Wiederkäuer.
Wiederkäuer.
Es lebt die Kuh in dem Gemäuer und man nennt sie Wiederkäuer,
weil sie, wie es halt so ist, manche Sachen in sich frisst,
die sie Wiederkauen muss. Es scheint als wär' das ein Genuss,
wenn die Kuh das mehrmals kaut, was sie nicht allzu leicht verdaut.
So schlingt die Kuh im großes Ganzen rohes Futter in den Pansen.
Das hat sie zunächst vorgekaut, doch nicht beim ersten mal verdaut,
weshalb sie sich dafür verbürgt, dass sie das aus dem Magen würgt
und dann noch einmal wiederkaut, damit sie es dann gut verdaut.
Verdautes hat sie im gewissen gerne aus sich raus geschissen
und dazu hebt sie dann den Schwanz. Doch richtig leer wird sie nie ganz,
weil, während sie nach hinten drückt, kaut sie vorne ganz entzückt,
schon am nächsten groben Futter. Alles ist damit in Butter,
scheint der Bauer still zu denken und er will an dem Euter melken.
Es blökt die Kuh oft sozusagen, beim halbwegs wieder leeren Magen,
darum dass sie, dann und wann, wiederum was fressen kann.
Die Kuh, egal was auch geschieht, dient dem der an dem Euter zieht.
Manchmal gibt die alte Kuh vorerst lange keine Ruh,
weil ihr irgend was nicht passt, auch wenn das ein mancher hasst.
Ein Mensch der das nicht überhört und lieber auf die Ruhe schwört,
dem tut das manchmal, im Geschehen, ziemlich auf die Nerven gehen,
wenn die Kuh das Maul nicht hält. Wenn es ihm auch nicht gefällt,
es gibt die Kuh noch immerzu vorerst leider keine Ruh.
Wenn sie sich in Schweigen hüllt, dann ist sie innen ausgefüllt,
dann ist dieselbe sozusagen bis oben hin, bei vollem Magen.
Solang die Kuh noch viel verdaut und ständig immer wiederkaut,
plärrt sie nicht mit vollem Maul und dann ist sie nicht zu faul
um die Milch zu produzieren. Tut der Milchfluss sich verlieren,
dann, das muss man wohl verstehen, tut sie paar Wochen trocken stehen.
Der Bauer lässt dann dieser Kuh in mancher Hinsicht etwas Ruh,
doch tut er sich schon manchmal ducken und dabei nach dem Euter gucken.
Es frisst die Kuh Getreidekörner und manche Kuh hat heut noch Hörner,
manche aber eher nicht, wie der junge Bauer spricht.
In manchem Häuschen immerzu spricht jemand laut von einer Kuh
und nennt diese eine Schlimme. Das klingt nach einer Männerstimme.
Die Frauenstimme tut sich melden und ihn „Dummer Bauer“ schelten.
Der Bauer guckt zum Stall hinaus, doch das geschieht im Nachbarhaus,
wie er von weitem hören kann. Beruhigt zieht der Bauer dann
sich in seinen Stall zurück. Man hat ihn nicht gemeint, zum Glück,
wie er nun zufrieden meint. Was zu eskalieren scheint,
ist das Gebrüll im Nachbarhaus. Hoffentlich fliegt keiner raus.
H. Feisel
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