Kurschatten.
Im Sommer ist es, wie man weiß, mitunter einmal ziemlich heiß
und es geht, man weiß oft mehr, auch im Kurort heißer her,
als in der kalten Jahreszeit, im Winter, wenn es friert und schneit.
Mancher kränkelt in dem Leid und zeigt im Kurbad doch viel Schneid,
angesichts der reifen Frauen die ihm auf die Hose schauen.
Manche ist auch, so gesehen, reif und dafür vorgesehen,
zur Genesung, sozusagen, schnell und hilfreich beizutragen.
Die Klagen in dem steifen Rücken kann ein Mann noch unterdrücken,
solange er sich nicht beklagt, dass ihm die Potenz versagt,
wenn er heimlich und ganz still die reife Frau kurieren will.
Die ist hierbei schnell kuriert wenn sie den Ehemann verliert,
der daheim im Haus verkehrt und dabei eine Frau begehrt,
der mit viel mehr als einem Kuss, als Witwer eine finden muss.
Dabei hat er wohl entdeckt dass die alte was versteckt,
die sehr heimlich und ganz still den Liebesdienst verschweigen will.
Befriedigt hat sie ihre Ruh. Doch die Tür daheim ist zu,
zugeschlagen vor der Nase. Unzufrieden, in Ekstase,
muss sie hierbei aus Versehen und sehr unbefriedigt gehen.
So ergibt sich in dem Maße in der Orientierungsphase,
im Wechselbad von dem Gefühl ein ganz anderes Kalkül.
Die Wechselbäder tun sehr gut und machen wieder neuen Mut.
Das alte Leid wird, aufgebauscht, in neuer Frische ausgetauscht.
Dem Mann ist heiß bei praller Sonne. Er ist erhitzt bei praller Wonne,
wenn er seinen Schatten sieht, wenn es ihn zum Schatten zieht.
Aus diesem Grund muss mancher stranden oder aber halbwegs landen. Der Kurschatten ist so entstanden, wie kluge Menschen einst befanden
und der Patient tat sich gestatten die Patientin zu beschatten,
in Eifersucht, wohin sie lief, wie ein privater Detektiv.
Wenn die Frau den Mann begehrt, geschieht das ganze umgekehrt
und sie läuft ihm kreuz und quer, wie ein Schatten hinterher.
Wenn der Schatten sich verzieht und keine Hitze mehr geschieht,
dann muss sich mancher auch bewegen, denn dann steht er oft im Regen.
Wenn durch die Hitze, die sich staut, sich ein Sturm zusammenbraut,
dann geht es auch in dem Verkehr schließlich ziemlich hektisch her.
Wenn die Gewitterwolken toben wird die Liege weggeschoben,
dann gibt es oft ein „Donnerwetter“. Doch wird es vielleicht wieder netter,
denn der Schrecken im Gewitter, ist immer wieder ziemlich bitter.
Und manchmal ist es sehr gemein, dann blickt der Ehegatte rein,
unerwartet, das ist klar, weil er nicht angemeldet war.
Ganz urplötzlich, ohne Witz, folgt das Gewitter wie ein Blitz.
H. Feisel

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