Täubchen
Liebeserwartung.
Das Täubchen.
Es sitzt ein junges, liebes Täubchen, im Garten vor dem Gartenläubchen. Es sitzt dort lange Zeit allein, plustert sich und macht sich fein. Es putzt sich neben rosa Flieder, dabei emsig sein Gefieder. Das Täubchen macht sich gar nicht schlecht, es putzt sein Äußeres zurecht.
Ein jeder sieht's an dem Gebaren.- Das Täubchen ist noch unerfahren. Es ist noch jung und unvermählt und hat noch keinen ausgewählt. Es kommt ein Sperber angeflogen, dreist und reichlich ungezogen. Der sieht dabei die junge Taube, im Garten, vor der Gartenlaube.
Der kreist ein paar mal um die Stätte, weil er die Taube zu gern hätte. Der Sperber tut auf Tauben fliegen und würde zu gern eine kriegen. Doch sicherlich ist dieser Sperber, nicht der richtige Bewerber. Das Täubchen tat das wohl erkennen und nicht in sein Unglück rennen.
Der Sperber ist zu räuberisch. Die Taube sucht den Täuberich. Der Täuberich kommt bald daher, fragt an ob er der Rechte wär. Der Taube ist das diesmal recht, denn seine Absicht ist nicht schlecht. Die Taube tat sich bald verlieben und ist bei dem Gefühl geblieben.
Im Täuberich erwachen Triebe; er schenkt dem Täubchen seine Liebe. Die Hochzeit ist sehr bald vollzogen. Sie sind ins traute Heim geflogen. Dort gurren sie nun im Duett, sind dabei zueinander nett. Miteinander sind sie so, ganz schön glücklich und sehr froh.
Wer eine Weile warten kann, der findet was er brauchen kann. Wer Angst hat, dass er was versäumt, der hat sehr bald ausgeträumt.
H. Feisel
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