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Bauerngemunkel 3.

Dorfgeschichten / Bauerngemunkel (3. im Frühjahr)

Inzwischen, es ist eine Wonne, scheint die warme Frühlingssonne.

Der Hase freut sich und das Reh. Dahin geschmolzen ist der Schnee.

Die Vögel jubilieren laut und mancher Vogel sucht die Braut.

Es plärrt die Kuh, es blökt das Schaf. Der Bauer lag im Winterschlaf

und ist von seiner Ruh erwacht und hat sich nunmehr aufgemacht,

steigt von seiner Couch hernieder und streckt seine steifen Glieder,

bleibt noch einmal gähnend hocken und sucht vergebens seine Socken,

die ganz heimlich und verschwiegen in der Waschmaschine liegen,

wo die Seifenlauge schäumt. Die Gattin hat sie fort geräumt.

Aufgetaut und alsbald wacker begibt der Bauer sich zum Acker,

denn die Arbeit auf dem Feld, bringt ihm von dem Staat das Geld.

Ein jeder Bauern spricht vom Klima, das sei dem Zweck entsprechend prima,

weil im Märzen der Bauer, es ist ja bekannt, sein so genanntes Rösseln einspannt.

Doch eingespannt wird nun der Schlepper, anstatt der alte lahme Klepper.

Die Sonne hat den Frost vertrieben. Doch die Bauern sind geblieben

und haben sich erneut gefunden. Die Kälte ist nun überwunden,

das Wetter ist an allen Orten inzwischen freundlich warm geworden.

Den Winter hat er zwar genossen, denn Geld ist weiterhin geflossen,

durch das Milchgeld seiner Kühe, die am Abend und sehr frühe,

ihren Beitrag wohl am meisten durch ihr pralles Euter leisten,

doch im Frühjahr muss er nun die spezielle Arbeit tun.

Das Bäuerlein rennt wie ein Wiesel und tankt den Traktor voll mit Diesel.

Manchmal drängt ihn jetzt die Zeit, doch bleibt ihm die Gelegenheit,

beim Treffen mit Berufskollegen das alte Ritual zu pflegen,

den Meinungsaustausch zu verrichten und sich manches zu berichten,

wo man sich zusammen fand, von dem neuen Wissensstand.

Bei viel Gestik und Gebaren ist man sich wohl nicht im klaren,

wie der Bauer noch besteht und wie es mit ihm weiter geht.

Ein dritter Bauer kommt herbei, fragt ob es wohl genehmigt sei,

dass er, wenn auch nicht bestellt, sich den Beiden zugesellt.

Die Bauern die sich langeweilen tun brüderlich ihr Wissen teilen.

Ein vierter Bauer kommt im Nu von seinem Acker auch dazu

und kalte Füße gibt's nicht mehr, bemerkt der Bauer hinterher,

bei der Rede mit Vernunft und nach der Zusammenkunft.

Beim Sonnenschein lässt sich's verweilen. Man hat sich etwas mitzuteilen,

über die Genossenschaft, die fleißig in ihr Säckel rafft,

über die Berufskollegen die das Bioland nicht pflegen,

über eine alte Mutter, ohne Brot und ohne Butter,

über Kälber in den Boxen, über einen alten Ochsen.

Manche Kreatur wird toller und kriegt einen Samenkoller.

Dem muss man auf die Hörner klopfen, um ihm das große Maul zu stopfen,

denn das störrisch - sture Tier benimmt sich wie ein wilder Stier.

Die Kuh die brüllt will etwas gelten und man muss das Rindvieh schelten.

Eine Kuh hat was verschluckt. Der Tierarzt hat ins Maul geguckt,

aus dem es von dem Pansen stank. Das Tier scheint wirklich ernstlich krank.

Dem Tierarzt ist noch nicht ganz klar, welcher Gegenstand das war.

Der Opa weiß es um so besser, denn ihm fehlt das Taschenmesser.

Der dummen Kuh geht es bald besser, denn sie kommt unters Schlachtermesser.

Man spricht noch über mancherlei, von dem was manchmal wichtig sei.

Der Dorftrottel hat doch gefreit und das war auch höchste Zeit.

Ein Junggeselle lächelt sauer. Sein Schicksal machte ihn zum Bauer.

Mancher hat umsonst geworben und ist in dieser Art gestorben.

Dabei spricht man vom Kinderkriegen und wem die Weiber unterliegen.

Wissbegierig spricht man dann von dem was jeder Bauer kann,

vom Gras anwelken, vom Kühe melken, vom Schlepper lenken, Kosten senken.

Auf dem Tisch das Mittagessen hat man beinah ganz vergessen.

Doch der Magen knurrt im Bauch und das merkt der Bauer auch

und die Ernährung mit Vernunft, beendet die Zusammenkunft.

Das Gespräch kann so gesehen später einmal weiter gehen.

H. Feisel

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