start | Oktober 2007 »

Wiederkäuer.

Wiederkäuer.

Es lebt die Kuh in dem Gemäuer und man nennt sie Wiederkäuer,

weil sie, wie es halt so ist, manche Sachen in sich frisst,

die sie Wiederkauen muss. Es scheint als wär' das ein Genuss,

wenn die Kuh das mehrmals kaut, was sie nicht allzu leicht verdaut.

So schlingt die Kuh im großes Ganzen rohes Futter in den Pansen.

Das hat sie zunächst vorgekaut, doch nicht beim ersten mal verdaut,

weshalb sie sich dafür verbürgt, dass sie das aus dem Magen würgt

und dann noch einmal wiederkaut, damit sie es dann gut verdaut.

Verdautes hat sie im gewissen gerne aus sich raus geschissen

und dazu hebt sie dann den Schwanz. Doch richtig leer wird sie nie ganz,

weil, während sie nach hinten drückt, kaut sie vorne ganz entzückt,

schon am nächsten groben Futter. Alles ist damit in Butter,

scheint der Bauer still zu denken und er will an dem Euter melken.

Es blökt die Kuh oft sozusagen, beim halbwegs wieder leeren Magen,

darum dass sie, dann und wann, wiederum was fressen kann.

Die Kuh, egal was auch geschieht, dient dem der an dem Euter zieht.

Manchmal gibt die alte Kuh vorerst lange keine Ruh,

weil ihr irgend was nicht passt, auch wenn das ein mancher hasst.

Ein Mensch der das nicht überhört und lieber auf die Ruhe schwört,

dem tut das manchmal, im Geschehen, ziemlich auf die Nerven gehen,

wenn die Kuh das Maul nicht hält. Wenn es ihm auch nicht gefällt,

es gibt die Kuh noch immerzu vorerst leider keine Ruh.

Wenn sie sich in Schweigen hüllt, dann ist sie innen ausgefüllt,

dann ist dieselbe sozusagen bis oben hin, bei vollem Magen.

Solang die Kuh noch viel verdaut und ständig immer wiederkaut,

plärrt sie nicht mit vollem Maul und dann ist sie nicht zu faul

um die Milch zu produzieren. Tut der Milchfluss sich verlieren,

dann, das muss man wohl verstehen, tut sie paar Wochen trocken stehen.

Der Bauer lässt dann dieser Kuh in mancher Hinsicht etwas Ruh,

doch tut er sich schon manchmal ducken und dabei nach dem Euter gucken.

Es frisst die Kuh Getreidekörner und manche Kuh hat heut noch Hörner,

manche aber eher nicht, wie der junge Bauer spricht.

In manchem Häuschen immerzu spricht jemand laut von einer Kuh

und nennt diese eine Schlimme. Das klingt nach einer Männerstimme.

Die Frauenstimme tut sich melden und ihn „Dummer Bauer“ schelten.

Der Bauer guckt zum Stall hinaus, doch das geschieht im Nachbarhaus,

wie er von weitem hören kann. Beruhigt zieht der Bauer dann

sich in seinen Stall zurück. Man hat ihn nicht gemeint, zum Glück,

wie er nun zufrieden meint. Was zu eskalieren scheint,

ist das Gebrüll im Nachbarhaus. Hoffentlich fliegt keiner raus.

H. Feisel

Steinreich.

Steinreich.

Steinreich war ein Bauer selten. Doch tat er oft als steinreich gelten,

in dem Sinn, im allgemeinen, angesichts von vielen Steinen,

die auf seinem Acker lagen. Den bestellt er unter Klagen,

weil er unter viel Verdruss sehr viel Steine lesen muss,

die auf dem Ackerboden liegen. Um die jährlich weg zu kriegen

muss er sich aus freien Stücken immer tief am Boden bücken.

Er beugt den Rücken, immer wieder, den ganzen Tag lang auf und nieder,

bis es ihm fast das Kreuz zerbricht, wie er diesbezüglich spricht,

am späten Abend zu der Frau, im Sessel bei der Tagesschau.

Die salbt ihm nun das Rückgrat ein; das Leiden muss behandelt sein.

Seine Frau hat auch gelesen, doch ist scheint's wendiger gewesen,

kann sich scheinbar besser bücken, ist wohl elastischer im Rücken.

Am nächsten Tag liest die alleine mitsamt Kindern weiter Steine,

weil der Bauer sich verdrückt, der sich nur sehr ungern bückt.

Noch schlimmer als Kartoffel lesen ist diese Tätigkeit gewesen,

gibt der Bauer zu bedenken und er tut lieber Schlepper lenken,

an dem Lenkrad wo er sitzt und hin und her am Acker flitzt,

mit dem Schlepper, samt Gerät. Allmählich wird es wieder spät

und seine Frau ist schon zu Hause, ohne die verdiente Pause

und hantiert schon an den Zitzen, denn sie tut beim Melken sitzen.

Inzwischen fährt der Bauer heim. Die Gattin ging ihm auf den Leim

und träumte einst vom reichen Bauer. Inzwischen ist die Gattin schlauer,

weil der Gemahl nur steinreich ist. Ansonsten ist auch vieles Mist,

der manchmal bis zum Himmel stinkt, wenn der Nachbar schimpfend winkt.

Die Nachbarin, die Worte spricht, macht schleunigst ihre Fenster dicht,

denn sie hat, in hohem Maße, eine ziemlich feine Nase,

wenn der Bauer Gülle fährt. Es duftet streng so lang es währt,

weil Faulgase Gerüche bringen, die durch die kleinsten Ritze dringen.

Steinreich ist der Bauer nicht und sein Alltag ist mehr schlicht,

von mancherlei Gestank begleitet, wenn er zu neuen Taten schreitet.

Steine gibt es viel zu lesen. Das ist Handarbeit gewesen,

schon seit früher auf dem Acker. Die Gemahlin ist noch wacker,

die sich besser bücken kann, als der steife Bauersmann.

Den Heimtrainer, den braucht sie nicht, wie sie zu dem Bauer spricht,

denn sie bückt sich tausendfach, quälend unter Weh und Ach.

Nachts tut sie sich dafür strecken, bis zum ziemlich frühen Wecken,

wenn sie aus der Decke springt. Was ihr die Gymnastik bringt,

hin und wieder auf dem Acker, immer wieder frisch und wacker,

das ist Landluft und Bewegung. Schließlich braucht man die Verpflegung,

denn steinreich ist man, aus der Sicht, irgendwie wohl trotzdem nicht.

H. Feisel

Regenwetter.

Regenwetter.

Der Bauer schimpft bei diesem Wetter und der Städter ist nicht netter,

wenn der Regen ziemlich prompt völlig ungelegen kommt.

Der Städter wollte allgemein über Pfingsten Sonnenschein

und nicht in dem Zimmer hocken. Doch es blieb nicht lange trocken,

was auch auf dem Land geschieht, wo der Bauer mürrisch sieht,

dass seine Arbeit nicht gelingt, was das Wetter mit sich bringt.

Der Naturfreund sitzt im Zelt und blickt traurig in die Welt,

weil der Regen lange dauert, weil es immer wieder schauert

und er gesteht sich langsam ein: zu hause könnt es schöner sein.

Er klagt nicht über Mückenschwärme, der Schlafsack bringt ihm etwas Wärme,

wenn der Regen in der Nacht ihm weiterhin zu schaffen macht.

Der Naturfreund, der sich wärmt, hat vom Regen nicht geschwärmt.

Es spricht der Bauer laut von “Mist”, weil das Wetter, wie es ist,

nicht in seine Pläne passt und weil er jetzt den Regen hasst,

den er sonst recht ausgedehnt beim heißen Sommer lang ersehnt.

Schimpft er oder ist er still, es macht das Wetter was es will,

auch wenn der Städter sich beschwert, das Wetter sei wie stets verkehrt

und der Naturfreund draußen schmollt, wenn er sich in den Schlafsack rollt.

Die Sonne kommt nicht wie bestellt. Der Himmel ist nicht aufgehellt

und der Regen, wenn es gießt, der überall herunter fließt,

hat manchen Plan wohl über Nacht zu Pfingsten ganz kaputt gemacht.

So laufen Menschen in Kapuzen, allem Anschein ohne Nutzen,

irgendwo verdrießlich nur, in dem Regen der Natur,

und es nörgelt selbst der Bauer über diese stete Schauer.

Das Regenwasser ist geflossen und es hat weiterhin gegossen.

Die Ausgießung von Geist ist schlicht heilig dabei leider nicht,

denn viel Regen geht zumeist manchen Menschen auf den Geist

und ganz Pfingsten ist verregnet und nicht mit Sonnenschein gesegnet.

Doch es gibt in Stadt und Land den gesundenden Verstand,

der sich hierbei eingesteht dass wunschgemäß nicht alles geht.

Heilig ist der Geist wohl dann, wenn er klar erkennen kann,

dass sich die Erde, die besteht, in ihrem Rhythmus weiter dreht,

trotz der menschlichen Beschwerden, bei Tag- und Nachtzeit hier auf Erden.

H. Feisel

Flitter-Gewitter.

Flitter - Gewitter.

Ist das Jawort ausgesprochen, wird es später oft gebrochen

und es folgt ganz allgemein an dem Ende dann ein Nein.

Die Flitterwochen sind beliebt, wenn man sich das Jawort gibt

und man hat sich viel gelobt und sich danach ausgetobt,

während der Gewitterwochen und hat sich dann nicht mehr gerochen,

weil die Ehefrau den Mann auf einmal nicht mehr riechen kann

und weil der Ehemann die Frau nicht mehr mag in seinem Bau.

Einst gab es Euphorie und Flitter, dann folgt Extase im Gewitter,

beim verwünschten “Donnerwetter”. Früher war die Ehe netter;

nun hört man folgenschwere Flüche, im Schlafzimmer und in der Küche.

Früher trug er sie auf Armen. Heute hat er kein Erbarmen

und sie sind sich beide fremd. Sie steht sehr mollig in dem Hemd.

Er tut als ob er sie nicht kennt, wenn er sie Gewichtig nennt,

Weit über Idealgewicht,” wie er diesbezüglich spricht.

Ihr vergeht die ganze Lust und sie fühlt jetzt nur noch Frust

und sie verliert den Lebensmut, wodurch sie dann das Falsche tut.

Leider ist sie nun indessen, frustbedingt sehr viel am essen

und sie nimmt dadurch im Nu schwergewichtig weiter zu.

Er hat sie, das ist ihr bekannt, einen Frustfresser genannt

und er spricht sie tut nicht essen, sondern sie sei arg verfressen.

Er kann sie nicht auf Händen tragen und wozu soll er sich noch plagen,

wenn sich beide, so gesehen, schon lange nicht mehr gut verstehen.

Sie sagt von ihm dass er viel säuft, bis er beinah überläuft;

und er schleppt in Tragetaschen ständig wieder seine Flaschen.

Den Kasten Bier den schleppt er auch, auf der Treppe vor dem Bauch.

Die Fahne prägt den Ehemann, weshalb sie ihn nicht riechen kann.

Es hat alles seinen Preis. Er riecht nicht gerne ihren Schweiß

und tut selten bei ihr sitzen. Dicke tun ja so viel schwitzen,

hat er über sie gesagt, wenn sie nach den Gründen fragt.

Sie tun gegenseitig hetzen und sich auseinander setzen.

Die Auseinandersetzung geht, am Ende, wenn man drauf besteht,

dass man sich scheiden lassen will, bald vorbei und es wird still.

Dann ist der ganze Spuk vergangen. Man hat von vorne angefangen

und beide, wie man sagen kann, fangen neu von vorne an,

was auch immer nun gelingt. “Man weiß nicht was das Leben bringt!”

H. Feisel

Dorfgeflüster 8.

Dorfgeflüster 8.

Im Dorf ertönt von Mund zu Munde ständig eine neue Kunde

und in der Runde weiß man auch, nach gepflegtem altem Brauch,

was in der Neugier, die besteht, wieder alles vor sich geht.

Beliebt ist stets das Thema „Sex“ und manche Oma ist perplex,

wenn ihr plötzlich und ganz prompt davon was zu Ohren kommt.

Die Oma wundert sich wohl auch, bei dem sonderbaren Brauch,

in sexuell abnormen Dingen, die ihr auch zu Ohren dringen.

Bis sie begreift, was lange währt, wird die Oma aufgeklärt.

Es gibt wieder Grund zum Flüstern. In Sachen Sex ist mancher lüstern

und will nicht gern auf Sex verzichten, weiß man im Dörfchen zu berichten.

Auf Plattdeutsch hat man hier gesprochen man habe diesen Eid gebrochen,

den man bei der Trauung sprach, als der Bund der Ehe brach.

Manche Pärchen tun sich trennen, weil sie sich schon länger kennen

und sie haben Langeweile. Vor lauter Sex in großer Eile,

blieb zum Denken wenig Zeit und sie haben schnell gefreit

und sich nicht davor gescheut und wenig später schwer bereut.

War die Hochzeit ein Versehen, dann muss man auseinander gehen,

wenn der Sex von manchem Paar ein ziemlich großer Irrtum war,

ein Missverständnis sozusagen und den Sex muss man beklagen.

Die erst den Bund der Ehe stiften tun baldigst auseinander driften,

denn mancher weiß, im Sex betört, gar nicht wo er hin gehört,

zu welcher Art von dem Geschlecht und dabei ist ihm alles recht.

Mancher Mensch, in viel Verwirrung, leidet an Geschlechtsverirrung

und das beginnt, als alter Zopf, eigentlich im wirren Kopf.

Es rührt die Oma in dem Topf und sie schüttelt mit dem Kopf,

als man dieses Thema wählt und vom Trieb im Sex erzählt,

von eigenartigen Gelüsten, wenn sich manche seltsam küssten.

Manches Weiblein dementiert, wenn das Männchen sich blamiert,

dass es allzu weiblich sei und macht sich von dem Männchen frei

und fühlt sich dabei ungelogen, zu seinesgleichen hingezogen.

Selbst im allerkleinsten Nest bleibt vom Tabu nicht mal ein Rest

in dem sexuellen Treiben und das lässt sich schwer beschreiben.

Manches Paar ist unbeschreiblich manchmal männlich, manchmal weiblich.

Man hat, wie die Oma spricht, gar nicht mehr die Übersicht,

wer mit wem und wohin geht, denn die Rollen sind verdreht.

Wer dabei welche Rolle spielt, mehr oder weniger gezielt,

das hat man häufig nicht durchschaut. Die Oma spricht das sei versaut

und Sexualität sei hier unter aller Sau, vom Tier.

Sie wehrt ab und ist brüskiert, denn sie hat sich sehr geniert

überhaupt von Sex zu sprechen und sie tut als muss sie brechen. H. Feisel

Rückgrat.

Rückgrat.

Es kommt ein Bauer drauf zu sprechen. “Der Staat tut ihm das Rückgrat brechen,

wie es in dem Dörfchen scheint“, hat er in dem Ort gemeint.

Er geht in der gebeugten Haltung zu dem Amt in die Verwaltung

und tut sich in das Zimmer schleichen, um vielleicht was zu erreichen

und um die Rente zu erhalten. Ein Mann tut seines Amtes walten,

als Sachbearbeiter gewitzt, der hinter seinem Schreibtisch sitzt,

vor dem PC am Monitor. Das Aktenzeichen gibt er vor

und der Computer reagiert, als der Bauer sich geniert

auf frühe Rente, so gesehen, gewisser weise zu bestehen.

Der Computer kennt sich aus und spuckt die Fakten schnell heraus.

Der Bauer ist, mit sechzig Jahren, in der Landwirtschaft erfahren

und weiß sehr viel über Mist, doch weiß er nicht wie schwer es ist,

angesichts von dem Verbeugen, das Amt davon zu überzeugen,

wie es um seinen Rücken steht, während er um Rente fleht.

Die Frührente ist angebracht, hat er insgeheim gedacht.

Es sitzt im Amt, wirkt ziemlich matt, doch der Gedanke, den er hat,

ist ihm beim Verhör am Tisch nicht gerade förderlich.

Wie soll es anhand der Beschwerden mit dem Rücken besser werden,

hat der Bauer nun gesprochen. Er ist als alter Mann gebrochen,

bedingt durch all sein Rückenleiden und Schmerzen kann er nicht vermeiden.

Der Sachbereiter kennt sich aus. Der Bauer muss ins Krankenhaus.

Ein Gutachten wird dort erstellt. Der Bauer fühlt sich nun geprellt,

um seine Rente die er will, ist gekränkt und ziemlich still

und er spricht von einem Nepper. Er saß lange auf dem Schlepper,

mit Geräten und dem Hänger, spricht er zu dem Bauernfänger,

den er in dem Argument nicht öffentlich beim Namen nennt.

Das Geschaukel und das Wippen dringt ihm nicht nur in die Rippen,

sondern schadet seinem Rücken. Der Bauer muss sich wieder bücken

und der Mensch mit Doktortitel, in dem blütenweißen Kittel,

fühlt und tastet und er knetet, wenn mancher um die Rente betet.

Leider führt nun das Erlebnis zu keiner Klarheit im Ergebnis,

trotz gewisser Röntgenaugen, die beim Professor auch nicht taugen,

die Patienten einzuschätzen, auf bäuerlichen Arbeitsplätzen.

Daher wird, in diesem Schema, das Röntgenbild zu einem Thema.

Der Bauersmann wird nun durchleuchtet. Die Augen sind leicht angefeuchtet,

weil er um die Rente bangt, die er scheinbar nicht erlangt.

Das Röntgenbild wird angeguckt, beim Bauern, der sich wieder duckt.

Die Bandscheibe sitzt nicht korrekt, hat man irgendwie entdeckt,

der Rückenwirbel leicht verschoben, den Knorpel kann man auch nicht loben.

Der Bauer, der sich jetzt erhebt, hat wieder Rente angestrebt.

Er muss wieder in das Amt, mit Fragebogen und mitsamt

allem was dazu gehört, wo er seinen Schmerz beschwört.

Die Diagnose hat gezeigt, dass man zum Operieren neigt.

Der Bauer muss ins Krankenhaus und mit der Rente ist es aus.

Es muss der Bauer unters Messer. Danach geht es ihm nicht besser,

wie es sich am Anfang zeigt, als er sich krümmt und tiefer neigt.

Das Rückgrat quält wie angebrochen. Das gibt sich noch, hat man gesprochen

und es kann, trotz der Beschwerden, eigentlich nur besser werden.

Es nützt kein Einspruch, kein Gemecker. Bald sitzt er wieder in dem Trecker.

Das Geschaukel im Extrem ist dem Rücken nicht genehm.

Was folgt und das ist gar kein Witz, das ist der Gesundheitssitz.

Der soll viel bequemer sein und der Bauer setzt sich rein,

nicht ohne dass es weiter wippt, während die Gesundheit kippt

und dazu kommt noch die Thrombose in dem Bein, in seiner Hose.

Im Rückgrat fühlt er sich verrenkt, während er an Rente denkt.

Den Antrag lässt er neu verwalten, um die Rente zu erhalten.

Und der Bauer spricht “Verdammt”, denn wieder muss er in das Amt,

wo der Beamte, den er kennt, die Sache nun beim Namen nennt.

Der ist diesmal überzeugt. Der Sacharbeiter sitzt gebeugt,

in krummer Haltung in dem Stuhl. Der Bauer gibt sich eher Kuhl.

Der Mensch am Schreibtisch, ohne Scherz, spricht von seinem Rückenschmerz

und schimpft, das ist auch Witz, über seinen schlechten Sitz,

wenn er wie fest angedockt ständig vor dem Bildschirm hockt,

den ganzen Tag und in viel Stunden, dauernd nur wie angebunden.

Die Salbe hilft nicht und kein Baden. Es scheint er hat den Rückenschaden.

Er ist, gebeugt in der Gestalt, gerade fünfzig Jahre alt

und muss sich auch im Rücken biegen. Der Bauer tut nun Rente kriegen.

Die wurde ihm auch nicht geschenkt. Ob die Person an Rente denkt,

oder wenig später schon, besser vielleicht an Pension,

das ist dem Bauern unbekannt, denn er ist freudig fort gerannt.

H. Feisel

Boxenstopp.

Boxenstopp.

Ist ein Rindvieh wie bekloppt, hat der Bauer es gestoppt,

dann fängt er einen freien Ochsen, womöglich an den Kälberboxen.

Der Bulle läuft zwar im Galopp, doch in den Boxen macht er stopp

und dann wird er überwunden und gestoppt und angebunden.

Der Bauer stoppt damit den Bullen. Die Niete stoppt mit großen Nullen

die Hoffnung auf den Hauptgewinn. Dann verliert die Box den Sinn

in der die Lose sich befinden, für jene die nur Nieten finden.

Die Wette gilt, das Pferd ist topp. Doch macht es in den Boxen stopp,

dann kommt es nicht sehr schnell heraus und mit der Wette ist es aus.

Der Esel, anders als ein Gaul, ist schon zum Boxenstopp zu faul.

Macht ein Pferd, trotz hüh und hopp, am Reiterhof vor Boxen stopp,

dann ist es, wenn ein mancher höhnt, an Gitterstäbe nicht gewöhnt,

weil es in der Freiheit lebt und nicht zu der Zelle strebt.

Als Sträfling sitzt ein mancher Mann, wenn er nicht mehr boxen kann,

aggressiv und wie bekloppt, wenn die Polizei ihn stoppt,

weil schon viel zu viel geschah, in der Box beim JVA.

Der Boxer wird im Kampf gestoppt, beim Boxen, wo man ihn verkloppt.

Ist er müde, angeschlagen und vielleicht auch sozusagen,

praktisch, technisch sehr Ko, dann gilt der Boxstopp ebenso,

dann spricht der Ringrichter das Stopp angesichts vom dicken Kopp.

Der Boxenstopp beim Formel Eins ist beim Stopp so kurz wie keins

und als Boxenstopp der Reichen mit Millionen zu begleichen.

Beim Boxenstopp da quietschen Reifen, wenn sie in den Asphalt greifen

und geschminkt und mit viel Puder zeigt sich gern das Boxenluder.

Der Boxenstopp gleicht dem Reflex. Das Boxenluder zeigt viel Sex

und ist bei dem Verehrer topp und macht nicht vor dem Beutel stopp,

denn ist der Beutel dick und prall, dann ist das Luder in dem Fall,

dem Techtelmechtel zugeneigt, wo das Potential sich zeigt.

Das Luder kauft sehr gern im Shop und macht nicht vor den Boxen stopp.

Bei Formel Eins die heiße Nummer macht beim Stopp so manchem Kummer.

H. Feisel

Analyse.

Analyse.

Das Auto braucht die Analyse, genau so wie die Hypophyse,

genau wie Körper und der Geist vom gesamten Menschen meist,

genau so wie das Wahlerlebnis, sowohl auch das Wahlergebnis.

Die Analyse hat bezweckt, dass der Fehler, wo er steckt,

zunächst einmal, und auch nur dann, herausgefunden werden kann,

wenn sich der Mangel einmal häuft und gar nichts mehr so richtig läuft.

Die Analyse zeigt dabei, beim Abgastest das CO2,

beim Menschen den Hormonhaushalt und nach der Wahl was dabei galt,

in vielen Unzulänglichkeiten, beim Versprechen und Bestreiten.

Die Analyse muss geschehen, denn es soll ja weiter gehen.

Das Auto muss zum TÜV hin laufen. Den TÜV kann man zwar nicht kaufen

und auch die TÜV Plakette nicht, wie man dabei deutlich spricht,

doch die Analyse zeigt, ob das Auto dazu neigt,

noch zwei Jahre durch zu halten. Der Prüfer tut des Amtes walten.

Ist das Auto durchgefallen, als einziges vielleicht von allen,

dann steckt das Auto in der Krise, denn der Prüfer, dieser miese,

hat die Mängel aufgedeckt. Die waren irgendwo versteckt,

der Autokrankheit zugeneigt. Die Diagnose hat gezeigt,

dass manches Auto, das wird klar, so nicht mehr zu gebrauchen war,

wenn mancher in die Werkstatt fährt, was manchmal ein paar Tage währt.

Auch sitzt der Mensch, mitunter immer, häufig in dem Wartezimmer

und blickt gelangweilt in die Zeitung. Der Arzt hat eine lange Leitung,

scheint er hierbei still zu denken und er tut sich den Hals verrenken,

wenn er, lange ungeschickt, weiter in die Zeitung blickt.

Dann geht die Tür zur Praxis auf und das Schicksal nimmt den Lauf.

Die Analyse schließt sich an, wie er sich schon denken kann

und er muss viel von seinem Leben notgedrungen weiter geben,

wie vieleBier er wohl trinkt und weil er nach Tabak stinkt,

wie vieler davon konsumiert und was sich all im Bauch verliert.

Die Diagnose schließt so dann, dass das so nicht gehen kann

und dass der Mensch, so klingt der Schluss, auf manches mehr verzichten muss.

Die Wahl ist irgendwann zu Ende und bringt wieder eine Wende,

wie schon immer und zu oft. Mancher hat umsonst gehofft

und schleicht sich leise aus dem Haus, oder fliegt zur Tür hinaus.

Die Analyse, das ist richtig, ist nach jeder Wahl sehr wichtig,

weil ja jede Stimme zählt, sofern jede Stimme wählt.

Die Prognose war nicht schlecht, da kommt die Analyse recht,

wenn sich die Prognose irrt und manchen Kandidat verwirrt.

Am Ende steht die Diagnose, denn es geht manches in die Hose.

H. Feisel

Agrar-Agronom.

Agrar– Agronom.

Früher nannte man ihn Bauer. Heute ist er vielfach schlauer

und nennt sich manchmal Agronom. Alles läuft nun mittels Strom.

Sogar die Milch die läuft im Nu, aus dem Euter von der Kuh,

mit Hilfe von der Melkmaschine. Der Landwirt guckt mit viel Routine,

wenn die Milch in Strömen läuft und wenn der Gewinn sich häuft,

bedingt durch seine hohe Quote und durch die Milch in hoher Note,

bei allerbester Qualität und Fettanteil, wozu man rät.

Der Landwirt schaut sich heute drum nach der modernen Technik um.

Das was er mit der Technik schafft, in technisierter Leidenschaft,

wobei man ihn Agrarier nennt, der seine Melkmaschine kennt,

das tat der Bauer wohl am meisten nicht ansatzweise früher leisten.

Früher war der Bauer drum gegenüber heute dumm,

denn er hat sich abgequält und trotzdem weiter nichts gezählt.

Er trieb die Kühe mit der Gerte. Nun ist er ein Agrarexperte

und muss vor dem Computer hocken, wo ihn viele Zahlen locken,

wobei er manchmal zum Verdruss manche Zahlen tilgen muss.

Tilgen muss er bei der Bank. Kredit den hat er „Gott sei Dank“

und ohne den käm'' er im Haus und in dem Kuhstall niemals aus.

Den muss er tilgen mit dem Ziel, im so genannten Zahlenspiel,

schwarze Zahlen auf Betreiben seiner Bank dabei zu schreiben.

Die Masse Kühe muss es bringen, sonst kann kein Gewinn gelingen

und es reichen nicht drei Kühe. Er ist schon in aller Frühe

mit hundertzwanzig Stück zugange und abends dabei auch noch lange

viel am melken und am schaffen und muss das Geld zusammen raffen.

Früher war die Arbeit schwer, heute nicht mehr allzu sehr.

Der Bauer musste früher schwitzen und tat nicht auf dem Traktor sitzen,

als er Handarbeit vollbrachte und alles mit den Händen machte.

Vieles war in der Natur eine einzige Tortour

und die Prozedur war hart. Der Bauer war dann wie erstarrt

am Abend schnellstens eingeschlafen. Was die Kühe nun betrafen,

die wurden mit der Hand gemolken. Manchmal zogen dunkle Wolken.

Dann war der Bauer immer nur ganz durchnässt in Feld und Flur.

Heute fährt er mit Kabine ohne kummervolle Miene,

jedem Wetter dabei fast nahezu schon angepasst,

tut schnell und leicht nach Hause finden und er muss sich nicht so schinden,

in körperlicher Schwerarbeit, so wie früher zu der Zeit,

als der Bauer, das ist klar, bei der Bank kein Schuldner war.

Doch hat der Landwirt immerzu vor lauter Schulden keine Ruh,

was ihm, wie er sich gesteht, manchmal auf die Nerven geht.

Körperlich ist es ihm recht, doch seiner Psyche geht es schlecht. H. Feisel

Affäre.

Affäre.

Es ergibt sich manche Zeit eine Angelegenheit,

die zum Zeitpunkt, das ist klar, ganz intim geschehen war.

Die Affäre ist geschehen und sie tut erst dann entstehen,

wenn man die Angelegenheit entdeckt, denn sie war zuvor versteckt

und wenn die Sache, aufgespürt, zum peinlichen Empfinden führt.

Man war lange Zeit nicht kleinlich und die Sache war nicht peinlich,

bis die Gesellschaft dazu neigt, indem man nun mit Fingern zeigt,

von der Affäre zu berichten, statt die Sache still zu schlichten.

Diese Sache, die Affäre, das ist die spektakuläre

Neuigkeit die man erzählt, wenn die Neugier ziemlich quält.

In der Handlung, wie es scheint, hat mancher Mensch vielleicht gemeint,

jedenfalls gewisse Zeit, in der Angelegenheit,

dass ihm die Aktion was bringt, solange die intim gelingt.

Die Liebschaft mag ja allgemein angenehm und reizend sein,

wenn sich ein Mensch im Sinn betört, im Trieb, der lange keinen stört.

Doch kommt die Sache einmal raus, dann wird die Affäre draus.

Die Affäre wird berichtet und mancher hat davon gedichtet.

Was im Verborgenen geschah, was man lange Zeit nicht sah,

das wird nun überall erzählt, wenn der Mensch den Fluchtweg wählt,

dem man auf die Schliche kam, der das dann zum Anlass nahm,

um hundertachtzig Grad zu wenden und die Affäre zu beenden.

Die Liebschaft war wohl angenehm, doch was folgt ist oft extrem

lästig, peinlich und so weiter und stimmt den Menschen nicht sehr heiter.

Nur die, die Affäre nennen, lassen Heiterkeit erkennen.

Das berichtete Erlebnis ist amüsant in dem Ergebnis,

das man die Affäre nennt, sobald man Einzelheiten kennt.

Alle tun sich amüsieren und nach Unterhaltung gieren

und können sich in solchen Sachen darüber ziemlich lustig machen.

Nur einem, dem vergeht im Frust, aus diesem Grunde ganz die Lust,

nachdem er lustvoll, lange Zeit, zum heimlich stillen Sex bereit,

intim und unerkannt sich regte, wie er das zu halten pflegte,

als Biedermann und Ehegatte, wo er nichts zu suchen hatte.

Irgendwann flog im Verlauf, wie immer manche Sache auf

und das nennt man die Affäre. Wenn jetzt nicht die Blamage wäre,

dann wäre alles halb so schlimm. Der Ehrenmann der schwelgt im Grimm,

ist besorgt um seinen Ruf, den er sich lange mühsam schuf,

mit Raffinesse und Geschick. Er verstand dabei den Trick,

wie er sich erfolgreich tarnt und gleichsam manche doch umgarnt.

Heimlich war er immer wieder wie verrückt auf jedes Mieder.

Im Rückzug schmollt der Biedermann, bis er erneut wieder kann. H. Feisel